Warum versprechen sich viele Menschen vom Einfamilienhaus ein besseres Leben? Sie verlassen die Städte und ziehen ins Umland, wo sich ein trostloser Siedlungsbrei in die Landschaft ergießt. Häuser für Kleinfamilien, wie wir sie heute kennen, werden wir uns in Zukunft ökonomisch und ökologisch ohnehin nicht mehr leisten können. Wie aber sollen unsere Häuser in Zukunft aussehen? Was verraten sie über unser Leben? Könnte man sie sich ganz anders vorstellen? Dieses Buch, witzig, streitbar und bestens recherchiert, zeigt, dass das Bauen in Deutschland neu gedacht werden muss. Und wie man andernorts in Europa, Japan und Amerika bereits wohnt – jenseits von Vorstadteinöde und Apartmentriegel.
das erste sachbuch, das ich seit langem gelesen habe und ich habe es richtig verschlungen. „wohnkomplex“ von niklas maak kam für mich genau zum richtigen zeitpunkt, ich habe mich schon seit längerem mit fragen zum wohnen, zu gemeinschaft, zu dem menschlichen wunsch nach eigentum und privatheit beschäftigt und wurde hier in essayistischen kapiteln abgeholt, die genau diese themen verhandeln. mit geschichtlichen hintergründen und zeitgenössischen beispielen zeigt maak, dass die ansprüche an bauen und wohnen heute verändert werden müssen. ich mochte den schreibstil sehr, hab über maaks zynische sprache viel gelacht, viel verstanden und bin sehr schnell durch die seiten geflogen. teils hätte es für meinen geschmack noch mehr in die tiefe gehen können, da werde ich dann selber nochmal mehr zu nachschauen, aber als breitgefächerter einstieg in die thematik war es super. das buch hallt zudem sehr nach, immer wieder spreche ich mit meiner umgebung über teilaspekte, wenn sie mir im alltag begegnen.