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Die Küste der Freiheit

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1775: Als ihr geliebter Lorenz mit seinem Regiment nach Amerika in den Krieg geschickt wird, ist Anna zutiefst verzweifelt. So verzweifelt, dass sie sich als Schuldmagd in die amerikanischen Kolonien verkauft. Bald schon findet sie sich mit zahlreichen anderen Auswanderern auf einem Schiff in die Neue Welt wieder. Doch der Weg in die Freiheit und zur Liebe ist weit ...

881 pages, Kindle Edition

First published November 14, 2014

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Maria W. Peter

8 books2 followers

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Displaying 1 - 6 of 6 reviews
Profile Image for EmiliAna.
315 reviews2 followers
July 8, 2017
"Leben, Freiheit und das Bestreben nach Glückseligkeit"

Vom Jahre 1775 bis zum Ende des Jahres 1783 begleitet der Leser dieses gewaltigen Epos die junge Mennonitin Anna auf ihrem Weg vom hessischen Waldeck über den Atlantik bis zur Ostküste der heutigen Vereinigten Staaten von Amerika.
Es ist die Suche nach Freiheit, nach einem selbstbestimmten Leben in Würde, frei von Verfolgungen aller Art, die Anna antreibt, - eine von vielen der frühen Auswanderer, die freiwillig oder gezwungenermaßen ihre Heimat verließen, alle vereint in der Hoffnung auf ein besseres Leben.
Immer wieder kreuzt sich Annas Weg schicksalhaft mit dem des jungen adligen Offiziers Lorenz aus Cassel, der mit seiner Einheit den verbündeten Engländern bei deren Kampf gegen die aufrührerischen amerikanischen Patrioten im Unabhängigkeitskrieg zu Hilfe kommt.
Doch im gelobten Land müssen die beiden Liebenden Lorenz und Anna, die Welten voneinander trennen, erkennen und vielfach schmerzlich erfahren, dass Freiheit nur ein Wort ist!
Und dennoch etwas, für das es sich zu kämpfen lohnt.
Vor allem Anna erfährt die Knechtschaft der weniger Privilegierten am eigenen Leib, als sie, die durch unglückliche Umstände gezwungen war, sich als Schuldmagd zu verdingen, das Los der farbigen Sklaven unter der erbarmungslosen Herrschaft eines grausamen Plantagenbesitzers und dessen nicht weniger grausamen Aufsehers teilen muss!
Derweil sieht sich Lorenz mit den Schrecken und der blutigen Realität des Krieges konfrontiert und beginnt, auch dank des Einflusses der aufrechten und unbeugsamen Anna, die nach Gottes Geboten zu leben bestrebt ist, die Werte in Frage zu stellen, die ihm durch seine Herkunft und Erziehung vermittelt wurden....
Für den Leser stellt sich bald schon die Frage, ob der Traum von Freiheit für Anna und Lorenz wahr werden wird, und ob die Liebe, die die beiden verbindet, stark genug ist, um alle Gefahren, Erniedrigungen und Widerstände, die sich auch aus den Standesunterschieden ergeben, zu überwinden und hoffnungsvoll in eine gemeinsame Zukunft gehen zu können.

Jeder Versuch, ein so umfang- und facettenreiches Buch in wenigen Sätzen zusammenfassen zu wollen, muss zum Scheitern verurteilt sein!
Der Roman ist so überreich an Geschehnissen, an Schicksalsschlägen und schier unerträglichen Leidenswegen, so voller Dramatik vor dem historischen Hintergrund der 70er und 80er Jahre des 18. Jahrhunderts, dass man ihm nur in Ansätzen gerecht werden kann.
Gerade die geschichtlichen Informationen, die die Autorin dem Leser mit profunder Kenntnis und großer Sorgfalt nahebringt und geschickt in ihren Roman flicht, verdienten hier eigentlich ein eigenes Kapitel und ein großes Lob sowieso!
Denn selten nur habe ich eine so interessante, spannende, lebendige "Geschichtsstunde" erlebt, wie diejenige, die Maria W. Peters auf vorbildliche Art abhält.

Was an dem Buch aber ganz besonders besticht, sind seine unvergesslichen, grandios gezeichneten Charaktere, die auf ihrer Suche nach der ersehnten Freiheit eine wahre Odyssee an leidvollen Erfahrungen durchlaufen müssen - und dennoch niemals sich selbst dabei verlieren.
Im Gegenteil! Mit aufmerksamem Blick nehmen sie die himmelschreienden Ungerechtigkeiten um sich herum wahr, stellen sich ihnen, lassen sich von ihnen ergreifen, beeindrucken - und ganz allmählich verändern.
Allen voran die Handlungsträger, Anna und Lorenz, deren Liebe zueinander so stark ist, dass sie nicht nur allen Unbillen widersteht sondern daran sogar noch wächst.

Aber es sind auch die vielen menschlich überzeugenden und zutiefst glaubhaften Nebenfiguren, gute wie böse, die Anna und Lorenz begleiten und unterstützen, die ihnen wohlgesonnen sind oder sie mit ihrem unversöhnlichen Hass verfolgen, die den auch sprachlich makellosen Roman zu einem Leseerlebnis der ganz besonderen Art machen.
Außer Gwen Bristows berühmter Louisiana-Trilogie habe ich noch niemals einen historischen, im noch jungen Amerika angesiedelten, mich so anrührenden Roman wie diesen gelesen, bei dem die Spannung bis zum Ende konsequent durchgehalten wird und dessen roter Faden, die Suche nach der Freiheit, nie abreißt, bei dem ich von der ersten Seite an mitfieberte und oft bis an die Grenze des Erträglichen mit den Charakteren bangte!
Ein Roman der Superlative, fürwahr, an dem man nicht vorübergehen sollte!
Profile Image for Malaika.
136 reviews
July 16, 2017
Als Annas Vater stirbt, kann er sie nicht mehr vor der anstehenden Heirat mit Gideon Beiler beschützen. Eigentlich wäre Gideon der perfekte Mann - er hat den selben Glauben, gehört der ihrer Gemeinde an und ist auch, im Vergleich zu Anna, sehr wohlhabend. Er hat aber eine furchtbare Persönlichkeit…
Anna beschliesst nach 'America' zu flüchten, um dort neu anzufangen. Das verläuft jedoch nicht so, wie sie es geplant hat.

Das Buch konnte mich ab der ersten Seite in den Bann ziehen. Es ist spannend, tragisch und schön. Man kann in das 18. Jahrhundert abtauchen und die Welt durch die Augen der Protagonisten sehen.
Im Buch ist der amerikanische Bürgerkrieg, die Sklaverei, die Zeit der Reformation/Gegenreformation und noch vieles mehr eingewoben. Das ermöglicht ein sehr spannendes Leseerlebnis.

“Die Küste der Freiheit” hat mich erstaunlicherweise durchgehend gefesselt, etwas, das ich nicht erwartete habe, da viele, so dicke Bücher sich irgendwann ziehen. Dieses Buch jedoch nicht. Es passiert immer etwas Neues und es wiederholt sich nichts zweimal.

Anna war mir sofort sympathisch. Sie ist eine selbstbewusste, starke, junge Frau, die sich nicht so schnell unterkriegen lässt. Auch ihre unermüdliche Gutmütigkeit, anderen zu helfen, konnte ich nur bewundern.

Die Autorin hat das Buch unglaublich gut recherchiert - von historischen Hintergründen bis zu medizinischen Möglichkeiten. Dadurch hat sie dem Buch einen spezialen Glanz gegeben, der auch noch nach dem Lesen nachwirkt.

Das Cover ist einfach wunderschön, die weichen Farben kombinieren perfekt mit dem Kranich und den Silhouetten im Hintergrund…

Dieses Buch ist ein absolutes Muss für alle, die spannende historische Romane lieben.
Profile Image for Insi Eule.
737 reviews65 followers
July 22, 2015
Darum geht es:

Hessen im Jahre 1775: Anna Hochstetter ist eine gläubige und tugendhafte junge Frau, die sich nicht nur liebevoll um ihren kranken Vater sondern auch um viele andere bedürftige Gemeindemitglieder kümmert. Doch eines Tages läuft ihr ein hessischer Soldat über den Weg, der sie um eine Zuflucht bittet. Gutherzig wie sie ist, nimmt Anna ihn mit zu sich nach Hause. Doch dort entpuppt sich der Mann als ziemlich brutaler Deserteur, der eindeutige Absichten Anna gegenüber hat. Im letzten Moment kann sie von Offizier Lorenz von Tannau gerettet werden, der dem Deserteur Kurt Paul seine gerechte Strafe zuführt. Kurt Paul sinnt allerdings auf Rache, lauert dem Offizier auf und schlägt auf ihn ein. Anna findet Lorenz, als er kurz davor ist zu verbluten und pflegt ihren Retter gesund. In ihrer mennonitischen Gemeinde, in der strenge Traditionen herrschen, wird das allerdings nicht gerne gesehen und schon bald muss sich Anna dafür verantworten, einen fremden Mann unter ihrem Dach zu beherbergen. Natürlich glaubt ihr niemand ihre guten Absichten und ihr wird so Einiges unterstellt. Kurz nachdem Lorenz abgereist ist, wird Anna aus der Gemeinde verbannt und sie irrt verzweifelt umher, auf der Suche nach Arbeit. Lorenz von Tannau scheint ihr der letzte Ausweg und sie macht sich in der Stadt auf die Suche nach ihm. Doch dort muss sie erfahren, dass er mit seinem Regiment nach Amerika unterwegs ist um für die Briten im Unabhängigkeitskrieg zu kämpfen. Anna sieht in Deutschland keine Zukunft für sich und ihr bleibt nichts anderes übrig als sich als Schuldmagd auf ein Schiff nach Amerika zu verkaufen und dort ihr Glück zu suchen. Doch was sie findet, hat zuerst nicht viel mit Glück zu tun...


So fand ich es:

Ich habe mich sehr gefreut, als die Autorin mich persönlich anschrieb, ob ich ihren Roman nicht lesen und rezensieren wolle. Da ich zwischendurch sehr gerne historische Romane lese und gerade das Thema deutsche Auswanderer in Amerika zur Zeit des Unabhängigkeitskrieges sehr spannend finde, war natürlich klar, dass ich nicht Nein sagen würde. Und gerade was den historischen Anteil anging wurde ich auch überhaupt nicht enttäuscht.

Neben der süßen Liebesgeschichte zwischen Anna und Lorenz und den ganzen Irrungen und Wirrungen fallen auf jeden Fall die gut recherchierten Hintergünde auf. Man merkt einfach, dass in diesem Roman wahnsinnig viel Arbeit steckt und auf jedes geschichtliche Detail geachtet wurde. Hier haben wir wirklich die ganze historische Palette wie Krankheiten, Schiffsreisen zu der Zeit, die politischen Zugehörigkeiten, Sklaverei, Kriege, verschiedene Religionen... Das Buch bietet eine große Bandbreite an interessanten Informationen über die Begebenheiten und das Leben um das Jahr 1775 herum, sowohl in Deutschland (wenn auch eher weniger), als auch in den jungen Kolonien Amerikas.

Auch die Story um unsere Helden hat mir grundsätzlich gut gefallen. Es gab nur ein paar Dinge, die ich ein wenig unglücklich fand. Zum Beispiel sind die zufälligen Begegnungen der Charaktere ein bisschen zu Viel des Guten und an manchen Stellen bin ich da ein bisschen über die Glaubwürdigkeit gestolpert. Diese Zufälle wirkten auf mich etwas zu plump und erzwungen. In der Hinsicht darf man nicht allzu kritisch an die Geschichte herangehen wenn man sie vollends genießen möchte. Dennoch wurden auch sehr viele interessante Dinge angesprochen und den Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit auf diese unverfängliche Art zu verfolgen war angenehm unterhaltsam und packend zugleich.

Die Protagonisten waren mir weder sonderlich sympathisch oder unsympathisch, bis auf die offensichtlichen Bösewichte. Mir persönlich sind Anna, Lorenz und Co. ein bisschen zu farblos geblieben und an manchen Stellen hätte ich mir noch ein bisschen mehr Einblick in ihr Gefühlsleben und ein paar Facetten mehr an ihrem Charakter gewünscht. Was sie alles erleben und durchmachen müssen fand ich aber ziemlich mitreißend und ich hatte trotzdem Spaß, sie auf ihrem Weg zu begleiten. Obwohl viele Dinge auch recht vorhersehbar für mich waren und es ein paar Längen gab, hat das meinem Lesevergnügen kaum Abbruch getan.

Der Schreibstil macht ebenfalls Spaß, denn er ist locker, leicht und trägt einen sehr angenehm und unkompliziert durch das Buch. Geschrieben ist es nicht nur aus Annas Sicht, sondern es gibt abwechslungsreiche Perspektivwechsel zu den verschiedensten Charakteren, die das Ganze für mich noch etwas aufgepeppt haben.


Mein Fazit:

Wer gut recherchierte historische Romane in gemächlichem Tempo, mit vielen Wirrungen und Zufällen, wechselnden Schauplätzen und Lovestory mag, der sollte sich dieses Buch unbedingt mal anschauen. Die Zeit in der die Geschichte spielt ist sehr interessant und hat viel zu bieten. Mir hat das Buch gut gefallen und ich kann es allen Interessierten nur empfehlen.
Profile Image for Christiane.
50 reviews
November 16, 2015
Mein Senf dazu:
Ich kann gleich vorwegnehmen, ich war von diesem historischen Roman sehr begeistert. Der Klappentext und das Cover haben mich gleich angesprochen. Ich mag Auswanderergeschichten sehr gern und die Zeit in der die Geschichte spielt fand ich auch spannend: Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg. Ich wollte einfach mehr darüber erfahren, da dies in meinem Geschichtsunterricht leider zur kurz kam.

Zunächst hat mich die Dicke des Buches schon etwas „abgeschreckt“, da ich befürchtete, dass es möglicherweise ein paar Längen gibt, aber zum Glück hat sich diese Befürchtung nicht bewahrheitet. Der Schreibstil von Maria W. Peter ist sehr angenehm und flüssig. Irgendwann habe ich gar nicht mehr an die vielen Seiten gedacht, ich war nämlich von der ersten Seite an in dieser Geschichte gefangen. Sofort ist mir Anna ans Herz gewachsen, obwohl ich mit ihrer Lebensweise kaum etwas anfangen kann. Aber ich fand es sehr interessant, etwas über die Mennoniten und die Amische zu lernen. Ich finde es generell großartig, wenn ich beim Lesen noch etwas dazulernen kann. Anna ist so ein herzensguter Charakter, sodass ich die ganze Zeit meinen imaginären Beschützerinstikt über sie legte. Wenn ihr Unrecht getan wurde, habe ich mich besonders aufgeregt und diese Person verflucht. Anna durchlebte im Verlauf der Geschichte eine tolle Entwicklung. Sie wurde immer selbstbewusster, selbstständiger und wuchs zu einer starken Frau heran.
Lorenz, der männliche Gegenpart, war mir ebenfalls sehr sympathisch, obwohl er mir zunächst zu aristokratisch war, was aber für diese Zeit natürlich typisch war. Generell muss ich sagen, das die Geschichte zum historischen Kontext sehr authentisch wirkte. Der Leser merkt recht schell, dass Maria W. Peter hier ausführlich recherchiert hat bzw. ihr das Thema wichtig ist. Aber keine Angst, man wird nicht mit geschichtlichen Fakten überfordert. Die historischen Ereignisse sind hier bestens in die Geschichte mit eingebunden.

Auch die Nebencharaktere konnten mich überzeugen. Einige waren sympathisch, einige habe ich gehasst. Eine perfekte Mischung. Die Charaktere tauchten auch immer mal wieder im Verlauf der Geschichte auf. Das ist vielleicht der kleine minimale Kritikpunkt den ich habe. Da gab es schon den einen oder anderen Zufall. Letztendlich hat sich dieser Umstand aber nicht groß bei meiner Bewertung auswirkt. Zum einem glaube ich sowieso an den Spruch „Man sieht sicher immer zwei mal im Leben“ und zum anderen wirkte die Geschichte für mich dennoch glaubhaft und nicht zu konstruiert. Das könnte dem einem oder anderem Leser vielleicht aber nicht gefallen. Wer aber z.B. die Bücher von Ken Follett mag, wird hier auch keine Probleme haben.

Die Liebesgeschichte zwischen Anna und Lorenz hat mich seit langem mal wieder richtig mitfiebern lassen. Ich musste hier und da ein paar Tränchen verdrücken. Einfach war die Beziehung der Beiden so wunderschön. Die Autorin hat auch ganz wunderbare Wörter gefunden, die mich dann einfach seufzen ließen und glücklich machten. Es war für mich auch zu keiner Sekunde irgendwie kitschig (obwohl sich meine Beschreibung gerade danach anhört...). Aber es gibt einfach Liebesgeschichten die ganz toll erzählt werden. Ich denke Anna und Lorenz werden mich noch lange begleiten. Und immer wenn mich jemand nach einer tollen Liebesgeschichte fragt, werde ich zukünftig jedem „Die Küste der Freiheit“ empfehlen.

„Genial“ fand ich auch, dass Maria W. Peter am Ende des Buches, ein paar Reisetipps zu den Handlungsorten der Geschichte vorstellt. Genauso geht es mir nämlich auch manchmal, dass ich am liebsten sofort die Koffer packen und an die Orte reise möchte, von denen man gerade gelesen hat.

Meine Bewertung: 4,5/5 Sterne. Absolute Leseempfehlung! Wer gern gut recherchierte historische Romane liest, sollte sich „Die Küste der Freiheit“ nicht entgehen lassen. Aber auch für Alle die wunderschöne Liebesgeschichten mögen, kommen hier auf ihre Kosten.
Profile Image for Nadjab.
2,222 reviews
October 22, 2015
Erste Sätze
Ein erbärmliches Wimmern erfüllt die stickige Luft in der Hütte, deren Fenster lediglich mit schmutzigen Stofffetzen verhangen waren. Zuerst schwach und hilflos, steigerte es sich langsam zu einem herzerweichenden Schreien, während Anna den dämmrigen Raum durchquerte und ihre Hände in einen Bottich tauchte.


Klappentext
1775: Als ihr geliebter Lorenz mit seinem Regiment nach Amerika in den Krieg geschickt wird, ist Anna zutiefst verzweifelt. So verzweifelt, dass sie sich als Schuldmagd in die amerikanischen Kolonien verkauft. Bald schon findet sie sich mit zahlreichen anderen Auswanderern auf einem Schiff in die Neue Welt wieder. Doch der Weg in die Freiheit und zur Liebe ist weit...


Meine Meinung
Das Buch ist aus der Sicht eines auktorialen Erzählers geschrieben und berichtet es aus der Sicht von verschiedenen Personen.
Anna ist eine junge Bäuerin, eine Wiedertäuferin, die gemeinsam mit Amischen in Waldeck wohnt, wo sie sich um ihren Vater kümmert. Sie ist eine kluge, unabhängige, barmherzige, junge Frau, die sich in Heilkünsten auskennt. Sie hilft als Hebamme gerne aus und kümmert sich um die Kranken. Sie ist eine unglaublich starke Persönlichkeit, die gegen Ungerechtigkeit kämpft und für andere da ist, was als Frau in den Zeiten damals nicht unbedingt leicht ist. Anna ist tief in ihrem Glauben gefestigt.
Lorenz ist ein Baron, ein Adliger, der bisher noch nicht die richtige Frau in seinem Leben gefunden hat. Er ist Lieutenant in der hessischen Armee und identifiziert sich stark mit seinen Pflichten und der Armee. Als Papist bzw Katholik ist er stark an die Kirche gebunden.
Beide Charaktere entwickeln sich im Laufe des Buches weiter und wachsen über sich hinaus. Im Laufe des Buches gibt es noch andere Protagonisten. In alle konnte ich mich gut hineinversetzen und fand ihre Gedanken und Handlungen nachvollziehbar.

Die Geschichte ist wahnsinnig komplex und historisch wirklich gut recherchiert. Durch die Wahl der Perspektive des auktorialen Erzählers ist zwar eine gewisse Distanz zu der Geschichte aufgebaut, aber so bekommt man eine bessere Übersicht über die historischen Geschehnisse und die Handlung an sich. An sich ist das Buch dramatisch, emotional, spannend und an manchen Stellen actionreich. Die Autorin schafft insgesamt eine eher ruhige Atmosphäre, berichtet viel über das Leben damals und schafft es, dass man sich mit der Geschichte verbunden fühlt. Das Buch konnte mich von Beginn an fesseln und mitreißen, auch wenn es ab und an seine Längen hat, obwohl es wahnsinnig interessant ist. Der Schreibstil der Autorin war angenehm und flüssig zu lesen.


Bewertung
Ein unglaublich toller, historischer Roman mit viel Hintergrundwissen und wenigen Längen, der mich beeindruckt hat, daher gibt es von mir

4,5 von 5 Würmchen
47 reviews2 followers
February 19, 2016
Erster Eindruck:

Also auf einen historischen Roman hätte ich im ersten Augenblick bei dem Cover nicht getippt oder zu mindestens nicht auf einem ernstzunehmenden historischen Roman. Schön ist es allerdings trotzdem.

Inhalt:

Anna Hochstetter ist Mennonitin. Nach ihrem Ausschluss aus der Gemeinde beschließt sie nach Amerika zu gehen. Ausgerechnet dort trifft sie Lorenz von Tannau wieder, ein Offzier, den sie aus der hessischen Heimat kennt.


Meine Meinung:

100 Seiten weniger hätten es auch getan. Wirklich. Und ein bisschen weniger Zufälle auch, egal wie unergründliche Gottes Wege sind. Man sollte meinen der amerikanische Unabhängigkeitskrieg wurde in einem Dorf gekämpft so oft wie sich die unterschiedlichen Charaktere mehr oder weniger zufällig wieder treffen.
Die Figuren selbst sind sehr gut ausgearbeitet und die Geschichte ist sehr spannend. Gerade die für die heutige Zeit untypische Gläubigkeit ist manchmal jedoch schwer nachzuvollziehen. Gut ja, ich bin mit einem Glauben aufgewachsen der quasi fast schon eher Atheismus war (Der Pastor, der sagte Gott um Hilfe bitten sei Zeitverschwendung, da Gott nur denen hilft, die sich selbst helfen? Ja, das war in meinem Konfi-Unterricht…), aber das Bibelzitate wörtlich genommen werden? Nicht so meins.
Die Liebesgeschichte von Anna und Lorenz wirklich toll gemacht und man kann sich gut in die beiden reinversetzen, Pluspunkte dafür!
Insgesamt scheint „Die Küste der Freiheit“ gut recherchiert (warum sich ein Baron, dessen persönliches (!) Vermögen groß genug ist um nie mehr arbeiten zu müssen „nur“ den Rang eines Sekondeleutnants erkauft ist mir allerdings unklar). Die Verhältnisse sind natürlich etwas vereinfacht, aber von dem was bei mir vom Geschichtsunterricht hängen geblieben ist durchaus realistisch.
Im übrigen ist meine Inhaltsangabe mal wieder vollkommen sch****, es ist unglaublich schwierig dieses Buch zusammenzufassen ohne etwas wichtiges zu verraten...

Fazit:

Gottes Wegen mögen (wie gerne erwähnt in diesem Buch) unergründlich sein, hier wirken die vielen Zufälle aber konstruiert. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und das Buch trotz seiner fast 900 Seiten schnell gelesen. Ideal für Fans historischer Romane, die unglaubliche Zufälle übersehen können.

Von mir gibt es dafür 3 Sterne.

Ich habe dieses Buch als Rezensionsexemplare gegen eine ehrliche Meinung erhalten. Diese Rezension erschien zuerst auf meinem Blog Büchernest.
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