Das Buch ist sehr informationsdicht und fasst die Geschichte Israels seit dem Aufkommen des Zionismus' im 19. Jahrhundert gut zusammen und eignet sich besonders als Einstieg.
Stellenweise ist den Aufzählungen der Wahlergebnisse schwer zu folgen, eine grafische Darstellung nach politischen Lagern wäre wünschenswert.
Der Nahostkonflikt wird weitesgehend wertungsfrei beschrieben, ob dies immer angebracht ist, darüber lässt sich streiten. Bei strittigen Punkten werden die Israelische und die Palästinensische Position kommentarlos gegenübergestellt, wobei der Konflikt aus einem israelischen POV beschrieben wird (Hintergründe, Gedankengänge, innere Streitigkeiten, Vorwürfe und Rechtfertigungen der Israelischen Seite werden in größeren Detail als bei den Palästinensern aufgearbeitet, was beim Namen des Buches jedoch nachvollziehbar ist). Aber, dass beide Perspektiven wertungsfrei zu Wort kommen ist positiv zu bewerten.
Es wird, meiner Meinung nach, zu sehr auf den Nahostkonflikt eingegangen als auf die anderen innenpolitischen Ereignisse und Entwicklungen in Israel. Sie sind lediglich am Ende des Buches und als eingeworfene Erklärung der Knesset-Wahlergebnisse zu finden. Als "Geschichte des Staates Israels" kommen Aspekte der Geschichte Israels, die nicht direkt mit dem Nahostkonflikt zusammenhängen zu kurz und als Geschichte des Nahostkonfliktes, die Geschichte und Perspektive der Palästinenser.
Ich persönlich weiß zu wenig um die historische Richtigkeit des Buches zu beurteilen, doch anhand der Qualifkationen des Autors in Judaistik und Islamwissenschaften ist dies anzunehmen.
Das Buch und seine Kapitel sind kurz und eignen sich dadurch gut zum Lesen unterwegs, es gibt trotz der angegeben Kritikpunkte einen guten Überblick über die Geschichte Israels.
Ich würde dem Buch 3-4 Sterne geben, doch Goodreads lässt bekanntlich keine 3.5-Sterne-Bewertung zu.