Das Betriebssystem der alten Bundesrepublik funktioniert nicht mehr. Die Eine in ihrer Substanz großartige Wirtschaftsnation steigt ab. Wir erleben eine Kernschmelze im Innersten unseres produktiven Kerns.Multiples Ein Sozialsystem, das mittlerweile gleichen Lohn für keine Arbeit verspricht, beschleunigt den Energieabfall. Das Bildungssystem, die Staatsverwaltung und zunehmend auch das politische System weisen Fehlfunktionen auf, die es den Politikern, den Firmen und zunehmend jedem von uns unmöglich machen, erfolgreich zu sein.Gabor Steingart analysiert, basierend auf seinen Bestsellern »Deutschland. Der Abstieg eines Superstars« und »Weltkrieg um Wohlstand«, in seinem neuen Buch die Gründe für den Reformbedarf der Wirtschaftsnation Deutschland. Er schaut zurück auf seine glanzvolle Wirtschaftsgeschichte, legt dar, welche Weichenstellungen verpasst wurden, und er zeigt auf, wer – von Adenauer über Kohl bis Merkel und Merz – die Verantwortung dafür trägt. Denn der deutsche Abstieg ist menschengemacht.Wider die in den Medien gepflegte Verzagtheit zeigt Steingart einen Weg auf, der das Aufstiegsversprechen erneuert. Sein Buch liefert nichts Geringeres als die Betriebsanleitung für den Wiederaufstieg. Pflichtlektüre für alle, die es gut meinen mit der deutschen Demokratie.Mit 16-seitigem, farbigem Infografikenteil
Im Hauptteil betrachtet Steingart die Entwicklung des deutschen Staates mit Fokus auf die Zeit des 2. Weltkrieges und der Wirtschaft, sowie vergleichend auch noch grob für die anderen globalen Wirtschaftsmächte. Hier konnte ich für mich einiges an Wissen mitnehmen - auch wenn es hin und wieder Kommentare gab, bei denen ich meine Augenbraue hochzog. Der Erzählstil ist recht aufgeregt, man muss achtsam lesen und am Ball bleiben.
Der letzte Teil soll Vorschläge machen, wie der vermeintliche Abstieg Deustchlands aufgehoben werden und das Land seine Wirtschaft und damit seine globale Position wieder stärken kann. Einiges ist hier durchaus nachvollziehbar, aber bei einigen Punkten hat er mich verloren, andere wiederum auch einfach nicht schlüssig dargelegt. Bei einigen Punkten ist er mir zu rigoros, an anderen zu wenig.
Am Ende bleibt auch der Frust, dass nicht alles wirklich gut beleuchtet wurde und mir viele Aspekte in der Betrachtung fehlen, u.a. auch der der Menschlichkeit.
Viele Gedankengänge fand ich nachvollziehbar und differenziert. Bei den daraus gezogenen Schlussfolgerungen gehen die Ansichten des Autors und meine jedoch einwenig auseinander.