Rätselhafte Morde und berühmte bretonische Chocolatiers
Noch nie war Kommissar Dupin so froh, einen neuen Fall zu haben, wie an diesem herrlichen Frühsommertag. Mit einem Bein steht er bereits auf dem – bedrohlich schwankenden – Boot im Hafenbecken von Concarneau, um unter der Anleitung eines Coaches seine Thalassophobie zu überwinden, als ihn der Anruf Eine Frau ist ertrunken. Allerdings nicht im Meer, sondern in einem Bottich aus Schokolade.
Was kurios anmutet, entpuppt sich als kaltblütiger Mord an der Inhaberin einer alteingesessenen Schokoladen-Confiserie in der Ville Close. Wer hatte es auf die visionäre Unternehmerin abgesehen, die immer auf der Suche nach neuen raffinierten Kreationen war? Und sind noch mehr Menschen in Gefahr?
Um den dunklen Rätseln der Schokoladenwelt auf den Grund zu gehen, begeben sich Kommissar Dupin und Nolwenn, seine unersetzliche Mitarbeiterin, auf einen rasanten Roadtrip quer durch die Bretagne bis ins Baskenland.
Die Krimi-Bestseller aus der Bretagne sind in folgender Reihenfolge
Bretonische VerhältnisseBretonische BrandungBretonisches GoldBretonischer StolzBretonische FlutBretonisches LeuchtenBretonische GeheimnisseBretonisches VermächtnisBretonische SpezialitätenBretonische IdylleBretonische NächteBretonischer RuhmBretonische SehnsuchtBretonische VersuchungenDie Bücher erzählen eigenständige Fälle und können unabhängig voneinander gelesen werden.
The author divides his time between Germany and coastal Brittany, France. Death in Brittany, the first case for Commissaire Dupin, was published in German in March 2012 and sold 600,000 copies, spending many months on the bestseller list. It has been sold into 14 countries.
(Still compulsively reading. Who am I to disrupt my flow by writing detailed reviews? ;-) )
Ja, das war genau das Richtige für einen ausklingenden Sommer. Dupin in Höchstform, unter Druck, im Stress und dann sind auch noch seine Schwiegereltern bei ihm zuhause!
Ein spannender Fall, ein großartiges Ensemble, bei dem alle an Konturen gewinnen, viel Spaß mit Kaffee und Schokolade - wunderbar.
Kommissar Dupin will, genauer gesagt, hat die Anweisung, endlich seine Phobie gegen Aufenthalte auf dem Meer zu überwinden. Er steht quasi schon mit einem Bein auf dem Boot als sein Telefon läutet. Er könnte kaum glücklicher sein. Das Glück währt allerdings nicht lange, denn es gab einen Mord. Die Mitinhaberin einer Confiserie ist in einem Bottich mit flüssiger Schokolade ertrunken. Ein grausamer Tod. Dupin und seine Kollegin Nolwenn eilen an den Tatort. Die Verstorbene und ihre zwei Geschwister führten die für ihre hervorragenden Schokoladenkreationen bekannte Firma. Schnell stellt sich heraus, dass es in letzter Zeit Unstimmigkeiten in der Firma gab.
In seinem vierzehnten Fall taucht Kommissar Dupin gemeinsam mit seinem Team in die geheimnisvolle Welt der Schokoladenherstellung ein. Da gibt es mehr zu erfahren als er geahnt hat und auch mehr zu verkosten. Die Schokolade ist viel mehr und kann auch viel mehr. Zart schmelzend zergeht sie im Mund und entfaltet ihre vielfältigen Aromen. Unglaublich, dass einer Produzentin solcher Köstlichkeiten jemand nach dem Leben trachten könnte. Und dennoch ist der Mord geschehen. Zunächst müssen natürlich die überlebenden Geschwister befragt werden. Und auch die engsten Mitarbeiter könnten vielleicht etwas zu verbergen haben. Bis auf weiteres ist für Dupin jeder Gedanke an Schlaf gestrichen.
In der Welt von Kommissar Dupin führt man sich immer beinahe wie zu Hause. Man sieht das Meer, den Strand, die idyllischen Orte. Man riecht förmlich den Duft der Schokolade, man bekommt Appetit bei den Beschreibungen der köstlichen Speisen. Besonders interessant sind die Ausführungen über den Anbau, die Ernte, den Transport der Kakaobohnen und die Herstellung der Schokolade. Ob es allerdings so realistisch, dass der leitende Ermittler so völlig auf Schlaf verzichtet? Und wäre es nicht auch spannend, wenn gewisse Ereignisse im Zusammenhang mit dem Genuss der Schokolade einen Zusammenhang mit dem Fall ergeben hätten. Und doch ist die Lektüre ein echter Genuss. Man freut sich, Dupin, Nolwenn und die anderen wiederzutreffen. Bei den Beschreibungen des Essens läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Und es wächst die Sehnsucht, sich die Orte mal im Rahmen eines Urlaubs anzuschauen. Diese Reihe darf gerne noch lange weitergehen.
Kommissar Dupins neuer Fall har Schokolade zum Thema. Doch vorher hat der Kommissar noch versucht seine Angst vor Booten zu therapieren. Da kommt es ihm gelegen, dass sein neuester Fall sich nicht auf dem Wasser abspielt. Die Inhaberin einer Firma die Schokolade herstellt und verkauft wird tot in einem Bottich voller Schokolade gefunden. Diese Familie ist sehr einflussreich und so ist der Druck, der auf dem Kommissar und seinem Team liegt, sehr groß. Das bedeutet für alle eine Menge Arbeit und wenig Schlaf. Denn, nachdem sie in der Familie alle befragt haben, meldet sich die Schwester aus Bayonne, die dort einen Ableger, der Firma führt. Doch auch diese Befragung bringt sie dem Motiv nicht näher, aber sie entdecken in einem Kakaosack ein Paket mit Kokain. Sollte das das fehlende Motiv sein? Doch dann kommt die Nachricht, dass es einen weiteren Toten gibt. „Bretonische Versuchungen“ von Jean-Luc Bannalec ist Kommissar Dupins vierzehnter Fall. Wieder einmal ermittelt der Kommissar und sein Team tief in der Gesellschaft der Bretagne. Diesmal ist Nolwenn seine Assistentin eine große Stütze, da er ihr versprochen hat sie diesmal stärker zu beteiligen. Die Ermittlungen ziehen sich quer durch die Bretagne bis in das Baskenland immer auf der Spur der Schokolade. Der Autor führt den Leser in das Geheimnis der Schokolade ein und das finde ich sehr interessant. Ein kleiner Abstecher wird noch gemacht, um den Kommissar von einer Phobie zu heilen. Ebenfalls wird die Bretagne mit seinen Schönheiten immer wieder thematisiert. Das Cover gibt schon einen schönen Einblick. Doch das ist nicht alles, denn Dupin und sein Team werden bis an ihre Grenzen gefordert, was immer mal wieder durch die Ausfälle bei Schlafmangel dokumentiert wird. Hier werden dann auch hin und wieder Wachmacher erwähnt, Petite Café und Schokolade. Der Weg der Schokolade in der Bretagne ist sehr authentisch verfolgt worden und passen zu einem Krimi entwickelt worden. Der Spannungsbogen ist sehr gut entwickelt und birgt am Ende noch Überraschungen. Ich finde die Figur des Kommissar Dupin sehr gut entwickelt und auch sein Team wird sehr gut dargestellt. Das die Bretagne immer wieder mit seinen Besonderheiten und Schönheiten beschrieben wird gefällt mir außerdem noch sehr gut. Doch auch die Krimifälle sind gut recherchiert und so ist das Gesamtpaket empfehlenswert.
wieder ein typischer Bannalec, diesmal zum Thema Schokolade über die man viel erfährt, fast schon schulmeisterlich viel. Etwas nervt die künstliche Hetze der Polizisten, die nicht einmal mehr zum Schlafen kommen, mit dem Fall hat das eigentlich nichts zu tun. Und die Rolle der Schwiegereltern wird bei den Wiederholungen fast schon lächerlich. Aber ansonsten ist es wieder ein versierter und geübter bretonischer Krimi, der verschiedene Charaktere einführt, viel Stimmung verbreitet und neue Hintergründe zu den bekannten Personen vermittelt. Eine gewohnt kurzweilige Unterhaltung, nicht mehr und nicht weniger.
Eine Reihe, die Dank ihrer liebenswerten Charaktere nie langweilig wird.
Diesmal ermittelt das Team im Schokoladenimperium einer regionalen Familie (Dupin lernt einige sehr nützliche Fakten über Schokolade und Koffein, mit denen er plant seinem direkten Umfeld zu widersprechen, wenn diese mal wieder an dem lebensnotwendigen Konsum seiner Lieblinge meckern wollen) bis hinunter ins Baskenland.
Klappentext: Noch nie war Kommissar Dupin so froh, einen neuen Fall zu haben, wie an diesem Frühsommertag. Mit einem Bein steht er bereits auf einem bedrohlich schwankenden Boot, um unter der Anleitung eines Coaches seine Angst vor dem Meer zu überwinden, als ihn der Anruf erreicht: Eine Frau ist ertrunken. Allerdings nicht im Atlantik, sondern in einem Bottich aus Schokolade. Was kurios anmutet, entpuppt sich als kaltblütiger Mord an der Inhaberin einer alteingesessenen Confiserie in Concarneau. Wer hatte es auf die mutige Unternehmerin abgesehen? Sind weitere Menschen in Gefahr? Um den dunklen Geheimnissen der Schokoladenwelt auf den Grund zu gehen, begeben sich Kommissar Dupin und Nolwenn, seine unersetzliche Mitarbeiterin, auf einen rasanten Roadtrip quer durch die Bretagne und bis ins Baskenland.
„Bretonische Versuchungen“ ist bereits der 14. Band der erfolgreichen Krimireihe mit Kommissar Dupin von Jean-Luc Bannalec. Für mich ist die Reihe die Mutter aller französischen Krimis. Mit Kommissar Dupin hat meine Leidenschaft, für die mittlerweile vielen Krimis, die ihren Handlungsort in französischen Regionen beheimatet haben, angefangen.
Kommissar Dupin soll seine Angst vor dem Meer überwinden. Gerade ist er dabei, zusammen mit seinem Coach ein Boot zu besteigen, als sein Telefon klingelt. Die Worte "Wir haben eine Tote, Chef", retten ihn und sofort macht Dupin sich auf den Weg zum Tatort. In einer bekannten Schokoladenfabrik ist eine der Inhaberinnen in einem Bottich mit Schokolade ertrunken. Was sich so kurios anhört wird zu einem brisanten Fall und es bleibt auch nicht bei einem Opfer. Dupin muss zusammen mit seinem Team Tag und Nacht ermitteln. Dabei führt der Weg Dupin und Nolwenn bis ins Baskenland. Es ist für Dupin nicht immer leicht an den geliebten Kaffee zu kommen, dass auch schon mal ein Stück dunkle Schokolade herhalten muss. Wie Dupin vom Chocolatier erfahren hat, kann die Schokolade schon einmal einen Kaffee ersetzten. Man muss nur genug davon essen. Trotzdem wird Dupin immer wieder von einer Müdigkeitsattacke überfallen.
Kommissar Dupin ist mir vom 1. Band an sympathisch. Er liebt gutes Essen und gute Getränke. Er braucht seinen Kaffee wie die Luft zum Atmen. Wenn er an einem Fall arbeitet, ist er wie besessen. Er muss den Täter finden, und zwar schnell.
Auch im 14. Band kommt die Kulinarik nicht zu kurz. Was wäre Dupin ohne gutes Essen und einen guten Wein. Allerdings geht es in diesem Band mehr um die Schokolade. Die Leser*innen erfahren viel von der Herstellung der Köstlichkeit.
Jean-Luc Bannalec überzeugt mich immer wieder mit seinem lockeren Schreibstil. Land und Leute beschreibt er ausführlich, seine Liebe zur Bretagne kann man auf jeder Seite spüren. Die Genüsse der Bretagne bringt er seinen Leser*innen immer wieder gekonnt näher. Auch der 14. Band der Dupin Reihe hat mich wieder einmal begeistert und ich hoffe, dass es noch viele weitere Bände mit dem sympathischen Kommissar geben wird.
Bei Bannalec weiß man inzwischen, was man erwarten kann, und das bekommt man auch. Dupin irrt in halsbrecherischer Geschwindigkeit, übermüdet und hungrig durch die Bretagne (und diesmal auch das Baskenland), um ihn herum wird gemordet, aber es ist schön, und ständig geht's ums Essen. Ich hab es wieder genossen und dank des Hinweises auf Grain de Sail in Morlaix einen wunderschönen Tag dort verbracht, viel über Schokolade, Segelschiffe als moderne Transportoptionen und Geschichte gelernt. Neue Lieblingsschokolade!
Wie immer spannend und unterhaltsam. Es geht um Schokoladenherstellung und deren Herausforderungen. Ort der Handlung: Hafenviertel Concarneau und Biarritz im Baskenland.
Man weiß, was man bekommt. Aber jedes Jahr im Sommer freue ich mich, den nächsten Fall zu lesen und in kulinarischen Beschreibungen zu schwelgen und etwas bretonische Lebensart näher gebracht zu bekommen
REZENSION – Vor mittlerweile 13 Jahren überraschte der Literaturwissenschaftler und Publizist Jörg Bong (59) unter französischen Pseudonym als Jean-Luc Bannalec den deutschen Buchmarkt mit dem ersten Kriminalfall seines recht eigenwilligen, unkonventionell ermittelnden und eben deshalb aus Paris in den kleinen bretonischen Küstenort Concarneau strafversetzten Kommissar Georges Dupin. Seitdem erschienen Jahr für Jahr neue Bände der erfolgreichen, in mehrere Sprachen übersetzten Krimireihe, deren erste Folgen schon bald für das Fernsehen verfilmt wurden. Mit „Bretonische Versuchungen“ erschien im Juni nun schon der 14. Fall im Verlag Kiepenheuer & Witsch. Gerade in dem Moment, als Dupin das kleine schwankende Boot betreten will, auf dem er mit Hilfe eines Coaches seine Angst vor tiefen Gewässern bekämpfen soll, erreicht ihn ein Anruf: Eine Frau ist ertrunken – allerdings nicht im Meer, sondern in einem großen Bottich voller Schokolade. Wie sich herausstellt, wurde die Inhaberin einer alteingesessenen Confiserie in Concarneau brutal ermordet. Bei seinen Ermittlungen in diesem selbst für den erfahrenen Kommissar ungewöhnlichen Mordfall, der ihn sogar auf einem rasanten Roadtrip bis ins Baskenland führt, wird Dupin erstmals von seiner intelligenten Büroleiterin Nolwenn begleitet und aktiv unterstützt. Sehr lange tappt das Ermittlerteam im Dunkeln, bis endlich erkennbar wird, dass es in diesem Fall um alte Familiengeheimnisse, um Neid und Habgier geht. Wer zu den Stammlesern der Krimireihe gehört, dem wird auch in „Bretonische Versuchungen“ alles geliefert, was er vom Autor erwartet: die atmosphärische Beschreibung der rauen Küstenlandschaft, der verwinkelten Gassen kleiner historischer Ortschaften, der nicht immer nur gemütlichen Pausen des Coffein-Junkies Dupin beim Genuss doppelter Café petite und vielerlei kulinarischer Angebote der Bretagne. Bannalecs Beschreibungen gehen gelegentlich – fast einem guten Reiseführer ähnlich – derart in Einzelheiten, dass man die Örtlichkeiten oder Menüs plastisch vor sich sieht, was sicher bei vielen Lesern wieder aufs Neue die Reiselust wecken wird. Eben deshalb wurde Jean-Luc Bannalec nicht nur 2023 offiziell zum Ehrenbürger der Stadt Concarneau ernannt, sondern bereits zuvor mit dem Titel „Mäzen der Bretagne“ (2016) und anderen Auszeichnungen geehrt. Was die Fans dieser Krimireihe erfreut, wird anderen lästig erscheinen: Der eigentliche Kriminalfall und die Ermittlungen geraten manchmal in den Hintergrund. Eine gewisse Spannung wird zwar durch die unterschiedlichen Charaktere und durch das situative Verhalten der Protagonisten erzeugt als weniger durch die Handlung selbst. Doch die für einen Krimi notwendige dramatische Entwicklung verliert immer wieder durch längere Beschreibungen von Land und Leuten an Dynamik. In diesem 14. Band kommt ein weiterer Punkt hinzu: Während in früheren Bänden dieser Reihe die für Bannalecs Krimis typischen Sachinformationen eher beiläufig eingestreut wurden – man nimmt sie zur Kenntnis, lässt sich dadurch aber nicht vom Lauf der Handlung ablenken –, übertreibt es der Autor im neuen Band mit langatmiger Wissensvermittlung über die Herkunft der Kakaobohnen, über deren Verarbeitung zu schmackhafter Schokolade, über die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen bis hin zu Fragen der Lebensmittelchemie. Bannalec zitiert sogar aus wissenschaftlichen Werken, deren Aussagen nicht nur Kommissar Dupin kaum versteht, sondern für den Krimi-Leser nicht unbedingt relevant sind und ihn eher langweilen. Hier wären wenige Kernaussagen völlig ausreichend gewesen, sofern sie überhaupt für die Lösung des Mordfalles von Bedeutung sind. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass „Bretonische Versuchungen“ ein netter, unterhaltsamer Roman für Liebhaber der Bretagne, ihrer Natur und guten Essens ist. Freunde spannender Krimis werden aber das Nachsehen haben und dürften versucht sein, manche Seite zu überschlagen. Fast scheint es, als ginge dem Autor auf der Suche nach Ideen allmählich die Luft aus. Wer die Reihe noch nicht kennt, sollte deshalb besser mit dem ersten Band „Bretonische Verhältnisse“ aus dem Jahr 2012 beginnen.
Was wie ein Auftakt zu einer Folge von Midsomer Murders aussieht, ist das Thema des neuesten Bretagnekrimis von Jörg Bong. So haben wir auch nicht das Vergnügen, einen ironisch-süffisanten Inspector Barnaby genießen zu dürfen, sondern einen ständig übermüdeten Inspektor Dupin und seine gewohnte Entourage mit Kadeg, Nolwenn, Riwal und anderen. Wie beim letzten Band auch müssen sich Leser*innen hier wieder seitenlang durch Wikipedia-artige Ausführungen kämpfen, die für den Plot völlig irrelevant sind. Ja, mir ist schon klar, dass es hier um "Atmosphäre" geht, und ein paar Hintergrundinformationen zum Thema Schokolade sind ja schon in Ordnung, um das geeignete Ambiente zu schaffen, aber zuviel ist zuviel. In gewohnter Manier dümpelt der Plot auf den ersten 150 Seiten so vor sich hin, bis dann irgendwann die Tour de Force präsentiert wird, während der der Inspektor mit Nolwenn eben mal so hunderte von Kilometern ins Baskenland rast, um dort zu ermitteln, dann wieder zurück in die Bretagne, um dort weiter nach dem Mörder zu forschen - und das alles ohne Schlaf! Kein Wunder, dass Nolwenn in diesem Roman plötzlich zickig wird, was sich darin äußert, dass sie Dupin bei jeder passenden (und unpassenden) Gelegenheit veräppelt ("Ist das wieder einer Ihrer genialen Einfälle?"). Ich wäre auch nicht die gute Laune in Person, wenn ich gefühlte zwei Tage nicht geschlafen hätte und nebenher drei Morde aufzuklären hätte. Was zu jedem guten Krimi gehört, ist ja ein "red herring" (also so eine Art "falsche Fährte"), den Bong auch hier einbaut, allerdings derartig offensichtlich, dass es keinen Spaß macht. Wer den Roman aufmerksam liest, merkt schon recht früh, wer der Mörder ist, aber am Ende gibt es natürlich den Showdown und die Verfolgungsjagd. Das muss wohl so sein. Gut gelungen sind hier einige Charakterentwicklungen - es fällt auf, dass gerade die weiblichen Figuren detailliert gezeichnet werden. Für Bretagnefans gibt es wieder die hinlänglich bekannten Landschaftsbeschreibungen, allerdings nicht in der Intensität der vergangenen Romane. Am Ende frage ich mich: Was kommt als Nächstes? Wir hatten bretonisches Salz, Essen, die Mythologie. traditionelle Handwerkstechniken, Wein und so weiter. Deborah Crombie hat in einem ihrer Krimis die Whiskyherstellung zum Thema gemacht. Der Roman spielte allerdings in Schottland. Vielleicht wäre das etwas für den nächsten Bretagnekrimi: Bretonischer Torf? Hoffentlich nicht.
In „Bretonische Versuchungen“ können wir bereits zum vierzehnten Mal Kommissar Dupin bei seinen Ermittlungen in einem höchst ungewöhnlichen Fall über die Schulter schauen. Die Mitinhaberin einer Traditionsconfiserie in Concarneau, bekannt für ihre exquisiten Produkte, wird in einem Bottich mit geschmolzener Schokolade tot aufgefunden. Ein Unfall kann ausgeschlossen werden, alle Spuren weisen auf Mord hin. Aber wer könnte ein Interesse an ihrem Tod haben, war sich doch die dreiköpfige Geschäftsleitung bisher in allem einig? Zumindest dem äußeren Anschein nach.
Für Dupin kommt der Fall zu rechten Zeit, kann er so doch der Konfrontationstherapie entgehen, die ihm die Angst vor der rauen See nehmen soll. Unterstützt von seiner resoluten Mitarbeiterin Nolwenn sowie dem im Hintergrund arbeitenden Team aus Rival, Le Menn und Kadeg stürzt er sich in die Ermittlungen, die ihm körperlich und mental das Äußerste abverlangen, ihn tief in den Herstellungsprozess der bittersüßen Köstlichkeiten eintauchen lassen und ihn auf den Spuren des Rohstoffs bis ins Baskenland führen…
Schaut man sich die Fälle der einzelnen Bände genauer an, lässt sich eine Gemeinsamkeit feststellen, die diese Reihe von den üblichen Urlaubskrimis unterscheidet. Natürlich arbeitet der Autor auch mit atmosphärischen Landschaftsbeschreibungen, aber ihm geht es in erster Linie darum, tiefer in die regionalen Eigen- und Besonderheiten der Bretagne einzutauchen und diese seinen Leserinnen und Lesern zu vermitteln. So zumindest mein Eindruck.
Es ändern sich nicht nur die Schauplätze sondern auch die Themen, die die jeweiligen Fälle dominieren. Mal sind es außergewöhnliche bretonische Produkte, dann wieder kulturelle Mythen oder ethnografische Besonderheiten, die typisch für die Handlungsorte sind, an denen Dupin plus Team im Einsatz ist. Bemerkenswert ist die Tiefe, in der Bannalec dies en passant in die meist doch recht konventionellen, gemächlich inszenierten Storys einarbeitet und so immer wieder nicht nur auf die Bretagne neugierig macht, sondern uns damit auch einiges an Wissen vermittelt. Das trifft auch auf diesen Fall zu und ist mit ein Grund, weshalb ich immer wieder gespannt auf die Fortsetzung der Reihe warte.
Mit "Bretonische Versuchungen" (2025) legt der deutsche Autor Jean-Luc Bannalec den mittlerweile vierzehnten Fall seiner erfolgreichen Reihe um seinen Kommissar Georges Dupin vor.
Es ist Frühsommer, als der kuriose Mord an der alteingesessenen Chocolatière Adeline Mazago, die ertrunken, kopfüber in einem Bottich mit flüssiger Schokolade aufgefunden wird, die Kriminalpolizei von Concarneau beschäftigt. Die Ermittlungen führen Dupin, der an Schlafstörungen leidet und eigentlich mittels Konfrontationstherapie seine publik gewordene Wasserphobie überwinden soll, zusammen mit seiner Sekretärin Nolwenn von der Bretagne bis ins entfernte Baskenland nach Bayonne. Wer hatte ein Motiv, die erfolgreiche Unternehmerin umzubringen, die ständig auf der Suche nach neuen Schokoladenkreationen war? Dabei gerät Dupin an die Grenzen der Erschöpfung und darüber hinaus.
Wie gewohnt entsprechen die drei Hauptkapitel einem Tag und sind entsprechend benannt; lediglich der Epilog spielt eine Woche später. Auch sonst ist "Bretonische Versuchungen" ein typischer Dupin-Krimi, der den Leser diesmal in die Welt der Chocolatiers entführt. Entsprechend liefert der Autor einen sauber recherchierten Einblick in die handwerkliche Herstellung von Schokolade, wobei man auch einiges über Kakaobohnen erfährt. Manche mögen dies als Infodumping empfinden, das man hätte kürzen können, andere ─ wie ich ─ finden dies höchst interessant. Schon frühere Bänden haben sich mit speziellen Themen beschäftigt, die typisch für die Bretagne sind wie Austern, Salz oder Äpfel. Und natürlich wird auch die Region wieder mit anschaulichen Landschaftsbeschreibungen ins rechte Licht gesetzt. Nicht umsonst wurde Bannalec bereits 2016 zum „Mäzen der Bretagne“ ernannt und ist inzwischen nicht nur Ehrenmitglied der Literarischen Akademie der Bretagne, sondern auch Ehrenbürger von Concarneau.
"Bretonische Versuchungen" ist wie seine Vorgänger flüssig geschrieben und spannend, so dass das Buch sich leicht liest. Dupins Schlaflosigkeit, die schon länger eine Rolle spielt, wird in diesem Roman etwas übertrieben. Auch auf die erneue Alkoholfahrt des Kommissars hätte man verzichten können. Die Auflösung des Falls überzeugt nicht hundertprozentig.
Trotz leichter Schwächen ist auch Dupins 14. Fall höchst lesenswert.
Audiobook-Review: Inzwischen greift wohl fast niemand mehr zu Bannalecs Bretagne-Romanen, um einen hochwertig-innovativen Krimi zu lesen. Den meisten Leser:innen geht es sicher wie mir mehr um das Wiedersehen mit den lieb gewonnenen Charakteren und das regionale Bon Vivre. In Bretonische Versuchungen tauchen wir ein in die Welt der Schokolade, als eine Chefin der Schokoladenmanufaktur in Concarneau ertrunken in einem Bottich voll Schokolade aufgefunden wird. Ein starker Anfang und nun beginnen Dupin und Nolwen, die unbedingt vor Ort dabei sein will, die Ermittlungen. Doch so recht geht es nicht voran, niemand, den sie befragen, hat eine Idee für ein Motiv. Die drei Geschwister, denen die Firma gehört, haben sich stets gut vertragen, interne Rivalitäten sind zwar vorhanden, aber harmlos, ... In Ruhe ermitteln können die beiden jedoch nicht, denn bald überschlagen sich die Ereignisse mit weiteren Toten und einem Drogenfund. Es ergibt sich eine Art Roadmovie, als Dupin und Nolwen sich in Dupins altem Wagen auf den Weg zur Schwester der Toten ins Baskenland aufmachen. Die beiden fahren und arbeiten durch, so dass sich der Schlafmangel massiv auf Dupins Leistungsfähigkeit auswirkt. Das ist auch sicher der Teil des Romans, der sehr unglaubwürdig ist - trotz der durch die Ereignisse entstehenden Beschleunigung. Diese grenzen auch die möglichen Täter immer mehr ein, die Ermittlungsleistungen halten sich stark im Rahmen. Positiv zu verbuchen sich die wie immer ausschweifenden Beschreibungen der Delikatessen quasi am Wegesrand, schwärmerische Aufzählungen von Bestellungen in Cafes und Boulangerien und die Landschaftsbeschreibungen (auch wenn es tatsächlich mal regnet...). Nebenbei lernt man auch einiges über Schokolade. Der Showdown bildet durch Dupins Thalassophobie (die Angst vor größeren oder tieferen Gewässern) eine Art Referenz zum Beginn des Romans, etwas gewollt vielleicht, aber soweit funktioniert es. Als komisches Element wird noch der Besuch von Dupins Schwiegereltern eingewoben und am Ende steht ein "romantischer Cliffhanger". Bretonische Versuchungen hat also alles, was man von einem Dupin-Band erwartet. Passt.
Bretonische Versuchungen: Kommissar Dupins vierzehnter Fall von Jean-Luc Bannalec, erschienen im Kiwi Verlag am 25. Juni 2025.
Eigentlich soll Kommissar Dupin seine Angst vor dem Meer bezwingen und steht schon fast auf einem kleinen Zodiac, als er den erlösenden Anruf bekommt. Ein Mord, ein Mord, der ihn daran hindert den einen Schritt weiter zu wagen, um seine Phobie loszuwerden. In der Ville Close in Concarneau hängt eine Frau kopfüber in einem Bottich mit flüssiger Schokolade. Dupin nimmt beherzt die Ermittlungen auf und diesmal will Nolwenn ganz an vorderster Front mit dabei sein.
Die Ermittlungen gehen wie eigentlich immer, hin und her, es bleibt nicht bei einer Toten und Kadeg findet immer ganz schnell Zusammenhänge, die in keinem Zusammenhang stehen. Auch bemüht der Autor mal wieder Clairs Eltern um Dupin, der zusammen mit Nolwenn sich über Tage wachhält, gestützt auf Schokolade und seinen kleinen, heftigen Dosen kleiner Kaffees und blamieren und in ihm den faulen Schwiegersohn zu sehen. Diese Mischung ging bei mir, einem absoluten Dupin Fan, diesmal nicht ganz auf. Ich wollte schon fast Dupin anschreien, dass seine Müdigkeit ihn davon abhält den Fall zu klären. Dabei spielte der Fall doch in der Ville Close, endlich mal ein Ort, an dem ich schon gewesen bin und in den ich mich sofort verliebt habe.
Ja, ich jammere auf sehr hohem Niveau, es ist noch immer ein sehr guter Krimi und ich bin schon sehr auf die Verfilmung gespannt, um mir nochmals Urlaubsgefühle zu holen. Klare Leseempfehlung.
Ich liebe die Bretagne und deshalb lese ich die Krimis von Bannalec. Die Landschaftsbeschreibungen sind ja auch sehr nett und man kann sich wunderbar in den Urlaub träumen. Diesmal ging es ums Thema Schokolade. Die genauen Beschreibungen der Kakaobohnensorten, Schokoladenhestellung und des Transports fand ich auch sehr interessant, das Beste im Buch eigentlich. Aber: Die eigentliche Krimihandlung, die Protagonisten und auch die Aufklärung waren für mich einfach nur langweilig. Mir ging es auch auf die Nerven, dass der arme Dupin nie schlafen durfte (wieso sollte man einen Fall vollkommen übermüdet schneller aufklären?). Auch dass Nolwenn plötzlichen von der Sekretärin zur „Chefermittlerin“ mutiert ist, hat mir nicht gefallen. Wieso kommandiert sie Dupin dauernd rum und macht sich sogar noch über ihn lustig? Die ständig auftauchenden Schwiegereltern, die Dupin immer bei einer vermeintlichen Pause erwischt haben fand ich auch nur nervig. Dennoch: sollte nächsten Sommer wieder ein neuer Dupin erscheinen, werde ich ihn wahrscheinlich wieder kaufen und vom Urlaub in der Bretagne träumen!.
Zum Inhalt: Eigentlich versucht Dupin gerade mit Hilfe eines Coaches seine Angst vor dem Meer zu überwinden und steht schon mit einem Bein auf einem schwankenden Boot als ihn ein Anruf erreicht. Ein Frau ist in einem Bottich mit Schokolade ertrunken. Er ist heilfroh der Situation entfliehen zu können. Dieser kaltblütige Mord wird allerdings einen wirklich sonderbaren und schwer zu lösenden Fall für Dupin und seine Kollegen bedeuten. Meine Meinung: Ich bin ein absoluter Fan der Serie und auch diesmal hat der Autor sich wieder eine Geschichte ausgedacht, die ihres gleichen sucht. Gefühlt lernt man viel über das Handwerk des Chocolatiers während man gleichzeitig einen spannenden Fall verfolgt, der immer sonderbarere Züge annimmt. Zwischendurch gibt es natürlich auch wieder das ein oder andere persönliche Erlebnis, wie das Auftauchen und nervige Verhalten der Schwiegereltern. Ich hatte das Vergnügen sowohl Buch als auch Hörbuch zu verschlingen und kann beide auf ihre Art unbedenklich weiterempfehlen. Fazit: Wieder ein toller Fall
Dupin 14, Bretagne, Schokolade. Guter Krimi, wenig Schlaf, Morde, Kokain, Nachhaltigkeit, Geheimnisse und ein narzisstischer Mörder. Dupin gestresst und getrieben und die Enthüllung schlechthin: Nolwenn hat einen Nachnamen. Bisher bin ich davon ausgegangen, dass Nolwenn der Nachname ist. Wieder was gelernt aus purer Ignoranz. Das gesamte Team ist im Einsatz, Charlottes Eltern mit Running Gag, Dupin mit Stress-/Traumatheraprie und die üblichen Sticheleien. Dafür diesmal kein Präfekt. Einige Male dacht ich die Geschichte wäre aus erzählt, aber ein wenig Leben scheint sie noch zu haben. Bis 2026, Kommissar Dupin
Wieder ein typischer Krimi dieser Reihe, wer sie mag, wird auch diesen gerne lesen. Und wie immer macht er nicht nur Appetit auf eine Bretagne-Reise, sondern auch auf die kulinarischen Köstlichkeiten der Region. Diesmal allerdings mit einem ganz neuen Schwerpunkt: Schokolade! Man sollte sich bereits vor dem Lesen einen kleinen Vorrat an dunkler (!) Schokolade anlegen, damit man diese Lektüre wirklich genießen kann!
Es ist immer schön, Christian Berkel zuzuhören. Das passt.
Aber die Geschichte passte diesmal nicht. Ich kam einfach nicht rein in den Sog. Das Thema hat mich nicht gepackt. Konnte auch nicht gut folgen, weil es einfach nicht an Fahrt aufnahm.
An sich wieder schön: es geht viel ums Essen, um Dupin und seine schrulligen Kolleg*innen, seine Partnerin und ihre übergriffigen Eltern. Alles wie immer, außer die Story.
Auch mit diesem 14. Buch schafft es Bannalec, die Lesenden hoffnungslos süchtig nach der Bretagne zu machen. Der Fall selbst ist nicht der interessanteste für Kommissar Dupin, der zudem total übermüdet agiert. Das ist, sollte es einmalig vorkommen, amüsant zu lesen und höchst menschlich. Der eigentliche Star des Buches ist: Schokolade! Und da auch ich zu den Liebhaber Ängsten gehöre, hat mir das viel Freude beim Lesen bereitet.
Wie gewohnt ein solider, spannender Krimi mit tollen Beschreibungen der Bretagne und rasantem Erzähl- und Ermittlungstempo. Diesmal hat mir die Auflösung nicht so gefallen, da fand ich einiges nicht plausibel, daher nur 4*
Ich mag diese Serie. Bei der ersten Seite weiß ich wer wer ist. Kenne die hauptpersonen, nur die mörder, Opfer und umliegenden verdächtigen sind jeweils neu. Der Einstieg in diese Bücher ist so schön leicht. Temporeich geschrieben und es ist viel los. Finde toll
Wie immer verliert sich der Autor in seitenlangen Ausführungen über ein bestimmtes Thema ....diesmal über die Chemie und die geschmacklichen Besonderheiten der Schokolade und natürlich über diverse Morde in dem Zusammenhang.
The story and storytelling are rather mediocre, but the vivid descriptions of Brittany are a clear highlight. It’s a love letter to the region—and it definitely made me want to visit Concarneau and its surroundings.