0/5 Sternen
2 Sachen vorab:
1.) ich sehe das Genre "Dark Romace" nicht als Freifahrtschein, über alles mögliche zu schreiben. Es kommt immer darauf an wie gewisse Sachen dargestellt werden.
2.) die Triggerwarnung (TW) in dem Buch ist absolut lächerlich und liest sich eher als sarkastische Antwort auf den "Trend" TW. Deswegen hier eine Liste an Triggerwarnungen, die ich für wichtig erachte in diesem Buch (kann sein, dass ich welche vergesse)
TW: Vergewaltigung, Sexismus on page, Rassismus, Blackfacing, no consent, Drogenmissbrauch, Ableismus
Das Buch werde ich in den Kategorien Plot, Charaktere und Schreibstil einteilen.
Plot: Es gibt eigentlich keine richtige Handlung. Mable geht an die Kingston Universität mit 4 anderen Stipendiantinnen. In der Universität herrschen die "Kings" und die Frauen werden in einem Spiel von ihnen reingezogen. Da hört es ehrlich gesagt auch auf.
Der Plot schiebt sich eigentlich nur von Sexszene zu Sexszene und ist nur dafür da, um Settings für Sex zu schaffen.
In der 2.Hälfte ist das "Spiel" der Kings mehr im Fokus, wo die Mädchen mit bestimmten Handlungen Punkte sammeln, und wer am wenigsten Punkte hat, fliegt raus. Dieses "Spiel" fühlt sich sehr inkonsequent und zufällig an. Es nimmt nicht wirklich viel Platz ein, obwohl es der einzige richtige Plotpunkt in dem Buch ist.
Charaktere: Mable ist leider der ignoranteste und naivste Charakter den ich jemals gelesen habe. Sie widerspricht sich alle 2 Minuten. Sie verliebt sich in die Kings, obwohl sie sie wirklich nur wie Dreck behandeln. Es gibt nicht eine Qualität an ihnen, wo es Sinn ergibt, dass man sie mögen könnte. Es wird ständig in das Gehirn der Leser gehämmert, wie charismatisch sie seien, was man aber nie wirklich sieht. Jedes mal wenn sie auftauchen, sind sie frauenfeindlich und behandeln Mable wie Abfall. Der einzige Grund, wieso Mable was von denen will ist, weil sie gut aussehen.
Weiterhin hat Mable keinerlei Tiefe. Es wird immer mal wieder auf ihre harte Vergangenheit gegriffen, die aus einer Kindheit im Trailerpark bestand. Die ist mir ihren Handlungen jedoch sehr inkonsequent. Sie ist traumatisiert von Drogenmissbrauch, hat aber keinerlei Probleme das Glied von einem der kings mit einem Drogenrausch zu beschreiben? Sie sagt, dass sie strikt gegen Drogen sei, wegen ihrer Herkunft, sagt aber im Nächsten Satz dass sie ab und zu Marihuana raucht? Sie ist ärmlich aufgewachsen und sagt, dass sie 1000 Dollar lieber spendet, als sie von den kings geschenkt zu bekommen? Hat aber kein problem damit 4000 Dollar beim Poker mit den Kings zu "gewinnen" (sie haben sie gewinnen lassen) oder 1000 Dollar von Sylvian nach Sex anzunehmen?? Ihr Charakter passt einfach nicht und ist nur da, um zu versuchen dass sie iwie eine Charakterentwicklung durchmacht und dass sie ein wenig interessant wirkt (was beides meiner Meinung nach nicht funktioniert). Weiterhin ist Mable komplett ignorant Leuten gegenüber die ihr helfen möchten. Mehr als 2/3 des Buches bestehen aus Warnungen von einer Freundin, die sie ignoriert nur um dann in Probleme zu geraten. Es wird auch mehrfach im Buch angesprochen wie naiv sie sei, aber das interessiert sie einfach nicht.
Aus irgendeinem Grund hasst sie auch jede andere Frau. Sie ist ein extremer pick me. Und hat dann doch den Drang, mit dem Crush ihrer einzigen Freundin zu schlafen (mehrfach).
Die Kings haben alle keine Persönlichkeit. Sie sind kaum voneinander differenzierbar weil sie sich alle gleich verhalten. Sie sind extremst sexistisch, was aber als erotisch aufgefasst wird weil für sie alle Frauen "Schlampen" seien ausser Mable. Sie sind rassistisch (zu dem Punkt: sie haben 2 Mädchen aufgefordert Blackfacing zu machen für ihren Spaß, und haben das Jahr zuvor eine schwarze Stipendiantin so sehr gemobbt, dass "der KuKlux Klan nichts dagegen" sei).
Hier noch einmal ein kleiner Einwurf: ich kann es wirklich nicht fassen, was für rassistische, ableistische und sexistische Sachen in dem Buch stehen. Wie oben gesagt, Dark Romance ist kein Freifahrtschein. Und über Aussagen wie (ich paraphrisiere hier) "der Mann ist so heiß, dass ich es nicht schlimm fände für ihn Hausfrau zu sein" oder "zieh das Fick-Mich-Kleid aus sonst verliere ich mich" bin ich einfach schockiert.
Ich weiß auch nicht, wo die Autorin sich das Recht rausnimmt, Rassismus und, präziser, blackfacing als plot device zu benutzen. In meinen Augen ist das ein absolutes no-go als weiße Person, vor allem wenn es keinem Zweck dient um über diese Sachen eine Diskussion zu führen. Sie sind nur dazu da, um zu zeigen wie brutal die Kings sind. Im gleichem Atemzug werden sie dann trotzdem als unwiderstehlich betrachtet? Widerlich.
Mehr habe ich nicht zu den kings zu sagen. Sie haben keinerlei Tiefe, auch wenn das Buch das teilweise andeutet und ihr einziges Persönlichkeitsmerkmal ist, dass sie Frauen hassen.
Schreibstil: Der Schreibstil war einfach nur schrecklich. Er war repetitiv und hat super oft keinen Sinn ergeben. Ich weiß nicht, was "männliche Bewegungen" beim Sex sein sollen aber so eine Art von gendered Sprache ist überall und es ist eklig und grenzt leicht an Transphobie in meinen Augen. Konservative Rollenbilder werden hier nicht subversiv untersucht sondern einfach nur verstärkt.
Es gibt eine Szene in der Jaxon sagt, dass Mable beim Poker spielen zu langsam ihre Karten sieht und dass die Kings ihre Karten schon an ihrem Blick absehen könnten, bevor sie das kann. Das ergibt halt einfach keinen Sinn außer ihr habt einen Röntgenblick.
Wie oben erwähnt, wiederholen sich Plotpunkte permanent mit Mable und das macht das writing auch nicht abwechslungsreicher sondern einfach vorhersehend.
Ich könnte noch so viel mehr zu dem Buch sagen aber ich hab ehrlich gesagt keine Lust mehr, weiter darüber nachzudenken.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass das Buch eine Ansammlung internalisierter Misogynie, Rassismus und einem priviligiertem Leben ist und keinerlei Mehrwert für irgendetwas hat. Dark Romance bedeutet nicht, dass man frauenhassende Männer so romantisiert. Dark Romance bedeutet auch nicht, dass man aktiv rassistische Plotpunkte schreibt (und dann noch versucht die Leser zu überzeugen, dass die Kings ja nicht rassistisch seien).
Ein Buch was UNBEDINGT vernünftige Triggerwarnungen benötigt und GANZ SICHER NICHT FÜR MINDERJÄHRIGE ist und ich verstehe einfach nicht wieso die Autorin nichts dazu sagt, dass Minderjährige diese Reihe lesen.