Die gefeierte Autorin und Verlegerin Elisabeth Sandmann hat einen Roman geschrieben, der den Bogen über Jahrzehnte spannt und fragt, wie weit man im Widerstand gehen muss.
Pat bekommt überraschend einen Anruf der BBC-Moderatorin Gwen, die sich für ihre Vergangenheit interessiert. Aber will sie darüber überhaupt reden? Nach so vielen Jahrzehnten, in denen sie kein Sterbenswort verraten durfte? Jahre, in denen sie dachte, das Leben kommt noch? Pats Vergangenheit führt tief hinein in ein unbekanntes Kapitel wagemutiger Frauen des Widerstands, die Sabotageakte verübten, geheime Funksprüche absetzten, lautlos töten mussten und beständig unterschätzt wurden. Gwen findet auf einer Recherchereise nach Paris nicht nur Erstaunliches über ihre verwegene Großmutter heraus, die dort in den Jahren der Okkupation lebte. Sie entdeckt auch jenen Schlüssel, der es Pat ermöglichen wird, sich der eigenen Erinnerung zu stellen.
Pats Geschichte reicht Jahrzehnte zurück und fühlt sich noch heute so brisant an, dass einem beim Lesen der Atem stockt.
Exzellent recherchiert, klug und mitreißend
Stimmen zu Elisabeth Sandmanns SPIEGEL-Bestseller »Porträt auf grüner Wandfarbe«:
»Elisabeth Sandmann ist in ihrem Roman das Kunststück gelungen, das Schwere und das Leichte zusammenzubringen.« MDR
»Eine pralle Familiengeschichte. Die Frauen in diesem Roman lassen sich nicht unterkriegen. Sie nehmen ihr Leben selbst in die Hand.« SÜDDEUTSCHE ZEITUNG
»Raffiniert setzt sich die Geschichte aus Erzählungen, Tagebüchern und Briefen zusammen, aus der Überschneidung von Orten und Zeitebenen und über eine große Bandbreite sozialer Milieus.« Neue Zürcher Zeitung
»Elisabeth Sandmanns Debüt überzeugt mit starken Heldinnen und Geheimnissen, die Generationen in Atem halten.« BRIGITTE
Weder die Leseprobe noch das Cover haben mich darauf hingewiesen, dass es sich bei "Wir dachten, das Leben kommt noch" um die Fortsetzung von "Porträt auf grüner Wandfarbe" handelt. Vielleicht hätte ich sonst auf den Roman verzichtet, da mich schon der erste Band nicht wirklich überzeugt hatte. Dabei ist es eigentlich die Art Roman, die ich mag: Starke Frauen vor gut recherchiertem historischen Hintergrund. Bei Elisabeth Sandmann sind jedoch sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit für meinen Geschmack zu viele Personen geschildert. Erschwerend kommt hinzu, dass die Frauen in der Vergangenheit als britische Spioninnen im besetzten Frankreich agieren und dazu Tarnnamen benutzen. Diese werden aber erst im Laufe des Romans zugeordnet. Einige Zusammenhänge wirken auf mich stark konstruiert und die Dialoge in der Gegenwart sind teilweise belanglos. Insgesamt daher nur 2.5 / 5 Sterne.
"In Frankreich war alles so aufregend gewesen, und ich fühlte mich wichtig und gebraucht, aber nach dem Krieg wollte niemand mehr etwas über uns wissen, und erzählen durften wir auch nichts. Dabei dachten wir, das Leben kommt noch. Wir Agentinnen sind unsichtbar geworden, und das, obwohl sie doch dauernd betont haben, wie bedeutend wir gewesen seien, aber die toten Männer waren wichtiger." (S. 262f.)
In dem historischen Roman "Wir dachten, das Leben kommt noch" von Elisabeth Sandmann geht es um die mutigen Frauen, die selbstlos und unerschrocken in Frankreich ab 1942 im Untergrund spionierten, funkten, sabotierten und damit ihr Leben riskierten.
Der Roman spannt einen Bogen von 1998 zurück in die Zeit des Nationalsozialismus. Gwen Farleigh ist Redakteurin in London bei der BBC und soll ein Buch verlegen, über Frauen, die während des 2. Weltkriegs für die "Special Operations Exectutive" (SOE) in Frankreich tätig waren. Auf der zweiten Zeitebene wird von Pat Conway berichtet, die als junge Frau für die von Winston Churchill gegründete spezielle Einsatzgruppe im Einsatz war. Pat wurde nach Paris rekrutiert und nahm eine neue Identität als Emma Fleury an.
Die Autorin hat die Frauenfiguren stark und realistisch ausgearbeitet. Es ist beeindruckend, was diese mutigen Frauen geleistet haben. Sie haben ihr Leben riskiert oder sogar verloren, um den Widerstand gegen die Nazis zu unterstützen. Vor allem wird deutlich, dass die Frauen in der gleichen Intensität wie die Männer ausgebildet wurden.
Spannend ist es mitzuerleben, wie aus dem trotzigen und schüchternen Mädchen Pat eine gefasste, mutige und aufmerksame Agentin wurde. Besonders gelungen finde ich, dass Pat menschlich dargestellt wird mit Schwächen. Dies ist meiner Meinung wichtig, da deutlich wird, dass diese Heldinnen alltägliche Menschen waren, die Zweifel, Nöte und Probleme hatten. Dies regt zum Nachdenken an. Wie weit würde ich selbst gehen?
Elisabeth Sandmann gelingt es, die Vergangenheit mit der Gegenwart zu verknüpfen.
Einen kleinen Kritikpunkt habe ich: Es sind einfach zu viele Figuren, die in dem Roman auftauchen, die trotz Personenverzeichnis am Ende des Romans, etwas verwirrend sind.
Der Roman ist tiefgründig und vor allem lehrreich.
Ich sehe den Roman als große Hommage an die Frauen, die im 2. Weltkrieg einen selbstlosen und kriegsentscheidenden Dienst erwiesen haben. Diese Frauen dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Sie sind inspirierend und tragen dazu bei, die Wahrnehmung der Fähigkeiten der Frauen in der Geschichte und Gesellschaft zu beeinflussen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele Männer als Kriegshelden gefeiert, die vielen unerschrockenen Frauen gerieten dabei in Vergessenheit. Elisabeth Sandmann zeigt daher mit dem Roman ein bisher wenig beleuchtetes Kapitel der Kriegsgeschichte.
Elisabeth Sandmann erzählt in ihrem historischen Roman „Wir dachten, das Leben kommt noch“ vom Zweiten Weltkrieg, hier ganz besonders von den mutigen Frauen, deren heldenhaftes Wirken nie wirklich an die Öffentlichkeit drang. Ein gut recherchierter Roman, der auf wahren Begebenheiten beruht.
Der Roman wird auf zwei Zeitebenen erzählt, der für mich spannendere Teil spielt während des Zweiten Weltkrieges in den Jahren 1939 bis 1942.
1998 dann bekommt Pat Conway von der BBC-Redakteurin Gwen einen Anruf. Sie interessiert sich für Pats Vergangenheit, speziell für ihre Arbeit in Frankreich während des Zweiten Weltkrieges. Woher weiß Gwen davon? Nun, Pat ist auch heute nicht bereit, darüber zu sprechen. Gwen indessen reist auf den Spuren ihrer Großmutter Ilsabé nach Paris, denn auch sie scheint involviert gewesen zu sein.
Die beiden Erzählstränge vermischen sich zuweilen, was mir das Hineinfinden ins Buch schon erschwert hat. Auch die vielen Namen musste ich erst zuordnen, um der Geschichte gespannt folgen zu können. Abgesehen von diesen anfänglichen Hürden ist es eine eindringlich erzählte Geschichte über mutige Frauen im Widerstand, die ich nicht mehr weglegen wollte.
England hat für den Einsatz in Frankreich Agentinnen für geheime Missionen des SOE (Special Operatons Executive) ausgebildet. Sie wurden etwa als Kurierinnen und Funkerinnen eingesetzt, sie haben nicht nur Sprengstoff geschmuggelt, sie haben auch Explosionen durchgeführt. Ihre Aufgaben waren vielfältig, nach außen hin waren sie ganz normale, möglichst unauffällige junge Frauen. Dafür brauchte es auf französischem Gebiet Muttersprachlerinnen, die eine neue Identität bekamen, die sie voll und ganz verinnerlichen mussten, denn jeder noch so kleine Fehler konnte für sie tödlich enden. Pat war eine von ihnen, die Sprache beherrschte sie dank ihrer französischen Mutter perfekt.
Viel habe ich über diese und ähnliche Themen gelesen, über diese Frauen der SOE jedoch wusste ich nichts. Gerne wäre ich noch länger in die Vergangenheit abgetaucht, wobei die Gegenwart schon auch interessant, zuweilen jedoch zu ausschweifend, zu ausführlich war. Im Finale werden dann noch die geschichtlichen Fakten präsentiert. Nicht jede dieser mutigen, dieser unangepassten Frauen hat überlebt.
Ich lese sehr gerne historische Romane, die mich mit interessanten Geschehnissen unterhalten und mich in eine vergangene Zeit katapultieren. Deshalb war ich sehr neugierig auf das Buch, als ich den Klappentext dazu gelesen habe, denn ich habe bisher keinen Roman über dieses Thema gelesen und habe einiges Neues lernen dürfen.
Es geht in der Story um Pat, diese bekommt überraschend einen Anruf der BBC-Moderatorin Gwen, die sich für ihre Vergangenheit interessiert. Aber will sie darüber überhaupt reden? Nach so vielen Jahrzehnten, in denen sie kein Sterbenswort verraten durfte? Jahre, in denen sie dachte, das Leben kommt noch? Pats Vergangenheit führt tief hinein in ein unbekanntes Kapitel wagemutiger Frauen des Widerstands, die Sabotageakte verübten, geheime Funksprüche absetzten, lautlos töten mussten und beständig unterschätzt wurden. Gwen findet auf einer Recherchereise nach Paris nicht nur Erstaunliches über ihre verwegene Großmutter heraus, die dort in den Jahren der Okkupation lebte. Sie entdeckt auch jenen Schlüssel, der es Pat ermöglichen wird, sich der eigenen Erinnerung zu stellen.
Ich hatte anfangs meine Probleme, richtig in die Geschichte hineinzufinden. Der Schreibstil ist zwar schön bildlich und es ist auch ein schöner Lesefluss gegeben, aber teilweise war es auch etwas verwirrend, so dass ich lange Zeit viele Fragezeichen im Kopf hatte da es anfangs ein bisschen viel hin-und her zwischen den Zeitebenen war. Nach und nach habe ich mich dann aber ganz in die Geschichte einfinden können und dann hat es auch richtig Spaß und Freude gemacht das Buch zu lesen und mehr über diese spannende und Interessante Zeit zu erfahren! Wie es war auf geheimer Mission zu sein und immer wieder bangen und in Furcht leben zu müssen ist wirklich authentisch und berührend rausgekommen in diesem Roman. Auch die gute Recherchearbeit der Autorin hat man immer wieder gemerkt. Deshalb fand ich eben auch das Nachwort der Autorin wirklich gelungen und sehr lesenswert, denn hier erfährt man nochmal wie es wirklich real gewesen ist.
Fazit: Dranbleiben lohnt sich, dann bekommt man einen sehr spannenden und interessanten Roman über das Thema geheime Missionen und Widerstand, das zu viel in Vergessenheit geraten ist. Eine Leseempfehlung und gute 4 Sterne erhält die Geschichte von mir.
Starke Frauen in historischen Romanen begeistern mich immer sehr. Und so fiel mir die Wahl auf den Roman Wir dachten, das Leben kommt noch von Elisabeth Sandmann, nicht schwer. Denn auf dem Klappentext ist die Rede von einer englischen Spezialagentin im zweiten Weltkrieg im besetzten Frankreich. Diese Agentin aus Churchills geheimer Spezialeinheit heißt Pat und wir begegnen ihr auf zwei Zeitebenen: Einmal rund um den zweiten Weltkrieg, sowohl vor ihrem Einsatz in Frankreich als auch währenddessen. Und zweitens im Jahr 1998 – also der Neuzeit. Dort wird sie von Gwen kontaktiert, die für die BBC zu dieser Spezialeinheit recherchiert und ihre Kontaktdaten von einer gemeinsamen Bekannten bekommen hat. Zu diesem Zweck reist Gwen im Gegenwartserzählstrang nach Paris – mit Freundin, Kind und Tante – um ihre Recherchen vor Ort durchzuführen. Doch auch die Geschichte ihrer Großmutter scheint mit Paris verknüpft zu sein, was Gwen aus früheren Erzählungen und von ihrer Großmutter eingesprochenen Kassetten erfährt. Wer jetzt bei dieser Personenaufzählung leicht durcheinanderkommt, befindet sich in bester Gesellschaft. Denn auch ich hatte meine Schwierigkeiten, mir alle Personen zu merken, sie einzuordnen und vor allem einen Zugang zu ihnen zu finden. Aufgrund der Vielzahl an Menschen fallen die Abschnitte, in denen man etwas zu jedem einzelnen erfährt, relativ kurz aus, sodass es für mich ziemlich oberflächlich erzählt ist. Zudem kann man bis zur Mitte des Romans überhaupt keine Verbindung zwischen den Personen herstellen und auch die Kapitel sind nicht wirklich miteinanderverknüpft, sondern reihen einfach Erzählungen aneinander. Natürlich kann man sich eine Verbindung über die Spezialeinheit und die Resistance herstellen, aber mir war das zu dünn. Die Geschichte hat sicherlich Potenzial für mehr, wurde aber aus meiner Sicht nicht überzeugend und nahbar umgesetzt. Es hätte mir besser gefallen, wenn es weniger Personen gewesen wären – zum Beispiel in der Gegenwart nur Gwen und in der Vergangenheit nur Pat und das im Wechsel, und wenn es in Summe weniger Neben-Personen gegeben hätte. Sie hatten für mein Dafürhalten gerade in der Gegenwartsperspektive wenig Bedeutung für die Erzählung. Mir hat es leider nicht gefallen und ich habe den roten Faden vermisst. Daher gibt es von mir nur 2 Sterne.
Unterschlagene Heldinnen Das Buch „Wir dachten, das Leben kommt noch“ beruht auf einer wahren Geschichte. Eine Spezialeinheit des britischen Geheimdienstes, die sogenannte S.O.E., schickte – allerdings nicht offiziell - während des Zweiten Weltkrieges auch Frauen als Agentinnen in von Deutschen besetzte Gebiete, die unter Einsatz ihres Lebens als Funkerinnen tätig waren, Sabotage betrieben und den Widerstand unterstützten. Frauen zogen weniger Aufmerksamkeit auf sich als Männer. Leider wurde ihre außerordentliche, lebensgefährliche Tätigkeit im Gegensatz zur Leistung der Männer kaum gewürdigt. Ausgangspunkt des Buches ist ein Auftrag, den die BBC-Moderatorin Gwen 1998 bekommt, nämlich ein Buch über die Frauen der S.O.E. zu schreiben und ihre Leistung zu würdigen. Auch die Großmutter von Gwen befand sich zu dieser Zeit in Paris. Gwen erfährt von Pat, die als Agentin zur Zeit der Besatzung in Paris war und die jahrzehntelang über ihren Einsatz geschwiegen hat. Ihr ganzes Leben wurde davon beeinflusst. Erst nach längerem Zögern bricht Pat ihr Schweigen und dadurch beginnt sie, ihr Leben auch tatsächlich zu leben.
Der Roman wechselt zwischen Gegenwart und Vergangenheit. In der Vergangenheit wird die Geschichte nicht nur aus Sicht der S.O.E-Agentin Emma erzählt, sondern auch von Gwens Großmutter Ilsabé, die Gwen besprochene Kassetten hinterlassen hat. Die Frauenfiguren sind stark, Elisabeth Sandmann beschreibt aber auch Ihre Zweifel, Nöte und Probleme. Sie stilisiert diese nicht als Heldinnen, sondern schildert alltägliche, mutige Menschen, die auch negative Gedanken wie Eifersucht haben. So richtig Fahrt nimmt das Buch erst nach ca. 100 Seiten auf. Den Anfang fand ich etwas langatmig und die Sätze zu verschachtelt. Danach konnte ich das Buch nicht mehr weglegen. Ich fand die Geschichte von Emma sehr spannend geschildert und sehr gut sind auch das Alltagsleben und die Alltagsprobleme der Pariser recherchiert.
Wer eine rasante Handlung erwartet, könnte enttäuscht werden. Insgesamt jedoch ein bewegender Roman, der die außerordentliche Leistung von mutigen Frauen würdigt und zeigt, dass jeder etwas bewirken kann, soweit er sich entscheidet, überhaupt zu handeln. Manchmal auch nur im Kleinen, wie die vielen Helfer der Agentinnen. Für mich ist es ein Buch, das zum Nachdenken anregt und ich kann es auf jeden Fall sehr empfehlen.
Wer Sandmanns erstes Buch „Porträt auf grüner Wandfarbe“ gelesen hat, dem werden einige Figuren in diesem Buch bekannt vorkommen. Denn Gwen man sich erneut auf die Suche einem Teil ihrer Familiengeschichte. Dieses Mal geht es um einen bestimmten Abschnitt im Leben ihrer Großmutter Ilsabé, die zu Zeiten des 2. Weltkriegs im von Deutschland besetzten Paris lebte. Gleichzeit erhält Gwen ein Angebot für ein äußerst interessantes Buchprojekt. Sie soll über die „SOE-Girls“ schreiben. Agentinnen im inoffiziellen Auftrag der britischen Regierung, die aus dem Untergrund heraus agierten. In Paris erfährt Gwen nicht nur erstaunliches über ihre Großmutter, sondern kann auch wichtige Informationen über die britischen Agentinnen sammeln. Und stellt Kontakt zu Pat her, einer Frau, die eine ganz außergewöhnliche Zeitzeugin ist.
Ich finde es grundsätzlich eine schöne Idee, Gwens Familiengeschichte und auch schob bekannte Figuren mit einzubeziehen. Das macht die Geschichte noch ein bisschen persönliches. Allerdings ist mir manchmal der Bogen von Ilsabés Geschichte zu Pats Geschichte doch etwas zu weit geschlagen. Gut gefallen haben mir dafür die Rückblenden auf Pats Leben in den 1940ern und wie sie sich viele Jahre später an diese Zeit zurückerinnert. Es wird deutlich, wie sehr sie in den direkten Nachkriegsjahren und auch noch später darunter gelitten hat, mit so gut wie niemandem über diese Themen reden konnte. Das engt den Kreis der Personen, die sie verstehen und ihre Gefühle nachvollziehen können, sehr stark ein. Es hat mich auch traurig gemacht zu lesen, wie Pat sich über die Jahre von vielen Menschen zurückgezogen hat.
Die Geschichte von Gwens Großmutter war gut in das Setting eingebaut. An der einen oder anderen Stelle war es mir ein kleines bisschen zu dick aufgetragen, passte aber insgesamt zur Dramatik der Handlung. Sandmanns Stil ist leicht und trotzdem einfühlsam. Es ist für mich eine solide Geschichte über ein außergewöhnliches Thema, dass einen Anstoß zu weiterer Literatur hierzu gibt. Absolut herausragend empfand ich das Buch letztlich aber nicht, dafür wiederum steht mir Gwens Familiengeschichte dann doch zu sehr im Fokus.
Gwen will ein Buch schreiben über Frauen die im zweiten Weltkrieg als Saboteurinnen, Funkerinnen und Kurierinnen die Resistance in Frankreich unterstützt haben. Eine geheime Organisation im Auftrag der englischen Regierung hat junge Frauen gesucht die intelligent, mutig, loyal und französisch sprechen konnten. Es gibt wenig Informationen darüber denn die Frauen haben damals eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnet haben. Sie arbeitet bei der BBC der Sender der damals für die Menschen die die Freiheit suchten die wichtigste Informationsquelle war. Gwen sucht Zeitzeuginnen und mit Hilfe einer Freundin und dem Tagebuch ihrer Großmutter nähert sie sich dem Thema in Paris an. Das Buch erzählt in zwei Ebenen, wie Gwen Informationen sucht in Büchern, bei Befragungen und einfach vor Ort. Gleichzeitig ist es die Geschichte von Pat die damals als Funkerin im besetzten Frankreich agierte. Pat will nicht über die Vergangenheit reden, die Erinnerungen sind schmerzhaft und sie können trügen. Genau das habe ich als das Thema des Buchs empfunden. Es ging nicht vordergründig um die Erlebnisse der Frauen, wie gefährlich und aufregend das Leben voller Angst gewesen ist. Sehr zurückhaltend ohne Einzelheiten wird über die Zeit berichtet. Der Gedanke war da wir müssen das tun ohne einen Gedanken an die Folgen für die eigene Person zu verschwenden. In der Erinnerung werden gemachte Fehler übermächtig. Schuldgefühle an einen Tod der durch die eigene Tat geschah sind riesengroß. Damals war die Maxime, wenn das vorbei ist fängt das Leben an. Aber die Frauen haben die Zeit mit in ihr altes Leben genommen und da sie nicht darüber reden konnten blieben die Geschehnisse allgegenwärtig, Das abwechselnde Erzählen der Zeiten hat Ruhe in das Buch gebracht. Ich konnte nach jedem Abschnitt über das Gelesene nachdenken. Das war angenehm. Sonst sagt man oft ich konnte das Buch vor Spannung nicht aus der Hand legen. Hier war es anders, es war angenehm es wegzulegen und einfach reale Dinge zu tun. Denn das Buch der Erinnerungen steckte voller Überraschungen.
Der Roman "Das Leben kommt noch" hat mich besonders angesprochen, weil mich Geschichten über Frauen im Widerstand besonders interessieren und ich es wichtig finde, dass ihre Schicksale erzählt werden. Das Buch berichtet von Frauen, die während des Zweiten Weltkriegs als Agentinnen für Churchills Spezialeinheit (SOE) in Frankreich tätig waren. Diese historische Ebene wird mit einer Gegenwartshandlung verknüpft, in der die BBC-Reporterin Gwen den Auftrag erhält, über die mutigen Frauen zu recherchieren. Dabei stößt sie auf Spuren, die auch mit der Geschichte ihrer eigenen Großmutter verbunden sind.
Die Idee, Vergangenheit und Gegenwart miteinander zu verknüpfen, fand ich grundsätzlich sehr spannend. Besonders die Rückblenden in die 1940er Jahre haben mir gut gefallen. Pats Erlebnisse als Agentin und ihre Erinnerungen an diese Zeit wirken authentisch und berührend. Man bekommt ein Gefühl dafür, wie gefährlich und belastend diese Arbeit gewesen sein muss und wie schwer es den Frauen nach dem Krieg fiel, darüber zu sprechen. Etwas schwierig fand ich allerdings den Aufbau des Romans. Die Wechsel zwischen den Zeitebenen sind teilweise nicht klar erkennbar, wodurch ich gelegentlich den Überblick verloren habe. Auch die Verbindung zwischen den historischen und den journalistischen Teilen wirkt manchmal etwas holprig. Der Roman ist sehr gut recherchiert, aber durch die vielen sachlichen Passagen kommt die eigentliche Spannung und Nähe zu den Figuren ein wenig zu kurz.
Trotzdem hat mir gefallen, dass die Autorin auf das Thema aufmerksam macht und die Frauen würdigt, die im Widerstand gekämpft haben. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und vermittelt die Emotionen meist auf eine ruhige, unaufdringliche Weise. Insgesamt ist es für mich ein solides Buch, das interessante Einblicke gibt, aber erzählerisch nicht ganz überzeugt.
Ein großartiges Buch. Ich fühlte mich ein bisschen erinnert an Anne Berests 'Die Postkarte': auch hier gibt es eine Spurensuche die uns zurückführt in das von den Nazis besetzte Frankreich. BBC Journalistin Gwen, die die populäre Sendung 'Woman's Hour' leitet, wird gebeten, über die weiblichen Agentinnen der "Special Operations Exectutive" (SOE) zu schreiben, die während des 2. Weltkrieges im besetzten Frankreich operieren und mit den Leuten der Resistance zusammenarbeiten. Da Gwen eine Chance sieht, mehr über das Leben ihrer kürzlich verstorbenen Großmutter herauszufinden, welche während einiger dieser Jahre in Paris gelebt hatte, stimmt sie zu und begibt sich zu Recherchezwecken nach Paris. Die Hintergründe und Zusammenhänge werden Gwen so nach und nach klar als sie in Paris mit Überlebenden spricht.
Die SOEs waren beständig in Lebensgefahr, denn die Nazis und die französischen Kollaborateure veranstalteten regelmäßig Razzien, und wer gefasst wurde, wurde gefoltert und entweder gleich ermordet, oder in ein KZ gebracht.
Wir erfahren viel aus der Zeit durch eine ehemalige SOE, welche sich durch Gwens Anruf und Nachfrage plötzlich mit Erinnerungen konfrontiert sieht, welche sie jahrzehntelang verdrängt hatte. Interessant (aber nicht verwunderlich) ist, dass diese Frauen, die Leib, Leben, und ihre Psyche opferten, nicht offiziell anerkannt, geehrt, und betrauert wurden, ja es wurde nicht mal von Regierungsseite aus nach denen gesucht, die von den Nazis gefangen genommen wurden.
Es ist ein starker Roman über starke Frauen, hervorragend gelesen von Elisabeth Günther. Wer 'Die Postkarte' mochte wird diesen Roman sicher auch mögen. Vielen Dank an #HörbuchHamburg über #Netgalley.de für mein kostenfreies Rezensionsexemplar.
Während des 2. Weltkriegs benötigte Churchill Agentinnen in Frankreich. Doch was waren ihre Geschichten? Das wird exemplarisch in „Wir dachten, das Leben kommt noch“ beschrieben.
Pat war in den 40er Jahren als Agentin in Frankreich aktiv. Doch was kann und will sie über die Zeit berichten? Das muss sie sich fragen, als BBC Redakteurin Gwen sie um ein Interview bittet. Doch es hängt mehr damit zusammen als es scheint…
Ich finde das Thema per se spannend. Mit Agentinnen verbinde ich Spannung und aufregende, interessante Tätigkeiten. Damals ging es zusätzlich um Verrat, Fremdenfeindlichkeit und Spitzel. Dieses Thema hat Elisabeth Sandmann feinfühlig in ihrem Roman eingearbeitet.
Pat passt zu dem aufregenden Tätigkeitsfeld. Sie ist reserviert, bedacht und wirkt ein wenig übervorsichtig in der Gegenwart. Das alles sind Merkmale einer guten Agentin. Die Geschichte, die sich entsprechend zu ihr entwickelt, ist sprachlich authentisch und anschaulich erzählt. Wobei der Part der Gegenwart mehr von Entdeckungen und den Tagebuch Einträgen von Gwens Oma, ebenfalls Spionin, lebt. Der Vergangenheitspart lebt vom Drahtseilakt zwischen Spionage und Freundschaft, Liebe und Verrat sowie der Beziehung zur eigenen Familie während der Kriegsjahre.
Auch wenn spannende Themen besprochen werden zieht sich die Handlung streckenweise. So wird seitenlang Pats Interessenkonflikt in der Gegenwart beschrieben, ohne das es zur Handlung beiträgt. Das finde ich sehr schade.
Insgesamt bekommt der Roman vier Sterne und eine Leseempfehlung für die Themen Spionage und Feminismus unter Churchill.
SOE-Agentinnen – mir bisher unbekannte Heldinnen des 2. Weltkriegs Es geht um junge SOE*-Agentinnen, Sektion F, im 2. Weltkrieg, die in Großbritannien und Frankreich als inoffizielle Saboteurinnen, Funkerinnen und Kurierinnen in Zusammenarbeit mit der Résistance in gefährlichem Kriegseinsatz waren. Die detailliert beschriebenen Szenerien - größenteils in London, Devon und Paris - spielen auf zwei Zeitsträngen: 1998 begibt sich die Moderatorin der BBC Gwendolyn Farleigh, kurz Gwen, im Rahmen eines Buchprojektes auf die Suche nach Zeitzeugen dieser speziellen Einsatztruppe Churchills, die gezielt und undercover gegen die deutschen Besatzer agierten. Die Seniorin Pat Conway, ehemalige SOE-Agentin, erweist sich als hilfreiche Informationsquelle. Im Zeitraum 1941-1943 ereignen sich spannende Sabotageakte in Paris durch Simone Conway, daneben versteckte geheime Funksprüche ihrer Schwester Pat Conway nach London - unter Mithilfe der französischen Widerstandsbewegung. Auch Gwen`s Großmutter Ilsabé von Isolani spielt eine gewichtige Rolle im Pariser Haus in der Rue Heine. Die damals unterzeichnete Verschwiegenheitserklärung und belastende Erinnerungen an diese mit Schuldgefühlen behaftete Vergangenheit sorgen für Twists und Turns, die bei Pat einfühlsam ausgeräumt werden können. Durch gezielte Kontaktaufnahmen und Interviews Gwens beidseits des Kanals entfaltet sich ein detailliertes Ambiente voller Dynamik und Dramatik in mitmenschlicher Anteilnahme. Ein mutiger weiblicher Einsatz für Freiheit und Demokratie – überzeugend geschildert. *Special Operations Executive
Eine Hommage an mutige Frauen Autorin Elisabeth Sandmann trifft mit diesem Roman bei mir einen Nerv. Man muss keine Feministin sein, um anzuerkennen, dass viele Frauen während des zweiten Weltkrieges Unglaubliches geleistet haben. Nach dem Krieg hielten aber vor allem die Taten vieler Männer Einzug in die Geschichtsbücher, während die Frauen wieder für Küche und Kinder zuständig waren. Dieser Roman macht Frauen sichtbar, die während des 2. Weltkriegs für England in Frankreich die deutschen Besatzer ausspioniert haben. Ausgangspunkt sind – wie schon bei ihrem Roman Portrait auf grüner Wandfarbe - die Recherchen der BBC-Moderatorin Gwen, die Ende der 90-er ehemalige Spioninnen aus Churchills geheimer Spezialeinheit SOE interviewen möchte. Dafür begibt sie sich auf eine Reise nach Frankreich. In Sandmanns perspektivischer Erzählweise wird das Geschehen abwechselnd aus der Sichtweise von Gwen, ihrer Großmutter sowie Spionin Pat betrachtet. Besonders beeindruckend fand ich, wie es dem Militär damals gelang, junge Frauen zu rekrutieren und sie auf diese lebensgefährliche Aufgabe vorzubereiten. Das Erlebte muss für sie furchtbar gewesen sein. Und dennoch war ihnen auch nach dem Krieg untersagt, darüber zu sprechen. Elisabeth Sandmann hat für ihren Roman genau recherchiert und schafft es, in zeitlichen Sprüngen zwischen den Jahrzehnten, diesen Frauen eine Stimme, eine Biografie, ein Leben zu geben. Lediglich die Dialoge fand ich manchmal etwas spröde und aufgesetzt. Ansonsten aber ein durchwegs fesselnder historischer Roman.
Als ich zu dem Buch gegriffen habe, war mir klar, dass mich kein leichtes Buch erwartet. Und doch hat mich dieser Roman auf eine Weise berührt, die ich so nicht vorhergesehen habe. Elisabeth Sandmann erzählt von Frauen, die im Zweiten Weltkrieg Dinge getan haben, über die jahrzehntelang geschwiegen wurde nicht aus Feigheit, sondern aus Notwendigkeit.
Im Mittelpunkt steht eine Vergangenheit, die plötzlich wieder anklopft. Eine Frau, die gelernt hat zu schweigen, wird mit Fragen konfrontiert, die sie längst verdrängt glaubte. Parallel dazu öffnet sich ein zweiter Blick auf eine jüngere Generation, die beginnt nachzuforschen, nachzuhaken und Zusammenhänge sichtbar zu machen. Die Geschichte bewegt sich dabei zwischen verschiedenen Zeiten und Orten, ohne jemals verwirrend zu werden.
Besonders beeindruckt hat mich der Fokus auf mutige Frauen im Widerstand. Keine Heldinnen mit großen Reden, sondern Menschen, die handeln mussten, Entscheidungen trafen und einen hohen Preis zahlten. Gerade diese leisen, oft übersehenen Biografien machen das Buch so stark. Der Zweite Weltkrieg dient hier nicht als bloße Kulisse, sondern als emotionaler Kern, der bis in die Gegenwart nachwirkt.
Der Schreibstil ist ruhig, klar und dennoch eindringlich. Vieles wirkt nach, ohne ausgesprochen zu werden. Ich musste das Buch zwischendurch aus der Hand legen, nicht weil es zäh war, sondern weil manche Gedanken Zeit brauchten. Bewegend fand ich vor allem die Frage, wie viel ein Mensch tragen kann und was es bedeutet, wenn man sein Leben lang denkt, das eigentliche Leben beginne erst später.
Gwen bekommt den Auftrag, über die Frauen der SEO und deren Beteiligung des Wiederstandes des von Deutschen besetzten Frankreichs zu recherchieren und nimmt dies auch zum Anlass ein wenig mehr über ihre Großmutter herauszufinden, die ihr einige Tonaufnahmen hinterlassen hat. Dabei kommt ihr auch die Bitte in den Sinn "Suche nach Lilou".
Der Roman spielt in zwei Zeitebenen, arbeitet mit Tonspuren und Briefen. Eben Teile der Recherchearbeit. Ich muss jedoch gestehen, mich konnte die Geschichte nicht richtig packen, auch wenn ich die Suche nach den schatten der Vergangenheit wirklich spannend fand. Auch, wie Emma entstanden ist, ihre ersten Schritte durch Frankreich waren wirklich spannend. Aber es tauchen viele Namen und Figuren auf und das machte es mir schwer, dem Hörbuch zu folgen. Das wäre vermutlich beim selbst lesen ein wenig anders gewesen. Für mich war der interessanteste Teil tatsächlich die Zusammenfassung der wahren Begebenheiten am Ende. Das Thema ist also schon etwas für mich, da habe ich gerne zugehört und finde es super, die Bedeutung und Beteiligung der Frauen in dieser Zeit etwas herauszuarbeiten. Insofern auch ein wichtiger Roman und man merkt, dass die Autorin sich super damit auseinandergesetzt hat. Die Sprecherin hat mir ebenfalls sehr gefallen. Also alles in allem ein gut umgesetztes Buch, aber nicht zu 100% meins. Dennoch gebe ich gerne eine Empfehlung an alle, die gerne Romane mit zwei Zeitebenen, Geheimnissen der Vergangenheit und Recherche und Forschung in der Gegenwart lesen.
Tapfere und selbstlose Frauen in schrecklichen Zeiten
Ich habe ein bisschen gebraucht, um in die Geschichte reinzukommen. Die ersten ca. 100 Seiten haben sich gezogen, da noch nicht wirklich viel passiert ist. Danach konnte ich das Buch allerdings kaum aus der Hand legen.
Die Autorin erzählt auf zwei Zeitebenen: 1998 als Gegenwartsebene und während des Zweiten Weltkriegs. Dabei ist die Geschichte nur in Teilen fiktiv. Auch Personen, die wirklich gelebt haben, kommen darin vor.
Es werden eher weniger explizite Szenen des Krieges geschildert. Der Fokus liegt mehr auf dem alltäglichen Leben einer englischen SOE-Agentin im besetzten Frankreich, so alltäglich es eben sein kann. Trotzdem werden die schrecklichen Schicksale, Ängste und Entbehrungen der Menschen mehr als deutlich.
Ich fand das Thema super spannend, von der Rekrutierung der Agentinnen über ihre Ausbildung bis hin zu ihrem eigentlichen Einsatz. Die Geschichte macht durch tapfere und selbstlose Frauen in schrecklichen Zeiten Mut. Auch die Rolle der BBC im zweiten Weltkrieg war interessant.
Es tauchen sehr viele Personen auf, teilweise mit Decknamen. Zum Glück gibt es aber am Ende des Buches ein Personenverzeichnis, das sehr hilfreich ist.
Man braucht für dieses Buch schon etwas mehr Konzentrationen, um allen Verstrickungen und Namen folgen zu können. Trotzdem würde ich es jedem empfehlen, der sich für das Thema des Zweiten Weltkriegs interessiert.
Gwen arbeitet bei der BBC in London und erhält einen Auftrag ein Buch über die SOE, eine geheime Organisation die in besetzten Gebieten während dem zweiten Weltkrieg operierte, zu schreiben.
Meine Meinung
Ein extrem spannendes Thema worüber ich sehr wenig weiß, obwohl ich auch schon Bücher darüber gelesen habe.
Mit großen Erwartungen ging ich ans Lesen und würde enttäuscht.
Es dauert lange bis Spannung aufkommt , welche aber durch ein neues Kapitel schnell wieder verflogen ist. Die Kapitel während dem zweiten Weltkrieg haben mir besser gefallen.
Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig, zum Teil aber auch sehr ausschweifend und detailliert. Die Personen und Handlungen werden sehr gut erklärt und verständlich beschrieben. Die Personen kommen authentisch und sympathisch rüber, bleiben aber flach.
Es ist ein äußerst interessantes Thema, leider wurde zu wenig daraus gemacht. Da gibt es bessere Bücher.
3 Sterne und eine Kaufempfehlung kann ich nicht aussprechen
„Wir dachten, das Leben kommt noch“ ist von Elisabeth Sandmann geschrieben und thematisiert die Frauen, welche im zweiten Weltkrieg für die Special Operations Executive (SOE) im Einsatz in Frankreich waren. Die Geschichte wird auf mehreren Zeitebenen und aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Im Fokus steht die BBC Redakteurin Gwen, welche 1998 die Aufgabe erhält, über die SOE Agentinnen zu recherchieren und ein Buch darüber herauszugeben. Es geht um die Rolle der Frauen im Widerstand und Gwen forscht auch in ihrer eigenen Familiengeschichte, ihre Oma war während des 2. Weltkriegs in Paris. Auch reist Gwen mit ihrer Tochter Ruth, ihrer Freundin Laura und ihrer Tante Lilly nach Paris, um mit Zeitzeugen zu sprechen. Wir lesen parallel von Gwens Recherchen in der Gegenwart und den Ereignissen in der Vergangenheit. Ein gutes Buch voller starker Frauen zu einem wichtigen Thema. Ich fand es spannend, aufregend, traurig, grausam, melancholisch, lehrreich und hoffnungsvoll zu lesen.
Dieser Roman hat mich sehr berührt! "Wir dachten, das Leben kommt noch" von Elisabeth Sandmann ist ein sehr guter Geschichtsroman. Der Schreibstil der Autorin ist wahnsinnig feinfühlig und trotzdem leicht, sodass man schnell in die Geschichte eintauchen kann. Der Roman ist in verschiedenen Zeitsträngen geschrieben, der Zeit vor- und während des zweiten Weltkriegs und der Gegenwart. Die lesende Person folgt dabei der Informationsreise einer Radio-Journalistin und daraufhin auch angestoßen der Lebensreise einer Zeitzeugin zurück in die Wirren des Weltkriegs. Mich hat die Thematik von starken Frauen, Familienbeziehungen und Agent*innen sehr angesprochen. Das Buch verfügt über große Strahlkraft und hat mich noch nachhaltig mit dem Thema beschäftigen lassen. Ich kann das Buch wirklich von ganzem Herzen empfehlen!
Ein Roman über Familienbande und Geschichten starker Frauen, voller Spannung und Entdeckungen - der einen mitnimmt auf eine Reise und nachdenken lässt über den eigenen Mut!
Zwischen England und Frankreich, zwischen Krieg und Gegenwart - die Schauplätze setzen den Rahmen für die Frauen die unglaublichen Mut zeigen und später endlich erkannt werden für ihre Taten. Ich habe den ersten Roman von Elisabeth Sandmann nicht gelesen und empfand das keineswegs als Problem; die Handlung steht wunderbar für sich selbst. Man wird in das Schicksal und den Mut der Frauen magisch hineingezogen, auch wegen der Erzählweise und den vielen Details. Spannend, schön und nachdenklich stimmend - alles war dabei und man hätte Lust über noch weitere SOE Agentinnen zu lernen.
Der Roman war für mich stellenweise herausfordernd, da ich es als Hörbuch angehört habe. Die vielen Figuren mit ihren Decknamen waren nicht immer leicht auseinanderzuhalten, zumal dieselbe Sprecherstimme für unterschiedliche Personen verwendet wurde. Insgesamt wirkte die Geschichte auf mich zu sehr konstruiert.
Sehr gelungen fand ich hingegen den Einblick in die Rolle von Frauen im Widerstand. Die Schilderungen ihrer Arbeit, etwa als Funkerinnen oder in anderen wichtigen Aufgaben, haben mir neue Perspektiven eröffnet und dem Roman für mich einen besonderen Wert gegeben.