Ey, ganz ehrlich – ich dachte, ich bin vorbereitet. Ich hab "Kein Ort dieser Welt" gelesen, ich wusste, dass Marie tief geht. Aber das hier? Hat mich fertiggemacht. 💔
Im Zentrum stehen Bee und Remy – zwei Jugendliche, die sich seit Kindertagen kennen. Die auf den ersten Blick ein bisschen wie das typische Highschool-Traumpaar wirken. Doch dann steht plötzlich „Vergewaltiger“ auf seinem Auto. Gesprüht. Öffentlich. Brutal. Und nichts ist mehr wie vorher. Es geht aber nicht nur um die Frage: Hat er’s getan? Sondern vor allem um: Wem glauben wir? Und warum? Was bedeutet Loyalität, wenn sie uns blind macht? Und wie sehr kann man sich in Menschen irren, die man liebt? 🩹
Marie erzählt das nicht als billiges "Who has done it?". Sie interessiert sich nicht für einfache Antworten. Stattdessen geht’s um den Dazwischenraum. Um die Unsicherheit. Die Angst, die Scham, die Wut. Um das Schweigen. Und darum, wie schmerzhaft es ist, wenn die Wahrheit nicht klar auf dem Tisch liegt – sondern zwischen den Zeilen schreit. 😶🌫️📚
Wenn ich Maries Stil mit einem Wort beschreiben müsste: messerscharf. Wenn ich zwei darf: poetisch zerstörend. Jeder Satz sitzt. Kein Wort ist zu viel. Kein Gefühl wird plattgetreten. Stattdessen: Sprachliche Präzision, gepaart mit einer Emotionalität, die dich einfach komplett überrollt. ✍️
Und ja – ich hab geheult. Mehr als einmal. Ich hab mein Kindle weggelegt, weil ich kurz atmen musste. Und dann weitergelesen, weil ich wissen musste, wie Bee mit all dem umgeht. Das Erzähltempo? Erst ruhig, fast beiläufig. Und du denkst: Okay, ich krieg hier eine emotionale Coming-of-Age-Story mit feministischer Note. Aber dann – boom. Die Geschichte bricht auf, reißt dich mit und lässt dich bis zum Ende nicht mehr los. 📖💥
Was mich so krass gekriegt hat: Du bist dauernd im Zweifel. Du fragst dich, ob du selbst voreingenommen bist. Ob du zu schnell urteilst. Und spätestens dann merkst du: Genau das ist der Punkt. Diese Unsicherheit, dieses Nichtwissen, diese Ohnmacht – sie machen das Buch so realistisch. Weil genau so fühlt es sich an, wenn solche Vorwürfe im Raum stehen. Wenn du niemandem zu hundert Prozent glauben kannst. Nicht mal dir selbst. 🧠⚖️
Dieses Buch hat mich zerrissen. Emotional, mental, körperlich. Es hat mich wütend gemacht – auf die Gesellschaft, auf das Schweigen, auf die Leute, die wegsehen. Aber auch auf mich selbst, weil ich zwischendurch dachte: Was, wenn ich falsch liege? Was, wenn ich das Falsche glaube? Und es hat mich an meine eigenen Erfahrungen zurückerinnert und mir gezeigt - ich bin nicht alleine. 😔🤍
Ich war wütend, traurig, leer. Und trotzdem dankbar. Weil Marie genau das schafft, was so wenige können: Sie schreibt über sexualisierte Gewalt, über Macht, über Schuld – ohne je voyeuristisch oder belehrend zu wirken. Stattdessen lässt sie Raum. Für Ambivalenz. Für Gefühle. Für Mitgefühl. Und das Nachwort? Hat mir endgültig den Rest gegeben. So persönlich, so ehrlich, so wichtig. Danke, Marie, dass du deine Stimme nutzt, um über Themen zu schreiben, die sonst zu oft verdrängt werden. 📢
Fazit: "Als die Tage Lügen weinten" ist kein Buch, das man einfach „lesen“ kann. Es ist ein Erlebnis. Ein emotionaler Schlag in die Magengrube. Und trotzdem ein literarisches Geschenk. Ich empfehle es allen, die bereit sind, sich mit unbequemen Wahrheiten auseinanderzusetzen. Die bereit sind, hinzusehen – und hinzuhören. Aber: Bitte achtet auf die Triggerwarnungen. Dieses Buch ist intensiv. Es kann viel aufwühlen. Und ja, es wird euch wehtun. Aber manchmal ist genau das notwendig. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Danke Marie, für dieses wichtige, starke, unfassbar berührende Buch. 🙏🏼📖