„Sie darf das nie erfahren. Du hast es mir versprochen!“ Wie ein Faustschlag trifft dieser Satz die 22-jährige Pia an Heiligabend, als sie ein Streitgespräch ihrer Eltern belauscht. Als sie kurz darauf herausfindet, dass sie mit vier Jahren adoptiert wurde, bricht ihre bis dahin gekannte Welt vollends zusammen. Schon ihr Leben lang fühlte sie sich anders, seltsam fremd, als ob ein Tabu sie umgibt. Nun scheint all das bestätigt. Auf der Suche nach Antworten fährt Pia nach Wasserburg am Inn, dem Heimatort ihrer leiblichen Mutter. Der Raureif hängt tief in den winterlichen Inn Auen und durch das mittelalterliche Städtchen tanzen schauerliche Gestalten, die nach altem Brauch die Geister vertreiben sollen. In den Rauhnächten, so sagt man, drängen alte, gut gehütete Geheimnisse wieder an die Oberfläche. Und je näher Pia der Wahrheit über ihre Mutter kommt, desto enger ziehen die Geister der Vergangenheit ihre Kreise um sie. Bis Pia in tödlicher Gefahr schwebt ...
"In Nächten wie diesen war die wilde Jagd unterwegs."
Als Pia mit 22 Jahren erfährt, dass sie adoptiert wurde, bricht für sie eine Welt zusammen. Sie reist in ihre alte Heimat, auf der Suche nach Antworten. Doch plötzlich wird es gefährlich für sie. Was ist passiert vor 18 Jahren?
Ellen Sandberg aka Inge Löhnig konnte mich auch mit diesem Spannungsroman wieder gut unterhalten. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt und diese finden am Ende zur Lösung zusammen. Irgendwann habe ich geahnt, worauf es hinausläuft, das hat der Spannung aber wenig Abbruch getan. Was mich gestört hat war eher die Protagonistin Pia, die ich recht naiv empfand und die auch im Laufe der Geschichte irgendwie kaum Entwicklung durchmacht. Durch den flüssigen Schreibstil der Autorin bin ich aber in dran geblieben. Ich mag auch das Thema der Raunächte, das hätte gerne noch etwas mehr Raum einnehmen dürfen für mich. Für alle, die Spannungsromane und Familiengeschichten mögen. Und das Buch passt perfekt jetzt in die Zeit.
Ausgerechnet an Weihnachten wird Pias Weltbild erschüttert. Zufällig erfährt sie, dass sie einst adoptiert wurde. Sie begibt sich nach Wasserburg auf die Spuren ihrer Mutter. Inmitten alter Bräuche kommen verdrängte Tatsachen hervor, die Pia unvermutet in Gefahr bringen.
Mit „Rauhnächte“ habe ich mich an meinen ersten Roman von Ellen Sandberg gewagt. Die Geschichte beginnt mit einem Paukenschlag für die 22-jährige Pia. Am Heiligen Abend bricht ihre Welt zusammen, als sie durch ein belauschtes Gespräch erfährt, dass ihre Eltern in Wahrheit ihre Tante und ihr Onkel sind. Diese Entdeckung führt sie nach Wasserburg am Inn, an den Ort ihrer frühen Kindheit, um Licht in das Dunkel ihrer Herkunft zu bringen.
Die Mischung aus Familiendrama und Kriminalroman war auf jeden Fall interessant. Pia begibt sich auf eine Spurensuche, die sie tief in die Vergangenheit ihrer leiblichen Mutter Sonja führt. Während die junge Frau in der Gegenwart versucht, die Puzzleteile zusammenzusetzen, geben Rückblenden Einblicke in Sonjas Leben. Sonja war eine eigenwillige Frau, die ein esoterisches Zentrum führte. Ich muss gestehen, dass sie mir sehr unsympathisch war. Ihr berechnendes Verhalten und die Art, wie sie ihre eigenen Bedürfnisse über andere stellte, machten es mir schwer, eine Bindung zu ihr aufzubauen.
Ein Punkt, der meine Erwartungen nicht ganz erfüllen konnte, war die Einbindung der namensgebenden Rauhnächte. Der Roman deckt präzise die Zeitspanne vom 24. Dezember bis zum 6. Jänner ab. Ich hatte gehofft, dass der mystische Zeitraum mit seinen Sagen und Ritualen eine tragende Rolle spielen würde. Ellen Sandberg nutzt diese zwölf Tage eher als äußeren zeitlichen Rahmen für Pias Suche. Zwar fließen immer wieder Hinweise auf Bräuche ein, aber diese Schilderungen bleiben in meinen Augen recht minimalistisch. Die Chance, eine wirklich greifbare und geheimnisvolle Spannung aufzubauen, wurde leider nicht voll genutzt. Es fehlte mir der mystische Schauer, den das Thema verspricht, auch wenn der einsame Waldweg und der Aberglaube der Dorfbewohner zumindest ein wenig ländliche Atmosphäre schaffen.
Interessant fand ich hingegen den Blick in die Ahnenreihe, die bis zu einer Kräuterfrau zurückreicht, die einst auf dem Scheiterhaufen brannte. Das hätte es für die eigentliche Geschichte zwar nicht zwingend gebraucht, aber es verlieh dem Ganzen einen zusätzlichen Reiz. Es verdeutlichte sehr gut, wie die Dynamiken in einem Dorf über Generationen hinweg funktionieren können.
Obwohl die Handlung phasenweise etwas langatmig ist und Pias Vorgehen oft recht unbeholfen erschien, konnte mich das Ende positiv überraschen. Vieles wirkte auf mich frühzeitig vorhersehbar, aber auf den letzten Metern hat mich die Autorin kalt erwischt. Mit dieser speziellen Wendung hatte ich trotz meiner vielen Vermutungen nicht gerechnet.
„Rauhnächte“ ist dennoch eine fundierte Lektüre über Familiengeheimnisse und die Schatten der Vergangenheit. Auch wenn nicht jeder Aspekt der Geschichte für mich perfekt ausgearbeitet war, habe ich Pias Weg gerne verfolgt. Ein solider Roman, der vor allem durch sein unvorhersehbares Ende punktet.
Mein erstes Buch von Ellen Sandberg hinterlässt bei mir insgesamt einen positiven Eindruck. Auch wenn die mystische Tiefe der Rauhnächte hinter meinen Erwartungen blieb und die Handlung zwischendurch etwas mehr Tempo vertragen hätte, fühlte ich mich alles in allem gut unterhalten. Für gemütliche Winterabende zwischendurch, kann ich "Rauhnächte" durchaus empfehlen, wenn man Spannungsromane mag.
Worum geht’s? Es ist Weihnachten. Doch das vermeintlich besinnliche Fest endet in einer Katastrophe. Pias Vater bekommt ein Kind mit einer anderen Frau. Fast zeitgleich erfährt Pia, dass sie nicht das leibliche Kind ihrer Eltern ist. Auf der Suche nach ihrer Herkunft geraten lange verdrängte Ereignisse ans Licht. Wahrheiten, die schwerer wiegen, als Pia es je für möglich gehalten hätte – und die schrecklicher erscheinen als jeder Albtraum.
Meine Meinung: Ellen Sandbergs Romane sind für mich stets ein Garant für Spannung – und mit „Rauhnächte“ beweist sie das einmal mehr. Ich liebe ihren Schreibstil. Die Worte brennen sich tief in die Haut. Man taucht ein in eine Welt, die während des Lesens erschreckend real wirkt. Die Bilder entstehen ganz von selbst im Kopf, und gemeinsam mit der Protagonistin hetzt man von Seite zu Seite, immer weiter, immer tiefer.
Nice to Know: Ich gebe es offen zu: Ich musste erst nachschlagen, ob man Rauhnächte tatsächlich mit „h“ schreibt. Zurecht, denn laut Duden ist „Raunächte“ ohne „h“ die heute empfohlene Schreibweise, während „Rauhnächte“ die ältere, traditionelle Form ist, fest verwurzelt in Volksglauben und historischen Texten. Und ja – mir gefällt es sehr, dass die Autorin bewusst diese ältere Schreibweise gewählt hat. Sie fühlt sich stimmiger an. Ursprünglicher.
Pia hat mir übrigens ausgesprochen gut gefallen. Ihre innere Zerrissenheit, dieses ständige Gefühl der Wurzellosigkeit, wird eindringlich beschrieben. Besonders stark fand ich, wie sie mit jeder neuen Wahrheit wächst und an Selbstsicherheit gewinnt. Das Bild der sich häutenden Schlange, das im Buch immer wieder aufgegriffen wird, passt hervorragend. Pia entwickelt sich, streift alte Hüllen ab und wächst über sich hinaus. Auch Ansgar und Sonja mochte ich sehr, und über Ayla hätte ich ehrlich gesagt gerne noch deutlich mehr erfahren.
Neben der eigentlichen Geschichte spielen die Rauhnächte selbst eine zentrale Rolle. Besonders gelungen finde ich, dass sie in die Kapitelüberschriften eingebunden wurden – das ist nicht nur atmosphärisch, sondern auch inhaltlich äußerst passend. Ich kannte die Rauhnächte zuvor nur oberflächlich, und hier bringt die Autorin sie einem zumindest ein Stück näher. Doch das wirklich Geniale bleibt die Geschichte selbst. Pias Suche. Die Dinge, die sie dabei aufwühlt. Mehr möchte ich kaum sagen, ohne zu spoilern. Nur so viel: Dieses Buch hat mich vollkommen gefesselt. Ich konnte nicht aufhören zu lesen. Es war erwartet unerwartet, voller Gänsehautmomente. Dieses Buch nimmt seine Leserinnen und Leser mit auf eine Reise, auf der die Geister der Vergangenheit, passend zu den Rauhnächten, wirklich aufgescheucht werden. Es ist die Wilde Jagd, von der die Rauhnächte erzählen. Und ich hätte noch lange weiterlesen können – so sehr war ich gefangen von Pia, ihrer Geschichte und ihrer Vergangenheit. Das letzte Sonja-Kapitel war zudem wunderschön emotional. Ein Moment, bei dem man unweigerlich denkt: Wenn Pia das wüsste – und gleichzeitig froh ist, dass sie es nicht weiß. Denn was wäre, wenn?
Fazit: Mit „Rauhnächte“ gelingt Ellen Sandberg ein eindringlicher, spannungsgeladener Roman über Herkunft, Identität und die Macht der Vergangenheit. Atmosphärisch dicht, emotional feinfühlig und erzählerisch fesselnd zieht das Buch einen unaufhaltsam in seinen Bann. Wer psychologische Spannung mit Tiefe liebt und Geschichten schätzt, die lange nachwirken, ist hier genau richtig.
Klappentext: Sie darf das nie erfahren. Du hast es mir versprochen!“ Wie ein Faustschlag trifft dieser Satz die 22-jährige Pia an Heiligabend, als sie ein Streitgespräch ihrer Eltern belauscht. Als sie kurz darauf herausfindet, dass sie mit vier Jahren adoptiert wurde, bricht ihre bis dahin gekannte Welt vollends zusammen. Schon ihr Leben lang fühlte sie sich anders, seltsam fremd, als ob ein Tabu sie umgibt. Nun scheint all das bestätigt. Auf der Suche nach Antworten fährt Pia nach Wasserburg am Inn, dem Heimatort ihrer leiblichen Mutter. Der Raureif hängt tief in den winterlichen Inn Auen und durch das mittelalterliche Städtchen tanzen schauerliche Gestalten, die nach altem Brauch die Geister vertreiben sollen. In den Rauhnächten, so sagt man, drängen alte, gut gehütete Geheimnisse wieder an die Oberfläche. Und je näher Pia der Wahrheit über ihre Mutter kommt, desto enger ziehen die Geister der Vergangenheit ihre Kreise um sie. Bis Pia in tödlicher Gefahr schwebt.
„Rauhnächte“ ist ein spannender und fesselnder Roman von Ellen Sandberg.
Im Mittelpunkt steht Pia. Sie fühlt sich schon ihr ganzes Leben lang fehl am Platz. Ihr fehlt die Wärme in der Familie. Als sie bei einem Streit ihrer Eltern erfährt, dass sie adoptiert ist, will sie nach ihrer leiblichen Mutter suchen. Sie fährt nach Wasserburg am Inn, wo ihre Mutter gelebt hat und durch einen Unfall ums Leben kam.
Als Leser*in begleitet man Pia auf der Suche nach ihrer Herkunft. Schnell ist klar, wer ihre Mutter ist, nur wer der Vater ist, scheint ein großes Geheimnis zu sein. Auch der Unfall ihrer Mutter ist für Pia rätselhaft. Auf einer zweiten Zeitebene geht es zurück in die Vergangenheit und man lernt Pias Mutter kennen und erlebt auch, wie sie ums Leben gekommen ist. So wird die Gegenwart von der Vergangenheit eingeholt und es kommt ein ungeahntes Geheimnis zu Tage.
Ellen Sandberg erzählt eine Familiengeschichte mit Abgründen. Die Geschichte spielt in den 12 Rauhnächten. Ein alter Glaube sagt, dass in den Raunächten sich die Türen zwischen dieser Welt und dem Jenseits öffnen. So wird man auch in der Geschichte mit den Perchten konfrontiert, das sind schaurige, behaarte Gestalten, die, die Geister vertreiben wollen. Dazu kommen noch die Dunkelheit und Kälte, mir sind beim Lesen Schauer über den Rücken gelaufen.
Ellen Sandberg hat mit diesem Roman wieder einmal bewiesen, dass sie einfach gut Geschichten erzählen kann.
„Rauhnächte“ ist eine interessante und fesselnde Geschichte. Die Autorin wurde durch das Märchen vom „Fuxerl“ von Ilona Picha-Höberth inspiriert. Das Märchen ist am Ende der Geschichte auch abgedruckt.
Dieses Buch erschien laut Nachwort als Jugendbuch erstmals vor ca 10 Jahren - jetzt hat sich die Autorin zu einer Bestseller-Autorin etabliert und dieses Buch überarbeitet und neu veröffentlicht und ich muss leider sagen, ohne weitere Bücher von ihr zu kennen, dass sie sich damit keinen Gefallen getan hat.
Die Protagonistin verhält sich mit ihren 22 Jahren wie ein pubertierender Teenager, die Story ist vollgepackt mit Klischees und das Credo "show don't tell" war Frau Ellenberg zumindest zu diesem Zeitpunkt offensichtlich noch unbekannt.
Sowohl inhaltlich als auch handwerklich ein Totalreinfall.
♡ 3,5 Stars ♡ Ich habe das Buch für meinen Buchklub gelesen und kann meine Gefühle dazu irgendwie nicht richtig sortieren oder in Worte fassen.
Allgemein ist es ein gutes Buch. Punkt. Es hat etwas, vor allem das Setting ist sehr anziehend. Die Rauhnächte bringen total viel Spannung und wirken erfrischend. Ich finde sie generell ein super interessantes Motiv in Geschichten. Die Charaktere sind bis zu einem gewissen Grad gut geschrieben, und das Buch ist spannend genug, dass man immer weiterlesen will.
Ich mochte den Ort, an dem die Story spielt, die Verbindung zur Natur, und die spirituelle Seite von Sonja war irgendwie super süß. Die Autorin kann definitiv eine düstere Atmosphäre aufbauen.
Aber Leute....wie sehr ich jeden einzelnen Charakter gehasst habe, meine Fresse.
Bitte nicht falsch verstehen: Die Autorin kann gute Charaktere schreiben, aber alle waren einfach… bescheuert.
Pia ist 22, also eine erwachsene Person, verhält sich aber extrem infantil. Sie denkt, ihre „Mutter“ hasst sie, nur weil sie will, dass Pia sich endlich für eine Karriere entscheidet und auszieht, was komplett normal ist? Wäre meine Tochter 22, hätte keinen Beruf und würde sich nicht mal ernsthaft bemühen, einen Job zu finden, wäre ich noch schlimmer als Kathrin. Dazu ist Pia extrem bitchy gegenüber Kathrin, nachdem ihr Mann sie betrogen hat. Und ja, ich weiß, dass Kathrin am Ende komplett cray cray ist, aber bis zum letzten Kapitel wissen wir das offiziell nicht.
Paul, alter. Complete disaster of a man.
Ansgar: Bro sieht Pia einmal und ist sofort verliebt.
Amelie: Regina George, aber im Dorf-Setting.
Pia erfährt, dass ihre Eltern nicht ihre biologischen Eltern sind, und geht sofort auf Business Casual mit den Namen. Das fand ich sooo kindisch. Okay, anscheinend war Kathrin immer kalt..... aber Paul? Allgemein dieses „Ist mir egal, dass das die Menschen sind, die mich großgezogen haben, mir Essen gegeben haben und dafür gesorgt haben, dass ich sicher bin, jetzt, wo ich weiß, dass ich biologische Eltern habe, sind sie mir scheißegal und ich nenne sie nicht mehr Mama und Papa“ war für mich einfach 🫤
Was war bitte zwischen Ansgar und Pia? Die haben sich zweimal getroffen und Pia muss sich schon eingestehen, dass sie Gefühle für ihn hat? Sie hatten gefühlt vier Minuten Gespräch miteinander, und Ansgar wollte sie schon unbedingt. Null Aufbau, null Tension. Die Romance war unnötig, verwirrend und das mit Amelie auch komplett überflüssig, diese stereotypische „schöne Frau gegen andere Frau“-Feindlichkeit.
Sonja war einfach insane. Sie hat den Mann ihrer Schwester geklaut. Sie hätte literally jeden anderen Mann im Dorf beobachten können. Und dieses „Er hatte gutes Karma“ - ja, nach dem Betrügen seiner Frau eher nicht.
Sonja baut ein esoterisches Zentrum mit kulturellen Konzepten, die sie aus anderen Kulturen geklaut hat (Buddhismus, indigene Völker etc.), aber wenn ihre Businesspartnerin ein bisschen mehr Konzepte einbringen will, ist das auf einmal zu crazy. Chakren von anderen Religionen übernehmen, okay. Aber Yoga und Sauna? Nee, zu viel Konzept. Am Anfang hat Bettina viele esoterische/Wellness-Ideen angeboten, die eigentlich voll zu Sonja gepasst hätten, aber nein: Sonjas eigenes huhu-Zeug war okay, alles andere huhu-Zeug war plötzlich zu viel.
Warum hat Pia ihre Träume als Fakten benutzt??? Sorry, aber das war so weird. „Deine Story stimmt nicht, ich habe einen Fuchs im Traum gesehen.“ Girl. Ich würde niemals eine Theorie mit Träumen rechtfertigen, und schon gar nicht vor anderen Menschen laut aussprechen. Das sind halt Träume. Gestern habe ich geträumt, dass ich wegen Terroristen nicht zur Arbeit konnte. Soll ich jetzt meine Chefin anrufen und sagen, das ist der Grund, warum ich heute frei nehme? Ich finde es cool, dass die Träume Mystik reinbringen, aber sie als Beweise für reale Schlussfolgerungen zu nutzen, war mir einfach zu wild.
Dieser random Plot mit Barbara war lowkey unnötig. Ich dachte wirklich, das wird wichtig für die Story, war es aber nicht.
Und auf einmal wollten alle im Buch bumsen und Kinder haben. Die komplette Nachbarschaft in Galsterried hat sich kollektiv darauf geeinigt, dass jetzt Kinder kriegen angesagt ist. Am Anfang liest du die Kapitel und gefühlt jede zweite Seite ist ein neues Paar, das ein Baby will. Das war fast schon klaustrophobisch.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Vorab: “Rauhnächte” von Ellen Sandberg erschien in anderer Form unter dem Klarnamen der Autorin, Inge Löhnig, bereits vor über zehn Jahren als Jugendroman. Die Geschichte forderte laut Nachwort “neue Perspektiven, verlangte mehr Tiefe, mehr Dunkelheit und mehr Reife.” (S. 344) Ich persönlich kannte sie noch nicht, da dies mein erstes Buch der Autorin ist.
Es geht um Pia, sie ist 22 und orientierungslos. Sie lebt bei ihren Eltern Kathrin und Paul in München-Haidhausen und theoretisch fehlt es ihr an nichts, außer einer liebevollen Kindheit, die sich in ihrer Erinnerung nicht einstellen will. Ihre Eltern kommen ihr stets distanziert vor, sie empfindet sich selbst als rothaarige Außenseiterin, die nur eine Freundin hat, Tami. Mit Männern hat sie auch nur eine einzige - negative - Erfahrung gemacht. An Weihnachten eskaliert die Situation in der scheinbar heilen Familie, als ihr Vater zugibt, dass er eine Affäre hat, diese schwanger von ihm ist und er sich von Kathrin trennen möchte. Während der zwölf Rauhnächte, die auf den Heiligen Abend folgen, wird Pias Welt komplett aus den Angeln gehoben. Sie muss ihre Identität neu finden und sich in Wasserburg am Inn und dem benachbarten Dorf Galsterried ihrer Vergangenheit stellen. Was ist hier vor 18 Jahren geschehen? Und: Hat die Tatsache, dass sie die Nachfahrin einer legendären “Hexe” ist, wirklich Einfluss auf die Gegenwart?
“Rauhnächte” ist ein Spannungsroman und ich muss sagen, die Geschichte hat mich wirklich in ihren Bann gezogen. Passenderweise habe ich sie auch während der Rauhnächte gelesen, was dem Ganzen einen zusätzlichen Kick gegeben hat. Hier findet sich alles, was wir mit dieser mystischen Zeit “zwischen der Zeit” verknüpfen: Eis und Feuer, Schnee und Kälte, Nebel und Dunkelheit, Perchten, Hexen, Aberglauben, “die wilde Jagd”. Ich fand es super, wie die Autorin diese ganzen Elemente ins erzählerische Geschehen eingebaut hat. Der Aufbau des Buches (Rauhnacht 1-12) hat mich überzeugt und auch die letztendliche Auflösung der Geschichte. Ich hätte es nicht gedacht.
Über manche Ausdrücke und Wendungen bin ich allerdings trotzdem “negativ gestolpert”. Wie zum Beispiel: “Ein sehnsuchtsvolles Ziehen setzte sich hinter Pias Brustbein.” (314) Erstens: wie kann sich ein Ziehen setzen? Und zweitens: Ich hatte noch nie ein “Ziehen” hinter dem Brustbein, schon gar kein sehnsuchtsvolles. Der Ausdruck kommt zweimal. Auch sonst sind manche Dialoge etwas hölzern, aber nicht so, dass es unlesbar wäre. Man merkt dem Buch an vielen Stellen an, dass es sich hierbei ursprünglich um einen Jugendroman handelte. Pia wirkt oft naiv und überschätzt sich. Auch bei den anderen Figuren hat es mir ein wenig an Tiefe gemangelt. Man merkt irgendwie, dass hier eine erwachsene Frau über eine verloren wirkende Zwanzigjährige schreibt. Schön finde ich, dass die Geschichte vom “Fuxerl” von Ilona Picha-Höberth, die Inge Löhnig zu ihrem Roman inspiriert hat, hinten abgedruckt ist. Wirklich eine gute Idee. Dadurch versteht man den Roman und die ganzen Zusammenhänge noch besser. Das auf der allerletzten Seite des Buches ein Fuchs abgebildet ist, finde ich als kleines Gimmick sehr apart.
Alles in allem ist “Rauhnächte” von Ellen Sandberg aus dem Penguin Verlag ein toller Spannungsroman, der uns in den dunklen Stunden des Winters dazu ermahnt, auf jeden Fall im Warmen zu bleiben und nicht mit dem Feuer zu spielen.
Schon die ersten Zeilen dieses Buches fühlen sich an wie ein langsamer Schritt im dichten Winternebel – und plötzlich packt jemanden eine unsichtbare Hand an der Schulter. Pia, aus deren Sicht wir die Geschichte erleben, führt uns mitten hinein in den Countdown der Rauhnächte, jene unheimliche Zeit, in der die Grenze zwischen dem, was war, und dem, was besser verborgen geblieben wäre, dünner wird. Und genau in dieser Zwischenwelt muss sie erkennen, dass ihr Leben auf einem Satz gründet, der nie hätte ausgesprochen werden dürfen.
Pia ist eine Figur, mit der man mitfiebert, weil sie nicht loslassen kann – weder von ihren Fragen noch von dem Gefühl, dass etwas in ihrem Leben stets schief im Fundament stand. Als sie begreift, dass ihre Familie nicht die ist, die sie glaubte, versucht man fast automatisch, mit ihr zusammen in den Schatten vergangener Jahre zu spähen. Doch statt Antworten zu erhalten, stößt sie überall auf eine Mauer aus Stille, Misstrauen und eisiger Ablehnung. Und je weiter Pia in die schneebedeckten Gassen von Wasserburg vordringt, desto deutlicher scheint die Vergangenheit dort noch zu atmen – in den Gestalten alter Bräuche, in den Geschichten der Rauhnächte und in Menschen, die mehr wissen, als sie preisgeben.
Die Autorin versteht es meisterhaft, diese Atmosphäre einzufangen. Ihr Schreibstil ist flüssig, klar und gleichzeitig so durchdrungen von winterlicher Schwärze, dass es einem manchmal kalt den Rücken hinunterläuft. Es gibt Szenen, in denen das Rascheln der Geister fast hörbar wird, andere, in denen die Spannung nur ganz leise unter der Oberfläche grollt – und gerade das macht den Sog so stark. Ich fand es faszinierend, wie geschickt alte Traditionen und Aberglauben verwoben werden, ohne jemals belehrend zu wirken. Man lernt, staunt, fröstelt – und liest automatisch schneller.
Fazit: Die düstere Stimmung, die packenden Wendungen und ein Finale, das sich logisch und klug zusammenfügt, machen das Buch zu einem echten Winter-Pageturner.
Gelungene Atmosphäre der Rauhnächte Ellen Sandberg greift in ihrem Roman das aktuelle Thema der Rauhnächte auf. Wichtig zu erwähnen ist, dass es sich hier um ein Buch handelt, das bereits vor zehn Jahren als Jugendbuch unter dem Titel “ Die Flammen flüstern dein Lied” erschienen ist. Die Autorin hat die Geschichte komplett überarbeitet und als Roman für Erwachsene verfasst.
Pia erfährt durch Zufall, dass sie nicht das leibliche Kind ihrer Eltern ist. Da ihre Eltern auf ihrem Schweigen bzgl. der Vergangenheit und den Vorgängen rund um die Adoption beharren, fährt sie, tief verletzt, in das Dorf, in dem sie ihre Kindheit verbracht hat und begibt sich auf die Spuren ihrer leiblichen Mutter, die bei einem Unfall ums Leben gekommen ist.
Erzählt wird auf zwei Zeitebenen, die aktuelle, die sich mit Pias Suche beschäftigt und die Vergangenheit, die die Ereignisse vor 18 Jahren erzählt.
Sehr gut gelungen ist die Atmosphäre der Rauhnächte und der damit verbundene Aberglaube. Im Laufe der Handlung zeigt sich, dass Pia tief verborgene Geheimnisse aufweckt und sich damit in Gefahr bringt.
Das Buch ist spannend geschrieben und passt von der Atmosphäre gut in die Jahreszeit. Die Auflösung ist rund und fügt alle Fäden zusammen.
Die Figur der Pia hat im Buch durchaus eine Entwicklung durchlaufen, bleibt mir aber, auf den gesamten Inhalt betrachtet, zu unreif in ihrem Verhalten. Da das ältere Jugendbuch ja explizit in einen Erwachsenenroman umgeschrieben wurde, passt es nicht so ganz.
Insgesamt aber ein lesenswerter Roman über Geheimnisse und Intrigen innerhalb einer Familie.
Erschien bereits 2014 unter dem Titel "Die Flammen flüstern dein Lied" beim Arena Verlag unter dem bürgerlichen Namen der Autorin, Inge Löhning. Wurde jetzt lediglich überarbeitet und mit neuem Titel und unter Pseudonym wieder neu aufgelegt. Danke für die Mogelpackung.
Das Buch hat mich leider nicht überzeugt. Der Grundgedanke war wirklich gut, an der Umsetzung hat es etwas gehapert.. Insgesamt kam mir die Handlung sehr langatmig und schleppend vor. Die Thematik und das Setting hätte mir definitiv gefallen.