Es war eine Schnapsidee, alleine durch die USA zu kurven! Ich, Dr. Emma Killer aus Freiburg, kann zwar fließend Englisch – rechtzeitig tanken kann ich nicht. Und natürlich muss ich in der Pampa Arizonas liegen bleiben, wo nichts los ist. Nada. Nothing. Bis ein Cowboytyp im staubigen Pick-up stoppt und mir seine Hilfe anbietet. Ich will nicht herausfinden müssen, was der Macho unter „abschleppen“ versteht, und lehne dankend ab. Nach einer Nacht in der Arrestzelle (längere Geschichte) begegne ich dem Typen wieder. Notgedrungen nehme ich sein Angebot an, auf der Ferienranch seiner Familie zu übernachten. Wenn der Cowboy nur nicht so verdammt sexy wäre! Dieser knackige Hintern, die rotbraunen Locken, die intensiven blaugrauen Augen und dann noch dieses Grübchen im Kinn … „Ran an den Mann“, rät mir meine Freundin Heidi. Vergiss es! Ich kann keine One-Night-Stands und in drei Tagen bin ich wieder weg. Ein Glück, dass ich so gut im Neinsagen bin.
Eine romantische Komödie voller Herz, Witz und Charme
Leseprobe Hilfe, was war das denn? Ich drehe mich um und sehe einen militärgrünen Pick-up-Truck auf mich zurollen. Noch einmal ertönt die Hupe, dann hält der verstaubte Pick-up am Rand der Straße, die keine richtige ist, die Fahrertür öffnet sich, und ein Typ in Jeans und T-Shirt steigt aus, das Gesicht bleibt unter einem braunen Cowboyhut verborgen. Er überquert die Staubpiste und kommt auf mich zu. Unmittelbar vor der geöffneten Heckklappe bleibt er stehen. Bedrohlich ragt er über mir auf. Ich starre auf ein Paar derbe Cowboystiefel und bin so perplex, dass ich völlig vergesse, mich rechtzeitig in eine stehende Kampfposition zu bringen, wie ich das im Selbstverteidigungskurs gelernt habe. Frau weiß schließlich nie – und aus meiner Froschperspektive erscheint mir der Fremde beängstigend groß und kräftig. Für alle Fälle nehme ich schon mal seine Kronjuwelen unter der verwaschenen Jeans ins Visier und stelle mich darauf ein, gleich feste auf sie einzukicken. „Need any help?“, fragt mich eine dunkle Stimme unter besagtem Cowboyhut, den der Typ kurz abnimmt, um sich mit der Hand durch eine dunkle Lockenmähne zu fahren, die in der Abendsonne rötlich glänzt. Na schön, der Fremde scheint in friedlicher Mission hier zu sein. Aber weshalb hebt er bei meinem Anblick die Augenbrauen? Ich schaue an mir herunter … Scheiße! Ich sitze noch immer barfuß auf dem Wüstenboden. In meiner Unterhose. In dieser lächerlichen, kreischpinken Unterhose, die mir Heidi vor der Reise geschenkt hat. Im Sixpack – und mit vielen bunten Cowboys drauf. Mir verschlägt’s die Sprache. Ein Gentleman hätte sich längst unauffällig abgewandt. Aber dieser Cowboy in dieser gottverlassenen Gegend ist offenkundig kein Gentleman. Im Gegenteil. Die Augen unter der schwarzen Wayfarer-Sonnenbrille mustern mich noch immer unverhohlen, und der Typ macht auch keinerlei Anstalten, sich dezent umzudrehen. Nein, natürlich nicht. Er steht nur stumm da und glotzt mich an, während ich in mir die Röte aufsteigen spüre. Eine Mischung aus Wut und Verlegenheit, vermute ich. Wenigstens ist die Unterhose aus kräftiger Baumwolle. Viel abzugucken gibt’s nicht für den Spanner. Trotzdem. Ich bin in Rage.