Max bleibt nach einem schrecklichen Unglücksfall nur noch das, was er auf dem Leib trägt – und sein treuer Freund Björn. Als dieser spurlos verschwindet, entdeckt Max finstere Zusammenhänge, die ihn an den untersten Rand der Gesellschaft führen. Seine Nachforschungen entwickeln sich nach und nach zu einem Albtraum, aus dem es kein Erwachen gibt ...
Nichts ist so, wie es scheint!
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Was für ein Buch - ich habe einen spannenden Thriller erwartet und bekam das schlecht geschriebene Äquivalent einer TV-Krankenhausserie.
Die Charaktere sind alle unglaublich eindimensional. Ich konnte mich in niemanden hineinversetzen und mit niemandem mitfühlen. Max' Hintergrundgeschichte ist tragisch, ja, und mit Cora sympathisiere ich aus Prinzip, weil Krankenschwestern zusammenhalten müssen, aber damit hat sich das dann. Dr. Steinmann ist das wandelnde Klischee eines Fernseharztes, der alles kann, alles weiß und dem man seine schlechte Laune und seine Respektlosigkeit der Pflege gegenüber vermutlich verzeihen soll; Tweet ist einfach nur eine respektlose Darstellung; und Johanna ist ja lieb und süß, aber eine alte, halbdemente Frau, die sich erst nicht mal alleine vom Bett erheben kann und dann mal eben so ein Skalpell klaut und es bundesligamäßig durch den Raum kickt, um den Cast zu retten? Ist klar. Und am Ende stellen sich alle Bösewichte hin und erklären lang und breit, warum sie so böse sind und was sie getan haben. Ernsthaft?
Weder Schreibstil noch Plot sind besonders mitreißend. Von "Show, don't tell" ist leider sehr wenig zu sehen und das ganze Geschehen könnte vermieden werden, wenn auch nur eine Person mal kurz mitdenken würde. Ach ja, und zwischendrin gibt es auch noch eine Beinahe-Vergewaltigung, die weder wirkliche Auswirkungen auf die Psyche des Opfers hat (abgesehen von "Wow, war das eklig") noch den Plot in irgendeiner Art und Weise vorantreibt. Diese Szene war wohl nur da, um zu schockieren. Absolut unnötig.
Und abgesehen von allem anderen gibt es so viele Logiklöcher, die man mit einer Viertelstunde Recherche hätte beheben können. Beispiele gefällig? Nach einem Tagdienst macht eine Krankenschwester Feierabend und keinen Nachtdienst, das hat was mit Arbeitsrecht zu tun. Der Unterschied zwischen Beatmungs- und Sauerstoffmasken ist wirklich eklatant, wird hier aber missachtet. Ein Neurologe ist Experte für Neurologie und nicht in der Lage, einen Bauchschnitt operativ zu versorgen und dabei die Narkose zu balancieren - dafür gibt es Viszeralchirurgen und Anästhesisten. Eine Leiche lässt sich nicht mal eben so innerhalb von fünf Minuten über den Flur zerren, in einem Wandschrank verstecken und dann das Bett mit einem neuen Patienten belegen - wer schonmal eine verstorbene Person bewegt hat, weiß das. Wenn nur der Arzt Zugang zum Betäubungsmittelschrank hätte, müsste man nachts um halb Vier jedesmal den Doc anpiepen, um einem Patienten starke Schmerzmittel zu geben, und kein Arzt ist so dämlich, das zu wollen. Ich halte es für zumindest unwahrscheinlich, dass man jemanden mit einem stinknormalen CT umbringen kann, und die Gabe von Kontrastmittel verbessert die Bildqualität, sorgt aber nicht dafür, dass man im CT verstrahlt wird. Das infantile Geblubber, das Sina nach ihrer Kopfverletzung von sich gibt, ist einfach nur peinlich, außerdem fehlt für eine Verletzung dieser Güte ein bisschen Erbrochenes. Aus Menschen kommt nämlich viel mehr raus als nur Blut. Und die Krankenschwester, die ihre Patienten nachts ganz alleine lässt, um Werkzeug zu holen, ist definitiv falsch in ihrem Job.
Ich bin ja bereit, eine gewisse Beugung der Realität anzuerkennen, aber so viel? Gepaart mit dem Schreibstil und dem verqueren Plot hat das leider dafür gesorgt, dass ich sehr froh bin, dieses Buch hinter mir zu haben.
Johanna sitzt in einem Raum. Ihr gegenüber ein Mann mit Glatze, den sie nicht kennt und der ihr komische Fragen stellt. Sie möchte nur noch weg. Bei nächster Gelegenheit ergreift sie die Flucht, muss dann aber leider feststellen, dass sie sich nicht so schnell bewegen kann, wie sie es gerne möchte. Was ist mit ihr geschehen? Findet es heraus.
Die nächste Szene spielt dann auf der Straße. Der Obdachlose Max mit seinem Hund Whiskey sitzen auf dem Fußweg und brauchen dringend etwas zum Essen. Ihr Kumpel und bester Freund Björn kommt mit Kaffee vorbei. Er hatte heute schon Glück und bekam einige Euros zugesteckt. Es ist Winter und alles ändert sich, als die beiden mit Hund in ein Obdachlosenasyl Unterschlupf finden. Plötzlich verschwindet Björn spurlos und Max macht sich auf die Suche nach ihm. Hat das Verschwinden von dem Obdachlosen Björn etwas mit der Verschwörungstheorie von ihm zu tun?
Ein neuer Roman der Autorin Lena Sander. Immer wenn ich ihre Bücher lese, entwickelt sich immer alles anders als erwartet. Es geht halt nie um eine Person die Böse oder ein Soziopath ist. Das Buch ist spannend und auch aufschlussreich. Im Grunde könnte es tatsächlich so passiert sein, was die ganze Sache dann auch noch erschreckend macht. Es wird auch immer aus der Sicht der einzelnen Personen erzählt, den Überblick verliert man dabei aber nicht. Was Johanna jetzt aber mit dem Obdachlosen Max zu tun hat, kann und will ich euch nicht verraten.
Mir hat das Buch viel Spaß gemacht, vor allem auch, da ich mich gut in die Personen hineinversetzen konnte und ich immer dachte, ob bitte geh nicht da hin oder vielleicht schaust du mal hinter dich. Ich fühlte mit den Personen und wünschte allen, dass sie heil aus der Sache herauskommen. Ob das passiert und wie sie das alles überstehen, kann ich hier leider nicht verraten.
Eine 3-Sterne Rezension hat mich neugierig gemacht und ich muss sagen, diese Geschichte hat mich erstaunlich lange im Dunkeln gehalten und auf eine Geduldsprobe gestellt. Normalerweise steige ich schneller hinter solche Verwirrspiele, aber diese Geschichte war richtig gut gestrickt, logisch, schlüssig und immer wieder doch völlig in die Irre führend. Eine Theorie nach der anderen musste ich verwerfen, bis ich mir ziemlich sicher war, wer der Böse ist - und das ist für mich, was einen richtig guten Thriller ausmacht. Dazu die angenehme und flüssige Erzählweise, die packenden Szenen, bei denen die Spannung nie zu kurz kommt, die gut gelungenen und logisch nachvollziehbaren Verwirrungen und das beklemmend glaubwürdige Thema, das immer wieder fragen lässt, ob es sich wirklich um eine erdachte Fantasiegeschichte handelt oder doch vielleicht um eine reale Dokumentation? Es wäre möglich, es könnte tatsächlich so passieren, und das ist, was das Buch noch lange nachklingen lässt. Von dieser Autorin werde ich eindeutig mehr lesen!