Als Jina Mahsa Amini ermordet wird und die erste von Frauen geführte Revolution im Iran ausbricht, stehen Jina, ihre Schwester Roya und ihre Nichte Nika vor der entscheidenden kämpfen oder sich verstecken? Jina, die in Südfrankreich lebt, wird von Erinnerungen an ihre Aufenthalte im Iran überflutet – an die Gastfreundschaft ihrer Familie, an heimliche Lieben und an den Sommer 2009, als sie selbst an den Protesten gegen das Regime teilnahm. Was als Versuch beginnt, den Schmerz der Gegenwart zu verstehen, wird zu einer intensiven Reise in ihre Vergangenheit und zu einer poetischen Reflexion über Heimat, Freiheit und Verantwortung.
Der Umriss Irans erinnert an eine Katze - und die Ermordung der kurdisch stämmigen Iranerin Jina Mahsa Amini 2022 katapultieren die gleichnamige Protagonistin direkt von Frankreich in das Herz ihrer Heimat, das Herz der Katze. Von ihrem Handybildschirm aus beobachtet sie die landesweiten Proteste, die der Tod der jungen Frau ausgelöst haben. Ihre Schwester und ihre Nichte befinden sich indes mittendrin in den illegalen Demonstrationen, scheinbar furchtlos nehmen sie daran teil. Jina ist voller Angst um ihre Verwandten und erinnert sich zugleich zurück an ihre erste Reise in den Iran 2000, die Besuche bei ihrer Schwester und ihren Tanten, die Geschmäcker, Gerüche und Farben, die ihr bei ihrer Rundreise begegneten. Und sie denkt an Iman, ihre geheimnisvolle Reiseführerin.
Jina Khayyer erzählt in ihrem autofiktionalen Debütroman "Im Herzen der Katze" gleichzeitig von den politischen Geschehnissen im Iran, das unter der Herrschaft eines islamischen Regimes leidet, und von einer persönlichen Familien- und Liebesgeschichte, was den Roman nahbar macht. Ihre Sprache ist poetisch, selbst wenn sie von schrecklichen Gräueltaten schreibt, trotzdem lässt sie keinen Raum, den Blick abzuwenden von der Unterdrückung der Frauen im Iran und dem willkürlichen politischen System der Mullahs. Mich hat sie mit Jinas Geschichte sehr berührt, ich konnte das Buch zeitweise kaum weglegen. Einzig der Mittelteil hat sich für meinen Geschmack ein wenig gezogen, der Reisebericht geriet für mich zu lange. Jina Khayyers Debüt ist ein Buch über das Sehnen nach einer fernen Heimat, die es so, wie man es sich wünscht, aktuell leider gar nicht gibt, ein wichtiger Beitrag zum Verstehen der Geschehnisse im Iran und eine Erinnerung, nicht wegzusehen, auch wenn die Proteste rund um Jina Mahsa Aminis Ermordung in unseren Köpfen bereits wieder an den äußeren Rand gerückt sind. Eine durch und durch lohnenswerte Lektüre!
Noch ein kleiner Hinweis: "Im Herzen der Katze" gibt es gerade eingesprochen von Pegah Ferydoni kostenlos in der ARD-Audiothek als Hörbuch zu hören!
Auch hier wieder: Unheimlich wichtiges Buch mit wichtiger Thematik.
Vermutlich haben die Meisten die schrecklichen Bilder auf Instagram gesehen. Haben gesehen, wie Frauen, Männer und Kinder im Iran inhaftiert, geschlagen und zu Tode gekommen sind. Sie haben gekämpft und werden für ihre Freiheit weiter kämpfen. Ich hoffe, dass die unzähligen Opfer eines Tages durch ihren unbändigen Mut, den nachfolgenden Generationen ein Leben in Freiheit ermöglichen können.
Häufig musste ich auch während dieses Textes Pausen einlegen, da ich sofort schreckliche Bilder im Kopf hatte.
Zu oft bleibt man sprachlos, wenn man an diese Brutalität denkt. Verarbeiten kann ich solche Videos bis heute nicht. Kann nicht glauben, dass Menschen anderen Menschen solche massive Gewalt antun können.
Jina Khayyer schafft es dennoch, dass man Hoffnung schöpft. Dass es Menschen, vor allen Dingen viele junge Menschen, gibt, die im Iran für ein selbstbestimmtes Leben kämpfen. Die Autorin führt uns Land und Leute vor Augen. Zeigt auf, dass die Allermeisten in Frieden und Freiheit leben möchten, dass wir uns darin -überall auf der Welt- nicht unterscheiden. Und das wir diese essenziellen Gemeinsamkeiten nie vergessen dürfen.
Ich wünschte, dieses Buch hätte es aufgrund seines Inhaltes auf die Short-List geschafft. Meines Erachtens sind diese Texte sehr viel wichtiger als experimentelle Literatur. Es ist unheimlich wichtig, dass die Menschen im Iran sichtbar bleiben und nicht vergessen werden❤️.
Dieser literarische Roman hat mich unglaublich berührt.
Die in Deutschland aufgewachsene Autorin mit iranischen Wurzeln erzählt uns in dieser Autofiktion, wie die gleichnamige Protagonistin durch den Aktivismus ihrer in Iran lebenden Nichte, an ihre Reise in Iran vor einigen Jahren erinnert wird. Dieses Land, das auf der Karte einer Katze ähnelt. Sie erzählt uns von der Schönheit der persischen Sprache, der Kultur, Landschaften und dem Essen. Und nicht zuletzt von den Menschen und besonders den Frauen, die seit Jahrzehnten unterdrückt werden und sich dennoch im Privaten nicht unterkriegen lassen.
Es ist kein Spoiler zu sagen, dass diese vorsichtige, aber noch relativ unbesorgte Stimmung mit der Rebellion der jungen Generation und besonders den Mädchen und Frauen kippt.
Der Roman hat mich sehr mitgenommen. Er malt dieses wunderschöne Bild eines Landes, nur um uns dann die zerstörerische Seite vor Augen zu halten. Ich habe einiges über die Kultur der Iraner*innen gelernt und besonders die sprachliche Schönheit werde ich so schnell nicht vergessen.
Ich kann das (Hör-)buch wirklich nur wärmstens empfehlen!
„Als sie an die Macht kamen, zersprangen die Uhren, die Sonne ging unter, der Mond ging unter, das Meer ging unter, die Zeit stand monatelang still, und dann drehte sich die Zeit zurück, gegen den Uhrzeigersinn, gegen jeden Menschensinn.“
In vielerlei Hinsicht erinnert mich dieses Buch an eines meiner absoluten Highlights der letztjährigen Longlist - Vierundsiebzig von Ronya Othmann. Auch bei Vierundsiebzig habe ich extrem viel gelernt über den Völkermord der Islamisten an den kurdischen Jesiden, von dem ich davor nicht einmal wirklich etwas wusste.
Im Herzen der Katze hingegen geht es um die Proteste gegen das islamistische Regime im Iran ab 2022, die die Autorin zum Anlass nimmt, ihre Reise in ihr Heimatland fast 25 Jahre zuvor noch einmal zu beleuchten.
Die Begegnungen, die sie dort hat, während sie sich selbst immer wieder durch fast unfreiwillige Akte der Gedankenlosigkeit in Todesgefahr begibt, haben mich tief mitgenommen und berührt. Die Liebe, die Jina Khayyer für ihr Heimatland Iran hat, ist so derartig spürbar, dass es einem umso tiefer ins Herz schneidet, dass ihr Land noch nicht dasjenige ist, das es ihr möglich machen würde, zurückzukehren und sich auch vollkommen damit zu identifizieren.
Ihre Nacherzählung der Reise in den Iran - die Szenen in Sammeltaxi, bei der Blumenverkäuferin oder im Rosengarten in Persepolis - waren so derartig lebensnahe und großartig geschrieben, dass in mir selbst eine wohl ähnliche Sehnsucht entwachsen ist wie bei der Erzählerin. Und dennoch sind diese großartigen Erinnerungen beinahe verblasst im Vergleich zu dem, was sie über ihre Nichte erzählt - und wie diese sich, trotz wiederholter Lebensgefahr, nicht davon abhalten lässt, für die Selbstbestimmung der Frauen in ihrem Land zu kämpfen.
Dieses Buch ist extrem gut, ich kann nicht anders als mit 100% Zufriedenheit und Begeisterung 5 Sterne zu geben.
Es ist ruhig geworden, wenn es um Nachrichten aus dem Iran geht. Doch der Schein trügt. Mindestens 17 Frauenrechtsaktivistinnen sind im Juli festgenommen worden, 3 starben in den Gefängnissen. Die Geschlechterpolitik des Iran kostet vielen Frauen das Leben, doch sie hören nicht auf zu protestieren!
Jina Khayyer gibt diesen Frauen mit ihrem autofiktionalen Roman eine Stimme. Die Erzählerin heißt wie sie und sieht im Fernsehen, wie 2022 die gleichnamige Jina Mahsa Amini geprügelt und festgenommen wird, weil ihr Kopftuch nicht richtig sitzt. Tage später war sie tot. Daraufhin starten Proteste, die ihresgleichen suchen und die Jina macht sich Sorgen um ihre Schwester und ihre Nichte, die in Teheran leben.
Während sie versucht mit Ihnen Kontakt aufzunehmen erinnert sie sich an eine Reise, 2009 in den Iran. Der Verwandtschaftsbesuch wird zu einer Suche nach der eigenen Identität, der Kultur und der Sprache für Dinge die unaussprechlich scheinen. Jina nahm damals auch an den Protesten der grünen Bewegung teil. Sie, eine offen lesbisch lebende Frau, muss in der Heimat ihrer Vorfahren viele Kompromisse machen. Sie kann es zuerst nicht glauben, wie restriktiv das Regime auf die Einhaltung absurder Ideen besteht und mit der geheimen Polizei gegen jede noch so kleine Verfehlung mit massiver Gewalt vorgeht. Eine als Mann verkleidete Taxifahrerin klärt sie ausführlich darüber auf und bringt sie an Plätze, wo das noch mal deutlich wird. Nichts ist erlaubt, kein Gespräch zwischen Mann und Frau, kein Alkohol, keine Musik. Kein Tanz, keine Sprache jenseits der eigenen. Augenöffnend, fand ich das Gespräch über Liebe, bei dem ihr Schwester analysiert, dass der Grund für das Verbot von Liebe und Sexualität mit Kontrolle zu tun hat. Ein Staat, der das verbietet weiß, dass Menschen die körperliche Bedürfnisse ausleben dürfen, Indoktrination viel leichter durchblicken. Menschen, denen das verwehrt wird, flüchten sich in extremistische religiöse Praktiken und Anbetung von Personen, die diese blinde Unterwerfung brauchen, um ihre Macht zu erhalten. Ein interessanter Gedanke, der auch auf andere Entwicklungen übertragen werden kann, zB Trump und die extremen Evangelikalen! Viele solcher für mich neuen Thesen findet man im Text, der nicht ganz Roman und nicht ganz Fiktion ist. Die Autorin scheint ihre eigenen Erlebnisse literarisch zu verarbeiten und das ist ihr exzellent gelungen. Sie verknüpft reale Ereignisse mit einer fiktiven Geschichte, die an ihr Leben angelehnt ist.
Mir hat sehr gut gefallen, wie sie die Solidarität unter Frauen beschreibt. Während sie sich in ständiger Bedrohung befinden, schaffen Sie unter dem Radar ein Gemeinschaftsgefühl, dass sie gleichzeitig stark macht. Obwohl ihr Leben täglich in Gefahr ist, versuchen Sie eine Parallelwelt im Dunklen aufzubauen. Meist gelingt Ihnen das sogar, denn sie sind viele, und sie erfinden sich immer wieder neu. Ganz nebenbei erfährt man sehr viel über die Kultur, die Geschichte und die Traditionen des Iran. Mir war schon bekannt, dass die iranische Gesellschaft im Grunde genommen eine sehr offene ist. Sie lassen sich nicht abschotten, sondern suchen sich Informationen über die Welt jenseits ihrer Grenzen. Ich habe mich früher oft gewundert, wie anders Menschen aus dem Iran sind, wenn sie mir im beruflichen Kontext begegnen. Sie lernen oft sehr viel schneller als andere fast akzentfreies Deutsch und legen großen Wert auf ein kultiviertes und gebildetes Auftreten. Manchmal sind sie von deutschen Mitbürgern nicht zu unterscheiden. In diesem Text erkenne ich die Dynamik, die genau dazu führt. Der Hunger frei und offen und unbeschadet leben zu können, scheint im Iran noch ausgeprägter zu sein als in anderen Staaten. Wenn man die Geschichte des Irans betrachtet und die Bestrebungen, die der nicht minder brutale Schah von Persien an den Tag legte – in den Kontext eins zu werden mit dem Westen setzt, wundert das nicht. Auch solche Informationen sind Teil der Lektüre. Dabei bleibt der Stil leicht, und teilweise wirkt er sogar unbeschwert, was in Anbetracht des Inhalts bestimmt keine leichte Sache war.
Jina Khayyer hat mit diesem Text etwas geschafft bei dem ich mir nicht sicher bin, ob es überhaupt sein darf – mich zu unterhalten und gleichzeitig unglaubliche Wut in mir auszulösen. Ich finde, das Buch ist ein würdiger Kandidat für die Shortlist.
Ein Highlight, eine große Empfehlung an alle. Ich bewundere die Frauen im Iran und wünsche mir, dass sie stark genug bleiben. Ich könnte es wahrscheinlich nicht. Und wenn wir angesichts der vielen Krisenherde auf der Welt zu schwach sind, mitzukämpfen, so lasst sie uns wenigstens nicht vergessen. „Jin, Jiyan, Azadî - Frau, Leben, Freiheit“
Entsetzt liest Jina vom Tod der jungen Jina Mahsa Amiri, die in Teheran ermordet wurde. Die Verstorbene trug den selben Namen wie Jina, die immer dachte, ihr Name sei einzigartig. Sofort ruft Jina ihre Mutter an und berichtet von den Ereignissen. Amiris Tod löst einen Aufruhr der Frauen im Iran aus. Und Jina, die in Deutschland aufgewachsen inzwischen in Südfrankreich lebt, erinnert sich an ihre Reisen in das Land, das ihr Vater verlassen hatte. Dort haben die Tanten ihr von der Familie erzählt und ihr warmherzige Gastfreundschaft zuteil werden lassen, dort hat sie mit ihrer Schwester eine Reise durch das Land unternommen, dort ist sie selbst in die Proteste geraten.
Die Erzählerin Jina erzählt von ihrem Land, das sie eigentlich nicht so gut kannte, in dem sie sich gleichzeitig fremd und heimisch fühlte. Ihre Verwandten empfangen sie mit offenen Armen und offenen Herzen. Die Offenheit findet allerdings hinter verschlossenen Türen statt, innerhalb der Familie kann man sich vertrauen. Draußen wird das Leben besonders der Frauen durch den Staat in eines der Einschränkungen und Verborte verwandelt wird. Jederzeit kann man denunziert oder gleich verhaftet werden. Und nur unter Vertrauten kann man sich ehrlich austauschen. Doch es gab auch mal einen anderen Iran, der nicht vergessen ist.
Mal ein Experiment das Hörbuch im gleichen Zeitraum zu hören, wie man das Buch liest. Von Pegah Feridony sehr lebendig vorgetragen, verschafft einem die Leserin einen authentischen Einblick von der Lebhaftigkeit der Menschen, der Fülle der Sprache und auch deren Klangfärbung. Im Buch dagegen bekommt man eben auch mit, was häufig im Hörbuch fehlt, die Schreibweise der Namen. Die Sätze in Farsi sind in Lautschrift dargestellt, was im Zusammenklang mit dem Gehörten einen guten Eindruck verschafft. Gut ist das geschriebene Wort auch, wenn man vergleichen oder nochmal zurückblättern möchte, auch kann man sein eigenes Tempo wählen und sich auch ein wenig abschotten, wenn die Schilderungen die Tragik der Frauen sehr deutlich beschreiben. Eindringlicher sind die gesprochenen Worte. Und doch war es eine sehr gute Idee, das Experiment zu wagen.
Dieser Debütroman beeindruckt mit seinen deutlichen Worten, die Unterschiede verstehen lassen, Mitgefühl erregen, mit ein wenig Sehnsucht auf die Herzenswärme blicken blicken lassen, die hier mitunter nicht so deutlich aus den Gesichtern strahlt und die doch klarmachen, dass man sich selbst in einem weitgehend freien wenn auch kühlerem Land wohler fühlt und dass man die Freiheit jeden Tag schätzen sollte, an dem man sie hat. Es wäre zu wünschen, dass sich die Träume der Frauen im Iran erfüllen.
Die Ich- Erzählerin ist aus dem Iran stammend, in Frankreich lebend. Sie verfolgt zu Beginn des Buches über die sozialen Medien hilflos, wie eine Frau, die den gleichen seltenen Vornamen trägt wie sie, durch die iranische Sittenpolizei ins Koma geprügelt wird und stirbt. Die Frau trug zwar Kopftuch, kannte aber nicht alle Regeln für Frauen auf der Straße, sie war nur zu Besuch in Teheran und verstieß gegen eine Regel. Unsere Erzählerin erinnert sich an ihren ersten Besuch in Teheran bei ihrer Schwester, wie sie die Regeln lernen musste. Und wie sie die Schönheit und den Terror des Landes gleichzeitig kennenlernte, lieben und fürchten lernte.
Dieses Buch bringt den Lesenden die tragische Lebensrealität der Menschen im Iran, vor allem der Frauen, unfassbar eindrücklich nah. Dabei ist der Roman bevölkert von wundervoll gezeichneten (oder beschriebenen?) Frauen, die uns durch Teheran führen, uns ihre Geschichten erzählen und ihre Freuden und Ängste mit uns teilen.
Der Roman ist verstörend und macht gleichzeitig glücklich, er ist hoffnungslos und gibt Hoffnung, er ist traurig und schön. Eine Zumutung (insbesondere die letzten 30 Seiten), aber eine, die jedem zugemutet werden muss.
Im Herzen der Katze ist ein Buch, das mich wirklich tief berührt hat. Ausgelöst durch den Tod von Jina Mahsa Amini blickt die Erzählerin zurück auf ihre Familie im Iran, ihre Erinnerungen, Begegnungen und Erlebnisse. Dabei verbindet die Autorin persönliche Geschichten mit den politischen Ereignissen im Land und man bekommt das Gefühl, einen Blick von innen zu erhalten, mitten hinein in das Leben und die Realität im Iran.
Für mich war es unglaublich schön geschrieben und die Protagonistin wirkte so nahbar, dass ich direkt mit ihr mitfühlen konnte. Beim Lesen habe ich eine ganze Palette an Emotionen durchlebt: Wut, Hilflosigkeit, Traurigkeit, aber auch Bewunderung und Hoffnung. Besonders bewegt hat mich die Nichte der Erzählerin, eine junge Frau voller Mut und Widerstandskraft, die sich den Protesten anschließt. Ihre Stärke und ihr Elan waren so inspirierend, dass ich noch lange darüber nachgedacht habe.
Was mich beim Lesen besonders wütend gemacht hat, war die Erkenntnis, wie sehr der Iran in den letzten Jahrzehnten an Freiheit eingebüßt hat. Mir war zwar bewusst, dass das Land einmal deutlich offener war, doch in diesem Ausmaß hatte ich es nicht vor Augen. Umso erschütternder ist es, sich vorzustellen, wie frei die Menschen – insbesondere die Frauen – bereits waren, wie selbstverständlich Bildung, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe gelebt wurden, bevor all das durch das herrschende Regime wieder zunichtegemacht wurde. Man fragt sich unweigerlich, wie es sein kann, dass Freiheit, die schon einmal erkämpft und gelebt wurde, wieder so brutal ausgelöscht wird.
Und gleichzeitig zeigt die Autorin auch die Schönheit des Iran: die Kultur, die Gastfreundschaft, die Natur, die Geschichte. Dabei wird auch deutlich, wie vielfältig und divers das Land ist. Nicht alle Iraner:innen sind Perser, sondern es leben viele verschiedene Völker, Ethnien und Kulturen zusammen, die das Land prägen. Gerade diese Vielfalt macht den Iran zu etwas Besonderem. Mich hat außerdem die Sprache unglaublich beeindruckt: wie poetisch, bildlich und facettenreich sie ist, und wie viele verschiedene Arten es allein gibt, „Danke“ zu sagen.
Für mich ist Im Herzen der Katze eines dieser Bücher, die bleiben. Es ist wichtig, es ist bewegend, es ist schön und traurig zugleich. Ich danke der Autorin sehr für diese Geschichte und wünsche mir, dass viele Menschen dieses Buch lesen. Es ist eine Erinnerung daran, hinzuschauen, zuzuhören und nicht zu vergessen. Von mir ganz klar fünf Sterne.
Eine wundervolle, zarte Geschichte von Schmerz, Liebe, Solidarität, Resilienz, Liebe und (Wunsch nach) Heimat. Wer sich für die Revolution in Iran interessiert, sollte dieses Buch lesen. Es steckt voller Liebe zur iranischen bzw. persischen Kultur, der Gastfreundschaft und dem Familienverständnis und den unzähligen Formen des Widerstands. Es ist stark in seiner Verwundbarkeit.
hab anfangs eher zu 3 sternen tendiert weil ich bis zum ersten drittel gebraucht hab, um mich in das buch hineinzufühlen. zu den protagonist*innen konnte man zwar keine spezifische bindung aufbauen, weil deren individuelle persönlichkeit nicht im fokus stand, sondern vermutlich jede protagonistin das wirkliche leben von den menschen in iran repräsentieren sollte. mir fehlte auch irgendwie am anfang ein roter faden. das buch glich eher einer leidenschaftlichen berichterstattung, wodurch aber die emotionen und erlebnisse von iranischen protestierenden im land und außerhalb des landes nahbar wurden. insgesamt ein wütendes, informatives und auch sehr hoffnungsvolles buch.
wow wow wow eine wunderschöne Erzählweise viele innere Tränen und ich weiß nicht welche aus Trauer kullern und welche aus Schönheit, Hochachtung und kleinen Freuden
Dieses Buch löst die Distanz zum Schicksal der Menschen in Iran auf. Die Dimension des Unrechts , welches Frauen widerfährt, wird greifbarer. Die Geschichte nimmt einen mit und lässt nicht zu wegzusehen.
Insgesamt für mich mehr politisch als literarisch, auch wenn höchstinteressant und geradezu erschütternd), das (Frauen)Leben in Iran hautnah mitzubekommen.
Ich freue mich, das Buch durch den DBP entdeckt zu haben.
In Teilen sehr mitreißend und starke Bilder vermittelnd, aber auch sehr nationalistische Züge beim unkritischen Umgang mit Mythen die in Iran/Persien die Wiege der Zivilisation, die schönste Sprache der Welt, usw. sehen
“[…] vor lauter Nostalgie und Sehnsucht sind wir hierher zurückgekommen, ohne zu wissen, worauf wir uns wirklich einlassen, und ohne zu ahnen, dass wir es hier lieben werden, mehr lieben, als eine Liebe verträgt.“
Keine Rezension wird diesem Werk gerecht. Poetisch und doch klar werden Iran, seine Menschen, Kämpfer*innen beschrieben.
„Mein Wille ist aus Stahl. Freiheit wird siegen.“
Mit Tränen in den Augen und gigantischem Respekt im Herzen beendet.
“[…] ich wollte mich nicht als Flüchtling fühlen, darauf warten, dass ich eines Tages wieder nach Hause zurück kann, dieses Gefühl von Heimat tat weh, es ist wie Liebeskummer, du trauerst um einen unwiederbringlichen Verlust, als würdest du einen Tod betrauern, wir sind ja nicht freiwillig geflüchtet, niemand flüchtet freiwillig.“
Ich spüre eine Sehnsucht in mir aufsteigen, einen Kummer darüber, dass ich nicht Heimatland sagen kann, dass ich nicht weiß, was Heimar ist.
Ich habe selten ein so beeindruckendes und sprachlich gewaltiges Buch gelesen, was einen zwingt hinzusehen, auch wenn man das Buch am liebsten weglegen würde. Die Liebe für ihre Heimat und die Verzweiflung über das, was dort passiert schlägt einem aus jeder Zeile entgegen und lässt einen nicht mehr los.
Wenn du ständig in Angst lebst, verliert die Angst ihren Schrecken. Es ist wie atmen. Du atmest, aber du denkst nicht darüber nach, dass du atmest.
Es gibt immer ein Ende der Dunkelheit, und das Ende der Dunkelheit ist Licht.
Ein Buch mit starken Themen und klaren Botschaften, die klug und sensibel verarbeitet sind & gerade das hat mir sehr gefallen. Gleichzeitig hatte ich öfter das Gefühl, dass manche Figuren, allen voran die Hauptperson, hinter diesen Botschaften zurückbleiben und eher Träger einer Idee als wirklich lebendige Charaktere sind. Manchmal wirken sie fast wie Sprachrohre, um eine politische oder gesellschaftliche Haltung zu transportieren und weniger wie vollwertige Figuren. Dazu kommt, dass einzelne Bilder und Motive für mich stellenweise hart an der Grenze zum orientalischen Kitsch entlangschrammen. Insgesamt trotzdem ein lesenswertes Buch mit wichtigen Anliegen, bei dem für mich nicht alles aufgeht: 3,5 Sterne.
Wow, wow, wow Ich bin sprachlos und gleichzeitig will ich auch so viel über dieses Buch sagen! Es beschreibt so furchtbare und grausame Szenen und ist doch gleichzeitig so zart und schön und auch unglaublich kraftvoll dabei. Die poetische und tiefsinnige Erzählweise der Autorin hat mich verzaubert und ich bin so dankbar dafür so viele Einblicke in Iran und die starken Frauen* dort bekommen zu haben. Ich hatte am Ende Tränen in den Augen, weil ich so berührt, geschockt und wütend gleichzeitig war. Ich glaub ich muss das Buch nochmal lesen, einfach nur um der Sprache mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Definitiv schon jetzt eines meiner Highlights dieses Jahr!
Dieses Buch hat mein Herz gebrochen. Seit langem habe ich nicht so viel gefühlt und ein Buch so sehr verschlungen wie dieses. Mein Herz ist gebrochen, meine Augen geöffnet und jede Faser meines Körpers schmerzt gleichermaßen wie sie blüht, durch die wunderschöne Sprache und die liebe und Verwurzelung der Protagonist zu ihrer Heimat Iran. Ich habe gelernt, gelacht, geweint und die Geschichte wird mir lange in Gedanken bleiben. Jetzt schon eins der besten Bücher des Jahres!
Nicht umsonst war es auf der Long List für den deutschen Buch Preis. Das Buch war ganz ganz toll. Ich bin beeindruckt von der persischen Sprache und wie schön die Autorin ihr Heimatland beschreibt und ihre Faszination dafür. In jeder Zeile spürt man gleichzeitig ihre Sehnsucht und ihre Kritik an den Verhältnissen im Iran. Dieses Buch ist so relevant jeder sollte es lesen, um über die Verhältnisse von Frauen im Iran Bescheid zu wissen. Das Buch hat mich so sauer und traurig gemacht aber es hat auch einen kleinen Hoffnungsschimmer hinterlassen. Ich liebe dieses Buch.
Das Buch ist sehr bewegend und erzählt eindringlich von dem Kampf der iranischen Frauen um ein freies Leben. Kaum zu fassen, unter welchen Bedingungen sie dort immer noch leben müssen.