In Berlin wird Hauptkommissar Paul Kalkbrenner zu einem Tatort gerufen. Auf einem Fabrikgelände wurde der verstümmelte Leichnam einer jungen Frau entdeckt. Unweit davon befinden sich stinkende Kloakebecken.
Fassungslos müssen Kalkbrenner und seine Kollegin Sera Muth zusehen, wie eine Leiche nach der anderen aus den Gruben geholt wird. Ist unter ihnen auch die verschwundene Merle, die von ihrer Pflegemutter Juliane Kluge verzweifelt gesucht wird?
Berlin: Hauptkommissar Paul Kalkbrenner hat einen erschütternden Fall zu lösen. Auf einem leerstehenden Fabrikgelände wurde eine junge Frau erschossen. Gleichzeitig werden aus alten Kloakebecken die Leichen von elf verstümmelten Kindern geborgen. Was ist passiert? Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Mord an der jungen Frau und den elf Kinderleichen? * Mein Leseeindruck: Dieser Thriller ist sehr rasant. Neben dem Mord und dem Auffinden der Kinderleichen geht es auch noch um Drogen, Drogenhandel und dem Verschwinden eines 15-jährigen Mädchens. Es gibt mehrere verschiedene Handlungsstränge, die zunächst scheinbar nichts miteinander zu tun haben, sich zum Ende hin aber verknüpfen. Doch bis dahin kann man als Leser wunderbar mitraten, wie die Geschichten zusammenhängen. Da es so viele Handlungsstränge gibt, sollte man dieses Buch konzentriert lesen. Es ist keine leichte Lektüre für nebenbei. Im Gegenteil ist das Buch eigentlich ganz schön harte Kost, denn die Geschichte, die hier erzählt wird, geht unter die Haut und lässt den Leser erschüttert zurück. "Engelsgleich" ist Teil einer Reihe um den Hauptkommissar Paul Kalkbrenner. Man kann aber dieses Buch durchaus auch ohne Vorwissen lesen. Was mir auch sehr gut gefallen hat, ist, dass der Leser nicht nur an der Ermittlung bzw. den Ermittlungen teilnimmt, sondern auch am Privatleben der Protagonisten. So kann man eine Beziehung aufbauen zu den Figuren und leidet bzw. freut sich mit ihnen. Auch wenn mir am Ende ein bisschen gefehlt hat (Stichwort Anezka), so vergebe ich doch gerne volle fünf Sterne, denn das Buch hat mich ausgezeichnet unterhalten!
Dieses Buch war ein Experiment für mich. Normalerweise mache ich einen großen Bogen um solche Thematiken wie Unterwelt, Drogenboss, Mafiakram usw. Wurde ich in einem Thriller damit überrascht, fand ich es immer bescheuert. Sowas ist einfach nicht meins. Und obwohl genau diese Thematik in "Engelsgleich" gegeben ist, wollte ich es unbedingt versuchen. Weil ich der Auffassung bin, dass es eigentlich keine falschen Thematiken gibt, sondern dass man einfach nur einen Autor finden muss, der es einem dem Geschmack entsprechend rüberbringen kann. Ich habe vor einigen Jahren auch noch behauptet, dass Fantasy-Elemente überhaupt nicht mein Ding sind. Stephen King sei dank habe ich diese Meinung schon lange geändert und ich habe gehofft, dass Martin Krist in diesem Fall mein Stephen King ist.
Ist das Experiment geglückt: Jein. Ich war zu Anfang sehr angetan vom Buch. Der Schreibstil ist großartig, das Tempo genau richtig, der Fall interessant und der Ermittler Kalkbrenner war mir sehr sympathisch. Mit der Thematik bin ich zunächst überraschend gut klargekommen. Ich war zwar immer noch nicht begeistert davon, aber ich war auch nicht genervt davon und das will schon was heißen. Es war ok und das ist tatsächlich schon ein großer Schritt in die richtige Richtung gewesen. Aber leider hat das einfach nicht gereicht. Ich habe gemerkt wie mich die Geschichte nach und nach verloren hat. Es hat mich einfach nicht mehr interessiert. Wie das alles ausgeht war mir mit der Zeit egal. Ich habe andere Bücher spontan angefangen und diesem hier vorgezogen. Das mag zum Teil an der Thematik liegen, vermutlich aber auch an mir selbst.
Mit "Engelsgleich" hat es jetzt zwar nicht geklappt, aber das Thema ist noch nicht abgehakt. Da mir der Ermittler Kalkbrenner sehr sympathisch war, könnte ich mir sehr gut vorstellen noch ein weiteres Buch mit ihm zu lesen.
Man könnte eine Geschichte erzählen. Eine Geschichte über die Liebe einer Mutter zu ihrer Tochter, einer vermissten Tochter. Von einer Suche voller Verzweiflung und Beharrlichkeit, obwohl schon alles verloren scheint. Eine Geschichte vom Nicht-Aufgeben.
Man könnte auch eine andere Geschichte erzählen. Die Geschichte eines Mannes, eines Drogendealers, der es bis ganz nach oben schaffen will. Der Crystal Meth über die Grenze von Tschechien nach Deutschland schmuggelt und dabei zwischen die Fronten gerät. Eine Geschichte vom Guten und vom Bösen.
Man könnte aber auch die Geschichte eines Kommissars erzählen, eines Hauptkommissars im Berliner Morddezernat, der für seinen Job brennt, für den die Opfer nicht nur Akten und Nummern sind, der Gerechtigkeit will, der alles daran setzt, einen Täter zu überführen. Eine Geschichte vom starken Willen.
Man könnte so viele Geschichten erzählen, auch die eines jungen Mädchens aus Osteuropa, das mit dem Versprechen nach Deutschland gebracht wird, für ihre Familie in der Fremde gutes Geld zu verdienen. Nur wie, das verrät ihr keiner. Es ist die Geschichte einer Flucht vor Menschenhändlern, vor Missbrauch, Folter, Gewalt, und eine Geschichte vom Zusammenhalten.
Nicht alle dieser Geschichten können gut enden.
Und dann kommt da Martin Krist. Und packt all diese Geschichten, die jede für sich einen eigenen Roman füllen könnte, in einen einzigen Thriller, nennt ihn "Engelsgleich" und knallt der Welt 569 Seiten feinst-konstruierte Thrillerkost vor die Nase, dass dem Leser vor Vergnügen nur so die Ohren schlackern. Wobei das Buch inhaltlich kein leichtes Vergnügen ist, schwer wiegt die Auseinandersetzung mit Themen wie Menschenhandel, Zwangsprostitution, Pädophilenringe, Kindesmissbrauch, organisierter Kriminalität und Drogenschmuggel. Alles keine neuen Motive in einem Thriller, aber von Martin Krist mit einer Mischung aus Sensibilität und Härte umgesetzt, die auf jeglichen Voyeurismus verzichtet, die keine bizarren Details braucht, um schwer im Magen zu liegen. Ein Thriller wird für mich umso abstrakter, je aufschweifender psychische und physische Gewalt beschrieben werden. "Engelsgleich" verzichtet an vielen Stellen darauf, ins Detail zu gehen, Martin Krist scheint genau zu wissen, welche Szenen er ausformulieren muss, damit sie eine bestimmte Wirkung erzielen und bei welchen er alles sagt mit dem, was nicht gesagt wird.
Konstruiert ist „Engelsgleich“ meisterlich. Da sind diese vier Geschichten, diese vier Leben, vier Handlungsstränge, die sich spiralförmig umeinander winden, sich berühren, wieder auseinanderdriften, rasch wechseln, da entsteht Dynamik und Tempo, ohne Hektik, aber mit Druck und Spannung. Es gibt Ahnungen, Überraschungen, einen für mein Empfinden unglaublich gut inszenierten Aha-Moment, über den ich mich auch in ein paar Wochen noch freuen werde und es gibt ein Finale, das dem Buch, seiner Idee und seiner Handlung in vollem Umfang gerecht wird.
Fazit: Für mich der erste, aber ganz sicher nicht der letzte Thriller von Martin Krist, ein Autor, der bei mir mit nur einem Buch so einen starken Eindruck hinterlassen konnte, dass ich ihn zu den Autoren zählen möchte, denen man lauschen sollte. Er bringt eine Sensibilität für seine Themen mit, einen Respekt für die Realität, die viele Autoren vermissen lassen und erwischt einen damit volle Breitseite. Mich hat die Geschichte von "Engelsgleich" inhaltlich gepackt und technisch begeistert, ein Thriller, der so gut und komplex konstruiert ist, dass es von meiner Seite Beifallsstürme und stehende Ovationen gibt.
Cover: Na ja, so richtig begeistern tut mich das Cover nicht. Das Rot der Blätter ist noch das Beste daran. Der Buchtitel versteckt sich minimal hinter einem Blatt - warum? Den Rahmen finde ich allerdings wieder ganz gut. Gefällt mir insgesamt also eher mittelprächtig.
Meinung: Ganz im Gegensatz zum Buch selbst. "Engelsgleich" ist die Vorgeschichte zu "Drecksspiel", das ich vor ein paar Monaten gelesen habe. Somit kannte ich einen Protagonisten bereits, lernte nun aber auch seine Vergangenheit kennen. Da ich allerdings erst in diesem Jahr mit den Büchern von Martin Krist begonnen habe, begegnete ich in diesem Buch zum ersten Mal dem Ermittlerduo Kalkbrenner und Muth. Beide mochte ich auf Anhieb und ich freue mich bereits darauf, ihre früheren Fälle "aufzuarbeiten". Thematisch ist dieser Thriller keine leichte Kost - okay, das ist es bei Krist ja nie - denn dem Leser werden Leichen von Kindern bzw. Jugendlichen "präsentiert". Und da der Autor auch hier wieder sehr ins Detail geht, darf man nicht zart besaitet sein. Viel mehr möchte ich zum Inhalt auch gar nicht preisgeben. Zum Aufbau: Es gibt zwei verschiedene Erzählperspektiven. Zu einen erzählt die Pflegemutter Juli die Ereignisse um das Verschwinden ihrer Pflegetochter in der Ich-Form. Die anderen Handlungsstränge, und davon gibt es - ganz nach Krist Manier - wieder einige, werden von einem allwissenden Erzähler wiedergegeben. Die Kapitel sind ebenso gut strukturiert wie der Rest des Romans. Den Großteil des Buches habe ich in einem Rutsch gelesen. Es ließ sich ohnehin schwer aus der Hand legen, insofern war ich froh, es stundenlang lesen zu können. Die verschiedenen Handlungsstränge fügten sich am Ende äußerst geschickt und spannend zu einem komplexen Gesamtbild zusammen.
Fazit: "Engelsgleich" ist spannend, hart und direkt. Der Roman konfrontiert besonders Eltern mit ihren größten Albträumen, die leider durchaus manchmal Realität werden können. Martin Krist beschönigt nichts. Im Gegenteil. Er ist schonungslos und lässt seine Leser die Brutalität der Verbrechen spüren und visualisiert mit seinen Worten die fürchterlichsten Taten. Seine Figuren sind dabei immer glaubwürdig und authentisch. Krist liest man nicht einfach so nebenbei. Man muss sich voll und ganz auf ihn einlassen und wird am Ende mit einem fesselnden Thriller belohnt. Bei wem es also unter die Haut gehen soll, der muss Martin Krist lesen!
11 Leichen - gefunden in mehreren Jauchebecken einer alten Fabrik in Berlin. Paul Kalkbrenner hat alle Hände voll zu tun. An anderer Stelle verschwindet die 15-jährige Merle spurlos. Ihre Pflegemutter Juliane macht sich auf eine aussichtslosen Suche, welche sie fast ihre Persönlichkeit kostet. Wie hängen diese zwei Fälle zusammen? Was hat die russische Mafia damit zu tun?
Meine Meinung:
Das Cover ist genauso düster wie die Story. Krist hat es geschafft, mich pausenlos auf Trab zu halten. Trotz dass ich in einem Strang früh eine Ahnung hatte, tappte ich in anderen Teilen bis zum Schluss im Dunkeln.
Die einzelnen Erzählstränge sind mit einem unglaublichen Plottwist ausgestattet, die plausibel zusammenlaufen. So ergibt sich eine atemlose Geschichte, die schockiert und nachdenklich macht. Denn das Thema von Kinderprostitution, Menschen- und Drogenhandel ist allgegenwärtig. Nicht nur in Berlin.
Was mich etwas stört ist, dass inhaltlich so einiges offen bleibt, wo ich mir noch etwas Aufklärung gewünscht hätte.
Nichtsdestotrotz bin ich gespannt darauf, wie es mit Kalkbrenner und Gross weitergeht.
Juliane "Juli" Kluge ist mit der Welt zufrieden und sie ist glücklich. Zusammen mit ihrer Lebenspartnerin Yvonne, einer studierten Gartenbau-Ingenieurin, lebt sie in einem eigenen Haus und bereichert wird die Familie selbst durch Kater Chuck und ihre drei Pflegekinder. Zwar ist das Verhältnis zu ihren Eltern nach ihrem Coming-Out sehr angespannt, aber in ihrer eigenen Familie ist alles in Ordnung. Yvonne hat eine eigene Firma mit sechs Angestellten, wohingegen Juli als Teilzeit-Lektorin in einem kleinen Verlag arbeitet. Kurz gesagt: Alles läuft bestens bei Familie Kluge, auch finanziell gibt es keine Sorgen. Doch dann verschwindet ihre 15-jährige Pflegetochter Merle Schwarz spurlos. Sie wollte den Abend bei einer Freundin, nur wenige Straßen entfernt, verbringen - kam dort jedoch niemals an. Für Juli bricht eine Welt zusammen. Zwar liebt sie alle ihre Pflegekinder, doch Merle hat einen besonderen Platz in ihrem Herzen, gerade weil sie "anders" ist als die Norm. Von diesem Tag an beherrscht Juli nur noch ein Gedanke: Sie muss Merle finden, koste es, was es wolle.
Markus Kühn hingegen hat ganz andere Sorgen und zwar krimineller Natur. Er hat es im Leben nicht wirklich zu was gebracht und hält sich mit kriminellen Gelegenheitsjobs über Wasser. Derzeit vertickt er Drogen, hauptsächlich Meth, für Zorkan Zorkanowicz. Dort hat er sich bereits bewährt, doch Markus, der nicht auf den Kopf gefallen ist, will mehr, er will höher hinaus. Sein Ziel ist es, endlich so weit in der Drogenorganisation aufzusteigen, dass er keine finanziellen Sorgen mehr fürchten muss. Doch dann lernt er Ilanka kennen und mit ihr sind plötzlich alle seine Pläne in Gefahr.
Auch Kriminalkommissar Paul Kalkbrenner kommt nicht zur Ruhe in seinem Leben. Erst muss er Knall auf Fall erfahren, dass seine Tochter Jessy schwanger ist und das Kind, trotz geplantem Auslandsstipendium, behalten will und das obwohl ihr Freund Leif sie auf Grund des Kindes verlassen hat und dann wird er auch noch zu einem Fabrikgebäude gerufen, in dem eine Leiche gefunden wird. Bei der Toten handelt es sich um eine junge Frau, die augenscheinlich vor Ort erschossen wurde - von einem Täter oder Motiv fehlt jede Spur, ja es steht noch nicht einmal fest, wer die junge Frau überhaupt ist, denn sie hatte keine Papiere bei sich. Dann wird auf dem Gelände der Firma Albidus, auf dem bereits die Leiche der jungen Frau gefunden wurde, eine weitere schreckliche Entdeckung gemacht. In Güllegruben auf dem Gelände werden weitere Leichen gefunden - allesamt Kinder und Jugendliche, elf Stück an der Zahl, drei Mädchen und acht Jungen, alle augenscheinlich ermordet, auf grausame und bestialische Art. Auf Grund seines letzten Falles weiß Kalkbrenner, dass in einer Stadt wie Berlin auch das Undenkbare möglich ist und beginnt mit den Ermittlungen. Fest steht, die Leichen lagen nicht erst seit gestern in den Gruben, doch niemand, wirklich NIEMAND vermisst auch nur eines dieser Kinder. Wie soll er die Mörder finden, wenn er noch nicht einmal weiß, um wen es sich bei den Opfern handelt?
Der 4. Band der Paul-Kalkbrenner-Reihe! Der Plot wurde wieder packend und dramatisch erarbeitet. In diesem Band hat mir besonders gut gefallen, dass die Geschichte aus drei Gesichtspunkten erzählt wird, die augenscheinlich wenig miteinander zu tun haben und erst ganz zum Ende löst sich alles auf und ergibt es klares Bild, mit anderen Worten, ich war wie im Rausch, ich war regelrecht angefixt, wie sich das Ganze auflösen würde und ehrlich, ich wäre von allein nur zu Teilen zu einem richtigen Ergebnis gekommen. Die Figuren wurden wieder authentisch und facettenreich erarbeitet. Besonders gut hat mir hier die Figur der Juli gefallen, die bereit ist, alles zu opfern, um die Wahrheit über das Verschwinden ihrer Tochter zu erfahren. Den Schreibstil kann ich nur als fesselnd beschreiben, ich hätte das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand gelegt - ich war regelrecht im Rausch. Nun heißt es leider warten, bis ein neuer Band rund um Kommissar Paul Kalkbrenner erscheint, wobei ich an dieser Stelle hoffe, dass der nicht allzu lange auf sich warten lässt.
Ein verschwundenes Mädchen. Eine verzweifelte Mutter. Eine grauenhafte Entdeckung.
In Berlin wird Hauptkommissar Paul Kalkbrenner zu einem Tatort gerufen. Auf einem Fabrikgelände wurde der verstümmelte Leichnam einer jungen Frau entdeckt. Unweit davon befinden sich stinkende Kloakebecken. Fassungslos müssen Kalkbrenner und seine Kollegin Sera Muth zusehen, wie eine Leiche nach der anderen aus den Gruben geholt wird. Ist unter ihnen auch die verschwundene Merle, die von ihrer Pflegemutter Juliane Kluge verzweifelt gesucht wird?
Der Thriller ist wirklich, wirklich spannend! Die Handlung erstreckt sich über mehr als 400 Seiten, doch die Spannung nimmt an keiner Stelle ab! Im Inhalt gibt es zwei Hauptereignisse, die parallel zueinander ablaufen. Zuerst einmal wäre da der Hauptkommissar Kalkbrenner, er ermittelt in einem Fall mit elf Leichen von Kindern. Für ihn als Handlungsträger ist diese Situation besonders schwer, da er gerade eben erst erfahren hat, dass seine Tochter schwanger ist. Und dann gibt es noch das lesbische Paar Juli und Yvonne, deren Pflegekind Merle verschwunden ist. Die beiden Frauen reagieren auf das Verschwinden ihres Pflegekindes ganz anders: Yvonne tut in gewisser Weise so, als wäre nichts passiert und lebt ihr Leben einfach weiter, wohingegen Juli alles menschenmögliche tut, um ihre Tochter wieder zu finden. Zwei hochspannende Handlungsträger, die miteinander verwebt sind.... Beides geschieht in großer Tiefe, und hat mich als Leserin tief berührt. So unterschiedlich sie auch sein mögen, alle Charaktere dieses Thrillers konnte ich verstehen - ich konnte mich mit ihnen identifizieren und mitfühlen. Das bestimmt auch, weil sie alle realistisch und charakteristisch gezeichnet worden sind und jede Person für sich steht und anders mit der Handlung umgeht. Das hat mich sehr beeindruckt - wie hat der Autor das nur geschafft? Wie schon angedeutet, dachte ich anfangs, beide Handlungen geschehen parallel. Aber dann kurz nach der Hälfte ist mir bewusst geworden, dass eine Handlung schon mehr als zwei Jahre in der Vergangenheit passiert ist. Das war irgendwie ein Schock für mich, weil ich damit nun gar nicht gerechnet hatte... Bei einigen Stellen des Buches ist mir wirklich der Atem gestockt - das war bei mir zuletzt der Fall bei "Bittere Wunden" von Karin Slaughter - aber hier geht es um Themen der Misshandlung, der Folter von Kindern und ich war mir die ganze Zeit über bewusst, dass solche Dinge wirklich in der Realität passieren. Sie wurden hier einfach brutal und schonungslos angesprochen - auch eine Sache, die mich beeindruckt hat. Denn wie oft passiert so etwas schon mal? Wie oft verschließen wir einfach die Augen, um nicht sehen zu müssen, was eigentlich in der Welt passiert? Viel, viel, viel zu oft!!! Das Ende des Buches kram auch für mich total unerwartet und überraschend - leider aber auch sehr realitätsnah berichtet und umso frustrierter war ich, als ich das Buch weglegen musste. Zum einen, weil es tiefe Nacht war und ich mich von der anhaltenden Spannung nicht wegreißen konnte und zum zweiten, weil der Thriller ausgelesen war. Das Buch hat mich einfach beeindruckt - ich konnte es nicht weglegen, weil selbst wenn ich mir nur ein Glas Wasser während dem Lesen geholt habe, war die Spannung allgegenwärtig und die Handlung hat mich verfolgt. Dieses Buch ruft wirklich sämtliche Emotionen beim Leser auf - oder war das nur ich? Ich habe geweint (passiert normalerweise nicht oft bei mir und nochdazu bei Thrillern), geschmunzelt und natürlich mich gegruselt, gefürchtet, und einfach wegschauen und das Buch weglegen wollen. Das ging aber nicht, aufgrund der hochgradigen Spannung! Abschließend kann ich sagen: Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven!
Für diesen Thriller kann es nur ***** fünf Sterne von mir geben. Ich bin von dem Autor und seinem Werk zutiefst beeindruckt, die Themen müssen angesprochen werden und der Schreibstil hat alle Emotionen bei mir hervorgerufen! Sehr, sehr, sehr zu empfehlen an alle meine Leser!
Der Inhalt des Buches ist sehr komplex, und es gibt zahlreiche Handlungsstränge. Zunächst gibt es das Mädchen Anezka, dass auf der Flucht ist. Dann gibt es noch Markus, einen kleinen Dealer in der Drogenszene Berlins, der versucht, sich hochzuarbeiten. Dann gibt es noch die Polizei, mit den Komissaren Kalkbrenner und Muth, die versuchen, ein grausames Verbrechen aufzuklären. 11 Kinderleichen wurden auf einem stillgelegten Fabrikgelände gefunden, und keines von ihnen wurde vermisst. Waren die Kinder Opfer von Kinderhandel? Und wer waren ihre Peiniger? Die Polizei arbeitet auf Hochtouren, und landet vor einer Wand aus Schweigen. Und dann ist da noch Juliane Kluge, die verzweifelt nach ihrer Pflegetochter Merle sucht. Sie ist überzeugt, ihr ist etwas zugestoßen, doch alle, auch die Polizei, sind davon überzeugt, dass Merle einfach fortgelaufen ist. Doch was ist wirklich passiert?
Meine Meinung
Wie schon erwähnt verfolgt der Roman zahlreichen Handlungsstränge, die Martin Krist gekonnt zu verweben weiß. Zunächst scheint es kompliziert, doch man kommt schnell rein und weiß die zahlreichen Charaktere zu unterscheiden. Durch die Szenenwechsel, an deren häufig ein kleiner Cliffhanger steht, bleibt es außerdem durchgehend spannend. Und am Schluss laufen alle Fäden zu einem fulminanten Ende zusammen. Spannend, berührend, und ein bisschen verstörend.
Trotz des schwierigen Themas, schließlich geht es um Drogen, Kinderhandel und auch Pädophilie, überfordert Martin Krist den Leser nicht mit all zu vielen grausamen Details. Er spannt einen Rahmen und überlässt es dem Leser, ihn mit grausamen Details auszufüllen, oder eben auch nicht. Dennoch hält die Geschichte auch so genügend Schrecken bereit, und wartet nicht nur mit Verbrechen, sondern auch mit persönlichen Problemem der Charaktere auf.
Engelsgleich ist mein erster Thriller von Martin Krist und konnte mich mit seinem Schreibstil und seiner Story in seinen Bann ziehen. Die Charaktere waren sehr authentisch. Sie hatten normale Sorgen und Probleme. Obwohl ich die Reaktion von Juliane Kluge etwas übertrieben fand, würde ich nicht ausschließen, dass manche Mütter wirklich so reagieren. Und dass der Verlust eines Kindes Familien zerstört, ist ja auch nichts neues.
Fazit
Engelsgleich ist ein toller Thriller, der gekonnt verschiedene Handlungsstränge miteinander verknüpft. Es ist spannend bis zum Schluss, und war einfach klasse. Für Thrillerfans und solche die es werden wollen auf jeden Fall zu empfehlen.
Hart, krass, brutal – die unverkennbare Handschrift von Martin Krist
Auf dem Gelände einer ehemaligen Fabrik in Berlin-Schulzendorf wurde ein junges Mädchen erschossen. Im Zuge der Spurensicherung folgt schon bald die nächste grausige Entdeckung: In den angrenzenden Kloakebecken werden mehrere Kinderleichen gefunden. Harter Tobak für Hauptkommissar Paul Kalkbrenner und seine Kollegin Sera Muth, die mit wütender Entschlossenheit sofort ihre Ermittlungen beginnen und dabei in bodenlose Abgründe blicken müssen…
Der Autor Martin Krist lebt seit 1998 in Berlin und reißt mit seinem aktuellen Thriller “Engelsgleich” einmal mehr die schicke Fassade ein, die die widerlichen Seiten der deutschen Hauptstadt verbergen soll. Mit Themen wie Pädophilie, Folter, Menschenhandel, Prostitution und Drogen sorgt er für so manchen Kloß im Hals des Lesers.
Wer sein Buch “Drecksspiel” kennt, wird feststellen, dass Martin Krist seinem Stil auch in “Engelsgleich” treu bleibt: Er schont seine Leser nicht, geht keine Kompromisse ein. Hart, krass, brutal – das ist die unverkennbare Handschrift von Martin Krist. Außerdem gibt es in “Engelsgleich” ein Wiedersehen mit einigen Personen aus “Drecksspiel”. Letzteres muss man jedoch nicht zwingend vorher gelesen haben.
In bewährter Weise erzählt er die Geschichte in Form von verschiedenen Handlungssträngen, die zunächst nichts miteinander zu tun haben – scheinbar. Virtuos führt Martin Krist die Fäden schließlich Stück für Stück zusammen, nachvollziehbar, schlüssig. Doch damit lässt er sich Zeit und der Leser muss Geduld aufbringen, was mir – zugegeben – auch nicht immer leichtfiel. Irgendwann kommt allerdings der Point of no Return, an dem man das Buch nicht mehr aus der Hand legt. Zum Ende hin zieht Martin Krist in puncto Spannung dann nochmal gewaltig an und die Seiten fliegen dem Leser regelrecht um die Ohren.
Eine Sache hat mich über die insgesamt 576 Seiten hinweg allerdings gestört: Die unzähligen Dialoge mit unbeendeten Sätzen und die Gespräche, in denen sich die Protagonisten ständig gegenseitig ins Wort fallen. Es wäre schön, wenn die Darsteller im nächsten Buch ausreden dürften.
Insgesamt hat mich “Engelsgleich” trotz der Geduldsprobe zu Anfang und des Umstands, dass Martin Krist seinen Figuren so oft das Wort abschneidet, mitgerissen. Erbarmungslos und aufrüttelnd öffnet der Autor damit eine Tür von Berlin, die für Otto Normalverbraucher hoffentlich verschlossen bleibt.
Ein verschwundenes Mädchen. Eine verzweifelte Mutter. Eine grauenhafte Entdeckung. In Berlin wird Hauptkommissar Paul Kalkbrenner zu einem Tatort gerufen. Auf einem Fabrikgelände wurde der verstümmelte Leichnam einer jungen Frau entdeckt. Unweit davon befinden sich stinkende Kloakebecken. Fassungslos müssen Kalkbrenner und seine Kollegin Sera Muth zusehen, wie eine Leiche nach der anderen aus den Gruben geholt wird. Ist unter ihnen auch die verschwundene Merle, die von ihrer Pflegemutter Juliane Kluge verzweifelt gesucht wird?
Martin Krist hat mit seinem Krimi ‚Engelsgleich‘ ein Buch geschaffen, das mich absolut gefesselt hat. Dieser Krimi beginnt spannend und lässt nicht eine Seite nach! Die vielen verschiedenen Handlungsstränge sind zu Beginn noch nicht miteinander verknüpfbar, doch je weiter die Handlung fortschreitet, desto besser kann man alles miteinander verbinden. Dem Leser wird auf knapp 600Seiten ein sehr handlungsreiches Geschehen vorgesetzt. Obwohl man denkt, die Verhältnisse wären klar und logisch, kommt es zu neuen, unvorhergesehenen Wendungen, die die Story unter komplett neuem Licht erscheinen lassen. Die Charaktere sind sehr interessant dargestellt, in einem Handlungsstrang wird auch in der Ich-Perspektive erzählt, wodurch nochmals eine ganz neue Dynamik in das Geschehen kommt. Der Schreibstil ist mitreißend und sehr angenehm zu lesen. Die Seiten fliegen nur so dahin und die Auflösung wird sehnlichst erwartet. Zusammenfassend ist zu sagen, dass ‚Engelsgleich‘ ein absolut fesselnder Krimi und nichts für schwache Nerven ist.
Kommissar Kalkbrenner wird zu einem der grausamsten Tatorte seiner Karriere gerufen. Auf einem alten Fabrikgelände werden die Leichen von 11 Kindern gefunden. Verstümmelt, gefoltert, ermordet. Kalkbrenner und seine Kollegin Muth jagen ein Phantom. Denn Spuren gibt es keine....
“Engelsgleich“ von Martin Krist ist ein Thriller der Extraklasse: Rasant, spannend und mitreißend. Ich habe den Roman innerhalb eines Tages verschlungen.
Der Thriller ist nichts für Zartbesaitete. Denn die Grausamkeiten, die Krist beschreibt, ließen sogar mir als routinierte Leserin des Genres die Nackenhaare zu Berge stehen. Dabei setzt der Autor nicht auf Splatter, sondern auf punktgenaue, fast schon nüchterne Beschreibungen. Und erst die lassen das gesamte Grauen lebendig werden.
Doch der Thriller wäre kein Krist, wenn es nicht mehrere Erzählstränge gäbe. Und jeder einzelne hat seine eigene Sogwirkung. Ich habe mich in jedem Strang im positiven Sinne verloren, folgte Polizisten und Dealern, jagte Verbrecher und schaute selbigen über die Schulter. Und trotz des recht großen Figurenensembles fühlte ich mich zu keinem Zeitpunkt überfordert. Großartig.
Die Figuren sind allesamt glaubhaft, realistisch und menschlich. Krist ist, was die Charakterzeichnungen angeht, einer der ganz ganz wenigen des Genres, dem das ohne Übertreibung, Klischees und unnötigen Gefühlsduseleien gelingt.
Alles in allem kann ich diesen Thriller nur empfehlen. Berlin war noch nie so beängstigend. Chapeau Herr Krist
Der 4. Band der Paul-Kalkenbrenner-Reihe ist zugleich mein erstes Buch von Martin Krist. Die Geschichte wird aus drei Gesichtspunkten erzählt - einer davon aus der Ich-Perspektive, welche zum Ende hin natürlich zusammenfallen. Generell ein gut geschriebener Thriller, welcher in manchen Situationen auch recht hart beschrieben wird. Dennoch finde ich, dass hier noch einiges an Potential möglich gewesen wäre. Daher gute vier Sterne von mir.
Gestern bereits habe ich das Buch ausgelesen, aber es war zu spät für eine Rezension. Die gibt es nun heute auf meinem Blog zu lesen: http://sunsys-blog.blogspot.de/2014/1... .
Spannender Krimi, wenn man sich erstmal an die verschiedenen Erzählstränge gewöhnt hat. Zeitangaben über den Kapiteln wären auch hilfreich gewesen. Das Ende fand ich etwas plötzlich und wirr.