Jean Malaquais was a French novelist. He was born as Wladimir Jan Pavel Malacki in Warsaw in 1908 of a non-religious Polish family of Jewish descent.
In 1926, he left Poland, traveling in Eastern Europe and the Middle East; he wrote: "I had the feeling that the end of the world was approaching in Poland, so I wanted to discover the life of other lands before it disappeared entirely. Morally and intellectually I was a tramp, a companion of the dispossessed." He settled in France, where he worked as a laborer, and adopted the name of Jean Malaquais (which he took from the Quai Malaquais). He was associated with, though not formally a member of, several French leftist organizations, including the Trotskyist Communist League, and during the Spanish Civil War he joined the Republican forces as a member of the militia columns of the left Workers' Party of Marxist Unification (POUM). He obtained the Prix Renaudot in 1939 for his novel Les Javanais, based on his experience as an immigrant mine worker in Provence; it was admired by André Gide, who made Malaquais his private secretary.
At the beginning of World War II, he was conscripted into the French army, though not a French citizen. He was captured by the Wehrmacht, but managed to escape, and fled to southern France. In 1943, he succeeded in leaving France with the assistance of Varian Fry and the Emergency Rescue Committee bound for Mexico, and, eventually the United States, where he became a naturalised citizen; his parents died in Nazi Germany concentration camps. He returned to France in 1947, but left again for the United States in 1948. (Beginning in 1942 and continuing after the war, he was a member of the Left Communist group Gauche communiste de France; in the United States, he was loosely affiliated with a number of non-Communist left groups.) His most famous work, about an international group of exiles in Vichy France, was Planète sans visa (1947), which has been translated into many languages.
Kein einfach zu lesendes Buch, in seiner ganzen Komplexität & seinen verschiedensten inhaltlichen Charakteren. Aber eins, welches sich lohnt. Geschichtliche Zeitzeug_innen aus Marseille, sind auch welche, die wir gerade im Anbetracht der massiven Zunahme von Rechts, immer wieder lesen & erinnern sollten, um nicht zu vergessen & es nicht wieder geschehen zu lassen.
[Habe zwei Versuche gebraucht, bis ich mich hineingefunden habe, es aber dann nicht weglegen können, trotz der Komplexität]
Nach Marseille bin ich schon mit Hertha Paulis Erinnerungen “Der Riss der Zeit geht durch mein Herz“ gereist und mit Uwe Wittstocks erzählendem Sachbuch „Marseille 1940: Die große Flucht der Literatur“. Diesmal mit Jean Malaquais und seinem gewaltigen Flucht- und Résistanceroman „Planet ohne Visum“.
639 Seiten lang entfaltet er ein Panorama der Stadt im Jahr 1942, ein paar Monate bevor die Deutschen auch die „freie“ Zone Frankreichs besetzen und es kaum mehr Fluchtmöglichkeiten für Verfolgte gibt. Dabei setzt er Varian Fry, dem Fluchthelfer so vieler Verfolgter, ein Denkmal. Das Personal ist zahlreich und am Anfang kaum überschaubar: ein italienischer Gelehrter mit dem Spitznamen „Colonel“, der die Hilfsorganisation des Amerikaners Smith (aka Varian Fry) mit Geld versorgt, das er auf dunklen Wegen von seiner Enkelin erhält, die dafür wiederum einen hohen Beamten der Vichy-Regierung übers Ohr haut; ein Maler mit Erfahrung im Spanischen Bürgerkrieg, der Dokumente fälscht, ohne die es kein Entkommen vor den Nazischergen geben kann; zwei Marxisten, die sich über die richtige Doktrin nicht einigen können; Kommunisten in einer Untergrunddruckerei in Paris; ein Polizeikommissar, der seinen Sohn an die Résistance verloren hat; französische Adlige, die ihr Geld vor den Nazis retten wollen; Kollaborateure und Denunzianten; starke Frauen; mutige und furchtsame Menschen; brutale Gewalt und unbedingte Liebe …
So vielfältig die Figuren, so abwechslungsreich die Erzählkunst. Humoristisch angehauchte Szenen, tieftraurige Verhaftungs- und Fluchtdramen, eine spannende Befreiungsgeschichte über einen, der gar nicht befreit werden will. Es gibt Passagen, die sich lesen wie aus einem Drehbuch, lyrische Beschreibungen, Tagebucheinträge, Abschnitte in erlebter Rede, im inneren Monolog – das ganze Arsenal der literarischen Moderne eng verschränkt. Dass bei so einem umfangreichen Epos auch Längen entstehen, ist kein Wunder. Man kann ein paar der Diskussionen zwischen Vertretern verschiedener marxistischer Denkrichtungen auch einfach überblättern. Keine leichte Lektüre, aber ein sehr lohnendes Buch! Ganz hervorragend übersetzt von Nadine Püschel.
Vielschichtige, komplexe Geschichte vor dem Hintergrund der Exilanten im Vichy-Frankreich und dem NS-besetzten Frankreich, die um Visa und ihre Flucht ringen - Widerstand leisten - eine echte Roman-Perle
Sehr interessanter und spannender Lesestoff. Entfûhrt dich nach Marseille zur Zeit der Deutschen Besatzung. Der Autor hat es selbst erlebt und das spürst du in jeder Zeile. Mühsam ist es sich alle Namen/Personen zu merken. Harte Kost aber leider die Lebenswirklichkeit vieler Menschen.
Leider nicht so meins. Es gab zu viele Charaktere, über die ich nur schwer Überblick halten konnte, und die Handlung zog sich auch in die Länge, da ständig zwischen ihnen gewechselt wurde.
Espléndido fresco sobre la situación de los refugiados en Marsella, parte de la “Francia libre” durante la Segunda Guerra mundial. Colaboracionistas, resistentes, alemanes… gente con miedo tratando de sobrevivir. Un autor desconocido y que merece la pena tanto por su obra como por su propia vida.