Die "politischen Befragungsbücher" Walter Kempowskis gehören zum Grundbestand der Auseinandersetzung der Deutschen mit dem Nationalsozialismus. Jetzt werden sie wieder aufgelegt. Ende der 1950er Jahre begann Walter Kempowski, seine Verwandten nach ihren Erinnerungen an Kindheit, Jugend und die Zeit des Dritten Reichs zu befragen. Sorgfältig notierte der angehende Schriftsteller alles in den "roten Bänden", Grundstock für sein Romanprojekt der "Deutschen Chronik", das ihn berühmt machte. Parallel dazu fing er an, Nachbarn, Bekannten und Passanten zwei Fragen zu stellen: "Haben Sie Hitler gesehen?" und "Haben Sie davon gewusst?" (nämlich von den KZs). Kempowski betrat mit dieser systematischen Befragung Neuland und brach damit im Wirtschaftswunderland Deutschland ein Tabu. Denn Vergessen und Verdrängen war das Gebot der Stunde.
Walter Kempowski was a German writer. He was known for his series of novels called German Chronicle ("Deutsche Chronik") and the monumental Echolot ("Sonar"), a collage of autobiographical reports, letters and other documents by contemporary witnesses of the Second World War.
Ein spannendes Buch, in welchem Walter Kempowski Antworten auf die Frage ,,Haben Sie davon gewusst? " unkommentiert zusammengestellt hat. Die Antworten sind größtenteils erschreckend. Die Befragten stellen sich im besten Falle unsäglich naiv dar, oder haben schlichtweg nichts begriffen und sind nach dem Kriegsende genau so widerlich wie vorher. Ich fände es sehr spannend, wenn jemand von diesem Buch eine kommentierte Ausgabe erstellen würde, in welcher der zeitliche Kontext erläutert wird, indem den Antworten bspw. zeitgenössische Rubdfunkreden zur Seite gestellt würden. Kempowski überlasst das Urteil über die abgegebenen Antworten den Lesern: das ist gut. Sind diese jedoch so naiv wie die Befragten gerne wären, fallen sie bei vielen der Antworten einer Täuschung zum Opfer. Ich hätte mir zudem gewünscht, mehr Angaben zu den Befragten zu bekommen. Angegeben sind immer nur Beruf und Geburtsjahr. Interessant wäre mindestens noch der Wohnort während der Nazizeit gewesen.
Un altro interessantissimo reportage di Kempowski, questa volta chiede ai tedeschi se sapessero dell'esistenza dei campi di concentramento. E' veramente sorprendente come la maggior parte di loro risponde di esserne a conoscenza ma di non aver indagato cosa succedesse di preciso la' dentro: erano tutti troppo occupati a sopravvivere loro stessi, come dichiara un intervistato. Alcuni invece dicono di averlo saputo, e citano a loro discolpa varie scuse ("se lo sono meritato" oppure "erano tutti nemici del Reich"). Pochissimi si sentono responsabili, ma tutti vogliono dimenticare.