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China: Ein Länderporträt

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China boomt. Manager, Existenzgründer, Studenten oder Praktikanten versuchen ihr Glück in der neuen Wirtschaftsmacht. Dabei ist es nicht einfach, sich in diesem Land zurechtzufinden.
Marcus Hernig schreibt von den Schwierigkeiten, in China Fuß zu fassen, und vom Glück, mit Chinesen zusammenzuleben. Aus langjähriger Erfahrung gibt er Einblicke in die wesentlichen Aspekte der chinesischen Kultur, Geschichte, Politik und Gesellschaft. Kenntnisreich vermittelt er so das Leben im heutigen China und kommt dabei ohne Stereotype und Superlative aus.

216 pages, Kindle Edition

First published April 1, 2008

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Marcus Hernig

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Profile Image for Helmut.
1,056 reviews67 followers
September 9, 2016
Der Geldgott lebt in Shanghai und isst gern Maultaschen
Ich erinnere mich an meine Jugend in den 80ern und 90ern. Niemand hat über China geredet, außer in Verbindung mit Billig-Importware. China war halt ein Entwicklungsland unter vielen. Nun hat sich das leicht geändert, und China ist in aller Munde. Leider ist gerade in Deutschland aber diese neue Sicht auf China rein mit wirtschaftlichen und politischen Aspekten verbunden, man findet in Buchläden immer mehr Bücher darüber, wie China die Weltwirtschaft beherrscht, wie China politisch überall Einfluss nimmt - und Bücher für Deutsche, die deswegen dann dorthin gehen, und erstmal in grundlegenden Dingen geschult werden müssen. Diese Bücher lesen sich dann allesamt oft leicht dümmlich, weil sie sich über Unterschiede lustig machen, diese verteufeln oder heilig sprechen.

Nicht so bei Hernig. Angenehm unaufgeregt, kritisierend wenn erforderlich, lobend wenn möglich ist seine Devise. Er beschreibt das Land, das er, obwohl er sich immer noch als laowai, das heißt als Ausländer, fühlt, bereits als zweite Heimat bezeichnet. Bei ihm finden sich selten Wertungen, und das ist ehrlicher als viele der Ratgeber, die die Angst vor dem Tiger aus Ostasien schüren.

Der China-Neuling wird sanft und anekdotisch in die Welt der laowai (also Ausländer) und baixing (also Inländer) und deren Miteinander eingeführt. Geschichtliche und kulturelle Fakten werden nicht als Knigge mit dem meist eh kontextabhängigen "tu dies, tu dies nicht" geschildert, sondern als am eigenen Leib erlebte Erfahrungsberichte. Der extreme Bildungswettbewerb, die besondere Beziehung der Chinesen zum Geldgott, der Unterschied zwischen Land und Stadt und damit dem zwischen Arm und Reich sowie das in China wichtigste Thema überhaupt, das Essen, wird einem durch Hernigs humorvolle und gleichzeitig sehr lebensnahe und deswegen sympathische Schreibe sehr deutlich, auch wenn der Text etwas stark Shanghai-lastig ist.

Ich beschäftige mich mit China immer auf einer sehr zerebralen Ebene. Hernig dagegen redet mit den einfachen Leuten, er ist mit dem Bauch in China, und nur so lernt man China wohl wirklich kennen. Ich bewundere und beneide ihn um diese Erfahrungen.

Eine Erfahrung aber, die ich dank eines chinesischen Kollegen auch schon gemacht habe, teile ich mit ihm, nämlich bezüglich des fraglichen kulinarischen Werts des chinesischen Mondkuchens, den es traditionell im Herbst gibt: "Immer aufwändigere Verpackungen umhüllen immer teurere Mondkuchen, die oft kaum jemand wirklich gut schmecken." (S.150)

Es ist eine alte Wortphrase, aber hier gilt sie wirklich: Wenn man nur ein Buch über China lesen will oder kann, ist Hernigs Länderporträt eine sehr gute Wahl dafür.
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