Olivia Finn, a memory expert at a London hospital, receives a strange call from her grandmother, Josephine, who has appeared at the famous Hotel Lutetia, claiming her real name is Sophie and that she committed a murder there decades ago. Olivia immediately travels to Paris to care for the seemingly confused Josephine. But Josephine insists she has recovered a lost memory and is telling the truth. When Josephine is murdered a short time later, someone wants to prevent the past from coming to light. Olivia must confront her. Was her grandmother really a murderer? And what does all this have to do with Olivia's own traumatic memories?
The new sophisticated psychological thriller from Matthew Blake, author of the worldwide bestselling phenomenon "Anna O." ❓❓❓❓❓❓❓❓❓❓❓❓❓❓❓❓❓❓❓❓❓❓❓❓❓❓❓❓❓❓❓❓❓❓❓❓❓ Was, wenn eine Erinnerung dich das Leben kosten kann?
Olivia Finn, Gedächtnisexpertin an einem Londoner Krankenhaus, erhält einen merkwürdigen Anruf aus Ihre Großmutter Josephine ist im berühmten Hotel Lutetia aufgetaucht und behauptet, sie heiße eigentlich Sophie und habe hier vor Jahrzehnten einen Mord begangen. Olivia reist sofort nach Paris, um sich um die scheinbar verwirrte Josephine zu kümmern. Doch diese besteht darauf, dass sie eine verlorene Erinnerung wiedererlangt hat und die Wahrheit sagt. Als Josephine wenig später ermordet wird, ist Jemand möchte verhindern, dass die Vergangenheit ans Licht kommen. Olivia muss sich War ihre Großmutter wirklich eine Mörderin? Und was hat das Ganze mit Olivias eigenen traumatischen Erinnerungen zu tun?
Der neue raffinierte Psychothriller von Matthew Blake, Autor des weltweiten Bestseller-Phänomens »Anna O.«
After discovering that the average person spends thirty-three years of their life asleep, Matthew Blake felt the pull of a story. He began extensive research into sleep-related crimes and into the mystery illness known as resignation syndrome, research that sparked a thrilling question: if someone commits murder while sleepwalking, are they innocent or guilty? And so his novel Anna O was born.
Before writing fiction, Matthew worked as a researcher and speechwriter at the Palace of Westminster. He studied English at Durham University and Merton College, Oxford and now lives in London.
Nachdem ich Anna O absolut geliebt habe und danach sehnsüchtig auf ein neues Buch von Matthew Blake gewartet habe, war die Vorfreude auf Sophie L dementsprechend groß! Ein süchtig machender Thriller, der sich in zwei Zeitebenen abspielt und durch die verschiedenen Sichtweisen unterschiedlicher Protagonisten den Leser nach und nach die Geschichte von Sophie L (oder ist es doch Josephine???) erfahren lässt. Ein absoluter Pageturner, den ich sehr gerne gelesen habe.
Irgendwie hinterlässt mich dieser Thriller ziemlich verwirrt....denn obwohl ich das Setting absolut spannend und interessant finde, hat mich der verschachtelte Stil des Buches echt nicht abholen können....
Charaktere tauchen einfach ohne Erklärungen auf....und die Kontext Sprünge waren mir einfach zu heftig....
Wirklich total schade um diesen absolut intensiven Plot...
Leider klarer Fall von: kann man lesen....muss man aber nicht!
Olivia Finn, Gedächtnisexpertin an einem Londoner Krankenhaus, erhält einen ungewöhnlichen Anruf aus Paris: Ihre Großmutter Josephine ist im berühmten Hotel Lutetia aufgetaucht und behauptet plötzlich, sie heiße eigentlich Sophie – und habe dort vor Jahrzehnten einen Mord begangen. Olivia reist sofort nach Paris, um sich um sie zu kümmern, doch Josephine ist fest davon überzeugt, endlich eine verlorene Erinnerung zurückerlangt zu haben. Als sie kurz darauf ermordet wird, wird klar: Jemand will die Vergangenheit um jeden Preis verborgen halten. Und Olivia steht vor der Frage, ob ihre Großmutter wirklich eine Mörderin war – und was das alles mit ihren eigenen verdrängten Erinnerungen zu tun hat.
Nachdem mich „Anna O“ nicht ganz überzeugen konnte, wollte ich dem Autor trotzdem noch eine Chance geben – und ich würde sagen: Dieses Buch hat mir insgesamt etwas besser gefallen, auch wenn es mich nicht komplett abholen konnte.
Vor allem die erste Hälfte fand ich richtig spannend und interessant. Die Grundidee rund um Erinnerungen, Wahrheit und Selbsttäuschung hat mich sofort gepackt, und ich mochte die Atmosphäre sowie den Einstieg sehr. Leider hat die Geschichte für mich im weiteren Verlauf deutlich nachgelassen.
Ein großer Kritikpunkt war für mich die fehlende Tiefe, besonders in Bezug auf das Thema Erinnerungen. Dafür, dass Olivia als Gedächtnisexpertin arbeitet, bekommt man überraschend wenig Einblicke in ihre Arbeit oder spannende psychologische Aspekte. Themen wie der False-Memory-Effekt oder Traumata werden zwar angeschnitten, aber bleiben eher oberflächlich – da hätte ich mir deutlich mehr erwartet.
Auch die Charaktere konnten mich emotional nicht wirklich erreichen. Trotz einiger schockierender Momente blieben sie für mich eher blass und haben keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Die Grundidee hatte definitiv viel Potenzial – gerade die Frage „Kann ich meinen eigenen Erinnerungen trauen?“ fand ich super spannend. Leider wurde daraus für mich nicht das, was es hätte sein können.
Insgesamt eine solide Geschichte mit guten Ansätzen, die mich aber nicht vollständig überzeugen konnte.
In dem Thriller „Sophie L.“ von Matthew Blake bekommt Olivia einen Anruf aus Paris, in dem sie gebeten wird, ihre Großmutter aus einem Hotel abzuholen, wo diese soeben einen Mord gestanden hat.
Olivia selbst ist Expertin für Posttraumatische Belastungsstörungen und Gedächtnisbelange und hat ein vielbeachtetes Buch zu dem Thema herausgebracht, steht aber in einem normalen Alltag als Alleinerziehende eines Sechsjährigen. Sie sieht sich vorrangig eher mit ihren eigenen Erinnerungen konfrontiert, als sie nach Paris reist, weil sie teilweise in Paris aufgewachsen ist und nach dem Suizid ihrer Mutter als junge Erwachsene dort studierte. Und mitten hinein spielt die Frage: Wie kann es sein, dass sich ihre Großmutter jetzt nach vielen vielen Jahren plötzlich für einen Mord schuldig bekennt, der 1945 stattgefunden haben soll? Als Olivias Großmutter wenig später ermordet wird, wird klar: Der Fall ist möglicherweise brisanter und gefährlicher, als zunächst angenommen. Die Geschichte wird in drei verschiedenen Zeiten erzählt: 1945 aus der Sicht von Josephine und Sophie, in der Gegenwart von Myles, Vidal und Olivia sowie ein Jahr vorher aus der Sicht von Olivia.
Ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen verschlungen. Die kurzen Kapitel machten es möglich und die Thematik hat mich spontan angesprochen. Der Erzählstil ist locker und leicht, die Seiten fliegen also nur so dahin. Jedoch muss ich leider konstatieren, dass „Sophie L.“ für mich letztlich nicht ganz das gehalten hat, was ich erhofft hatte.
Olivia ist für mich eine sehr nachvollziehbare, sympathische Hauptfigur, an viele ihrer Themen (Erziehung, Überforderung, Psychologische Arbeit) kann ich anknüpfen. Dennoch war mir Olivia zu klischeehaft in ihren Überlegungen. Sie überlegt am Anfang beispielsweise, dass sie, würde sie in Paris leben, eine Wespentaille besitzen, Café au Lait trinken und andauernd über Existentialismus philosophieren würde, sich schnell verlieben würde usw. (vgl. S. 14). Das wäre witzig, würden solche französischen Klischees nicht andauernd wieder auftauchen oder irgendwann ironisch gebrochen werden. Das findet allerdings nicht statt.
Schwerwiegender ist eher, dass Olivias Arbeit eine relativ geringe Rolle spielt. Für eine Psychologin und Psychotherapeutin mit dem Schwerpunkt „Erinnerungen“ wird ihr Wissen kaum dargestellt. Wirklich interessante Inhalte zu dem „False Memory“-Effekt beispielsweise werden nur in rudimentären Ansätzen erwähnt, über Posttraumatische Belastungsstörungen und deren Auswirkungen erfahren wir nur durch einen der Bösewichte etwas Fundiertes (Kapitel 67). Zudem werden mir Begriffe wie „Trigger“ zu ungenau verwendet. Da die Hauptfigur eine Expertin auf dem Gebiet sein soll, müsste sie doch wissen, wann diese Begriffe zutreffen und verwendet werden können und wann nicht, oder?
Ein weiterer Kritikpunkt ist für mich Olivias Rolle an sich. Ja, sie ist die Hauptfigur der Geschichte, trägt aber überhaupt nicht zur Lösung des Problems bei. Im Gegenteil: Sie ist umgeben von Männern, die ihr die Lösung offerieren (Myles), sie beschützen (Édouard) oder sie in eine vermeintlich richtige Richtung drängen (Louis, Tom/M). Es macht auf mich den Eindruck, dass Olivia einfach nur reagiert, statt zu agieren und das macht mich etwas wütend, betont sie doch, dass sie von eigensinnigen starken Frauen aufgezogen wurde, denen ihre Unabhängigkeit heilig war.
Weiterhin bleiben einige Fragen offen: Warum war auf Olivia ein Killer angesetzt, wenn sie doch bis zum Auftauchen von Myles keinerlei belastbaren Zweifel an der Unschuld des (offensichtlich) Verdächtigen hatte? Wer ist der Vater von Olivias Mutter, wenn aus Louis und Josephine dann doch kein Liebespaar wurde, obwohl doch alle Zeichen darauf hindeuteten? Wieso glaubt Olivia sofort einem Mann, der ihr eine Liebesbeziehung vorgespielt hat, um sie dann zu ghosten?
Insgesamt bin ich also nicht wirklich überzeugt von dem Roman, der für mich nur thrillerhafte Ansätze zeigt. Insgesamt ärgert mich das Bild, was unterm Strich von Therapie und Traumatherapie gezeichnet wird etwas, auch wenn ich mir der besten Absichten sicher bin.
Ist es unterhaltsam? Definitiv. Würde ich es empfehlen: Eher nein. Schade!
Fand’s langweilig, und an machen Stellen wiederum ziemlich verwirrend. Wie die Hauptfigur Olivia beschrieben wurde, fand ich stellenweise echt sehr klischeehaft. Und auch ihre Beziehungen zu anderen Figuren haben (für mich) wenig Sinn ergeben, einmal wird ihr Ex-Mann als Unzuverlässig beschrieben, ein paar Seiten später, kümmert er sich dann super spontan, mehrere Tage, um das gemeinsame Kind lol
Worum geht’s? Olivias Großmutter leidet an Demenz. Als ein Anruf aus Frankreich kommt, zögert Olivia keine Sekunde. Denn ihre liebe, gütige Großmutter – eine Frau, die keiner Fliege etwas zuleide tun könnte – sitzt im Hotel Lutetia in Paris und gesteht einen Mord. Einen Mord, der dort vor 80 Jahren geschehen sein soll. Was, wenn die Vergangenheit nicht nur verblasst, sondern etwas verbirgt? Wer war ihre Großmutter wirklich? Und wer ist Olivia, wenn alles, was sie über ihre Familie zu wissen glaubte, ins Wanken gerät?
Meine Meinung: Mir hatte schon „Anna O“ gut gefallen und auch der neue Thriller von Matthew Blake war wieder spannend aufgebaut. In „Sophie L.“ entführt er uns diesmal nach Paris und wir wechseln zwischen den Jahren 1945 und 2025 hin und her. Diese Zeitsprünge erzeugen eine unterschwellige Spannung, weil man spürt, dass die Vergangenheit nicht einfach vergangen ist – sie wartet. Ich mag seinen Schreibstil, der intensiv und klar ist und mich das Buch in einem Rutsch lesen ließ. Und auch die Protagonisten sind toll gezeichnet.
Hier lesen wir vorwiegend aus Sicht von Olivia, Gedächtnisexpertin und Mutter – ein Mensch, der selbst stark von seiner Vergangenheit geprägt ist. Gerade das macht es so packend, denn ausgerechnet sie, die sich mit Erinnerungen auskennt, gerät in einen Strudel aus Zweifel und Unsicherheit. Dann haben wir noch René, einen Auftragsmörder, der immer wieder kurz zu Wort kommt. Seine Kapitel wirken wie kurze, kalte Schatten über der Handlung. Myles in einer Rolle, die mir irgendwie von Anfang an klar war – was der Geschichte aber nichts an Spannung genommen hat. Und immer wieder Sophie und Josephine, die aus der Vergangenheit zu uns sprechen und Stück für Stück ein Bild zusammensetzen, das lange bruchstückhaft bleibt.
Das ist auch, was mir an dem Buch besonders gefallen hat: der Einblick ins Jahr 1945, ins Hôtel Lutetia, die Menschen, die aus dem KZ zurückkamen, und das, was sie danach erlebt haben. Wie sie „wiedereingegliedert“ wurden – oder eben nicht. Als begeisterte Leserin historischer Romane fand ich das nicht nur interessant, sondern emotional sehr eindringlich.
Ansonsten muss ich sagen, war das Buch wirklich spannend aufgebaut. Der Blick in die Köpfe und das Wesen von Erinnerungen war faszinierend. Wie Erinnerungen entstehen, sich verändern oder sogar unbewusst verfälscht werden können, war klug und beklemmend dargestellt. Allerdings war das Buch für mich nicht wirklich ein klassischer Thriller, sondern eher ein Roman mit spannenden, teilweise sehr intensiven Szenen. Wer einen actiongeladenen Thriller erwartet, ist hier vielleicht nicht ganz richtig. Aber wer psychologische Spannung mit historischem Bezug mag, wird dieses Buch lieben. Die Verwicklungen und die Wahrheitsfindung fand ich wirklich toll konstruiert. Der Weg hin zur Wahrheit war spannend und geschickt aufgebaut. Wofür ich einen Punkt Abzug gebe, ist allerdings das Ende, das dann doch sehr plötzlich kam. Es war fast, als würde man aus der Spannung herausgerissen. Hier hätte ich mir mehr Tiefe, mehr Hintergründe und mehr Antworten auf das Warum gewünscht. Dennoch habe ich das Buch verschlungen und freue mich schon auf weitere Werke des Autors.
Fazit: Mit „Sophie L.“ verwebt Matthew Blake psychologische Spannung und historische Tiefe eindrucksvoll miteinander. Es ist kein Thriller, eher ein spannender Roman, der von einer dichten Atmosphäre und der beunruhigenden Frage lebt, wie verlässlich Erinnerungen wirklich sind. Besonders der historische Handlungsstrang im Paris des Jahres 1945 verleiht der Geschichte emotionale Tiefe und bleibt lange im Kopf. Auch wenn das Ende für meinen Geschmack etwas zu abrupt kam, ist „Sophie L.“ klug konstruiert, intensiv erzählt und absolut lesenswert.
Von mir gibt es starke 4 Sterne für eine Geschichte, die mich gefesselt hat – auch wenn es kein klassischer Thriller ist.
Ein grandioses Überraschungs-Highlight . Im vergangenen Jahr habe ich ANNA O. von Matthew Blake gelesen. Ein Buch, dass ich zu diesem Lesezeitpunkt zwar interessant, aber auch schwierig zu lesen fand, was am Ende auf eine mittelprächtige Bewertung hinausgelaufen war. Trotzdem muss ich in dem Buch irgendetwas gesehen haben, was mich jetzt nach kurzem Zögern dazu gebracht, Blake mit seinem neuen Thriller SOPHIE L. eine weitere Chance zu geben. Auf den ersten Seiten habe ich schon gemerkt, dass die Chemie zwischen mir und dem Buch stimmt. Das ist auch durchgehend so geblieben. Am Ende stand sogar die Erkenntnis, dass ich hier kurz vor Jahresschluss nochmal ein echtes Highlight lesen durfte. . Darum geht’s: Olivia Finn ist Gedächtnisexpertin an einem Londoner Krankenhaus. Dann wird sie zu einem familiären Notfall nach Paris gerufen. Ihre Großmutter Josephine ist in dem berühmten Hotel Lutetia aufgetaucht, hat behauptet jemand ganz anderes zu sein und als junge Frau einen Mord begangen zu haben. Wenig später wird die scheinbar verwirrte Seniorin ermordet… . Matthew Blake fährt in SOPHIE L. raffinierte Psychospannung vom Allerfeinsten auf. Wie schon bei ANNA O. kann man auch hier wieder über das dem Buch aufgedrückte Thriller-Label diskutieren. Das mag bei einigen Lesern andere Erwartungen wecken. Allerdings wüsste ich auch nicht, welchem Genre man SOPHIE L. alternativ zuordnen sollte. Und gerade das Ende hat mich so mitgenommen und außer Atem gebracht, dass ich die Bezeichnung Thriller dann doch wieder passend fand. Und dabei bleibe ich jetzt der Einfachheit halber auch mal. . SOPHIE L. ist überwiegend ein Thriller der leisen Töne. Gleichzeitig aber hochgradig intensiv und granatenstark geschrieben. Womit Matthew Blake mich gleich auf seiner Seite hatte, ist das Setting in Paris, das er unglaublich toll zum Leben erweckt hat. Dann kam ein Zeitsprung im Geschehen, der mich zunächst ernüchtert hat. Matthew Blake hat mich ans Ende des 2. Weltkrieges zurückgeführt und mit Themen konfrontiert, mit denen ich mich beim Lesen zum puren Zeitvertreib und zur Zerstreuung nun mal einfach nicht gerne auseinandersetze. Aber irgendwas muss Matthew Blake hier goldrichtig gemacht haben, denn dieser Handlungsaspekt hat mich nicht abgeschreckt, sondern eine eigentümliche Faszination ausgeübt und mich immer tiefer in die Geschichte hineingezogen. Es gibt noch eine weitere Zeitebene in der näheren Vergangenheit und zwei weitere Perspektiven, die für Verwirrung aber auch gleichzeitig Spannung sorgen. Und wie Matthew Blake letztendlich alle Punkte zusammenführt und auflöst … holla, die Waldfee … das ist großes Kino. . Ich kann für mich nur sagen: Was für ein Buch!!! Ja, man muss Zugang dazu finden, man muss sich darauf einlassen und man muss offen für eine andere Art von Thriller sein. Ich war gerade anscheinend in allen Punkten bereit für dieses Buch, denn SOPHIE L. hat mich einfach komplett begeistert. Die Atmosphäre, die Charaktere, die Intensität, die Story, der Handlungsverlauf – alles zusammengenommen und wie Matthew Blake es hier angeht und umsetzt hat SOPHIE L. für mich zu einem Überraschungserfolg gemacht. Damit hatte ich in keinster Weise gerechnet. Ich kann diesen Thriller einfach nur als atemberaubendes Highlight der ganz besonderen Art bezeichnen.
Leider konnte mich dieser „Thriller“ gar nicht abholen. Von Thrill war aber wirklich nicht das Geringste zu spüren, es war eher ein mittelmäßig spannender Familien-/Historischer Roman. Die Idee klang total spannend, aber die Umsetzung hat wirklich sehr, sehr viel Potenzial verschenkt. Auch mit dem Schreibstil bin ich nicht warm geworden, dieser las sich häufig irgendwie hölzern.
Olivia ist Gedächtnisexpertin – wie immer wieder betont wird, sie hat sogar einen Doktortitel – und arbeitet als Psychotherapeutin in irgendeinem Londoner Vorort. Eines Tages gesteht ihre Großmutter, die in Paris lebt, mitten in der Lobby eines bekannten Hotels, dass sie 1945, als sie nach dem Krieg drei Tage im Hotel verbringen musste, dort eine andere Frau umgebracht und deren Namen angenommen hat. Als einzige Verwandte eilt Olivia natürlich sofort von England aus nach Paris. Da ihre Großmutter Anzeichen von Gedächtnisverlust zeigt, ist das ja ihr Fachgebiet!
Nur leider ist von Olivias angeblicher Expertise das gesamte Buch hindurch wirklich gar nichts zu merken. Sie stolpert sehr naiv durch die Geschichte, ist ständig verwirrt und zeigt nicht einen Funken ihres angeblichen Fachwissens. Das fand ich mit der Zeit wirklich nervig, denn warum wird ihre Profession ständig so betont, wenn sie davon nichts nutzt, um den Vorfall zu klären?
Olivia als Charakter konnte ich auch gar nicht greifen. Es wurden einige Elemente hinzugefügt, die ihr wohl irgendwie Tiefe geben sollten, die aber weder logisch noch gut ausgearbeitet waren. Sie lebt bspw. von ihrem Exmann, dem Vater ihres Sohnes, getrennt und verliert über diesen kein gutes Wort. Vor allem wird er immer wieder als unzuverlässig und wenig involviert beschrieben. Dann kann sie ihm aber plötzlich (PER SMS!) das Kind für unbestimmte Zeit anvertrauen, ohne danach je mit ihm zu sprechen oder sich zu erkundigen, ob alles in Ordnung ist. Auch beim Kind fragt man sich, ob der Autor je einen Sechsjährigen gesehen hat. An einer Stelle versteht das Kind Facetime nicht (unwahrscheinlich für Gen Alpha), an einer anderen zockt es aber selbstständig XBOX.
Es waren einfach sehr viele kleine Ungereimtheiten, die mich beim Lesen immer wieder haben stocken lassen. Dazu kommen noch zahlreiche Stellen im Buch, wo man nicht weiß, ob das Lektorat einfach schlampig gearbeitet hat (überflüssige viel zu detaillierte Backstory mit Olivias Ex und Kind, super viele Wiederholungen, die am Ende keine Bedeutung haben …).
Die verschiedenen Zeitebenen hätten spannend sein können, leider wurde auch hier insgesamt viel zu oberflächlich erzählt. Statt auf die Gefühle der Figuren einzugehen, die 1945 zum Großteil als Überlebende aus KZs in das Hotel kamen, wurde unnötig oft ihre gestreifte Kleidung, die geschorenen Schädel oder die Tatsache, dass sie ungewaschen riechen, wiederholt.
Es wurden auch einige spannende Fragen aufgemacht und durch die kurzen Kapitel ist das Buch schnell zu lesen – hätte man aber alle halben Leerseiten und Wiederholungen weggelassen, wäre es auch nur halb so dick geworden.
Dafür, dass das Buch viele Längen hatte, ging am Ende dann plötzlich alles ganz schnell und trotz einer (mehr oder weniger glaubwürdigen) Auflösung bleiben zahlreiche Fragen offen. Der Täter war auch sehr früh klar, eine Überraschung, einen spannenden Plot Twist oder wenigstens ein interessantes Motiv gab es nicht. (Er war halt böse und wollte Macht, dafür manipulierte er jahrzehntelang fröhlich die Erinnerungen seiner Patient:innen.)
Als Dr. Olivia Finn einen Anruf aus Paris erreicht, wird ihr geordnetes Leben jäh erschüttert. Ihre Großmutter, Josephine Benoit, gefeierte Malerin des berühmten Gemäldes "Memory", das den Überlebenden des Zweiten Weltkriegs gewidmet ist, hat im Hotel, wo das Werk ausgestellt wird, plötzlich behauptet, sie heiße nicht Josephine – und sei eine Mörderin. Eine verwirrte Äußerung einer alten Frau mit beginnender Demenz? Oder steckt doch eine schockierende Wahrheit dahinter?
Der Roman entfaltet sich zunächst ruhig, fast rätselhaft, doch nach und nach zieht einen die Geschichte immer tiefer in ein Netz aus Erinnerung, Identität und Schuld. Es dauert eine Weile, bis man erkennt, worum es in der Tiefe geht. Nämlich um die Frage, wie verlässlich unsere Erinnerung wirklich ist. Und was passiert, wenn das eigene Gedächtnis uns täuscht?
Zitat S. 12: Der Mann am anderen Ende überlegt. »Kennen Sie eine Frau namens Sophie Leclerc?« (...) »Nein«, erwidere ich. »Nicht dass ich wüsste. Hören Sie, ich rufe Sie zurück …« »Madame Leclerc sitzt im Foyer des Lutetia hier in Paris. Sie ist völlig aufgelöst und beharrt darauf, dass nur Sie ihr helfen können.«
Durch geschickt gesetzte Zeitsprünge, teils zurück bis ins Kriegsende, wird ein komplexes Bild gezeichnet, das Themen wie Trauma, Manipulation und falsche Identitäten intensiv beleuchtet. Doch was diesen Roman besonders eindrucksvoll macht, sind seine vielschichtigen, glaubwürdigen Charaktere. Allen voran Olivia: eine nüchterne, professionelle Psychologin, die im Verlauf der Geschichte nicht nur mit den Dämonen ihrer Familie, sondern auch mit ihrer eigenen Wahrnehmung konfrontiert wird.
Ebenso faszinierend ist die Darstellung von Josephine selbst. Der Autor schafft es, sie gleichzeitig als starke, charismatische Persönlichkeit und als zerbrechliche, von Erinnerungen zerrissene Frau zu zeigen. Ihre Aussagen wirken zunächst wirr, entfalten aber Stück für Stück eine erschreckende Logik, die der Leser gemeinsam mit Olivia entschlüsselt.
Nebenfiguren wie der Ermittler, frühere Weggefährten oder Personen aus Josephines Vergangenheit sind nicht bloß Randfiguren, sondern tragen glaubwürdig zur Komplexität der Handlung bei, die ebenfalls durch einige überraschende Wendungen spannend und schockierend daherkommt.
Die Auflösung ist erschütternd und unerwartet. Ein echtes Highlight, das lange nachhallt.
Besonders beeindruckt hat mich auch die Art, wie der Autor psychologische und historische Aspekte miteinander verwebt und dabei nie die emotionale Tiefe seiner Figuren aus den Augen verliert.
Fazit: Ein stiller, intensiver Roman über Erinnerung, Wahrheit und Schuld. Hochspannend, tiefgründig und erschütternd bis zur letzten Seite. Ein Buch, das nachdenklich macht und definitiv lesenswert ist.
‘*‘ Meine Meinung ‘*‘ Die Story wird auf zwei Zeitebenen erzählt, die sich meisterhaft ergänzen. 1945 taucht man in Josephines Schicksal ein: Wie sie als Überlebende des KZ nach Paris zurückkehrt und mit den ersten Tagen in Freiheit im Hotel Lutetia kämpft. Die kurzen, aber eindringlichen Einblicke in ihre Zeit im Lager sind beklemmend und berührend - sie hinterlassen Gänsehaut und machen die Grausamkeit des Krieges greifbar. 2025 erhält Olivia, eine renommierte Gedächtnisexpertin, einen Anruf, der ihr Leben auf den Kopf stellt: Ihre Großmutter hat gestanden, vor Jahrzehnten einen Mord begangen zu haben. Besonders faszinierend ist, dass Olivia selbst eine bewegte Vergangenheit hat und anderen hilft, verschüttete Erinnerungen zu rekonstruieren. Die Ironie des Schicksals wird hier zum treibenden Element der Handlung. Die Spannung entsteht nicht nur durch den Wechsel der Erzählstränge, sondern auch durch die behutsamen Enthüllungen im Leben beider Frauen. Ich habe mitgefiebert, wie sie mit ihren Erinnerungen und Schuldgefühlen ringen. Um Spoiler zu vermeiden, verrate ich nicht mehr. Zwar ahnte ich einige Wendungen, doch die Art, wie Blake alles zusammenführt, ist schlüssig. Immer wieder gab es Momente, in denen ich dachte, jetzt könnte ich durchatmen, doch dann kam das nächste Puzzlestück, das mich wieder an meinen Schlussfolgerungen zweifeln ließ. Die Sprecher Vera Teltz und Achim Buch verleihen der Handlung eine besondere Tiefe. Sie transportieren nicht nur die beklemmende Stimmung von Josephines Vergangenheit, sondern auch Olivias Selbstzweifel und innere Zerrissenheit so authentisch, dass man das Gefühl hat, direkt neben den Figuren zu stehen. Endlich mal wieder ein Thriller, der fesselt, überrascht und lange nachhallt. Klare 5 Sophie-Sterne von mir. ‘*‘ Klappentext ‘*‘ Was, wenn eine Erinnerung dich das Leben kosten kann? Olivia Finn, Gedächtnisexpertin an einem Londoner Krankenhaus, erhält einen merkwürdigen Anruf aus Paris: Ihre Großmutter Josephine ist im berühmten Hotel Lutetia aufgetaucht und behauptet, sie heiße eigentlich Sophie und habe hier vor Jahrzehnten einen Mord begangen. Olivia reist sofort nach Paris, um sich um die scheinbar verwirrte Josephine zu kümmern. Doch diese besteht darauf, dass sie eine verlorene Erinnerung wiedererlangt hat und die Wahrheit sagt. Als Josephine wenig später ermordet wird, ist klar: Jemand möchte verhindern, dass die Vergangenheit ans Licht kommen. Olivia muss sich fragen: War ihre Großmutter wirklich eine Mörderin? Und was hat das Ganze mit Olivias eigenen traumatischen Erinnerungen zu tun?
Sophie L von Matthew Blake, erschienen im Fischer Scherz Verlag am 30.12.2025.
Olivia Finn lebt in London, wo sie als Gedächtnisexpertin an einem Krankenhaus arbeitet. Sie ist geschieden und lebt mit ihrem kleinen Sohn TJ zusammen. An einem Morgen bekommt sie einen seltsamen Anruf aus Paris. Ihre Großmutter Josephine, eine bekannte Künstlerin, ist in das vornehme Hotel Lutetia gegangen und hat dort darauf bestanden, dass sie Sophie heißt und vor Jahren dort einen Mord begangen hat. Da Olivia sich um die demente Oma kümmert bittet die Polizei sie sich nach Paris zu begeben. Olivia verdonnert den Vater von TJ ihn von der Schule abzuholen und jagt mit kleinem Gepäck nach Paris. Dort wird die alte Dame in ihrer Obhut nach Hause gelassen und der Psychologe der Großmutter und Vertrauter Louis sendet seinen Sohn Edouard, um Olivia beiseitezustehen. Bei einem kurzen Ausflug, um in einem Café durch Internet ihre Verpflichtungen zu regeln, bekommt sie von Edouard eine Nachricht, die sie schnell zur Rückkehr bewegt. Da ist es aber schon zu spät. Die alte Dame ist tot. Ermordet.
Die Geschichte spielt im Jetzt und der Vergangenheit. Warum ist ein Mord, der sich vor Jahren ereignet hat mit seinen Auswirkungen bis in die Gegenwart zu spüren? Geschickt verschachtelt der Autor die Zeitstränge zu einer spannenden Geschichte, die immer nur Stückchen der Wahrheit entblößt. Das Olivia nicht die Hauptfigur der Geschichte ist, konnte man sich denken bei dem Titel Sophie L. Hat die nette alte Dame, deren früheres Leben sich die Enkelin bisher gar nicht wirklich vorgestellt hat, wirklich einen Mord begangen, um ihre Identität zu wechseln und wer ist die Person, deren Mord sie gestanden hat?
Der Autor schickt den Leser geschickt auf Nebenschauplätze, was manchmal die eigentliche Story in die Länge zieht, aber gleichzeitig auch spannende Dinge zum Vorschein bringt, die einen am Ende zur Lösung bringen. Die Personen handeln nicht immer so, dass man ihre Beweggründe nicht immer sofort versteht. Man wird sozusagen vom Privatleben von Olivia etwas eingelullt. Geschickter Schachzug des Autors.
Die Geschichte ist flüssig geschrieben, die Personen sind zum großen Teil eher unsympathisch angelegt, wodurch man nicht wirklich warm mit ihnen wird, was aber auch nicht notwendig ist. Klare Kaufempfehlung.
Leider konnte mich "Sophie L." nicht überzeugen und das hat gleich mehrere Gründe. Zunächst ist es kein Thriller, sonder eher ein (historischer) Krimi. Denn für einen Thriller gab es einfach zu wenig Spannung. Auch mit literaturwissenschaftlichen Kriterien wird das Buch dem Genre nicht gerecht, denn der Täter ist zu Beginn nicht bekannt. Dann ist das Buch handwerklich an vielen Stellen schlecht gemacht. Manche Charakterzüge und Eigenheiten sind einfach unlogisch, etwa der Sechsjährige, der nur Red Bull trinkt und mit seiner Mutter im Urlaub Krimis mit Mordfällen schaut. Dann die Psychologien, die gleich zwei Mal manipuliert wird und es nicht merkt. Edouard, der kurz nachdem er fast getötet wurde, wieder auf den Beinen ist und durch Paris läuft. Ein Polizist, der in seiner Freizeit eine komplette verdeckte Ermittlung startet. Ein Kind, das mal eben beim sonst so unzuverlässigen Ex-Partner für mehrere Tage (und spontan) geparkt werden kann... Ganz abgesehen von den enormen Zufällen, dass sich am Ende wirklich alle Beteiligten und/oder ihre Familienangehörigen kennen.
Wirklich gestört haben mich die vielen Wiederholungen. Auf jeder fünften Seite wird dem Leser z.B. gesagt, dass Tom eine so wichtige Rolle in Olivias Leben gespielt hat und sein plötzliches Verschwinden so schlimm für sie war. Das verstehe ich als Leser auch, wenn man mir die Szenen nur beschreibt. Wenn man die Information dann auf dem Silbertablett präsentieren muss, dann bitte nicht ständig! Ein gründliches Lektorat hätte dem Text gutgetan. Hinzu kommen die merkwürdigen Andeutungen und Rückblicke, bei denen man oft das Gefühl hat, den ersten Band eines Zweiteilers verpasst zu haben.
Erinnerungen sollen in diesem Buch im Vordergrund stehen. Dazu hat der Autor mit der Nachkriegszeit sicherlich eine spannende Epoche gewählt. Allerdings hat der Stoff - KZ-Überlebende und NS-Kollaborateure - auch so seinen Beigeschmack. Wirklich nötig war es nämlich nicht, die Geschichte vor dem Hintergrund eines solchen Settings zu verfassen. Allein der (mögliche) Identitätsdiebstahl wurde so plausibler. Ob man sich wirklich dem Leid so vieler Menschen für reine Unterhaltung bedienen sollte... Ich bin mir da unsicher.
Im Vergleich zu Anna O hat mir Sophie L von Matthias Blake deutlich besser gefallen. Der Roman entfaltet sich in einem eher ruhigen, aber durchweg spannenden Erzähltempo und arbeitet gekonnt mit Perspektivwechseln sowie Zeitsprüngen zwischen den Jahren 1945 und 2025. Dabei wird schnell klar: Die Vergangenheit ist allgegenwärtig – und Erinnerungen sind nicht immer verlässlich. Die zentrale Frage „Was ist wahr und was trügt?“ zieht sich wie ein roter Faden durch die Handlung.
Im Mittelpunkt steht Olivia, eine Gedächtnisexpertin, die nach Paris reist, nachdem ihre Großmutter Joséphine überraschend einen Mord gestanden hat. Vor Ort gerät sie immer tiefer in ein Geflecht aus widersprüchlichen Erinnerungen, Verdächtigungen und ungelösten Geheimnissen. Besonders spannend ist dabei, wie wissenschaftliche Aspekte rund um das menschliche Gedächtnis in die Handlung eingebunden werden und zusätzliche Tiefe schaffen.
Die Figuren wirken insgesamt deutlich ausgearbeiteter als im vorherigen Werk des Autors und gewinnen durch ihre persönlichen Hintergründe an Glaubwürdigkeit, auch wenn stellenweise noch etwas mehr Tiefe möglich gewesen wäre. Besonders gelungen sind die verschiedenen Erzählstränge, die mit jedem Perspektivwechsel neue Verdachtsmomente eröffnen und die Spannung konstant aufrechterhalten.
Der Schreibstil ist ruhig und atmosphärisch dicht. Vor allem die Beschreibungen des Pariser Nachkriegssettings stechen hervor: Die elegante Welt eines Luxushotels trifft hier eindrucksvoll auf die harte Realität der Überlebenden der Konzentrationslager. Dieser Kontrast verleiht dem Roman eine besondere Intensität und emotionale Tiefe.
Allerdings braucht die Geschichte etwas Zeit, um richtig in Fahrt zu kommen, und die Auflösung am Ende wirkt leicht überhastet. Zudem bleibt die Entwicklung der Beziehung zwischen Tom und Olivia etwas unbefriedigend und hätte mehr Raum verdient.
Trotz kleiner Schwächen ist Sophie L eine klare Steigerung zu Anna O.. Die originelle Verbindung von Gedächtnisforschung, Kriminalfall und historischer Dimension sowie die markante Covergestaltung sorgen für einen hohen Wiedererkennungswert. Insgesamt ein lesenswerter Roman, der durch seine besondere Atmosphäre und thematische Tiefe überzeugt.
Kann man seinen Erinngerungen ? Inhalt: Nachdem Oliva Finn einen merkwürdigen Anruf aus Paris erhält, indem behauptet wird, dass ihre Großmutter einen Mord gestanden hat und behauptet sie sein jemand anderes. Macht sie sich die Gedächtnisexpertin auf den Weg nach Frankreich, bald wird klar, dass jemand nicht möchte das alte Geheimnisse aufgedeckt werden, spätestens nachdem ihre Großmutter ermordet wird und auch sie plötzlich in Gefahr ist.
Meine Meinung: Für mich war es mehr ein Spannungsroman als ein Thriller, gut gefallen haben mir die kurzen Kapitel und die verschiedenen Zeitachsen, bis dann zum Ende ein kompletteres Bild entstanden ist.
Die Figuren fand ich interessant, am besten haben mir die Rückblicke auf Sophies Leben 1945 gefallen, hier fand ich es sehr gelungen wie die Geschichte langsam mehr enthüllt hat. Die beiden weiteren Zeitebenen der Gegenwart und die Ereignisse die ca. 1 Jahr zuvor passiert sind, haben mich persönlich nicht vollständig abgeholt, auch wenn es dort ebenfalls spannende Erzählteile gab.
Die Protagonisten waren unterschiedlich, aber sind nicht richtig herausgestochen, auch gab es für mich wenig Entwicklung der einzelnen Figuren.
Die Auflösung konnte man bereits erahnen, auch wenn es zum Ende nochmal ein Finale gab, war vieles zu einfach oder zufällig zusammengeführt worden.
Ich hätte mir mehr Inhaltliche Themen zu Olivas Job und den Hintergründen gewünscht und mir hier und da weniger Wiederholung erhofft.
Die Grundidee um das Gedächtnisthema, sowie der Kernfrage: „Kann ich meinen Erinnerungen trauen?“ hätte für mich noch deutlich mehr Potenzial gehabt.
Fazit: Eher Spannungsroman, interessant aber könnte noch mehr Tiefe haben.
Eine Gedächtnisexpertin, ein Mord und verlorene Erinnerungen - diese Mischung hatte mich magisch angezogen. Und ich wurde nicht enttäuscht, obwohl das Buch völlig anders ist, als ich es erwartet hatte. Besonders gefallen hat mir, dass sich die Handlung ruhig und schrittweise entwickelt und man lange nicht weiß, wohin die Geschichte führt. Die Spannung entsteht eher durch undurchsichtige Zusammenhänge und viele Fragen, weshalb ich das Buch mehr als Spannungsroman und nicht als klassischen Thriller einordnen würde.
Ein echtes Highlight waren für mich die Rückblenden, vor allem die Passagen in der Nachkriegszeit. Sie sind atmosphärisch dicht erzählt und gehören eindeutig zu den stärksten Momenten des Buches. Die Geschichte rund um Kollaborateure und den Wiederstand konnte mich richtig fesseln. Ich hätte gerne noch mehr aus dieser Zeit erfahren.
Leider konnte mich das Ende nicht ganz überzeugen. Die Auflösung war für mich zu vorhersehbar. Ich hatte schon recht früh einen Verdacht, der sich leider bestätigt hat. Mir hat einfach ein überraschender Plottwist gefehlt, der alles noch einmal auf den Kopf stellt. Auch die Rolle der Protagonistin als Gedächtnisexpertin blieb hinter meinen Erwartungen zurück. Das Thema Erinnerung wird zwar angerissen, aber nicht konsequent vertieft.
Insgesamt ist Sopie L ein gut geschriebener, unterhaltsamer Spannungsroman mit starken Ansätzen und einzelnen sehr gelungenen Passagen, der sein volles Potenzial jedoch nicht ganz ausschöpft. Von mir gibt es gute 3,5 Sterne.
Ein spannender Thriller mit schwerer Thematik und kleinen Schwächen
„Sophie L“ ist ein fesselnder Thriller, der sich mutig mit einer enorm belastenden Thematik auseinandersetzt. Große Teile des Romans beschäftigen sich intensiv mit dem Zweiten Weltkrieg, insbesondere mit Auschwitz, den dortigen Lagern und dem unmenschlichen Umgang mit den Menschen. Ebenso eindringlich wird das Weiterleben mit Erinnerung und die Weitergabe von Nachkriegs-Traumata über Generationen hinweg thematisiert. Das ist stellenweise schwer zu ertragen – aber genau darin liegt auch die Stärke des Buches.
Neben der historischen Ebene nimmt der wissenschaftliche Aspekt viel Raum ein: Gedanken, veränderte Wahrnehmung, Neurobiologie. Das ist interessant und anspruchsvoll, setzt aber stellenweise Vorwissen oder zumindest Konzentration voraus. Man muss bereit sein, sich auf diese Gedankengänge einzulassen.
Was mich durchgehend irritiert hat, war jedoch die Hauptfigur. Für eine Mutter und Frau mittleren Alters handelt sie oft erstaunlich naiv, wenig logisch und nicht wirklich zielführend. Dieses Verhalten zieht sich leider konsequent durch die gesamte Geschichte und löst sich auch zum Ende hin nicht auf.
Trotz dieser Schwäche ist es ein spannender, intensiver Thriller mit Tiefgang, der nachhallt – aber emotional fordernd bleibt.
Hat man nach der Hälfte des Buches das Ende erraten, ist das blöd bei einem Thriller. Ist der Thriller dann nicht mal spannend, sondern plätschert ereignislos vor sich hin, ist es noch ärgerlicher.
SOPHIE L. klingt in der Theorie nach einem spannenden Thriller - geheime Identitäten, verschiedene Erzählperspektiven (5!) und Zeitebenen (2025, 2024 und 1945). In der Praxis hätte man das Buch allerdings auch als Familiengeschichte vermarkten können.
Während das Buch noch gut anfing, da man nicht wusste, wohin das Geheimnis führt, nahm sich die Geschichte dann immer mehr selbst die Spannung. Ich war anfangs wirklich angetan und wollte unbedingt wissen, was passiert und flog durch die Seiten. Aber es passierte nichts und Ernüchterung stellte sich ein. Die Kapitel sind wahnsinnig kurz, die Erzähler wechseln oft und man wird wieder aus dem Moment gerissen, bevor man überhaupt im Kapitel angekommen ist. Die Kapitel drehen sich inhaltlich im Kreis. Besonders Protagonistin Olivia hat nicht viel beizutragen, außer jedes Kapitel zu erwähnen, dass sie ein riesiges Geheimnis (das sehr offensichtlich war) hat und nicht weiß, wem sie trauen kann. Ohne diese endlosen Wiederholungen wären die Kapitel noch kürzer geworden.
Das Ende war enttäuschend. Während man sich als Leser schnell zusammenreimen kann, was los ist, da die Erzählperspektiven aus 1945 im Prinzip alles vorher verraten, haben die 2025-Perspektiven keine Ahnung, weil sie auch nichts unternehmen. Aber trotzdem kommt am Ende diese eine Person, der plötzlich alles klar ist.
Auf nicht mal 400 Seiten haben zu viele Perspektiven und Zeitebenen dem Buch die Spannung geraubt und viele Worte für wenig Inhalt genutzt. Ich finde das sehr schade, denn das vorige Buch (Anna O.) des Autors fand ich großartig.
Zum Inhalt: Olivia erhält einen Anruf aus Paris, bei dem ihr mitgeteilt wird, dass ihre Großmutter im Hotel Lutetia aufgetaucht ist und behauptet einen anderen Namen zu tragen und jemanden vor Jahrzehnten ermordet zu haben. Sie reist nach Paris um die Sache zu klären, doch die Großmutter besteht auf ihrer Version. Als die Großmutter kurz darauf ermordet wird, wird klar, dass es jemanden gibt, der nicht will, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Meine Meinung: Das war bisher mein Jahres-Highlight! Super spannend, mit immer wieder neuen Facetten und Wendungen bis hin zum furiosen Finale. Was mir auch sehr gut gefallen hat, war der Wechsel zwischen der Vergangenheit, Gegenwart und der Zeit kurz vor der Gegenwart und den wechselnden Perspektiven. So bekam nach und nach immer mehr an Details und ein Gefühl dafür, was wirklich passiert sein könnte. Ich sage könnte, weil sich natürlich immer mal wieder dreht, was passiert ist und den Leser immer wieder ins Grübeln bringt. Den Schreibstil fand ich sehr gut. Fazit: Mega
Das Buch ist verwirrend, packend, erschreckend und rätselhaft zugleich. Verwirrend ist es vor allem durch die ständigen Zeitsprünge, die den Leser immer wieder dazu zwingen, innezuhalten und das Gelesene neu einzuordnen. Gleichzeitig entfaltet die Geschichte eine starke Sogwirkung. Man wird unweigerlich in den Strudel der Handlung hineingezogen und kann das Buch kaum aus der Hand legen. Erschreckend ist die Geschichte, weil sie viele Erinnerungen an die Zeit des Holocaust wachruft und damit bedrückende historische Realität spürbar macht. Rätselhaft bleibt das Buch bis kurz vor dem Ende, erst dann fügen sich die losen Enden zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen. Der Satz „Die Liebe ist das Einzige, was überlebt.“ wirkt dabei wie ein abschließendes Resümee und bleibt als starkes Schlusswort im Gedächtnis.
Die Gedächtnisexpertin Olivia Finn ist alleinerziehend - als ob das nicht schon stressig genug wäre, erreicht sie ein Anruf aus Paris. Angeblich hat ihre demente Großmutter Josephine einen Mord gestanden und beharrt darauf, in Wahrheit Sophie zu heißen und von verschütteten Erinnerungen heimgesucht zu werden. Kann das wirklich wahr sein?
Das Cover bietet einen Wiedererkennungswert für den Autor, ist aber nichts Besonderes.
Der Beginn macht neugierig, leider braucht die Geschichte eine Weile, um in Fahrt zu kommen und selbst dann würde ich es eher einen (Spannungs-)Roman nennen, von einem Thriller kann hier nicht die Rede sein. In Bezug auf Männer scheint Olivia außerdem äußerst naiv zu sein, obwohl sie es vor allem als Psychotherapeutin besser wissen sollte. Auch die Andeutungen zu ihrem eigenen Geheimnis rund um den Tod ihrer Mutter kommen viel zu oft vor und nerven, statt die Spannung und Neugier wachsen zu lassen. Hier wäre weniger eindeutig besser gewesen. Zumindest die verschiedenen Zeitebenen und Perspektiven bringen etwas Abwechslung rein und die Passagen aus der Vergangenheit zu der Zeit nach dem Krieg sind interessant. Leider finde ich das Ende zu schnell abgehandelt und etwas vorhersehbar.
Eine nette Geschichte für zwischendurch, muss man aber auch nicht unbedingt lesen. 3 Sterne
Das Buch hat mir leider überhaupt nicht gefallen, ich musste mich sehr durchkämpfen. Für mich ist dieses Buch kein Thriller, es handelt sich eher um einen historischen Roman und ich bin gar kein Fan von historischen Romanen. Ich konnte überhaupt keine Verbindung zu den Charakteren aufbauen und es war mir irgendwann auch egal, was am Ende passiert. Ich war einfach froh, als es vorbei war. Ich hätte gern mehr über die ganze Thematik mit den Erinnerungen erfahren, aber ich habe das Gefühl, dass es nur oberflächlich angekratzt wurde. Das Buch hat mich leider manchmal auch verwirrt mit den ganzen Leuten und den Zeitsprüngen.
»So lange unsere Lieben leben, halten wir sie für selbstverständlich. Erst wenn sie fort sind, merken wir, wie sehr wir von ihnen geliebt wurden und welche Lücke sie hinterlassen.« /// Vielen Dank an NetGalley für das Leseexemplar!
Wie Anna O. war das nicht der beste Thriller den ich je gelesen habe, aber trotzdem schätze ich Matthew Blakes Schreibstil sehr, weswegen es doch sehr toll ist seine Bücher zu lesen 😊🫶