Birk schreibt auf einem Blog über sich und seine Welt. Eigentlich ist er ein ganz normaler Teenager – zumindest fast. Er ist 16 Jahre alt, mag seine Freunde, Zocken und Sport. Seit einiger Zeit ist er in das schönste Mädchen seiner Klasse verknallt und seine Eltern gehen ihm total auf die Nerven. So weit, so gewöhnlich. Doch Birk hat ein Problem, über das er nur anonym in seinem Blog sprechen kann. Und dieses Problem droht, sein bisheriges Leben völlig aus der Bahn zu werfen...
Liv K. Schlett, geboren 1995, hat Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim studiert. Texte von ihr erschienen in den Anthologien Vögel im Kopf (Hirzel) sowie Book Rebels (Hanser). Im Verlag Monika Fuchs veröffentlichte sie 2022 ihren Debütroman „Was Du Nicht Erwartest" unter dem Namen des fiktiven Autors Jan Cole. Er war für den Delia Literaturpreis und den LovelyBooks Community Award nominiert und wurde mit dem rheinland-pfälzischen Jugendbuchpreis „Die Goldene Leslie“ ausgezeichnet. „BIRK“ ist ihr zweiter Roman.
Birk hat es vergeigt. Der Sechzehnjährige ist beim langersehnten ersten Sex mit Kathy einfach geflüchtet. Das ist jedoch nur die Spitze aller seiner Probleme. In der Ichform mit eingeschobenen Posts aus seinem öffentlich sichtbaren Blog berichtet Birk ausführlich von seinen Problemen, die ihn bereits mit 7 Jahren zum Psychotherapeuten führten und einige Jahre später in eine Kurklinik. Bei diesem Kuraufenthalt lernte er Carl kennen, von dessen Selbstmord er gerade erst erfährt. Leicht nachvollziehbar, dass Birk sich Vorwürfe macht, weil er den Kontakt zu Carl abreißen ließ. Als Birk sich mit einer Mobbingwelle in der Schule konfrontiert sieht, realisiert er, dass sein ungeschützter Blog offenbar von einem Maulwurf gelesen wird, der die Inhalte an der Schule verbreitet. Schlimmer noch, Birks Naivität hat Kathy und natürlich seine jüngere Schwester mit in den Skandal gezogen. Als Birk zum neuen Schuljahr die Schule wechselt, scheint er mit erfrischend normalen Mitschülern offenbar das große Los gezogen zu haben. Aus seinen Fehlern hat er jedoch nicht gelernt und setzt seinen neuen Blog zum alten Problem wieder ungeschützt auf, ohne seine Follower zu kennen …
Fazit Birk hat seit seiner Kindheit ein Problem, das sich zu einem Problembündel aus Depression, sozialer Phobie, Vereinsamung und Mobbing ausgewachsen hat. Daraus folgt, dass Birks Beziehung zu seiner Mutter für einen Sechzehnjährigen viel zu eng bleibt, seine Freundschaft zum besten Freund Fabi zerbricht – und die Anstrengung, alles geheim zu halten, ihn zu viel Kraft kostet. Durch die Ichform ging mir die Schilderung sehr nahe. Positiv fand ich die Botschaft, dass im Fall von „sozialem Suizid“, wie Birk seine Situation nennt, erfahrenen Therapeuten kaum etwas Menschliches fremd ist.
Vom Moment an, als Birk in gewohnter Weise weiter bloggte und dadurch wieder eine vertraute Person bloßstellte, fand ich die Ereignisse (auf der Basis, dass er minderjährig und schulpflichtig ist) zunehmend unglaubwürdig. Verfasst ist der Jugendroman in zeitgemäßer Sprache, für die selbst Birks Mutter ab und zu Nachhilfe von seiner jüngeren Schwester Lina benötigt.
Birk von Liv K. Schlett hat mich total berührt. Ich bin 17 und konnte mich sofort in Birks Gedanken, Gefühle und Alltag hineinversetzen. Auf den ersten Blick wirkt Birk wie ein ganz normaler Teenager: Er zockt, hängt mit seinen Freunden ab, ist heimlich verliebt – aber durch seinen Blog bekommt man einen unglaublich intensiven Einblick in seine Gedankenwelt.
Die Geschichte wirkt dabei sehr authentisch. Man erlebt Birks Emotionen hautnah, fiebert mit ihm und versteht seine Sorgen und Unsicherheiten, ohne dass man das eigentliche Problem spoilern muss. Liv K. Schlett schreibt einfühlsam, ehrlich und sehr nah an der jugendlichen Perspektive, sodass man sich direkt mit Birk verbunden fühlt. Gleichzeitig zeigt das Buch auf sensible Weise, wie wichtig Freundschaft, Selbstakzeptanz und Mut sind.
Die Figuren sind lebendig, die Sprache jugendlich, aber tiefgründig – perfekt, um die Gefühle eines Teenagers nachzuvollziehen. Das Buch behandelt sensible Themen auf eine Weise, die Empathie und Verständnis fördert, ohne belehrend zu wirken.
Ich habe Birk einmal gelesen, aber es hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Die Geschichte ist intensiv, bewegend und gleichzeitig gut zugänglich. Sie regt zum Nachdenken an und bleibt lange im Kopf.
Absolute Leseempfehlung für alle ab 14 Jahren – besonders für Jugendliche, die sich für Freundschaft, Selbstfindung und emotionale Herausforderungen interessieren
Es sind eher 3,5 Sterne. Das Geheimnis des Jungen ist verbreiteter als gedacht - 1 Prozent aller Jugendlichen sind wohl betroffen. Die Gefühlswelt des Jungen ist schon gut beschrieben aber aus meiner Sicht ist einiges sehr konstruiert. Birk hat bereits Therapien und Behandlungen hinter sich - sein Verhalten passt irgendwie nicht dazu. Kennt er keine Strategien? Er nutzt den Blog zur Bewältigung, sonst scheint er aber nicht dazu in der Lage zu sein, Hilfe und Informationen zu finden. Auch die Veröffentlichung des Blogs ist irgendwie nicht realistisch. Sehr gut ist, dass das Problem thematisiert wird ….
This entire review has been hidden because of spoilers.
Kann es einfach immer nicht glauben, dass ich Freund*innen habe, die richtige Bücher schreiben? So richtig Autor*in sein und das auch noch verdammt gut?? Lieben wir!
Birk von Liv K. Schlett erzählt von einem 16-jährigen Jugendlichen, der scheinbar ein ganz normales Leben führt: Zocken, Skaterpark, erste Schwärmereien. Doch ein großes Geheimnis trägt er nur anonym in seinem Blog vor sich her, bis ein einschneidendes Ereignis alles ins Wanken bringt.
Der Roman hat eine besondere Erzählform in Blogbeiträgen und Leserkommentaren, die sofort Nähe schafft und einen die Gedankenwelt Birks hautnah miterleben lässt. Themen wie Depression, soziale Ängste, Vereinsamung und Mobbing werden sensibel und glaubwürdig dargestellt, ohne den Ernst der Lage zu verharmlosen. Birk wirkt dabei realistisch und zeigt sich verletzlich, unsicher, voller Fehler und dennoch mutig genug, sich Herausforderungen zu stellen. Seine innere Zerrissenheit und die Last des Geheimnisses machen die Geschichte intensiv und bewegend.
Ein Jugendbuch, das nicht nur Jugendliche anspricht, sondern auch Erwachsene nachdenklich stimmt. Es zeigt, wie wichtig es ist, über Tabuthemen zu sprechen, und hinterlässt einen bleibenden Eindruck.
Ein super einfühlsamer, emotionaler und spannender Roman im Blogformat mit dem verunsicherten Jugendlichen Birk im Zentrum ... Birk, dessen Geheimnis ich nicht spoilern will, aber es betrifft ein Thema, das ich auf alle Fälle noch nie in IRGENDEINEM Buch behandelt gesehen hab (egal für welche Altersgruppe), und alleine das macht BIRK schon zu so einem coolen und besonderen Buch. Was soll ich sagen, Hauptfigur Birk ist mir bereits nach zwanzig Seiten so sehr ans Herz gewachsen, ich hätte ihn gerne in Watte verpackt und vor der Welt beschützt. Aber wie das Buch so gut gezeigt hat: Verstecken ist auch keine Lösung, macht das Ertragen von Tabus nur viel schwieriger und schmerzhafter. Gleichzeitig ist Birk nicht fehlerfrei in seinen Taten und lernt viel im Laufe der Handlung dazu. Und auch die Nebenfiguren haben alle so viele Nuancen, ich liebs! RIESIGE Leseempfehlung für alle, die Charaktertiefe und -Nähe in ihrer Lektüre wollen. Ein persönliches Highlight: Hab mich selten so gut in die Teenager-Zeit zurückversetzt gefühlt mit all ihren emotionalen Achterbahnfahrten, uff.