Eduard Brünhofer, ehemals gefeierter Autor von Liebesromanen, sitzt im Zug von Wien nach München. Nicht unbedingt in der Absicht, sich mit der Frau frühen mittleren Alters im Abteil zu unterhalten. Schon gar nicht in der Absicht, mit ihr über seine Bücher zu sinnieren. Erst recht nicht in der Absicht, über seine Ehejahre mit Gina zu reflektieren. Aber Therapeutin Catrin Meyr, die Langzeitbeziehungen absurd findet, ist unerbittlich. Sie will mit ihm über die Liebe reden. Dabei gerät der Schriftsteller gehörig in Zugzwang.
»Was befähigt einen Autor, über die Liebe zu schreiben?«, fragt sie. »Ihre Frage ist klüger als jede Antwort darauf«, erwidere ich. »Danke. Probieren Sie es trotzdem.«
»Einer der zauberhaftesten und klügsten Liebesdialoge der Gegenwartsliteratur« DER SPIEGEL über ›Gut gegen Nordwind‹
Daniel Glattauer, geboren 1960 in Wien, studierte Pädagogik (Diplomarbeit “Das Böse in der Erziehung”). Zunächst Hobby-Literat, -Liedermacher und Kellner, später Journalist, zuerst Redakteur bei der Presse, dann zwanzig Jahre Autor bei der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“. Zwischendurch und jetzt erst recht: Schriftsteller. Verheiratet, ein großes Kind, leider keinen Hund mehr, dafür fünf indische Laufenten im Landhaus im niederösterreichischen Waldviertel.
Mit seinen beiden Romanen „Gut gegen Nordwind“ (2006) und „Alle sieben Wellen“ (2009) gelangen ihm zwei Bestseller, die in zahlreiche Sprachen übersetzt und auch als Hörspiel, Theaterstück und Hörbuch zum Erfolg wurden. „Mama, jetzt nicht!“ (2011) ist ein Band mit Kolumnen aus dem Alltag, die über viele Jahre im „Standard“ erschienen sind.
„In einem Zug“ von Daniel Glattauer spielt auf einer vierstündigen Zugfahrt von Wien nach München – und der kurzweilige Roman könnte ungefähr auch in dieser Zeit gelesen werden! Im Mittelpunkt steht Eduard Brünhofer, ein erfolgreicher, aber ideenloser Autor von Liebesromanen, der sich mit seiner Ehefrau Gina seit Jahrzehnten in einer stabilen Beziehung befindet. Während der Zugfahrt trifft er auf die neugierige und unverblümte Catrin Meyr, die ihn nicht nur mit indiskreten Fragen zu seiner Ehe löchert, sondern auch auf subtile Weise herausfordert, sich mit seiner Sicht auf die Liebe auseinanderzusetzen.
Die Gespräche zwischen Eduard und Catrin sind geprägt von schlagfertigen Dialogen, die einen starken Fokus auf Witz und Ironie legen. Während viele dies sicherlich als eine Stärke von Glattauer empfinden, war es für mich manchmal etwas zu konstruiert und erinnerte mich stilistisch zu sehr an Autoren wie Horst Evers, dessen Schreibstil mich persönlich nicht anspricht. Der in anderen Rezensionen oft gelobte Twist am Ende des Romans war für mich leider auch vorhersehbar, was mir etwas die Spannung beim Weiterlesen genommen hat.
Was mir allerdings gut gefallen hat, war die Darstellung von Eduards glücklicher Ehe mit Gina. Hier zeigt Glattauer, dass er die leiseren Töne genauso beherrscht wie die humorvollen Spitzen. Die Reflexionen über Langzeitbeziehungen und das, was Liebe nach Jahrzehnten noch ausmacht, haben mir persönlich besser gefallen als die spritzigen Dialoge mit Catrin.
Alles in allem ist „In einem Zug“ ein leicht zu lesender Roman, der mit seinem humorvollen Ton und originellen Szenario unterhält, mich aber nicht nachhaltig begeistert hat. Wer auf tiefere Emotionen oder überraschende Wendungen hofft, könnte etwas enttäuscht werden.
1,5 - Naja also das war jetzt irgendwie nichts für mich! Ein unglaublich erfolgreicher, umschwärmter Autor & eine unglaublich interessierte, durchtrainierte sexy Psychotherapeutin UND Physiotherapeutin (denn sie ist sportlich!!!) fahren mit dem Zug von Wien nach München. Und kommen in ein Gespräch. Erstmal das positive vorweg: ich finde die Idee & das Setting eigentlich echt mega toll- eine lange Unterhaltung zwischen zwei scheinbar Fremden im Zug! Aber die Umsetzung war wirklich irgendwie fad. Zum einen wiederholt sich das Gespräch der beiden immer und immer wieder. Mal ein grober Abriss: Sie: „Omg sie sind so interessant, haben sie eigentlich viel Sex? Denken Sie an Sex? Wie oft haben Sie Sex? Sie sind so interessant!“ Er: „Omg neinnnn frag mich nicht nach Sex (pls do), anyway ich liebe meine Frau & unsere stabile Beziehung.“ Sie: „Stabile Beziehung? Wie sieht es denn da aus mit dem Sex?“ …. Jetzt etwas kompakter: ich fand die Charaktere klischeehaft & flach, beide absolut nicht likeable, obwohl ganz klar das Gegenteil versucht wurde & gerade den Erzähler unfassbar Boomerig. Betont Gleichberechtigung, aber es wirkt als habe es der Autor später hinzugefügt, um nicht gecancelt zu werden. Z.B reflektiert er darüber, dass es unsportliche Frauen ja so schwer beim Dating haben, was ja so ungerecht ist, aber dann betont er schon auch 20x wie geil der body von der Physio/Psychotherapeutin ist. I don’t buy it. Besonders, wenn dies ein Wort für Wort Zitat aus dem Buch ist, nachdem sich die Frau über ihren Situationship Boy aufregt: “Ich verabscheue sie, diese zynische ihr -Männer-Verallgemeinerung, die ausschließlich von Frauen in emotionaler Bedrängnis und mit Empfindlichkeitsgrad 10 und in Verächtlichkeitsstufe Rot gegen völlig unschuldige neutrale Beobachter wie mich verwendet wird.” Ganz schlechte vibes. Ich fand es generell auch nicht so gut geschrieben, weil es durch die ganzen Erinnerungen, in denen er schwelgt, sehr unstrukturiert wirkt, es sehr repetetiv war & auch teilweise Entscheidungen getroffen worden sind, die ich anders gelöst hätte. Zum Beispiel denkt der Hauptcharakter eine halbe Seite bis Seite drüber nach, ob er jetzt kacken gehen soll oder nicht. Und als zum zwanzigsten Mal ihr “schulmaedchen Lachen” oder “das bläulich grüne Moosfeld ihrer Augen“ beschrieben wurden, war’s mir dann auch iwie too much. Ab hier Spoiler: Der Plottwist am Ende hat dem Buch für mich einen komischen Touch gegeben, weil es dann weniger um die Unterhaltung ging, sondern plötzlich alles ein cleverer Plan war & es eine Intrigenkomponente bekommen hat, die random gewirkt hat. Ich hätte es spannender gefunden zu wissen, wie der Erzähler damit umgeht, gerade 5h mit ner Frau dauergeflirtet zu haben, während er seine Ehefrau doch so sehr liebt! War mir alles ein bisschen aus der Zeit gefallen & zu pseudophilosophisch- ich glaube es hat definitiv eine Zielgruppe & ich kann wie immer trotzdem immer respektieren, wenn jemand ein Buch geschrieben hat-, aber ich gehöre so nicht zu besagter Zielgruppe dazu- wobei ich fairerweise sagen muss, dass ich es als Hörbuch ganz angenehm und einfach zu hören fand & es für zwischendurch ok ist und einen zu- wenn auch kritische Gedanken- anregt!
Der Klappentext von Daniel Glattauers 'In einem Zug' versprach eine anregende Auseinandersetzung mit Themen wie Liebe, Leidenschaft und Beziehungsmodellen - genau das, worüber ich gerne nachdenke und diskutiere. Mit großer Vorfreude begann ich den Roman, doch leider blieb die Lektüre weit hinter meinen Erwartungen zurück.
Die Dialoge, auf die ich mich am meisten gefreut hatte, erwiesen sich als enttäuschend: oberflächlich, kurz und ohne Tiefe. Es kam nie zu einer echten Diskussion oder einem Austausch, der zum Nachdenken angeregt hätte. Stattdessen blieb alles blass und größtenteils unpersönlich - eine vergebene Chance angesichts der interessanten Thematik.
Die Figuren empfand ich als schwierig, insbesondere den Autor Eduard Brünnhofer. Seine Art wirkte auf mich arrogant und hochnäsig, geprägt von Ansichten, die eher einem überholten, klischeehaften Bild eines ''alten weißen Mannes'' entsprechen. Dadurch fehlte es dem Roman an Aktualität und Relevanz, was ihn für mich zusätzlich nichtssagend machte.
Trotz der geringen Wortanzahl zog sich die Handlung stellenweise zäh in die Länge. Es gelang dem Buch nicht, mich zu fesseln oder ein Gefühl von Spannung aufzubauen.
Alles in allem konnte mich ''In einem Zug'' weder inhaltlich noch stilistisch überzeugen. Für Leser*innen, die sich auf tiefgehende Diskussionen und zeitgemäße Themen freuen, ist dieser Roman eher nicht empfehlenswert. Schade um das vielversprechende Konzept.
Eine vierstündige Zugfahrt und ein ebenso kurzweiliger Roman. Ich mochte es. Die Geschichte war leicht und der Plot hatte die gute Menge an Überraschung. Zwischenzeitlich war ich von manchen Interaktionen etwas angenervt, aber ohne den Spaß an diesem Roman zu verlieren.
ich mochte anfangs die typischen "interaktionsvermeidenden" gedanken des introvertierten ich-erzählers, aber mit der zeit nutzt es sich etwas ab und geht eher in typische boomer-gedanken über. die gespräche zwischen den zwei reisenden wirkten etwas konstruiert und auf dauer hat mich die struktur von "frage", "wiederholung der frage", "bestätigung der frage" gestört, also zb "wie ist es mit der liebe?" - "wie es mit der liebe ist?" - "ja, wie ist es mit der liebe?" ... neue einsichten über die liebe gab es leider auch nicht wirklich, ich persönlich konnte da nicht viel für mich herausziehen. man kann es schon lesen, muss man aber auch nicht unbedingt
Eigentlich ist es vom Grundkonzept tatsächlich sehr ähnlich. Zwei Fremde begegnen sich und reden über das Leben und die Liebe. Hier nicht virtuell, sondern live und in Farbe und komprimierter, weil das Gespräch während einer 4 sündigen Zugfahrt stattfindet. Trotzdem schafft es Glattauer an den richtigen Stellen zu überraschen. Besonders das letzte Kapitel und das Nachwort haben mich amüsiert.
Der Text hat mich begeistert und die hab die 200 Seiten in einem Aufwasch gelesen, bin sozusagen in einem durch von Wien West nach München gefahren. Wär vielleicht mal witzig, das Buch auf der Strecke zu lesen. Die Beschreibung des schreibgewandten Autors, des von den Fragen genervten Starautors, der Beschreibung der langjährigen Beziehung, der Beschreibung der Zugreisenden und der Eigenheiten der Orte an der Strecke, alles genial. Und dann noch der überraschende Schluss - ein Lese(gen)/(m)uss
3.5* Ich mochte das Setting wirklich sehr. Vor allem wenn man, wie ich, selbst oft einen Teil dieser Zugstrecke fährt, sind die Anekdoten zu den Haltestellen wunderbar. Der Dialog zwischen den Protagonist*innen war mir teilweise etwas zu anstrengend und zu möchtegern, aber alles in allem war ich gut unterhalten.
Hat sich sehr gut als Hörbuch zum Wohnungsputzen geeignet, aber ich bin ehrlich, hätte ich’s gelesen und nicht gehört, hätte ich’s wohl nicht beendet. Ist gut geschrieben, eine nette kleine Geschichte, aber nichts unbedingt aufregendes oder weltbewegendes.
„Was befähigt einen Autor, über die Liebe zu schreiben?“ „Ihre Frage ist klüger als jede mögliche Antwort darauf.“
Das Buch „In einem Zug“ von Daniel Glatthauer war mein erster deutscher Roman seit längerer Zeit, weshalb er vermutlich einen Gnadenstern dazu bekommen hat. Was der Roman geschafft hat, ist, mich wieder zurück die Welt deutscher Romane zu holen, was ich ihm hoch anrechne. Die Dialoge sind humorvoll, manchmal tiefsinnig und doch sehr unterhaltsam. Ich hätte mir mehr Tiefe von den Dialogen gewünscht, sie waren dennoch erfrischend aufgrund der zwei Protagonisten, die doch sehr unterschiedlich sind. Ihre unterschiedlichen Perspektiven auf die Liebe und langjährige Beziehungen regen einen zum nachdenken an. Gerade die Perspektive Eduards lädt einen ein, ein paar Jahre in dem eigenen Liebesleben vorzuspringen, da er Fragen der Liebe in langjährigen Beziehungen behandelt, die für Mitte 20 jährige durchaus lehrreich sind. Trotz des geringen Identifikationscharakters mit dem Protagonisten Edi als Mitte 20-jährige junge weibliche Leserin, gelingt ein Hineinfühlen in seine Gefühlswelt. Rundum ein erfrischender Roman, den man besonders gut in einem Zug in einem Zug lesen kann. :)
Ich war nach Lesen des Klappentextes und der Leseprobe sehr angetan von der Grundidee dieses Romans, in dem sich zwei Fremde im Zug von Wien nach München gegenübersitzen und man quasi in Echtzeit ihr Gespräch über die Liebe und das Leben miterleben kann.
Obwohl das Buch nur knapp 200 Seiten hat und zu 80% aus Dialogen besteht, zog es sich für mich jedoch total. Ich hatte zuvor noch nichts von Daniel Glattauer gelesen und sein bekanntestes Werk "Gut gegen Nordwind" dümpelt schon seit Jahren auf meiner Leseliste rum, aber jetzt bin ich mir nicht sicher, ob ich das nicht einfach verwerfen sollte.
Einerseits konnte ich mit dem Protagonisten Eduard nicht warm werden, der mir ziemlich arrogant vorkam, andererseits ist Glattauers Schreibstil wohl einfach nicht mein Fall. Klar, er ist humorvoll und ironisch, aber kommt halt irgendwie auch nicht zum Punkt. Vor allem der Mittelteil war für mich so zäh, dass ich mich zum Weiterlesen dieses kurzen Buchs zwingen musste.
Das Zitat aus dem Buch trifft ganz gut, wie es mir gefallen hat: "...»querlesen« bedeutet: seine im Halbschlaf befindlichen Augen im Schleudergang über die Seiten eines zu Tode langweilenden Textes jagen, um nachher drei abfällige Worte über den Inhalt verlieren zu können."
Der Stil und die Art und Weise zu umschreiben hat mich angesprochen, gefiel mir auch schon bei Gut gegen Nordwind. Inhaltlich muss ich sagen dass ich mir etwas „anderes“ versprochen habe. Das Ende ärgert mich stellvertretend für den Protagonisten sehr.
spannend. überraschend spannend. hat mir sehr gut gefallen, dass die erzählzeit und erzählte zeit ziemlich zeitdeckend sind (das buch handelt ja um ein gespräch in einem zug) 🚂
2,5 Sterne War okay, aber leider nicht mein Geschmack. Mir hat auch die Verherrlichung von Alkohol überhaupt nicht gefallen. Und es hat sich ein bisschen angefühlt wie das level von Philosophie in das Café am Rande der Welt.
"Den Berlin-Marathon lasse ich meistens aus. Ich bevorzuge Wrestling auf dem Wiener Heumarkt." Ich schmunzle. Sie lächelt halb belustigt. Ich glaube schon, dass sie die Pointe verstanden hat.
2.5 das buch hat mir mein papa mitgegeben, find es okay, zwischendurch lustig und gewitzt und wollte es fertig lesen, da ja eine wendung am ende wartet, glaub es holt ältere männer (wie meinen vater, dem es total gut gefallen hat) aber mehr ab
Ganz nettes Buch für Zwischendurch. Nette Anekdoten und Beobachtungen. Sprachlich schöne Ausdrücke und Gedanken dabei. Was das Thema Liebe und Beziehung angeht jetzt nicht ultra deep, aber trotzdem solide Anknüpfungspunkte. Mochte den Plottwist nicht soo. Kann man mal lesen, aber auf Taschenbuch warten reicht glaub ich auch.
„In einem Zug“ ist ein sehr leichter, entspannter und unterhaltsamer Roman. Genau das Richtige für zwischendurch. Ich hatte keine großen Erwartungen an das Buch, was vermutlich der ideale Einstieg war. So konnte es mich weder enttäuschen noch überfordern. Mir wurde es empfohlen, und immer dann, wenn ich einfach nur etwas leichte Unterhaltung brauchte, war es genau die passende Wahl.
Besonders gut gefällt mir die Idee, eine komplette Zugfahrt als Rahmenhandlung zu nehmen und darin ein Gespräch zwischen zwei Fremden entstehen zu lassen. Dieses originelle und charmante Setting bietet die perfekte Kulisse für eine Mischung aus Beobachtungen, Humor und kleinen Gedankenspielen. Es ist faszinierend, wie viel Dynamik in einem so begrenzten Raum entstehen kann.
Im Verlauf der Geschichte gibt es hier und da kleinere Wendungen, die das Ganze auflockern und interessant halten. Auch wenn der Plot Twist gegen Ende durchaus vorhersehbar ist, spürt man relativ früh, dass noch etwas „kommen“ muss. Das Buch lebt nicht von überraschenden Enthüllungen, sondern von seinem Ton und der Idee an sich.
Für alle, die eine leichte, dialogreiche Geschichte suchen, eignet sich dieses Buch perfekt. Sei es für eine eigene Zugfahrt, einen entspannten Nachmittag oder einen Tag am Strand. Wer jedoch auf große Emotionen oder tiefgründige Entwicklungen hofft, könnte womöglich etwas enttäuscht werden.
„In einem Zug“ ist ein locker zu lesender Roman, der mit seinem humorvollen Ton, der originellen Erzählweise und einem sympathischen Setting punktet. Es ist kein Buch, das lange nachhallt, aber es kann einem für ein paar Stunden ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
„Die Vorstellung ist kräftiger als die Erfahrung. Die Vorstellung lebt von der Fantasie. Die Erfahrung macht sie zunichte.“ (S. 31)