Jump to ratings and reviews
Rate this book

3517 Anno Domini: Wir waren Götter

Rate this book
1500 Jahre in der Zukunft: Die Erde hat sich verändert. Weite Teile sind unbewohnbar geworden, die Staatenverbände sind zusammengebrochen, die Bevölkerung ist durch Seuchen und Katastrophen dezimiert worden. Die Überlebenden haben sich zu neuen Gesellschaften zusammengeschlossen, und Demokratie und Humanismus sind längst verblasste Visionen.
In dieser Zeit wird Aiden, ein Arbeiter auf den Schiffen der Festungsstadt, an den Herrschersohn Ragnar verschenkt. Gefangen zwischen Fasziniation für das luxuriöse Leben und Entsetzen über die Manipulationen, die man an seinem Körper vornimmt, verweigert er sich seinem Herrn. Aber Ragnar ist kein Mann, der leicht aufgibt. Wichtiger als das: Er kann es sich nicht leisten, Aidens Sympathie zu verspielen. Dafür steht er zu nah am Abgrund.
Denn während die beiden um Zuneigung, Respekt, Sex und Freundschaft ringen und Ragnar versucht, sich seinem herrischen Vater Takir zu beweisen, findet hinter den Mauern der Festung ein anderer Kampf statt.

584 pages, Kindle Edition

First published November 13, 2014

1 person is currently reading
14 people want to read

About the author

Raik Thorstad

23 books28 followers

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
24 (70%)
4 stars
8 (23%)
3 stars
2 (5%)
2 stars
0 (0%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 - 4 of 4 reviews
Profile Image for Risa.
448 reviews4 followers
December 31, 2017
In 3517 Anno Domini - Wir waren Götter, schildert die Autorin eine zu großen Teilen zerstörte Erde. Nur wenige Menschen haben die Seuchen und Katastrophen überlebt und drängen sich auf dem wenigen Platz, der ihnen noch zum Leben geblieben ist.

Zur Handlung. Aiden ist der Sohn armer Tangsammler in der Unterstadt, die für den Herrscher Takir schuften müssen. Als sein Vater sein Soll nicht mehr erfüllen kann, wird er gezwungen, seinen Sohn an den Herrscher abzutreten. Doch was auf den ersten Blick wie eine Rettung von Krankheit und Hunger erscheint, entpuppt sich schnell als eine noch schlimmere Form der Sklaverei. Denn Aiden soll als Lustsklave für Ragnar, den Sohn des Herrschers dienen. Um ihn gefügig und willenslos zu machen, wird ihm ein elektronischer Chip implantiert.
Ragnar ist der verwöhnte Nachkomme von Herrscher Takir, aber im Gegensatz zu seinem Vater ist er nicht bösartig. Er freut sich über sein Geschenk Aiden und kann nicht verstehen, dass dieser sich weigert, sein Lager mit ihm zu teilen. Denn womit niemand gerechnet hat, Aiden besitzt durchaus Stolz und Willenskraft. Er will sich nicht damit abfinden, das Betthäschen Ragnars zu werden. Dieser würde es vorziehen, dass Aiden freiwillig in sein Bett kommt, doch Takir sieht das ganz anders und will den aufmüpfigen Sklaven brechen. Dabei schreckt er auch nicht davor zurück, ihn mit Hilfe des Chips zu foltern. Doch das erträgt Ragnar nicht, denn er ist bereits in Aiden verliebt.

Das Schicksal von Aiden und Ragnar ist nicht einfach. Erst als die Macht des Herrschers schwindet, bekommen die beiden die Chance auf ein gemeinsames Leben. Raik Thorstad schildert in diesem Buch eine dramatische Liebesgeschichte, die anfangs kaum eine Zukunft hat.
Obwohl ich eigentlich nicht so der Anhänger von düsterer Science-Fiktion bin, hat mich die spannende und gut durchdachte Handlung begeistert.

Die Story erhält von mir 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Mein Dank geht an den Cursed Verlag für das erhaltene Rezensionsexemplar.
Profile Image for Mein Regal voller Regenbögen.
215 reviews9 followers
June 28, 2020
„3517 Anno Domini: Wir waren Götter“ wurde 2014 im Incubus Verlag erstveröffentlicht. Ende 2017 ist die Erzählung um Aiden und Ragnar mit einem neuen Cover zum Cursed Verlag übergesiedelt. Nachdem ich nur Positives darüber gehört habe, zog die Geschichte bei mir ein, dümpelte nun aber trotzdem einige Zeit auf meinem Stapel ungelesener Bücher vor sich hin, obwohl es als Dystopie eigentlich genau in mein Beuteschema passt. Bei Autoren, von denen ich bis dato noch kein Buch gelesen habe, passiert mir so etwas öfter. Ich kann nicht genau abschätzen, auf was ich mich einlasse und so braucht es zuweilen ein wenig, bis ich mir einen Ruck gebe.

Der erste Satz:
– Ich bin deiner Ausreden überdrüssig, James. –

Eben jener James ist Aidens Vater. Ein Arbeiter aus der Unterstadt und schonungslos betrachtet, ein Leibeigener der Merowinger, wie alle anderen, die unter der Herrschaft Takirs stehen. Wer sein Soll nicht erfüllt, zahlt. Entweder mit seiner Gesundheit, seinem Leben oder, wie bei Aiden, mit einem seiner Kinder. Die Unterstadt lässt ihre Bewohner nicht alt werden und so möchte man annehmen, dass Aiden das große Los gezogen hat. Ragnar ist zumindest der Meinung, dass sein erster eigener Diener, den er von seinem Vater geschenkt bekommen hat, dankbar sein sollte, dem allgegenwärtigen Tod entkommen zu sein. Aus Aidens Blickwinkel stellt sich die Sache hingegen ganz anders dar. Gefangen im Goldenen Käfig ist alles was ihm geblieben ist sein Stolz und den will er sich auf keinen Fall nehmen lassen.

– Herzlichen Dank, er hatte nicht vergessen, warum er hier war und welche Dienste von ihm erwartet wurden. Und er hatte sicher nicht aus den Augen verloren, dass er ein Nichts war und Ragnar ein zukünftiger Halbgott. … Er hatte sein Recht auf Selbstbestimmung verloren, sofern er es je besessen hatte. Doch er war keine Maschine. Er war ein Mann, und er ließ sich nicht gern beleidigen oder auf seinen Körper reduzieren. – (Pos. 722)

Aiden und Ragnar sind geprägt durch die Umstände, in denen sie aufgewachsen sind und so treffen mit ihnen zwei völlig konträre Welten aufeinander. Aiden, der ein Leben voller Entbehrungen geführt hat, der von klein auf lernen musste, dass man für alles kämpfen muss, und bei dem das Einzige, was er niemals aufgeben würde, sein Stolz ist. Ragnars Leben ist dagegen so sicher wie eintönig. Abgeschottet und nur umgeben von der Dienerschaft der Herrscherfamilie hat er nie gelernt mit anderen Menschen auf Augenhöhe zu interagieren. Die tyrannischen Züge seines Vaters fehlen Ragnar zum Glück. Er besitzt in dessen Augen keine Durchsetzungskraft, nicht den Willen bis zum Äußersten zu gehen, was ihn in Takirs Augen unfähig macht, den Thron irgendwann einmal zu besteigen.

Raik Thorstadt hat die Beiden sehr vielschichtig gezeichnet und ich fand es toll zu lesen, wie das anfängliche Bild, das Aiden und Ragnar voneinander haben, Risse bekommt. Die langsam reifende Erkenntnis, dass sie im Grunde nicht so verschieden sind, wie jeweils angenommen, das gegenseitige Erkennen und Verstehen, warum der andere so ist, wie er ist, machen für mich zum großen Teil den Reiz der Geschichte aus. Ich habe regelrecht drauf hin gefiebert, dass sich der Knoten in ihren Köpfen löst und sie dann auch dementsprechend handeln. Aber auch die unterschiedlichen Nebencharaktere mit ihren eigenen, manchmal verstecken, Absichten haben mir richtig gut gefallen.

Eingebettet hat die Autorin die Erzählung in ein für mich genial aufgebautes dystopisches Setting. Das Festland ist durch die Misswirtschaft der Menschen verseucht und somit unbewohnbar. Als einziger besiedlungsfähiger Raum sind riesige Festungsstädte mitten im Ozean übriggeblieben, regiert von despotischen Herrschern, denen das gemeine Volk, und oftmals auch die restliche Herrscherfamilie, ausgeliefert ist. Diese Unterdrückung nährt aber auch den Wunsch der Menschen auf Selbstbestimmung und so reicht nur ein Funke Hoffnung, um etwas Unerreichbares zu wagen.

„3517 Anno Domini: Wir waren Götter“ bringt für mich alles mit, was ich an dem Genre Dystopie liebe. Eine Welt, die den Menschen alles abverlangt, Aussichtslosigkeit gepaart mit Hoffnung und Figuren, die nach Veränderung streben. Die einzelnen Aspekte wurden von Raik Thorstad zu einer Geschichte verwoben, die mich vollkommen eingesaugt und nach der letzten Seite mit einem Nachhall wieder ausspuckt hat. Als i-Tüpfelchen bekam ich hier noch eine wundervolle Love-Story oben drauf. Für dieses allumfängliche Lesevergnügen vergebe ich eine absolute Leseempfehlung.
Profile Image for Tatty.
17 reviews5 followers
January 9, 2021
Dieses Buch bietet so viel, dass es mir schwerfällt, die richtigen Worte zu finden. Am besten fange ich mit den beiden Protagonisten an.

Aiden ist ein Bewohner aus der Unterstadt. Er ist ein starker Charakter mit einem unfassbaren Dickschädel und hat mich ziemlich schnell in seinen Bann gezogen, da er nicht einfach kuscht und sich klein macht, auch wenn es für ihn an einigen Stellen besser gewesen wäre. Seine Vorurteile den Festungsbewohnern und vor allem Ragnar gegenüber, konnte ich ihm kaum übel nehmen. Und doch hat Aiden das Herz und den Kampfgeist um hinter Ragnars Fassade zu schauen und seine Ansichten zu überdenken.
Natürlich kommt so eine Änderung nicht einfach so, aber gerade das macht es so realistisch.

Ragnar hingegen ist ein Prinz und im größtmöglichen Luxus aufgewachsen. Jedoch auch sehr isoliert. Er kennt seine Eltern und die Diener in der Festung, dementsprechend ist es eine große Umstellung mit dem starrköpfigen Aiden aneinanderzugeraten, der so gar nicht der willige und einfach Lustdiener ist, den Ragnar erwartet hat. Ich mochte seine unwissende Art, auch wenn er mir an einigen Stellen wirklich leidtat. Ragnar musste auf die harte Tour lernen, dass ein Käfig immer noch ein Käfig ist, auch wenn er goldene Gitterstäbe hat und das Tyrannei auch vor der Familie nicht halt macht.
Eine meiner kleinen Lieblingsszenen von Ragnar ist, wo er seine »klassische Musik« laut aufdreht und sich aufs Bett wirft. Ich finde diese Szene total süß und Ragnar wird mir dadurch sehr sympathisch.

Beide Protagonisten müssen lernen, mit der neuen Situation umzugehen, sie müssen abwägen, ob sie sich vertrauen können. Ob eine Zusammenarbeit und ein friedvolles Miteinander möglich sind. Ragnar wie auch Aiden beißen um sich, machen Fehler, sind inkonsequent in ihrem Handeln und gerade durch diese Handlungen sind sie mir total nah.
Durch eine Verkettung von unglücklichen Umständen gehen sie zusammen durch die Hölle und fangen an, weiter zu sehen, als nur bis zu ihrem eignen Horizont. Wenn auch nur langsam.

Raik schreibt wirklich fantastisch. Von der ersten Seite an, war ich total in der Story. Der Autor schafft es mit einem unglaublichen Sprachgefühl, jedes Detail der Festungsstadt auf dem Meer vor meinen Augen erscheinen zu lassen. Die Dialoge sind durchdacht und ansprechend. Ich bekomme die Infos, um die Geschichte zu genießen, wenn ich sie brauche. Es wird kein Infodump betrieben.
Es gibt nur einen klitzekleinen Punkt, den ich bemängeln muss. Aiden ist relativ ungebildet und kann auch nicht sehr gut lesen. Wenn er dann jedoch weiß, wofür die medizinischen Geräte in der Festung gedacht sind oder relativ komplizierte Wörter benutzt die seinen Bildungsstand theoretisch übersteigen, ist es für mich nicht ganz stimmig. Später hilft er auch Ragnar bei einer sehr intensiven Recherche, die unter anderem viele agrarwissenschaftliche Daten enthält.
Und auch wenn Aiden in der Zeit bei Ragnar vielleicht noch einiges lernt, fällt es mir ein wenig schwer zu glauben, dass er das ohne weitere Probleme einfach so hinbekommt und die Daten, zumindest teilweise, auch auswerten kann.
Aber ich bin ehrlich. Diese kleine Ungereimtheit nimmt so wenig Platz in der Geschichte ein, dass ich später kaum noch darüber nachgedacht habe. Nur ganz unerwähnt wollte ich sie nicht lassen.

Ich empfehle das Buch jedem, der sich vollkommen in eine Geschichte fallen lassen möchte. Großartige Sprache, Protagonisten, die man einfach lieben und hassen muss, Nebencharaktere welche die Story bereichern und nicht nur füllen und eine fantastische Storyline. Bei mir sind keine Wünsche offengeblieben!
Profile Image for Tessa Barding.
Author 1 book6 followers
June 16, 2020
Raik Thorstad kenne ich aus der Anthologie „Zusammen finden“ und durch ihren Roman „Zerrspiegel“, der mir richtig gut gefallen hat, aber glücklicherweise hatte ich die Rezensionen völlig ignoriert und mich nur an der Zusammenfassung orientiert, als ich das Buch als Urlaubslektüre auf den Kindle schickte, sonst hätte mich das Stichwort “Lustsklave” vermutlich abgeschreckt, denn das klingt doch ein bisschen platt.

Ich habe das Buch dann einfach so weggelesen und konnte es kaum weglegen – wie ärgerlich, wenn der Urlaub nicht so verregnet ist wie angekündigt ;-) Thorstad ist eine wirklich gute Geschichtenerzählerin und das „world building“ ist einwandfrei. An alles wird gedacht: die Mode, die Einrichtung, Architektur, Wissenschaften, Sporteinrichtungen, gesellschaftliche Entwicklungen, Bezug auf vergangene Zeiten, Kulturen und Persönlichkeiten. Sehr gut!

Einige der Nebenfiguren bleiben ein wenig eindimensional, aber sie sind nicht so flach, dass sie als lästige Raumdeko stören und nicht jede Nebenfigur, die lediglich eine Situation illustrieren soll, muss mit einem reichen Innenleben ausgestattet werden. Im Gegenteil, das kann manchmal richtig ärgerlich sein, wenn wirklich jeder Blumenverkäufer eine eigene Vorgeschichte bekommt.

Was nun die eigentlichen Hauptpersonen angeht, so fand ich sie sehr passend füreinander. Ragnar, der im ersten Moment als verzogenes Prinzchen rüberkommt, ist im Grunde eine bedauernswerte Kreatur, der ein zwar privilegiertes, aber einsames und abgeschottetes Dasein führt. Kein Wunder, dass Benehmen und social skills ein bisschen kurz kommen und er eher das Display bedient anstatt Aiden schlicht anzusprechen – er weiß es nicht besser. Trotzdem ist er kein grundsätzlich übler Kerl, denn er bemüht sich unter Einsatz all seiner wenigen Menschenkenntnisse, den störrischen Sklaven zu umwerben, anstatt ihn zu unterwerfen, wie es beispielsweise sein Vater täte, denn er wünscht sich nicht nur einen Lustsklaven, dessen er sich bedienen kann, sondern einen Gefährten, mit dem er reden, Sport treiben und auch außerhalb des Schlafzimmers Spaß haben kann.

Und Aiden, der sich partout nicht beugen will, begreift nach und nach, dass er zwar gegen seinen Willen für Ragnars Vergnügen seiner Familie entrissen und medizinisch modifiziert wurde, dass der Prinz aber genauso wenig sein eigener Herr ist wie Aiden, und so kommt es schlussendlich doch zur gegenseitigen Annäherung, wenn auch von Aidens Seite anfangs mit Widerspenstigkeit und einigem Widerwillen.

Mir gefällt der Schreibstil von Thorstad sehr gut, ich mag es, wie sie ihre Hauptpersonen zeichnet (detailliert, aber doch mit genügend Raum für die eigene Fantasie) und ich mag die Welten, die sie schafft. Ich habe das Buch in meinem Urlaub verschlungen und war regelrecht ungehalten, wenn ich unterbrechen musste und das spricht für mich dafür, dass die Autorin ihr Handwerk beherrscht.

Vier Sterne von mir für gute und solide Unterhaltung sowie sexy und ansehnlich geschriebene „Liebesszenen“ (eine Kunst für sich), und eine klare Leseempfehlung dazu.
Displaying 1 - 4 of 4 reviews

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.