Clach, genannt »Totenkaiser«, ist ein Nebelmacher. Diese meisterlichen Assassinen töten im Dienste der Göttin des Mordens nicht nur den Körper, sondern können auch die Seele vernichten. Clach hat gerade einen Auftrag abgeschlossen, da erfährt er Ungeheuerliches: Seine Tötungen waren gar nicht von der Göttin sanktioniert – und damit wider ihr Gesetz! Clach macht sich auf die Jagd. Irgendjemand wird für diese Täuschung bezahlen. Doch der Totenkaiser ist längst selbst der Gejagte …
Bernhard Trecksel, geb. 1980 in Papenburg an der Ems, bezeichnet sich selbst als leidenschaftlichen Eskapisten und absoluten Geek. Die Kunst des Erzählens lernte und verbesserte er während unzähliger Stunden, die er mit Fantasy-Rollenspielen verbrachte. Seine Inspiration als Autor findet er in den alltäglichsten Dingen wie dem Lesen der Morgenzeitung, doch seine schriftstellerischen Idole sind die alten Meister wie H.P. Lovecraft, Robert E. Howard und J.R.R. Tolkien. In seiner Freizeit spielt er Videospiele, Brettspiele und (auch als Erwachsener immer noch) Rollenspiele oder liest Fantasy- und Horrorromane. Seit seinem Universitätsabschluss in Archäologie und Skandinavistik lebt er in Münster und arbeitet als Übersetzer, Rezensent und – seit seinem Debüt Nebelmacher – als Autor.
Bernhard Trecksel ist ein neues Gesicht in der deutschen Fantasy. Laut den Angaben von Random House entdeckte er sein Talent zum Geschichtenerzählen durch all die Zeit, die er mit Fantasy-Rollenspielen verbrachte. Schade nur, dass seine Biografie diesbezüglich nicht genauer ist, denn ich wette, es würde so einige Leser_innen interessieren, über welche Art Rollenspiel wir hier sprechen. Ich tippe auf die Spielleitung bei Pen-&-Paper-Rollenspielen, schließlich sagt Trecksel über sich selbst, er sei ein absoluter Geek. „Nebelmacher“ ist sein erster Roman, den ich über das Bloggerportal von Random House als Rezensionsexemplar erhalten habe.
Als kleiner Junge stellte Clach sein Leben in den Dienst der dunklen Göttin. Heute ist er ihr ergebenster Diener und tötet, wen immer man ihm aufträgt zu töten. Er ist der Totenkaiser, der Nebelmacher, der erfolgreichste Assassine aller Zeiten, der nicht nur die Körper, sondern auch die Seelen seiner Opfer auslöscht. In letzter Zeit glaubt Clach jedoch, ein Muster hinter seinen Aufträgen zu erkennen. Seine Ziele werden strategisch und systematisch ausgewählt, verbinden sich zu einem größeren Gesamtbild. Clach beginnt zu hinterfragen und stößt auf eine ungeheuerliche Verschwörung, der er unwissend in die Hände spielte. Es kümmert ihn nicht, dass er auf seiner Suche nach Antworten selbst zum Gejagten wird, verfolgt von einem alten Bekannten und einem neuen Feind. Im Nebel läuft man leicht Gefahr, die Orientierung zu verlieren. Wird Clach einen Weg aus dem Morast voller Geheimnissen und Intrigen finden, ohne sich in ihm zu verirren?
„Nebelmacher“ ist definitiv der erste Band eines Mehrteilers, obwohl noch nichts über eine Fortsetzung bekannt ist. Damit habe ich vor dem Lesen nicht gerechnet, kann es aber nach der Lektüre voll und ganz nachvollziehen. Bernhard Trecksels Geschichte ist sehr fein verästelt und vereint zahlreiche Akteure und Komponenten. Es wundert mich nicht, dass er diese nicht innerhalb von 500 Seiten zu einem Abschluss bringen konnte oder wollte. Viele Fragen bleiben offen und ungeklärt, weit mehr, als ich erwartet hätte. Tatsächlich habe ich die meisten Antworten gar nicht aus der Geschichte selbst erhalten, sondern aus kurzen Abschnitten vor den Kapiteln, in die Trecksel wichtige Hintergrundinformationen verpackte und ohne die die Handlung nur sehr schwer zu verstehen ist. Selbst mit diesen Infos fand ich es kniffelig, in das Geschehen hineinzufinden. „Nebelmacher“ ist kein Buch, das sich einfach so weg liest, es ist fordernd. Auch an Trecksels Schreibstil musste ich mich erst gewöhnen, weil dieser äußerst kunstvoll ist. Die sprachlichen Blüten des Buches sind ein starker Gegensatz zu einigen sehr gewalttätigen Szenen. Ich kann mich immer noch nicht entscheiden, ob ich diesen Kontrast mochte oder nicht. Einerseits gefiel mir die Diskrepanz zwischen Erzähltem und Erzählweise, doch andererseits irritierte mich die ungeheure Wucht dieser Szenen, weil ich nicht verstanden habe, wieso Trecksel diese exzessive Gewalt für nötig hielt. Vielleicht glaube er, seine Geschichte geriete ohne all das Blut zu trocken und verstandesbasiert – sollte das so sein, muss ich ihm vehement widersprechen. Mich beeindruckte die intelligente Konstruktion seiner Welt, vor allem das umfangreiche religiöse System, das sehr greifbar mit der Realität der Figuren verbunden ist. Allerdings ist mir noch nicht ganz klar, wie Clachs Assassinen-Orden da hineinpasst, denn anscheinend verfolgen sie mit der Verehrung der dunklen Göttin einen Glaubensweg, der abseits der Norm liegt. Insgesamt hätte ich gern mehr über die Assassinen erfahren, die Trecksel als sehr mächtig und einflussreich beschreibt. Ich bin jedoch optimistisch, dass ich in den Folgebänden weiterführende Einblicke erhalten werde. Clach selbst ist nur einer der vier Charaktere, die in der Geschichte eine tragende Rolle spielen und deren Perspektive die Leser_innen einnehmen. Ich fand die Mischung der Figuren unheimlich interessant. Ich denke, zumindest in diesem Punkt hat sich Trecksel eindeutig von seinen Erfahrungen beim Rollenspiel inspirieren lassen, weil sie alle sehr unterschiedlich sind. Erstaunlicherweise ließ er sie jedoch nicht an einem Strang ziehen, wie es sonst in Fantasy-Romanen üblich ist. Sie bilden nicht die altbekannte Heldengruppe, die sich auf eine Quest begibt, sondern stehen einzeln für individuelle Ziele. Daher ordne ich „Nebelmacher“ eher der Low Fantasy als der High Fantasy zu.
Ich empfand „Nebelmacher“ als ein intelligentes Buch voller Überraschungen. Das Lesen war anders, als ich erwartet hatte, was aber auch daran lag, dass der Klappentext irreführend ist. Es gab keinerlei Hinweise darauf, dass Clachs Aufträge nicht von der Göttin sanktioniert gewesen wären. Dieses… nun ja, sagen wir mal Missverständnis verzeihe ich allerdings gern, denn nach dem Schreiben der Inhaltsangabe kann ich nachvollziehen, dass es nicht ganz einfach ist, die Handlung des Buches sinnvoll zusammenzufassen. Ich freue mich darauf, Bernhard Trecksels Schaffen weiterzuverfolgen. Ich wünsche ihm, dass er in Zukunft etwas Vertrauen in seine Erzählkunst entwickelt und nicht mehr auf allzu brutale Szenen zurückgreifen muss. Seine Geschichte ist auch ohne blutige Sturzbäche faszinierend. „Nebelmacher“ ist kein Einstiegsbuch in die Fantasy. Es ist eine Lektüre für Fans des Genres, die bereits Erfahrung mit struktureller Komplexität haben, sich mutig einem komplizierten, religiösen Konflikt stellen möchten und Freude an einem kunstvollen Schreibstil haben. Trifft diese Beschreibung auf euch zu, könnt ihr euch gemeinsam mit Clach, Morven, Ormgair und Greskegard auf eine Reise durch eine Welt voller Nebel begeben – wenn ihr euch traut.
Vielen Dank an das Bloggerportal von Random House für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!
Anmerkung: Nach dem Schreiben der Rezension habe ich herausgefunden, dass eine Fortsetzung bereits geplant ist. Diese wird voraussichtlich Nebelgänger heißen und am 19. September 2016 bei blanvalet erscheinen.
Assassinen töten im Auftrag der Göttin des Mordens und vernichten die Seelen ihrer Opfer. Einer von ihnen ist Clach ein Nebelmacher und Totenkaiser genannt. Als er herausfindet dass die letzten Tötungen nicht von der Göttin in Auftrag gegeben worden sind, begibt er sich auf die Suche nach dem wahren Schuldigen. Nichts ahnend das er selbst bereits gejagt wird.
Ich bin beim stöbern auf den dritten Teil dieser Reihe gestoßen und habe dieses Buch mit großem Interesse beäugt. Der Autor Bernhard Trecksel ist mir auch noch nicht bekannt gewesen. Somit ist hier der erste Teil nun gelesen worden. Mich konnte das Ganze leider nicht so überzeugen wie ich gehofft habe. Der Schreibstil ist zwar richtig gut und nach ein paar anfangs Schwierigkeiten in die Geschichte rein zu kommen, ist er auch wirklich gut zu lesen. Aber mir persönlich kam Clach etwas zu kurz.
Wir haben hier ja vier Handlungsstränge von vier Charakteren, die alle im Laufe des Buches aufeinander treffen. Aber ich finde drei davon hätte man kürzer halten können und noch mehr Clach in Vordergrund rücken sollen. Denn dieser Charakter hat mich am meisten Interessiert. Die Handlung selbst war am Anfang recht verwirrend, da wir drei verschiedenen Wegen erst mal folgen und diese mit einer menge Fachbegriffen kombiniert wurden. Das ganze hat mir eben leider anfangs etwas Schwierigkeiten bereitet in die Geschichte rein zu kommen.
Was mir allerdings sehr gut gefallen hat, war der Spannungsaufbau und die Action geladenen Kampfszenen. Fand diese sehr gut ausgearbeitet und wirklich detailreich. Kopfkino lässt grüßen. Auch bei den Charakteren wurde nicht gespart an Informationen über ihr Leben, ihre Stärken und Schwächen. Wir treffen hier auch auf einen geheimnisvollen Nebel, der mich sogar an manchen Stellen etwas gegruselt hat und ich wurde neugierig was es damit auf sich hat.
Die Covergestalltung passt zum Thema und gefällt mir richtig gut, vor allem auch weil wir hier im Inneren der Klappbroschur eine Karte finden und somit immer wissen wo wir uns gerade befinden. So etwas liebe ich in Büchern eh.
Fazit: Tolle Kampfszenen, spannend und gut ausgearbeitet. Leider mir zu viele präsente Charaktere und somit Handlungsstränge. Dem Leser wird hier dennoch eine interessante Geschichte geboten und wer gerne einen High Fantasy mit vielen Handlungssträngen liest und dem das nichts ausmacht, der ist hier genau richtig. Von mir gab es 3 von 5 Sternen.
Das Buch ist: actiongeladen, blutig, geheimnisvoll.
Ich möchte das auch gleich herausstellen, dass es hier richtig zur Sache geht. Ich war anfangs doch ziemlich abgeschreckt, als sehr detailliert die Gedärme, Hirnmasse und Blut aus den Körpern quollen. Damit hatte ich nicht gerechnet. Aber nachdem das ja Typsache ist, ob man darauf steht oder nicht, möchte ich das gar nicht als negativ bewerten. Es hat durchaus zur Geschichte gepasst.
Im Papierbuch gibt es wohl eine schöne Karte, die leider bei der E-Book-Ausgabe fehlt. Eine Übersicht hätte mir auch gefallen. Wer also auf eine Karte nicht verzichten möchte, sollte zum Buch greifen.
Der anspruchsvolle Schreibstil hat mir gut gefallen. Es ist vieles detailliert beschrieben, so dass mir ein fantastisches Kopfkino geboten wurde. Durch das schnelle Tempo des Buches, waren die Beschreibungen für mich gut ausgewogen. Zwischendrin gibt es Einschübe, in denen man kompakte Hintergrundinfos erhält. Diese sind anfangs nicht so leicht zu deuten und geben dem Ganzen etwas geheimnisvolles.
Die Protagonisten sind mir sehr ans Herz gewachsen, obwohl ich sie nicht unbedingt als sympathisch einstufen würde. Gerade Greskekard ist ein Fanatiker, der mit seinem Begleiter Sanftleben fragwürdige Entscheidungen trifft. Vielleicht mag ich ihn deswegen so gern, weil er unberechenbar ist. Besonders hervorhebe möchte ich auch Morven. Mit ihr habe ich mitgelitten und mitgefiebert. Sie ist eine ganz besondere Frau, die ich für ihren Mut und ihren Überlebenswillen bewundere. Aber auch die Nebencharaktere sind toll, vor allem eine Wirtsfrau hat es mir angetan. Und das sind nur meine Lieblingscharaktere... Ich könnte eine ellenlange Liste schreiben.
Es werden nicht alle offenen Fragen geklärt, deswegen freue ich mich schon auf Band 2. Bernhard Trecksel hat aber glücklicherweise auf einen fiesen Cliffhanger verzichtet. :-)
Es beginnt mit einem Mord. Eine junge Adlige wird vom Totenkaiser Clach gejagt, getötet und zu Nebel gemacht. Nach getaner Arbeit verschwindet er vom Tatort und freut sich über den erfolgreich abgeschlossenen Auftrag. Kurz darauf lernen wir Ormgair kennen, einen Barbaren bzw. Nebeljäger außerhalb der Stadt, der gerade dabei ist Leute eines anderen Stammes zu verfolgen. Als drittes begegnen wir, zurück in der Stadt, Morven, die einen Adligen beschützen soll. Sie ist eine Kriegerin des Lichtfürsten und im Kampf ausgebildet. Zuletzt lernen wir noch Fennek Gerskegard kennen, einen Inquisitor, der es auf den Totenkaiser abgesehen hat und ihm dicht auf den Fersen ist.
Der Einstieg ist recht lang. Gerade auch durch die vier Perspektiven hatte ich das Gefühl, dass erst einmal nicht storyrelevantes passiert. Sie werden eben eingeführt und gehen ihrer Wege. Ihre Handlungsstränge sind noch nicht miteinander verbunden, bis auf die von Clach und Gerskegard. Und gerade mit Ormgair konnte ich überhaupt nicht warm werden, da er sich völlig von den anderen unterschied und ich nicht wusste, was es mit dem überhaupt auf sich hat. Durch diesen langsamen Einstieg brauchte ich auch sehr lange um in die Story zu finden und mich mit ihr anzufreunden.
Die Charaktere machten es mir auch nicht wirklich einfach. Von Clach, dem Totenkaiser weiß man erst mal nur, dass er sich viel von sich hält. Das erste Kapitel wirkt noch ziemlich distanziert, sodass man sich kaum ein Bild von ihm machen kann. Später wird es dann besser. Er ist etwas überheblich und hält sich für den besten seiner Zunft – was sogar stimmen könnte. Zudem ist er ein Nebelmacher, was bedeutet, dass er die Seelen der Menschen in Nebel auflöst, was als die Strafe überhaupt angesehen wird, da so die Seele vom Körper getrennt wird. Fand ich ehrlich gesagt jetzt nicht so toll. Ist ein bekanntes Motiv, das gern genutzt wird. Aber bei dem Wort »Nebelmacher« habe ich mir definitiv etwas Cooleres vorgestellt. Ormgair unterscheidet sich, wie gesagt, am meisten von allen. Er ist aus dem Amboss und kann im Nebel wandeln. Etwas, dass für Stadtlinge (angeblich) tödlich ist. Er ist ein Barbar und Krieger und stammt aus einer ganz anderen Kultur. Er ist sehr alt und will eigentlich nur noch ehrenvoll sterben und dann in den Himmel fahren. Ehre geht ihm über alles, seine Taten müssen ehrenhaft sein. Ja. Ich konnte es verstehen, mich aber nicht mit ihm identifizieren. Er passte eben nicht ins Bild. Und ich hab mich die ganze Zeit gefragt, was er mit der Story zu tun hat. Die Erklärung folgt dann recht spät. Da hat er es dann auch geschafft, lebendiger und greifbarer zu wirken. Gerskegard war mir fast am sympathischsten, da man direkt wusste, was er will: den Totenkaiser. Er geht sehr leidenschaftlich an die Sacher heran und verliert sich auch ein wenig in seiner Arbeit. Von ihm erfährt man auch weniger Hintergrundgeschichte, was aber nicht weiter wild ist. Bei Morven wird vor allem der Konflikt mit ihrem Vater immer wieder erwähnt und erleuchtet. Sie ist das einzige Mädchen in der Familie, doch ihrem Vater wäre es lieber gewesen, wenn sie auch ein Junge gewesen wäre. Aus diesem Grund hat er sie in den Tempel abgeschoben und will damit wohl auch seine Ruhe vor ihr haben. Auch bei ihr wusste ich nicht, wo ich sie hinpacken und wie sie in die Story passen sollte. Leider muss ich sagen, dass sie mir nicht wirklich sympathisch wurde, oder gar ans Herz gewachsen ist.
Bei allen vier Personen hatte ich immer wieder Probleme, eine Beziehung zu ihnen aufzubauen. Sie haben alle ihre Geschichten, Hintergründe, Motive und Eigenheiten. Mir fehlte aber die Nähe zu ihnen, sodass ich nicht mit ihnen leiden oder mitfiebern konnte. Sie wirkten leider nur selten greifbar. Aber vielleicht liegt das auch an der Verwirrung vom Anfang des Buches.
Der Stil war schwierig. Es ist ein sehr bildhafter Stil mit vielen Vergleichen, was ich auch ganz gern lese, aber ich hatte das Gefühl, dass der Autor gern abgeschwiffen ist und nicht zum Punkt kam. Teils hätte man die Vergleiche auch locker streichen können, da klar war, worauf der Satz hinauslaufen sollte, oder die Bedeutung so schon klar war. Zudem ist der Stil des Autors etwas umständlich. Ich hatte das Gefühl immer mal wieder zu stolpern. Ab und an wollte ich auch Sätze umdrehen oder schlicht vereinfachen. Stellenweise kam ich ziemlich langsam voran. Auch hat der Autor ab und an bissige oder humoristische Ansätze drin, von denen ich gern mehr gelesen hätte. Klar, ist das Buch düster und ernster, aber kleine Auflockerungen zwischendrin hätten nicht geschadet. Auch hat sich nichts am Tempo der Erzählung geändert. Ich weiß nicht, ob ich das gut oder schlecht finden soll. Normalerweise werden bei spannenden oder actionreichen Szenen die Sätze kürzer und prägnanter. Das war hier eher selten der Fall. Auch mittendrin verliert sich der Autor in Details und Vergleichen. Das hat mir etwas die Spannung genommen. Die erste Hälfte des Buches fand ich ehrlich gesagt recht langweilig. Es passierte zwar so einiges bei den vier Personen, aber ich hatte zum einen nur mit einem Charakter (Clach) gerechnet und zum anderen kam ich nicht dahinter, was sie alle miteinander zu schaffen haben. In der zweiten Hälfte wurde es dann besser, da mehr Licht ins Dunkle kam und ich dann zumindest wissen wollte, was mit Clach passiert.
Die Welt war an sich ganz interessant. In der Vergangenheit gab es Götter (an die die Stadtlinge glauben) und Titanen (an die die »wilden« Stämme glauben), die sich gegenseitig bekämpft haben. Danach wurde die Welt neu errichtet. Wie genau das passierte, wird immer in einem kurzen Text vor einem neuen Kapitel erklärt. Diese Infos fand ich ganz interessant, auch wenn ich mir nicht alles merken konnte. Am spannendsten fand ich den unterschiedlichen Umgang mit Nebel. Die Stämme haben damit gar kein Problem, leben draußen und haben sich an den dicken Schleier gewöhnt. Die Städte haben das Problem mittels Kuppeln gelöst. Die Arkanisten haben eine Art Barriere errichtet, die den Nebel draußen hält. Die Städter glauben, dass der Nebel ihnen gefährlich werden kann. Darauf wird aber nicht näher eingegangen. Da der Nebel so eine wichtige Rolle spielt, dachte ich ja auch erst, dass die Nebelmacher etwas Besonderes sind oder zumindest etwas Cooles könnten. Sie sind etwas Besonderes, aber ich fand es dennoch lahm. Insgeheim hatte ich die Hoffnung, dass die den Nebel auch bewegen und befehligen können. Somit gibt es einige gute Ansätze, die mich aber nicht vom Hocker gerissen haben.
Das Ende hat es dann auch nicht mehr reißen können. Endlich wird vieles geklärt und es ist auch klar, wie alles miteinander zusammenhängt. Allerdings habe ich fast nur noch drauf gewartet, dass es vorbei ist. Das Finale selbst halt mich noch packen können, war sogar spannend und interessant, aber danach wollte das Buch einfach nicht aufhören. Zudem endet es ziemlich offen und bringt da noch ein Element, was für mich vollkommen unnötig war. Das hat mir dann sogar die letzte Lust am Lesen vermiest. Leider.
Fazit: Ein düsterer High-Fantasy-Roman in dem viel Potential steckt. Allerdings denke ich, dass einiges gekürzt hätte werden können, selbst wenn die Auflösung am Ende nicht ganz so doof war. Auch der Stil kam bei mir nicht an. Ich mag durchaus detailliertere Beschreibungen, aber mir war es hier einfach zu viel. Ich hatte das Gefühl, nicht vorwärts zu kommen, da auch das Tempo immer gleich blieb, sodass ich nur schwer gepackt wurde. Gute Ansätze, aber leider nicht mein Fall.
Als ich angefangen hab dieses Buch zu lesen, war meine erste Amtshandlung zu googeln, ob es von einem deutschen Autor geschrieben wurde. Ich dachte mir damals, dass es absolut unmöglich ist, dass dieses Buch aus dem Englischen übersetzt wurde, mit seinen Zeilenlangen und teilweise sehr verschachtelten Sätzen. Kurzum: ich hab lange gebraucht, um mit dem Schreibstil und im Umkehrschluss auch mit dem Buch warmzuwerden.
Man wird zu Beginn mit Informationen geradezu überschüttet und die Fragezeichen, werden beim Fortschreiten der Geschichte eher mehr als weniger. Aber das Worldbuilding und der Aufbau der Geschichte ist der absolute Wahnsinn! Das Buch bieten einen Haufen an ungelösten Mysterien und unerwarteten Entwicklungen. Das Setting ist wundervoll düster und einzigartig. Die Welt ist im Nebel verhüllt, dieser schadet jedem, der sich in ihm bewegt, es sei den man ist einer der mysteriösen Nebeljäger. Die Städte werden mithilfe von Kristallen und Magie vom Nebel abgeschirmt und generell benötigt jeder Mensch, beim Verlassen dieser Städte einen Nebelkristall. Es gibt Schwerter, in denen Seelen eingefangen werden. Die Seelen von getöteten Menschen werden zu Nebel gemacht, von niemand anderem als dem Protagonisten Clach.
Als Leser lernt man gemeinsam mit Clach, als dieser durch ein Attentat auf eine Adelige eine Reihe von Ereignissen auslöst, die er sich selbst nicht erklären kann. Andere Charaktere sind Ormgair, einer der berüchtigten Nebeljäger, der es sich zur Aufgabe gemacht hat Clach zu finden und zu töten. Auf seiner Reise durch die Stadt trifft er auf Morven, eine junge Tempelritterin und setzt gemeinsam mit ihr seinen Weg fort. Dann gibt es noch Gerskegard, ein Inquisitor, der ebenfalls versucht Clach auszuschalten und ihn sogar vergiften lässt.
Es ist eine Geschichte von Mysterien, Verschwörungen und absolut brutaler Gewalt. Also nichts für schwache Gemüter!
Ich habe eine ganze Weile gebraucht, um mit den Charakteren warmzuwerden. Vor allem mit Clach, der zu Anfang als ein selbstverliebter und arroganter Mann dargestellt wird. Aber als er sogar noch unter dem Einfluss eines extrem schmerzhaften Giftes in absoluter Badass Mariner mehrere Wachen ohne Probleme ausgeschaltet hat, hab ich ihn in mein Herz geschlossen. Gib mir einen badass Assassinen als Charakter und ich bin glücklich!
Ich kann die ganze Buchreihe sehr empfehlen, die meiner Ansicht nach, von Buch zu Buch besser wird!
Ich hatte mal wieder Lust auf ein Fantasy-Buch, von dem ich noch so gar nichts gehört hatte. Da bot sich dieses mit dem tollen Klappentext und Cover geradezu an.
Cover/Titel/Gestaltung Ein wunderschönes Cover. Ich mag diese verruchten Farben, und den Mann mit den Dolchen in diesem rötlichen Schein.
Idee/Handlung Das Buch ist so ganz anders, als ich erwartet hatte. Ich dachte es geht um eine Auftragsmörder-Geschichte aus der Ich-Perspektive eines vielleicht sogar humorvollen Protagonisten in einer fiktiven Welt. Doch es ist wirklich anders.
Man wird in die Geschichte hineingeworfen, und zwar auf eine ungute Weise. Gleich zu Beginn wird mit Fremdwörtern in der neuen Welt um sich geworfen, ohne großartige Erklärungen. Dazu kam, dass die Geschichte aus 4 (!) Perspektiven erzählt wurde, die zuerst keinerlei Zusammenhang zu haben schienen. Noch obendrauf dieser Schreibstil - dazu später mehr - und meine Begeisterung sank unter den Nullpunkt.
Erstmal fehlte mir ein klarer Satz zu der Welt, in der wir uns befinden. Die Beschreibungen dieser Welt musste man förmlich suchen, denn sie wurden gut verpackt in religiösen Sagen und Andeutungen. Für euch im Klartext: Es gibt die Stadt Fomor, die eine magische Kuppel hat, um einen normalen Himmel über die Stadt zu projezieren, denn sonst gibt es überall nur Nebel. Dann gibt es noch außerhalb der Stadtmauern wilde Stämme, die sich gegenseitig bekriegen, z. B. die Kreen und die Tanleigh. Mehr hätte ich mir nicht gewünscht, doch leider muss der Autor dies in den ganzen Sagen über Götter und Titanen verpacken.
Dann kommt die eigentliche Handlung an sich: Ein Auftragsmörder, eine Templerin, ein Barbar und der Jäger des Auftragsmörders. Zuerst war ich erstmal perplex, wer jetzt wer ist, denn die Namen von den Protagonisten und auch der Übrigen haben nicht zur Verständlichkeit begetragen. Clach, auch Totenkaiser genannt, Morven, Templerin und Tochter des Archonten, Ormgair, Barbar und Nebeljäger, und schlussendlich Greskegard, der Jäger von Clach. Dann noch "Sanftleben", Barbar und Greskegards Begleiter. An sich habe ich überhaupt nichts gegen fantasievolle Namen, doch hier wär eine kleine, genaue Einführung wer wer ist sehr sinnvoll gewesen, anstatt alle möglichen Namen + seltsame, neue Fremdwörter in den ersten 50 Seiten dem Leser reinzuknallen.
Die eigentliche Handlung war teils dann auch sehr abstrakt. Es wäre schön gewesen, die vielen Religionen, die erwähnt werden, mal genauer zu erklären, anstatt davon auszugehen, dass der Leser alles über die Todesgöttin, den Lichtherrn, die Titanen und den Aberglauben der Barbaren weiß. Dadurch hatte ich oftmals eine Fragezeichen im Gesicht, wenn der Protagonist manche Worte wie selbstverständlich benutzt, wie z.B. "Die Kreen". Es hat sich herausgestellt, dass das Menschen eines bestimmten Stammes sind.
Also es geht darum, dass es sogenannte "Heimkehrer" gibt, Menschen die sterben und wieder auferstehen. Danach erinnert sich niemand mehr an dessen Tod, nur manche, wie unsere vier Protagonisten, können sich noch erinnern. Dementsprechend haben es die Heimkehrer auf die Hauptfiguren abgesehen, nur dass die Protagonisten da erstmal darauf kommen müssen. Was das alles mit den Titanen zu tun hat, ist mir immer noch ein wenig unschlüssig^^
Das Ende war für mich noch das Beste am Buch. Alle möglichen Begriffe und Charaktere waren mir nun klar, und ich konnte mich wenigstens noch für 70 Seiten auf die Geschichte einlassen. Es gab dann noch eine eher unvorhergesehene Wendung, und es ist offen geblieben. Man merkt einfach, dass dies ein Auftakt sein soll.
Ich bin mir zu 100% sicher, dass ich die Fortsetzung nicht lesen will.
Schreibstil Das Schlimmste am ganzen Buch. Es gab ganze Seiten darüber, wie jemand oder etwas aussah. Und zwar nicht in einfach Worten, sondern in sehr blumigen Beschreibungen, die mich einfach kirre gemacht haben. Ich habe dann auch tatsächlich immer wieder Absätze übersprungen, weil ich das einfach nicht mehr lesen konnte. Ein Beispiel:
Er selbst war für sein Alter in bemerkenswerter Verfassung. Und man sah es. Statt wie die meisten Tanleigh massig und breitschultrig, hatte Ormgair mehr von einem der Wölfe seiner Heimat: eine ausgezehrte Gestalt, gekleidet in ein gebeuteltes Kettenhemd und einen löchrigen Kilt mit einem Tartan. Knochige Schultern, von einem nachtblauen Pelzkragen verhüllt, dessen beste Tage schon zu Zeiten von Ormgairs Vater vorbei gewesen waren. Silberne Fibeln, die wie springende Berglöwen gearbeitet waren, hielten das zerrissene Relikt, angelaufen und geschwärzt. Ein einfacher Kurzbogen aus verleimten Horn nebst Köcher und eine schartige Axt verrieten Ormgairs Profession. Das Gesicht des Barbaren glich der Landschaft, die ihn umgab, eine perfekte Imitation aus Narbenhügeln und Faltentälern, in die wie zwei Bergseen Augen von einem solchen Grau eingebettet waren, dass man sie kaum vom umgebenden Nebel unterscheiden konnte. Wie die Wurzeln uralter Bäume baumelte sein zu vier Zöpfen geflochtener aschgrauer Bart bis auf die Brust, der Schädel war, abgesehen von einem daumendicken Haarstreifen, dem Zeichen der Kriegerwürde, kahl. Zwei Karstlöwen sprangen über von Feindeshand vernarbte Ohren, die ausgestreckten Pranken an den Schläfen endend. Zitat S. 19-20
Das ist die Beschreibung Einer. Einzigen. Person. Natürlich war es nicht bei jeder auftretenden Figur/Sache so ausführlich, da das Buch dann wohl doppelt so lang geworden wäre, dennoch ging es mir einfach gewaltig auf die Nerven. Vor allem war es nichtmal so die Länge der Beschreibung, die mich gestört hat (aber auch), sondern vor allem die Art der Beschreibung. Ich habe drei Kreuze gemacht, als es endlich zu Ende war. Doch das war leider noch nicht alles, was ich am Schreibstil zu kritisieren habe.
Die ganzen Kämpfe. Es gibt sehr viele Kampfszenen im Buch, und eine sehr hohe und ausführlich beschriebene Brutalität, wo ich erstmal nichts gegen hatte. Aber dann wurde zum ersten Mal - auf den ersten 10 Seiten - angemerkt, wie die Tote "geräuschvoll ihre Blase und ihren Darm entleert". Dann wurde es wieder erwähnt. Und wieder. Und wieder. Und wieder. Und wieder. Und wieder. Und wieder. Ihr wisst worauf ich hinaus will? Es gibt einen Haufen Tote in diesem Buch und beinahe jedes Mal wurde erwähnt, wie sie nach dem Tod Blase und Darm entleeren. Klar, es ist wahr und kann ja auch mal erwähnt werden, ABER es ca. 100 mal zu erwähnen, ist einfach nur nervig und eklig!!!!! Ich meine, der Leser ist doch nicht dumm, ich hatte es schon nach dem ersten Mal verstanden! Aber es immer wieder zu erwähnen, so finde ich, ist einfach geschmacklos und ekelhaft. Es mag zwar gut für die Authenzität sein, aber mir als Leser hat es die Lesefreude genommen. -> Ich werde die Finger von diesem Autor lassen
Fazit Ein Buch, welches ich mit unendlicher Freude beendet habe, weil es endlich vorbei war. Das Einzig Gute am Buch sind das Ende und die einigermaßen gelungenen Charaktere. Handlung war mir alles in Einem zu abstrakt, und vom Schreibstil will ich gar nicht erst anfangen.
DNF 284/510 Ich hatte wieder einmal Lust für ein solides High-Fantasy Buch und ging entsprechend die Regale in der lokalen Bibliothek durch. Da die ersten Bände vieler Serien gerade ausgeliehen waren begnügte ich mich mit dem vorhandenen. Dieses Buch also. Ich gab mir richtig Mühe dieses Buch zu lesen und ich bin selbst überrascht, dass ich es durch mehr als die Hälfte durchgeschafft habe...
In kurzen, einfachen Worten. Es ist ein totales Gemetzel aus Sicht von vier Personen. Blumige Beschreibungen von Blutgeysiren aus Halsstümpfen und sonstigen abgehackten Körperteilen, blutbesprenkelte Räume, die nur so von Rot troffen. Und dann auch noch 'ne Vergewaltigung. Alles so verschlungen geschrieben mit seitenlangen Beschreibungen, dass man ganze Abschnitte las und später feststellen musste, dass sich das Gehirn schon längstens verabschiedet hatte. Irgendwann muss ich sagen, nein, danke.
Auf jeden Fall mal einen Blick wert, vor allem, wenn man Geschichten mit Meuchelmördern mag. Trotzdem hat es mich einfach nicht genug gereizt, auch das Ende zu erfahren. Daher dnf nach 388 Seiten.
Die Handlung rund um den Totenkaiser spielt in einer mittelalterlich anmutenden Welt, in der unbeliebte Arkanisten eine Art Schutzwall aufrecht erhalten. Der Assassine dient dem Sharis-Kult und ermordet im Auftrag der Todesbotin bis sich herausstellt, dass er in Wirklichkeit all die Zeit die Morde im Auftrag eines anderen ausführt. Clach sinnt auf Antworten und versucht herauszufinden was es zudem mit den seltsamen Heimkehrern auf sich hat. Auch der Amboss-Krieger Ormgair und der brutale Inquisitor Greskegard haben es auf den Attentäter abgesehen. Auch die junge Templerin Morven aus dem Orden des Lichtfürsten führt eine heiße Spur auf Umwegen zu den Heimkehrern. Wie man sieht gibt es im Grunde genommen keine richtige Hauptfigur, wobei sich natürlich dennoch alles um den Totenkaiser Clach dreht. Besonders gut gefiel mir natürlich, dass jede Figur trotz ihrer Aufgabe dennoch ein ganz eigenes Motiv in die Stadt geführt hat. Bernhard Trecksel hat gekonnt alle losen Fäden zu einem Strang zusammengezogen, so dass sich die Handlung verdichtet und ihrem Finale auf interessante Weise nähert. Vor allem die Szenen, die öfter durch Perspektivwechsel erzählt wurden fand ich gelungen aufgebaut, so konnte man eine Szene oftmals durch zwei Figuren aus einem anderen Blickwinkel wahrnhemen. Die Handlung spielt hauptsächlich wie erwähnt in einer mittelalterlichen Stadt. Es gibt verschiedene Stämme außerhalb und natürlich führt alles auf den großen Kampf der Titanen zurück, die eine wichtige Rolle in der Handlung einnehmen. Besonders gefallen haben mir auch die kurzen Einschübe zwischen den Kapiteln in denen man mehr über die Titanen und ihre Geschichte erfährt sowie ab und an ein paar Sichten der Bürger der Stadt. Clach mochte ich soweit, nur hatte er schon ein ziemlich großes Ego, weil er sich in allem so perfekt wähnte. Beim Lesen merkt man aber schnell, dass er nicht immer alles unter Kontrolle hat und auch als Totenkaiser Fehler macht was ihn wiederum menschlicher wirken lässt. Ormgair fand ich toll. Genau wie Sanftleben ist er ein Barbar aus dem Amboss und sinnt auf Rache an den Kreen, die seinen Stamm dem Erdboden gleich gemacht haben, dennoch führt ihn sein Weg in die Stadt. Unterhaltsam fand ich es, als er versucht hat Morven die Gebräuche seines Stammes zu verdeutlichen. Morven ist wahrscheinlich die jüngste Figur in Nebelmacher. Sie hat mit ihrem Status zu kämpfen und fühlt sich sichtlich unwohl in ihrer Rolle als Templerin. Erst nach und nach, vor allem nach einem großen Schicksalsschlag, kommt Morven ein wenig mehr aus sich heraus. Wen ich gar nicht mochte war Greskegard. Der Mann nimmt wirklich alle Mittel und Wege um an Informationen zu gelangen und geht desöfteren dafür auch mal über Leichen. Das Ende ist relativ offen, ob das so beabsichtigt ist oder doch noch eine Fortsetzung folgen wird bleibt wohl unklar. An sich finde ich das offene Ende gar nicht mal so schlecht. Clach macht seinem Namen als Totenkaiser alle Ehre und auch die anderen Figuren kommen nicht zu kurz. Man hat so das Gefühl, dass das Ende auf etwas wirklich Großes hinausläuft, aber na ja, das bleibt dann auch wieder eine offene Frage, die es der Fantasie des Leser überlässt wie Nebelmacher enden könnte. Die Idee mit dem Sharis-Kult fand ich recht interessant, darüber hätte ich gern mehr erfahren, ebenso wie den Nebelmachern und Nebeljägern – was mir ein zu kurz abgehandelt worden ist. Nur die Todesbotin fand ich ein wenig langweilig, als so herauskam was es mit ihr auf sich hatte. Danach fand ich sie nicht mehr so besonders spannend. Alles in allem eine gelungene Geschichte, bei der mir vor allem der Erzählstil von Bernhard Trecksler gefallen hat. Trotz einiger Bandwurmsätze, hat er sehr viele anschauliche Metaphern genutzt und die Handlung nachvollziehbar aufgebaut, so dass im Grunde genommen keine der Figuren zu kurz kam. Obwohl die Kapitel recht lang waren, hat es mich bei diesem Buch gar nicht gestört und dank dem Schreibstil des Autors fiel das auch nicht weiter ins Gewicht. Auch an eine Karte wurde gedacht, die man vorne und hinten beim Aufklappen im Buch ansehen kann. Finde ich super, dass daran gedacht worden ist.
Nebelmacher ist durchaus ein spannendes Debutwerk in das man mal reinlesen sollte. Wer Fantasy und Geschichten über Assassinen mag sollte einen Blick riskieren. Es gibt eine Menge Action und einige interessante Storywendungen. Wer nach Romantik sucht, sollte sich allerdings anderweitig umsehen.
Als ich das Buch beendet hatte, hatte ich den Eindruck, dass die Handlung noch nicht vollendet ist, sondern der Roman nur den ersten Akt einer größeren Geschichte erzählt hat. Aber es gibt nirgendwo einen Hinweis darauf, dass (bisher?) weitere Bände geplant sind. Etwas schade, denn durch diese Ungewissheit bin ich unsicher, wie ich das Ende einschätzen soll. Für ein Stand-Alone-Roman ist es mir eindeutig zu offen, was das Schicksal der Figuren betrifft, aber für einen Reihenauftakt wäre es ideal.
Ansonsten ist für mich das Reizvollste an dem Buch die Welt, die der Autor erschaffen hat. Nach dem Kampf von Göttern gegeinander, ist die Welt komplett mit einem Nebel bedeckt und das zivilisierte Leben findet nur noch in wenigen Städten statt, die mit einer magischen Kuppel gegen den Nebel geschützt sind. In der Wildnis im Nebel leben nur noch Barbaren. Es gibt den Kult um eine Totengöttin, deren Anhänger die Fähigkeit haben Sterbenden die Seele entreißen zu können und sie so komplett vernichten. Aber trotz des vielen Potentials, dass diese Welt hat, wird sie leider nie wirklich erklärt. Es gibt zwar zwischen den einzelnen Kapiteln kurze Einschübe über die Entstehung der Welt, aber die Funktionsweise wird auch da nicht erklärt. Was dieser Nebel bewirkt. Oder wie beispielsweise die Nahrungsversorgung in den Städten funktioniert, wenn im Umland Nebel herrscht und dort keiner Landwirtschaft betreibt. Oder warum die Arkanisten, dei Magier, welche die Kuppel erschafften und jetzt hin und wieder reparieren, von den Städtern gehasst werden, obwohl ohne die Stadt vom Nebel verschluckt werden würde. Oder wie genau der Prozess der Seelenzersörung funktioniert – man erfährt nur, dass die menschliche Seele in einen Vogel umgebettet wird und dass Tier dann von andern Tieren getötet wird, aber wozu genau diese Umbettung nötig ist? Keine Ahnung. Ich hätte da so gern mehr erfahren, weil es klingt, als könnte es großartig sein, aber es werden nie genug Details gegeben um sich diese Welt wirklich vorstellen zu können.
Die Handlung selbst ist um vier verschiedene Charaktere aufgebaut, wobei sich die Kapitel abwechselnd immer auf eine Figur konzentrieren, bis sich später im Buch die Handlungen von zwei und auch einmal drei Charakteren überkreuzen. und natürlich beeinflussen sich die einzelnen Handlungen auch gegenseitig schon vorher, auch wenn es nicht zu Begegnungen kommt. Allerdings war für mich diese Erzählweise auch etwas problematisch, denn ich fand nur zwei der vier Figuren von Anfang an interessant, die Kapitel über die anderen zwei waren also eher Zwangslektüre, damit ich wieder zu meinen Lieblingen kommen konnte. Aber Morven und Ormgair haben es einfach nicht geschafft mein Interesse an ihnen zu wecken im Gegensatz zu Clach und Greskegard.
Und teilweise fühlte ich mich beim Lesen auch einfach an Bruchstücke von anderen High Fantasy-Werken erinnert. Die feindlichen Nebel haben etwas von dem Nebel im dritten Teil der Mistborn-Reihe von Brandon Sanderson. Morven hat mich mehr als einmal stark an Brienne von Tarth aus A Song of Ice and Fire erinnert. Ich weiß nicht, ob es beabsichtigt war und es ist auch kein bloßes Kopieren, sondern schon jeweils eine eigene Version, aber gefallen hat es mir nicht sehr.
Wäre ich mir sicher gewesen, dass es zu dem Roman eine Fortsetzung gibt, hätte ich ihn wohl mit vier Sternen bewertet. Aber ohne mir dessen sicher zu sein, bleibt mir einfach zu viel ungeklärt. Das Schicksal aller vier Hauptfiguren ist nahezu völlig offen und der zentrale Konflikt wurde nur in Ansätzen angesprochen.
Clach, genannt »Totenkaiser«, ist ein Nebelmacher. Diese meisterlichen Assassinen töten im Dienste der Göttin des Mordens nicht nur den Körper, sondern können auch die Seele vernichten. Clach hat gerade einen Auftrag abgeschlossen, da erfährt er ungeheuerlichen: Seine Tötungen waren gar nicht von der Göttin sanktioniert – und damit wider ihr Gesetz! Clach macht sich auf die Jagd. Irgendjemand wird für diese Täuschung bezahlen. Doch der Totenkaiser ist längst selbst der Gejagte …
Fünf Mal habe ich versucht das Buch fertig zu lesen. Beim sechsten Mal habe ich es geschafft, was eher eine Qual war. Immer wieder wenn es spannend wurde, hat die Geschichte ihren Gesichtspunkt gewechselt. Die Geschichte wird aus mehreren Sichtweisen erzählt. Doch irgendwie machte es die Geschichte langweilige, verwirrt und löst die Spannung auf. Teilweise kam erst am Schluß heraus wie alles zusammenhängt. Zwei Sterne deshalb, weil es ab und zu Spannend war.
Besser kann man es nicht machen. Der Schreibstil, die Hauptpersonen, die Welt, die Handlung. Alles passt zusammen, es ist furchtbar spannend und immer passiert etwas, das man so nicht erwartet hätte. Ein bisschen brutal hier und da, aber das muss so. Da es der erste Band einer Trilogie ist, ist das Ende kein echter Abschluss und macht neugierig auf die Fortsetzung. Ganz toll gemacht, Herr Trecksel, aber jetzt ganz schnell Band 3 schreiben. Während ich mich gleich mit dem zweiten Teil vergnüge. ;)