Die 15-jährige Emily weiß nicht, woher sie kommt, noch wer ihre Eltern sind. Sie wurde eines Nachts an einem Flussufer gefunden, vollkommen ausgekühlt und ohne Kleider. Seitdem lebt sie in einem Waisenhaus - doch eines Tages hat sie Glück und wird von einer tollen Familie adoptiert. Aber das idyllische Vorstadtleben ist nur von kurzer Bald geschehen merkwürdige Dinge um sie herum.
Was hat es mit dem frühen Herbst in diesem Jahr auf sich? Warum scheint der Herbstwind ihr etwas zuzuflüstern? Langsam kommt Emily dem Geheimnis um ihre Herkunft auf die Spur - und das ist etwas ganz anderes, als sie jemals gedacht hätte ...
Das Buch ist wirklich gut und steht anderen Jugendbüchern eigentlich in nichts nach. Ich fands nur ein bisschen schade, dass die Welt nicht etwas mehr ausgeblidet wurde und das Buch dadurch länger gewesen wäre ... aber gute Bücher müssten eigentlich immer länger sein ;) Springorum wirft am Anfang des Buches natürlich einige Fragen über die Personen in den Raum, aber nicht in normalem Umfang, sondern man weiß praktisch erst mal nichts über Emily und ihre Vergangenheit. Und wenn sich etwas klärt, tauchen neue Fragen auf und immer so weiter. Erst ganz am Ende wird dann das ganze Mysterium gelüftet und Springorum hält den Leser so echt gut bei der Stange. Auch die Idee, dass die vier obersten Vampire die fand ich ziemlich cool, nur die Namen haben meiner Meinung nach nicht wirklich zu den vier mächtigsten Vampiren gepasst. Da hätte man schon lieber so was wie Dracula. Aber er musste sich natürlich an die Namen Obwohl, er hätte ja auch noch Vampirnamen erfinden können. Die Idee mit Emilys Seele und dass diese Seele erinnert mich ein wenig an Harry Potter, ist aber an sich trotzdem interessant. Und der Herbst ist natürlich einfach cool!
Ein Mädchen wurde an einem Flussufer gefunden und kann sich nicht an ihre Vergangenheit erinnern. Im Waisenhaus Sheltering Tree wird sie Emily genannt und auf dreizehn oder vierzehn Jahre geschätzt. Nach fast zwei Jahren wird sie von einer Familie adoptiert, bei der sich Emily schnell wohlfühlt. Jedoch geschehen kurz darauf seltsame Dinge: Der Herbst beginnt ungewöhnlich früh und begleitet Emily, der Herbstwind scheint ihr etwas zuzuflüstern. Welches Geheimnis verbirgt sich im Nebel ihrer Vergangenheit?
Der dramatische und zugleich emotionale Prolog sorgte dafür, dass mich der Roman gleich gefesselt hat und ich mehr als neugierig darauf war, wie dieser Schnipsel mit der restlichen Geschichte verbunden wird. Es gab gleich Stoff zum Spekulieren, was mir ja immer viel Spaß bereitet. Später bin ich gedanklich noch öfter zum Prolog zurückgekehrt, mit den neu gewonnenen Eindrücken setzte sich der Hintergrund zu dieser Szene auch immer detaillierter zusammen.
In Herbstbringer geht es um Vampire – Wesen, die ich normalerweise ja eher meide. Warum wollte ich dieses Vampirbuch also unbedingt lesen? Die Leseprobe hat mich neugierig gemacht, aber vor allem habe ich den Schreibstil von Björn Springorum sehr genossen. Sein Umgang mit Worten: poetisch, stimmungsvoll und einfach nur schön. Ich habe dann einfach gehofft, dass ich Glück habe und “Zwischen-Vampire” erwische – also weder die glitzernden noch die aus dem Horror-Bereich. Und ich hatte Glück!
Für mich war es auch nicht zu blutig, weil die Beschreibungen sich nicht darauf konzentriert haben bzw. schnell ausgeblendet wurde. Bei zwei Figuren, die mir doch recht unheimlich waren, hat es meine Vorstellungskraft nur manchmal etwas übertrieben. ;) Die Vampire sind in dieser Geschichte aber nicht die einzigen mystischen Wesen, mich hat die erschaffene Welt beeindruckt – und auch die Hintergründe und Zusammenhänge, die man nach und nach erfährt. Mir gefällt, dass es unheimliche und machtgierige Wesen gibt, aber auch welche, mit denen ich Mitleid hatte oder die mich gereizt haben. Es gibt auch eins, das mich ganz besonders erwischt hat, auch wenn es gar nicht so oft auftaucht.
Bei einer Geschichte, die in Großbritannien spielt und von einer Waise namens Emily handelt, musste ich natürlich an andere Bücher und eine andere Emily denken. Es gibt (wenige) Gemeinsamkeiten, die möglicherweise besonders auffallen, weil auch der Schreibstil in eine ähnliche Richtung geht und Anspielungen auf Literatur, Musik und Film enthält. Für mich wurde Herbstbringer aber schnell etwas eigenes – die Geschichte, die Welt und auch Emily sind eine völlig andere.
Es gibt eine zarte Liebesgeschichte, die aber keinen allzu großen Platz einnimmt – was absolut nach meinem Geschmack ist. Ich mag Jake sehr, aber mir gefallen Bücher, in denen die Liebesgeschichte eins von mehreren gleichberechtigten Themen ist und nicht die Hauptrolle einnimmt. Für mich ist wichtiger, dass die Gefühle bei mir ankommen, nicht dass sie ausschweifend beschrieben werden. Und hier war das so.
Herbstbringer war für mich eine abwechslungsreiche, mitreißende und intensive Lektüre, die viel Herbststimmung verbreitet und für einige Überraschungen gesorgt hat. Die Figuren waren mir sehr nah und haben mich berührt, ich habe mit ihnen mitgefiebert und munter vor mich hin spekuliert. Mich hat nicht nur die erschaffene Welt beeindruckt, sondern auch die dichte Atmosphäre und der sensibel-poetische Schreibstil. Ein Buch, das gleichzeitig wunderschön, unheimlich und irre spannend ist! Und kaum aus der Hand zu legen … Ich hoffe ja auf einen zweiten Teil, auch wenn die Geschichte erstmal abgeschlossen ist. ;)
Inhalt: Emily kommt nach zwei Jahren endlich aus dem Kinderheim heraus und in eine neue Familie. Wer ihre richtigen Eltern sind weiß sie nicht - niemand scheint das zu wissen. Als Kind halbnackt und allein am Rande eines Flusses gefunden, scheint sie verstoßen worden zu sein. Nun hat sie die Chance endlich richtige Eltern zu bekommen und ein ganz normales Leben mit ihrer neuen Schwester Sophie zu führen. Und dann tritt auch noch der beste Freund von Sophie in ihr Leben und stellt alles auf den Kopf - Jake. Der ruhige Junge, mit dem guten Musikgeschmack scheint von Emily genau so fasziniert zu sein wir umgekehrt. Langsam finden sie zueinander, doch im Hintergrund haben sich dunkle Schatten um Woods End versammelt und warten nur darauf, dass der "Herbstbringer" zum Leben erweckt. Was hat es damit auf sich und welche Rolle spielt dabei der mysteriöse Elias, den Emily bei einem Schulausflug in London trifft? Emily weiß nur eins: Der Herbst kommt dieses Jahr viel zu früh...
Meine Meinung: Das Cover des Buches ist unheimlich schön und passend zum Herbst gestaltet. Orange und schwarz dominieren das Bild und machen Lust darauf, durch Laub zu gehen und es auffliegen zu lassen. Die Geschichte wird aus Sicht einer dritten Person erzählt, was es dem Leser erlaubt, den verschiedenen Protagonisten über die Schulter zu sehen und unterschiedliche Handlungsstränge mitzuerleben, bis sie am Ende alle zusammengeführt werden. Die Protagonisten sind jeder für sich schön beschrieben. Manche detaillierter andere weniger, was aber passend ist, da ihr Charakter eher mystisch ist. Einige von ihnen mochte ich von Anfang an, andere hätte ich hingegen, gerade zum Ende hin, lieber erwürgt oder einen Pfahl durch Herz gerammt. Allgemein ist alles sehr bildlich beschrieben, was es mir leicht gemacht hat mir Emilys Welt vorzustellen. Auch die vielen kleinen Anspielungen auf berühmte Bücher waren toll herauszulesen. Die Beschreibung der Vampire war besonders toll, da sie so ganz anders dargestellt wurden als sonst. Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass noch nicht alle Ideen ausgeschöpft sind. Der Schreibstil des Autors war sehr flüssig zu lesen aber ich konnte es trotzdem immer nur in kleineren Happen lesen, was aber wohl auf den ganzen Unistress derzeit zu schieben ist. Die Geschichte nahm aber gerade gegen Ende hin an Fahrt auf und endete in einem fulminaten Finale.
Fazit: Herbstbringer von Björn Springorum ist ein herbstliches Buch, das man aber gerne auch in den anderen Jahreszeiten lesen kann ;) Es zeigt das Wesen der Vampire mal von einer ganz anderen Seite, die aber zu gefallen weiß. Die verschiedenen Perspektiven auf die Geschichte machen das Buch wirklich zu einem spannenden Leseerlebnis. Nur das i-Tüpfelchen hat mir noch irgendwie gefehlt. Trotzdem ein rundum gelungenes Debut des Autors.
Der Anfang war toll, ich mochte die Ideen, allerdings hatte der Mittelteil ein paar Längen und mir gehen mittlerweile diese "Ich werde dich für immer lieben"-Liebesschwüre von Teenagern auf die Nerven :/ Das Buch wäre sicherlich auch gut ohne Liebesgeschichte ausgekommen. Außerdem finde ich es schade, dass zwar ständig behauptet wird, Emily sei so besonders, aber so wirklich kommt einem das nicht vor. Mir wäre es lieber gewesen, wenn sie vorher schon etwas aktiver gewesen wäre, als auf den letzten 20 Seiten. Und das Ende...da hatte ich das Gefühl, dass es endlich wieder spannend wird und dann ist das Buch schon vorbei?! Hm.