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Im Herzen der Katze

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Als Jina Mahsa Amini ermordet wird und die erste von Frauen geführte Revolution im Iran ausbricht, stehen Jina, ihre Schwester Roya und ihre Nichte Nika vor der entscheidenden kämpfen oder sich verstecken? Jina, die in Südfrankreich lebt, wird von Erinnerungen an ihre Aufenthalte im Iran überflutet – an die Gastfreundschaft ihrer Familie, an heimliche Lieben und an den Sommer 2009, als sie selbst an den Protesten gegen das Regime teilnahm. Was als Versuch beginnt, den Schmerz der Gegenwart zu verstehen, wird zu einer intensiven Reise in ihre Vergangenheit und zu einer poetischen Reflexion über Heimat, Freiheit und Verantwortung.

253 pages, Hardcover

First published July 20, 2025

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Jina Khayyer

2 books3 followers

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5 (1%)
1 star
1 (<1%)
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Profile Image for Elena.
1,034 reviews414 followers
August 24, 2025
Der Umriss Irans erinnert an eine Katze - und die Ermordung der kurdisch stämmigen Iranerin Jina Mahsa Amini 2022 katapultieren die gleichnamige Protagonistin direkt von Frankreich in das Herz ihrer Heimat, das Herz der Katze. Von ihrem Handybildschirm aus beobachtet sie die landesweiten Proteste, die der Tod der jungen Frau ausgelöst haben. Ihre Schwester und ihre Nichte befinden sich indes mittendrin in den illegalen Demonstrationen, scheinbar furchtlos nehmen sie daran teil. Jina ist voller Angst um ihre Verwandten und erinnert sich zugleich zurück an ihre erste Reise in den Iran 2000, die Besuche bei ihrer Schwester und ihren Tanten, die Geschmäcker, Gerüche und Farben, die ihr bei ihrer Rundreise begegneten. Und sie denkt an Iman, ihre geheimnisvolle Reiseführerin.

Jina Khayyer erzählt in ihrem autofiktionalen Debütroman "Im Herzen der Katze" gleichzeitig von den politischen Geschehnissen im Iran, das unter der Herrschaft eines islamischen Regimes leidet, und von einer persönlichen Familien- und Liebesgeschichte, was den Roman nahbar macht. Ihre Sprache ist poetisch, selbst wenn sie von schrecklichen Gräueltaten schreibt, trotzdem lässt sie keinen Raum, den Blick abzuwenden von der Unterdrückung der Frauen im Iran und dem willkürlichen politischen System der Mullahs. Mich hat sie mit Jinas Geschichte sehr berührt, ich konnte das Buch zeitweise kaum weglegen. Einzig der Mittelteil hat sich für meinen Geschmack ein wenig gezogen, der Reisebericht geriet für mich zu lange. Jina Khayyers Debüt ist ein Buch über das Sehnen nach einer fernen Heimat, die es so, wie man es sich wünscht, aktuell leider gar nicht gibt, ein wichtiger Beitrag zum Verstehen der Geschehnisse im Iran und eine Erinnerung, nicht wegzusehen, auch wenn die Proteste rund um Jina Mahsa Aminis Ermordung in unseren Köpfen bereits wieder an den äußeren Rand gerückt sind. Eine durch und durch lohnenswerte Lektüre!

Noch ein kleiner Hinweis: "Im Herzen der Katze" gibt es gerade eingesprochen von Pegah Ferydoni kostenlos in der ARD-Audiothek als Hörbuch zu hören!
Profile Image for Babywave.
352 reviews129 followers
September 22, 2025
Auch hier wieder: Unheimlich wichtiges Buch mit wichtiger Thematik.

Vermutlich haben die Meisten die schrecklichen Bilder auf Instagram gesehen. Haben gesehen, wie Frauen, Männer und Kinder im Iran inhaftiert, geschlagen und zu Tode gekommen sind. Sie haben gekämpft und werden für ihre Freiheit weiter kämpfen. Ich hoffe, dass die unzähligen Opfer eines Tages durch ihren unbändigen Mut, den nachfolgenden Generationen ein Leben in Freiheit ermöglichen können.

Häufig musste ich auch während dieses Textes Pausen einlegen, da ich sofort schreckliche Bilder im Kopf hatte.

Zu oft bleibt man sprachlos, wenn man an diese Brutalität denkt. Verarbeiten kann ich solche Videos bis heute nicht. Kann nicht glauben, dass Menschen anderen Menschen solche massive Gewalt antun können.

Jina Khayyer schafft es dennoch, dass man Hoffnung schöpft. Dass es Menschen, vor allen Dingen viele junge Menschen, gibt, die im Iran für ein selbstbestimmtes Leben kämpfen. Die Autorin führt uns Land und Leute vor Augen. Zeigt auf, dass die Allermeisten in Frieden und Freiheit leben möchten, dass wir uns darin -überall auf der Welt- nicht unterscheiden. Und das wir diese essenziellen Gemeinsamkeiten nie vergessen dürfen.

Ich wünschte, dieses Buch hätte es aufgrund seines Inhaltes auf die Short-List geschafft. Meines Erachtens sind diese Texte sehr viel wichtiger als experimentelle Literatur.
Es ist unheimlich wichtig, dass die Menschen im Iran sichtbar bleiben und nicht vergessen werden❤️.

Profile Image for Rosa.
80 reviews23 followers
August 24, 2025
#longlistlesen Nummer 1

„Als sie an die Macht kamen, zersprangen die Uhren, die Sonne ging unter, der Mond ging unter, das Meer ging unter, die Zeit stand monatelang still, und dann drehte sich die Zeit zurück, gegen den Uhrzeigersinn, gegen jeden Menschensinn.“

In vielerlei Hinsicht erinnert mich dieses Buch an eines meiner absoluten Highlights der letztjährigen Longlist - Vierundsiebzig von Ronya Othmann. Auch bei Vierundsiebzig habe ich extrem viel gelernt über den Völkermord der Islamisten an den kurdischen Jesiden, von dem ich davor nicht einmal wirklich etwas wusste.

Im Herzen der Katze hingegen geht es um die Proteste gegen das islamistische Regime im Iran ab 2022, die die Autorin zum Anlass nimmt, ihre Reise in ihr Heimatland fast 25 Jahre zuvor noch einmal zu beleuchten.

Die Begegnungen, die sie dort hat, während sie sich selbst immer wieder durch fast unfreiwillige Akte der Gedankenlosigkeit in Todesgefahr begibt, haben mich tief mitgenommen und berührt. Die Liebe, die Jina Khayyer für ihr Heimatland Iran hat, ist so derartig spürbar, dass es einem umso tiefer ins Herz schneidet, dass ihr Land noch nicht dasjenige ist, das es ihr möglich machen würde, zurückzukehren und sich auch vollkommen damit zu identifizieren.

Ihre Nacherzählung der Reise in den Iran - die Szenen in Sammeltaxi, bei der Blumenverkäuferin oder im Rosengarten in Persepolis - waren so derartig lebensnahe und großartig geschrieben, dass in mir selbst eine wohl ähnliche Sehnsucht entwachsen ist wie bei der Erzählerin. Und dennoch sind diese großartigen Erinnerungen beinahe verblasst im Vergleich zu dem, was sie über ihre Nichte erzählt - und wie diese sich, trotz wiederholter Lebensgefahr, nicht davon abhalten lässt, für die Selbstbestimmung der Frauen in ihrem Land zu kämpfen.

Dieses Buch ist extrem gut, ich kann nicht anders als mit 100% Zufriedenheit und Begeisterung 5 Sterne zu geben.
Profile Image for Wal.li.
2,546 reviews68 followers
August 29, 2025
Herz an Herz

Entsetzt liest Jina vom Tod der jungen Jina Mahsa Amiri, die in Teheran ermordet wurde. Die Verstorbene trug den selben Namen wie Jina, die immer dachte, ihr Name sei einzigartig. Sofort ruft Jina ihre Mutter an und berichtet von den Ereignissen. Amiris Tod löst einen Aufruhr der Frauen im Iran aus. Und Jina, die in Deutschland aufgewachsen inzwischen in Südfrankreich lebt, erinnert sich an ihre Reisen in das Land, das ihr Vater verlassen hatte. Dort haben die Tanten ihr von der Familie erzählt und ihr warmherzige Gastfreundschaft zuteil werden lassen, dort hat sie mit ihrer Schwester eine Reise durch das Land unternommen, dort ist sie selbst in die Proteste geraten.

Die Erzählerin Jina erzählt von ihrem Land, das sie eigentlich nicht so gut kannte, in dem sie sich gleichzeitig fremd und heimisch fühlte. Ihre Verwandten empfangen sie mit offenen Armen und offenen Herzen. Die Offenheit findet allerdings hinter verschlossenen Türen statt, innerhalb der Familie kann man sich vertrauen. Draußen wird das Leben besonders der Frauen durch den Staat in eines der Einschränkungen und Verborte verwandelt wird. Jederzeit kann man denunziert oder gleich verhaftet werden. Und nur unter Vertrauten kann man sich ehrlich austauschen. Doch es gab auch mal einen anderen Iran, der nicht vergessen ist.

Mal ein Experiment das Hörbuch im gleichen Zeitraum zu hören, wie man das Buch liest. Von Pegah Feridony sehr lebendig vorgetragen, verschafft einem die Leserin einen authentischen Einblick von der Lebhaftigkeit der Menschen, der Fülle der Sprache und auch deren Klangfärbung. Im Buch dagegen bekommt man eben auch mit, was häufig im Hörbuch fehlt, die Schreibweise der Namen. Die Sätze in Farsi sind in Lautschrift dargestellt, was im Zusammenklang mit dem Gehörten einen guten Eindruck verschafft. Gut ist das geschriebene Wort auch, wenn man vergleichen oder nochmal zurückblättern möchte, auch kann man sein eigenes Tempo wählen und sich auch ein wenig abschotten, wenn die Schilderungen die Tragik der Frauen sehr deutlich beschreiben. Eindringlicher sind die gesprochenen Worte. Und doch war es eine sehr gute Idee, das Experiment zu wagen.

Dieser Debütroman beeindruckt mit seinen deutlichen Worten, die Unterschiede verstehen lassen, Mitgefühl erregen, mit ein wenig Sehnsucht auf die Herzenswärme blicken blicken lassen, die hier mitunter nicht so deutlich aus den Gesichtern strahlt und die doch klarmachen, dass man sich selbst in einem weitgehend freien wenn auch kühlerem Land wohler fühlt und dass man die Freiheit jeden Tag schätzen sollte, an dem man sie hat. Es wäre zu wünschen, dass sich die Träume der Frauen im Iran erfüllen.

4,5 Sterne
Profile Image for Dunja Brala.
595 reviews41 followers
August 31, 2025
Es ist ruhig geworden, wenn es um Nachrichten aus dem Iran geht. Doch der Schein trügt. Mindestens 17 Frauenrechtsaktivistinnen sind im Juli festgenommen worden, 3 starben in den Gefängnissen. Die Geschlechterpolitik des Iran kostet vielen Frauen das Leben, doch sie hören nicht auf zu protestieren!

Jina Khayyer gibt diesen Frauen mit ihrem autofiktionalen Roman eine Stimme.
Die Erzählerin heißt wie sie und sieht im Fernsehen, wie 2022 die gleichnamige Jina Mahsa Amini geprügelt und festgenommen wird, weil ihr Kopftuch nicht richtig sitzt. Tage später war sie tot. Daraufhin starten Proteste, die ihresgleichen suchen und die Jina macht sich Sorgen um ihre Schwester und ihre Nichte, die in Teheran leben.

Während sie versucht mit Ihnen Kontakt aufzunehmen erinnert sie sich an eine Reise, 2009 in den Iran. Der Verwandtschaftsbesuch wird zu einer Suche nach der eigenen Identität, der Kultur und der Sprache für Dinge die unaussprechlich scheinen. Jina nahm damals auch an den Protesten der grünen Bewegung teil. Sie, eine offen lesbisch lebende Frau, muss in der Heimat ihrer Vorfahren viele Kompromisse machen. Sie kann es zuerst nicht glauben, wie restriktiv das Regime auf die Einhaltung absurder Ideen besteht und mit der geheimen Polizei gegen jede noch so kleine Verfehlung mit massiver Gewalt vorgeht. Eine als Mann verkleidete Taxifahrerin klärt sie ausführlich darüber auf und bringt sie an Plätze, wo das noch mal deutlich wird. Nichts ist erlaubt, kein Gespräch zwischen Mann und Frau, kein Alkohol, keine Musik. Kein Tanz, keine Sprache jenseits der eigenen. Augenöffnend, fand ich das Gespräch über Liebe, bei dem ihr Schwester analysiert, dass der Grund für das Verbot von Liebe und Sexualität mit Kontrolle zu tun hat. Ein Staat, der das verbietet weiß, dass Menschen die körperliche Bedürfnisse ausleben dürfen, Indoktrination viel leichter durchblicken. Menschen, denen das verwehrt wird, flüchten sich in extremistische religiöse Praktiken und Anbetung von Personen, die diese blinde Unterwerfung brauchen, um ihre Macht zu erhalten. Ein interessanter Gedanke, der auch auf andere Entwicklungen übertragen werden kann, zB Trump und die extremen Evangelikalen! Viele solcher für mich neuen Thesen findet man im Text, der nicht ganz Roman und nicht ganz Fiktion ist. Die Autorin scheint ihre eigenen Erlebnisse literarisch zu verarbeiten und das ist ihr exzellent gelungen. Sie verknüpft reale Ereignisse mit einer fiktiven Geschichte, die an ihr Leben angelehnt ist.

Mir hat sehr gut gefallen, wie sie die Solidarität unter Frauen beschreibt. Während sie sich in ständiger Bedrohung befinden, schaffen Sie unter dem Radar ein Gemeinschaftsgefühl, dass sie gleichzeitig stark macht. Obwohl ihr Leben täglich in Gefahr ist, versuchen Sie eine Parallelwelt im Dunklen aufzubauen. Meist gelingt Ihnen das sogar, denn sie sind viele, und sie erfinden sich immer wieder neu.
Ganz nebenbei erfährt man sehr viel über die Kultur, die Geschichte und die Traditionen des Iran. Mir war schon bekannt, dass die iranische Gesellschaft im Grunde genommen eine sehr offene ist. Sie lassen sich nicht abschotten, sondern suchen sich Informationen über die Welt jenseits ihrer Grenzen. Ich habe mich früher oft gewundert, wie anders Menschen aus dem Iran sind, wenn sie mir im beruflichen Kontext begegnen. Sie lernen oft sehr viel schneller als andere fast akzentfreies Deutsch und legen großen Wert auf ein kultiviertes und gebildetes Auftreten. Manchmal sind sie von deutschen Mitbürgern nicht zu unterscheiden. In diesem Text erkenne ich die Dynamik, die genau dazu führt. Der Hunger frei und offen und unbeschadet leben zu können, scheint im Iran noch ausgeprägter zu sein als in anderen Staaten. Wenn man die Geschichte des Irans betrachtet und die Bestrebungen, die der nicht minder brutale Schah von Persien an den Tag legte – in den Kontext eins zu werden mit dem Westen setzt, wundert das nicht. Auch solche Informationen sind Teil der Lektüre. Dabei bleibt der Stil leicht, und teilweise wirkt er sogar unbeschwert, was in Anbetracht des Inhalts bestimmt keine leichte Sache war.

Jina Khayyer hat mit diesem Text etwas geschafft bei dem ich mir nicht sicher bin, ob es überhaupt sein darf – mich zu unterhalten und gleichzeitig unglaubliche Wut in mir auszulösen. Ich finde, das Buch ist ein würdiger Kandidat für die Shortlist.

Ein Highlight, eine große Empfehlung an alle. Ich bewundere die Frauen im Iran und wünsche mir, dass sie stark genug bleiben. Ich könnte es wahrscheinlich nicht. Und wenn wir angesichts der vielen Krisenherde auf der Welt zu schwach sind, mitzukämpfen, so lasst sie uns wenigstens nicht vergessen.
„Jin, Jiyan, Azadî - Frau, Leben, Freiheit“
Profile Image for Leah.rhr.
17 reviews37 followers
September 17, 2025
Im Herzen der Katze ist ein Buch, das mich wirklich tief berührt hat. Ausgelöst durch den Tod von Jina Mahsa Amini blickt die Erzählerin zurück auf ihre Familie im Iran, ihre Erinnerungen, Begegnungen und Erlebnisse. Dabei verbindet die Autorin persönliche Geschichten mit den politischen Ereignissen im Land und man bekommt das Gefühl, einen Blick von innen zu erhalten, mitten hinein in das Leben und die Realität im Iran.

Für mich war es unglaublich schön geschrieben und die Protagonistin wirkte so nahbar, dass ich direkt mit ihr mitfühlen konnte. Beim Lesen habe ich eine ganze Palette an Emotionen durchlebt: Wut, Hilflosigkeit, Traurigkeit, aber auch Bewunderung und Hoffnung. Besonders bewegt hat mich die Nichte der Erzählerin, eine junge Frau voller Mut und Widerstandskraft, die sich den Protesten anschließt. Ihre Stärke und ihr Elan waren so inspirierend, dass ich noch lange darüber nachgedacht habe.

Was mich beim Lesen besonders wütend gemacht hat, war die Erkenntnis, wie sehr der Iran in den letzten Jahrzehnten an Freiheit eingebüßt hat. Mir war zwar bewusst, dass das Land einmal deutlich offener war, doch in diesem Ausmaß hatte ich es nicht vor Augen. Umso erschütternder ist es, sich vorzustellen, wie frei die Menschen – insbesondere die Frauen – bereits waren, wie selbstverständlich Bildung, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe gelebt wurden, bevor all das durch das herrschende Regime wieder zunichtegemacht wurde. Man fragt sich unweigerlich, wie es sein kann, dass Freiheit, die schon einmal erkämpft und gelebt wurde, wieder so brutal ausgelöscht wird.

Und gleichzeitig zeigt die Autorin auch die Schönheit des Iran: die Kultur, die Gastfreundschaft, die Natur, die Geschichte. Dabei wird auch deutlich, wie vielfältig und divers das Land ist. Nicht alle Iraner:innen sind Perser, sondern es leben viele verschiedene Völker, Ethnien und Kulturen zusammen, die das Land prägen. Gerade diese Vielfalt macht den Iran zu etwas Besonderem. Mich hat außerdem die Sprache unglaublich beeindruckt: wie poetisch, bildlich und facettenreich sie ist, und wie viele verschiedene Arten es allein gibt, „Danke“ zu sagen.

Für mich ist Im Herzen der Katze eines dieser Bücher, die bleiben. Es ist wichtig, es ist bewegend, es ist schön und traurig zugleich. Ich danke der Autorin sehr für diese Geschichte und wünsche mir, dass viele Menschen dieses Buch lesen. Es ist eine Erinnerung daran, hinzuschauen, zuzuhören und nicht zu vergessen. Von mir ganz klar fünf Sterne.
Profile Image for Sandra.
202 reviews49 followers
August 25, 2025
Die Ich- Erzählerin ist aus dem Iran stammend, in Frankreich lebend. Sie verfolgt zu Beginn des Buches über die sozialen Medien hilflos, wie eine Frau, die den gleichen seltenen Vornamen trägt wie sie, durch die iranische Sittenpolizei ins Koma geprügelt wird und stirbt. Die Frau trug zwar Kopftuch, kannte aber nicht alle Regeln für Frauen auf der Straße, sie war nur zu Besuch in Teheran und verstieß gegen eine Regel. Unsere Erzählerin erinnert sich an ihren ersten Besuch in Teheran bei ihrer Schwester, wie sie die Regeln lernen musste. Und wie sie die Schönheit und den Terror des Landes gleichzeitig kennenlernte, lieben und fürchten lernte. 

Dieses Buch bringt den Lesenden die tragische Lebensrealität der Menschen im Iran, vor allem der Frauen, unfassbar eindrücklich nah. Dabei ist der Roman bevölkert von wundervoll gezeichneten (oder beschriebenen?) Frauen, die uns durch Teheran führen, uns ihre Geschichten erzählen und ihre Freuden und Ängste mit uns teilen.

Der Roman ist verstörend und macht gleichzeitig glücklich, er ist hoffnungslos und gibt Hoffnung, er ist traurig und schön. Eine Zumutung (insbesondere die letzten 30 Seiten), aber eine, die jedem zugemutet werden muss.
Profile Image for Lotta.
49 reviews9 followers
July 31, 2025
isn't it beautiful that a cherry rarely grows alone
Profile Image for carlota.
49 reviews3 followers
August 2, 2025
alle Sterne die es gibt für dieses Buch

»Die Tränen der Welt sind unvergänglich. Für jede, die anfängt zu weinen, hört irgendwo eine andere auf. Genauso ist das mit dem Lachen.«
Profile Image for Clarissa.
695 reviews20 followers
November 14, 2025
Eine wundervolle, zarte Geschichte von Schmerz, Liebe, Solidarität, Resilienz, Liebe und (Wunsch nach) Heimat.
Wer sich für die Revolution in Iran interessiert, sollte dieses Buch lesen. Es steckt voller Liebe zur iranischen bzw. persischen Kultur, der Gastfreundschaft und dem Familienverständnis und den unzähligen Formen des Widerstands. Es ist stark in seiner Verwundbarkeit.
101 reviews15 followers
October 19, 2025
Insgesamt für mich mehr politisch als literarisch, auch wenn höchstinteressant und geradezu erschütternd), das (Frauen)Leben in Iran hautnah mitzubekommen.

Ich freue mich, das Buch durch den DBP entdeckt zu haben.
Profile Image for Nathalie.
57 reviews
September 24, 2025
Das ist ein wunderschönes aber auch sehr bedrückendes Buch. Vielen Dank für diese persönlichen Einblicke!
Profile Image for Andrea.
1,257 reviews161 followers
November 8, 2025
Ich spüre eine Sehnsucht in mir aufsteigen, einen Kummer darüber, dass ich nicht Heimatland sagen kann, dass ich nicht weiß, was Heimar ist.

Ich habe selten ein so beeindruckendes und sprachlich gewaltiges Buch gelesen, was einen zwingt hinzusehen, auch wenn man das Buch am liebsten weglegen würde. Die Liebe für ihre Heimat und die Verzweiflung über das, was dort passiert schlägt einem aus jeder Zeile entgegen und lässt einen nicht mehr los.

Wenn du ständig in Angst lebst, verliert die Angst ihren Schrecken. Es ist wie atmen. Du atmest, aber du denkst nicht darüber nach, dass du atmest.

Es gibt immer ein Ende der Dunkelheit, und das Ende der Dunkelheit ist Licht.


*Leseexemplar vom Verlag via NetGalley erhalten*
Profile Image for tomboy.
58 reviews
December 15, 2025
Ein Buch mit starken Themen und klaren Botschaften, die klug und sensibel verarbeitet sind & gerade das hat mir sehr gefallen. Gleichzeitig hatte ich öfter das Gefühl, dass manche Figuren, allen voran die Hauptperson, hinter diesen Botschaften zurückbleiben und eher Träger einer Idee als wirklich lebendige Charaktere sind. Manchmal wirken sie fast wie Sprachrohre, um eine politische oder gesellschaftliche Haltung zu transportieren und weniger wie vollwertige Figuren. Dazu kommt, dass einzelne Bilder und Motive für mich stellenweise hart an der Grenze zum orientalischen Kitsch entlangschrammen. Insgesamt trotzdem ein lesenswertes Buch mit wichtigen Anliegen, bei dem für mich nicht alles aufgeht: 3,5 Sterne.
Profile Image for Anna.
87 reviews
September 24, 2025
Ich habe gelacht, geweint, Hunger und Fernweh bekommen beim Lesen. Nobody is free until everybody is free.
4 reviews
August 11, 2025
ein roman, den man gar nicht bewerten möchte.
ergreifend, traurig, wutentfachend, wunderschön, Eröffnung einer neuen Sprachwelt
manchmal etwas holprig.
Profile Image for Mosch.
7 reviews2 followers
July 21, 2025
Read the hard copy published by Suhrkamp. Best read so far this year. Zan Zendeghi Azadi
Profile Image for Inge H..
444 reviews7 followers
July 21, 2025
Frauen im Iran

Jina Khayyer ist eine Schriftstellerin mit iranischen Wurzeln.
Ihr Debütroman, Im Herzen der Katze, ist interessant und informativ. Sie schreibt über drei Generationen iranischer Frauen, die für ihre Freiheit kämpfen.
Das hat man in der Presse immer wieder gesehen, aber die Regierung ändert sich einfach nicht. Wir erfahren von den grausamen Kämpfen gegen die Frauen. Dann wissen wir auch noch, das der Kampf keinen Erfolg ha554, s9ndern viele Opfer.
Die Autorin hat einen porzisch3n Scheinstil, der mir gut gefällt.

Es ist ein Stück traurige Zeitgeschichte.
Unbedingt lesenswert.
Profile Image for Carla.
1,025 reviews134 followers
September 15, 2025
"Ich liebe dich vom Fisch bis zum Mond."

"Endlich sieht die Welt, dass wir von einer Herde gottloser Mörder gefangen gehalten werden."

"[...] meine Wurzeln stecken tief in dieser Erde, wenn ich sie herausreiße, stirbt der Baum."

"[...] von Herz zu Herz gibt es einen Weg."

All diese Zitate sind gute Beispiele für die wunderschöne Sprache dieses Buches und die Bezüge zur iranischen Kultur, die mir sehr gut gefallen haben. Der Autorin gelingt mit autofiktionalen Elementen eine ganz besondere Erzählung über die Selbstbestimmung und das Frausein im Iran, aber auch über Nationalität und Familie.

Es ist ein wirklich sehr empfehlenswertes Buch, ich habe jedoch ein wenig gebraucht, um richtig reinzukommen. Deswegen ist es für mich nicht ganz ein Highlight geworden, ich empfehle es aber unbeschränkt weiter! Wird bestimmt auch auf der Shortlist des Buchpreises landen. Die Daumen sind gedrückt!

4,25/5
85 reviews1 follower
December 19, 2025
Ein sehr berührendes Buch, das ich allen nur empfehlen kann.

Besonders gefallen hat mir:
- der Reisebericht
- weibliche Solidarität
- die vielen (auch übersetzten) persischen Redewendungen; wie schön und bildlich ist diese Sprache nur?

„Meine Tochter ist Einstein, Einstein muss nicht heiraten, Einstein muss Meilenstein sein“ S. 89
„Nika ist so unbeugsam […]. Sie sagt, lieber sterbe ich, als mich nicht zu befreien.“ S. 228
Profile Image for Tutankhamun18.
1,407 reviews28 followers
December 20, 2025
Jina, 64, sitzt in ihrer Wohnung in Frankreich und liest auf ihrem Instagram Feed über eine andere Jina dir in Tehran von der Sittenpolizei ins Koma geprügelt wird. Von da folgen wir Jina’s Erinnerungen an ihren Aufenthalt in Iran in 2009 und ihre Anrufe mit der Mutter, der Schwester und der Nichte die immer noch im Iran leben.

Der Text verknüpft eine persönliche Reise in Erinnerungen an Familie, Liebe und frühere politische Proteste mit aktuellen Fragen zu Freiheit, Zugehörigkeit und weiblicher Solidarität. Dabei hinterfragt Khayyer Vorstellungen von Heimat, Nationalität und Emanzipation und zeigt die innere Zerrissenheit zwischen persönlicher Lebenswelt und politischem Engagement auf. Durch die eindringlich poetische Sprache vermittelt der Roman sowohl die Schönheit und Gastfreundschaft iranischer Kultur als auch die Härte repressiver Realitäten.


ZITATE

“»Wenn du ständig in Angst lebst«, sagt Roya, »verliert die Angst ihren Schrecken. Es ist wie atmen. Du atmest, aber du denkst nicht darüber nach, dass du atmest.”

“Ich schaue in das offene Gesicht aus rosafarbenen Blüten-blättern, wie Wimpern liegen die Blütenblätter um das blutrote Auge der Rose, aus dem Auge wächst ein gelber Docht, an dem Docht hängen gelbe Tränen, ich weiß nicht, ob es die Tränen sind oder die Wimpern, die stark und süß nach Honig riechen.
»Die Rose riecht nach Honig«, sage ich.”

“Die Blumenverkäuferin schaut mich sanft an, ich sehe mich in ihren schwarzen Augen vor ihr stehen, sprachlos, wie schön sie das gesagt hat und dass ich verstehe, was sie gesagt hat; sprachlos darüber, wie selbstverständlich ich Persisch spreche, wie vertraut es sich anhört, als wäre Persisch die gebräuchlichste Sprache aller Sprachen. Wie schön, dass ich mit der Schönheit dieser Sprache aufgewachsen bin, einer Sprache, die mein Leben lang einzig und allein mit meinen Eltern, mit meinem Zuhause verbunden war, ein paar hundert Quadratmeter iranischer Boden in Wiesbaden, das war der einzige Raum dieser Sprache, keine Sprache für die Stra-ße, eine Sprache für zu Hause, ich habe noch nie Fremde Persisch sprechen hören, kein Fremder hat mich vor dieser Reise jemals auf Persisch angesprochen, außer im Pätogh-Restaurant in München, einem persischen Lokal, in das ich manchmal gehe, wenn ich Heimweh bekomme nach persischer Küche.”

“»Ich bin 1936 geboren, in demselben Jahr, als Reza Schah den Schleier verbot. Das war ein wichtiges Jahr, Reza Schah wollte ein europäisches Iran, Paris war sein Vorbild, Männern wurde per Gesetz vorgeschrieben, sich von Kopf bis Fuß europäisch zu kleiden, Frauen wurde befohlen, sich in der Öffentlichkeit ohne den Tschador zu zeigen«, Amme Esmat schmunzelt, »aber schon damals waren sie so brutal wie heu-te, nur andersherum. Ich hatte eine Amme, die Schwester deines Großvaters, die war sehr gläubig, sie fürchtete Gott sehr, kein Mensch konnte für sie Allahs Autorität übertrump-fen, sie verstand nicht, dass sich Menschen das Kopftuch ausgedacht hatten, sie glaubte, Allah habe das Kopftuch er-schaffen, also weigerte sie sich, es abzulegen, und ging weiterhin mit Kopftuch auf die Straße, gegen den Befehl des Schahs. Das Kopftuch wurde ihr von der Polizei mit derselben Gewalt entrissen, mit der es uns heute aufgezwungen wird, so willkürlich geht es hier zu.« Amme Esmat nickt, als würde sie sich selbst zustimmen. Sie drückt meine Hand, ich schaue zu ihr, sie rührt sich nicht, sie sieht in das offene Album hinein, wie durch ein offenes Fenster.”

“Ich wusste nicht, dass es eine Frage der Ehre ist, Frauen eine höhere Bildung zu ermöglichen, aber nur um sie gut zu verheiraten, nicht viel anders, als uns in schicke Kleider zu stecken, dabei waren die späten Sechziger- und frühen Siebzigerjahre unsere Blütezeit, so dachte ich jeden-falls. 1963 erhielten wir Frauen in Iran das Wahlrecht, wir durften abtreiben, wir durften uns scheiden lassen, ich war bei Weitem nicht die einzige Frau, die mehr wollte, als heiraten und Mutter sein, vor der Islamischen Revolution hatten wir zum ersten Mal eine ganze Generation Akademikerin-nen. Wir waren Dozentinnen, Medizinerinnen, Juristinnen, Politikerinnen, sogar unsere Bildungsministerin war eine Frau, Farrochru Parsã, ihre Mutter hatte zu den Ersten in Iran gehört, die Bildung für Frauen forderten, schon 1920 hatte Parsãs Mutter eine Frauenzeitschrift gegründet, Welt der Frauen, keine Vogue mit hübsch geschminkten Barbies in schönen Kleidern, nein, das war ein politisches Blatt von Frauen für Frauen. An ihrer eigenen Tochter zeigte Parsãs Mutter, was Bildung für Frauen bedeuten konnte, Farrochru Parsã studierte Medizin und Lehramt, Pärsã war die erste Schuldirektorin in Iran und später eben Bildungsministerin, eine totale Pionierin, ein Vorbild. Sie haben sie erhängt, 1980, wegen Korruption auf Erden, die Ajatollahs wollen keine Frauen in Führungsrollen, sie wollen keine gebildeten Frauen - Pārsãs Hinrichtung werde ich nie vergessen, das Seil riss, dann schossen sie auf sie. Nach ihrer Ermordung wusste ich, wie die Zukunft der Frauen in Iran aussieht.”

“Ich höre, wie der Stein wieder auf ihre Zunge drückt, aber Amme Esmat ist stärker als der Stein, sie verstummt kurz, holt tief Luft, ich schaue zu ihr auf, sie hält sich an ihrem Album fest, ihre Augen immer noch auf ihr eigenes Bild gerich-tet, sagt sie ruhig,”

“Jran ist eine Katze. Das linke Ohr markiert die Grenze zur Türkei, auf der linken Ohrenspitze sitzt Armenien, auf dem rechten Ohr liegt Aserbaidschan, wenn sich die Katze nach rechts dreht, taucht ihr Ohr ins Kaspische Meer, ihr Rücken streckt sich bis an die Grenzen von Turkmenistan und Af-ghanistan, an der rechten Hinterpfote beginnt Pakistan, unter ihrem Bauch schlängelt sich der Golf von Oman in die Straße von Hormus und weiter in den Persischen Golf, in ihrem Herzen schlägt die Wüste, die heißeste Wüste der Erde.
Vor ihrer Brust liegt Irak.
Ich sehe, über ihren ganzen Körper winden sich Flüsse, die vor Tausenden von Jahren dem Euphrat und dem Tigris ent-sprangen, entlang der Flüsse Städte, manche der Namen klingen vertraut, Nain, Keshän, Kermän, Tabriz, ich kenne sie von den Teppichen meines Vaters, weil Perserteppiche nach den Städten, in denen sie geknüpft wurden, benannt wer-den, um die Folklore der jeweiligen Stämme zu ehren, um ihr Erbe zu bewahren, weil man an den Vögeln und Blumen erkennen kann, welcher Stamm aus welchem Ort den Teppich geknüpft hat.
Wie ein drittes Auge liegt Tabriz zwischen den Ohren der Katze und schaut mich an.”

“»Wenn dir etwas Gutes widerfahren ist, zum Beispiel, je-mand, den du liebst, war schwer krank und hat überlebt, dann bedankst du dich vom Fisch bis zum Mond dafür und verteilst Gaben, das ist Nazri. Geld hat hier keinen Wert, den höchsten Wert hat hier Nahrung, wenn du die Speisen selbst zubereitest, wird dein Glücksregen umso heftiger. Es bringt aber nicht nur Glück, Nazri zu verteilen, es bringt auch Glück, Nazri zu bekommen.«
Ich schaue Roya gerührt an. Ich will ihr sagen, dass mich die alltägliche Poesie der Menschen hier umhaut, in einer Zwan-zigmillionenstadt stehen Menschen am Straßenrand und verteilen selbstgebackene Brottaler, um sich für ihr Schicksal zu bedanken.”

“Imans Stimme bricht weg, sie schluckt, »eines Tages werden sie die offenen Schulden in meinem Herzen bezahlen.« Die Heftigkeit ihrer Worte macht mich stumm. Ich möchte etwas Tröstendes sagen, aber die Buchstaben wollen nicht aus meinem Mund herauskommen, als trauten sie sich nicht über die Schwelle, als blieben sie mit ihrem ganzen Gewicht wie Felsbrocken auf meiner Zunge liegen.”

“Roya dreht sich zu mir und sieht mich durchdringend an, ich sehe mich in ihren Pupillen, mardomak-e cheshm heißt Pupille auf Persisch, Augenmenschheit, als ob sich im Auge die ganze Menschheit abbildet.”

“»Poesie ist bei uns existenziell«, sagt Iman. »Sie gehört zum Alltag. Sie durchtränkt unsere Sprache, sie ist in jedem Wort, fast jeder Ausdruck ist geprägt von Dichtern, sogar unsere Geldscheine sind geprägt von Dichtern.« Iman wedelt mit dem Tausender in der Luft. »Umso wahnsinniger, dass die Ajatollahs das Dichten verbieten, sie versuchen mit aller Macht, das Feuer in einer Holzkiste gefangen zu halten, aber an der Asche, das schwöre ich dir, werden sie eines Tages ersticken.”

“»Jede Formulierung trägt ein Bild in sich, das ein gewaltiges Gefühl ausdrückt. Mein Herz brennt, weil ihm sein heißester Wunsch nicht erfüllt wird - wir haben mindestens hundert verschiedene Arten, unseren Liebeskummer auszudrücken: delam-sucht, mein Herz ist verbrannt, delam-tang shodeh, mein Herz hat sich verengt (vor Sehnsucht, weil man jemanden vermisst), oder ghalbam-äb-schod, mein Herz ist zu Wasser geworden (vor Trauer oder vor Angst). Oder, am schönsten, ghalbe mosäfereh ashegh, Herz einer Verliebten auf Reisen (vor Zerrissenheit, vor Sehnsucht).« Iman wiegt ihren Oberkörper hin und her, als wollte sie die Verliebte auf Reisen darstellen. »Unsere Sprache ist voller Schönheit und gleichzeitig voller Brutalität«, sagt Iman.”

“»Woran liegt das, ich meine, woher kommt dieser Nasen-OP-Wahn?«
»Was bleibt dir, wenn dein ganzer Körper in einem Sack ver-schwindet? « Roya zurrt ihr Kopftuch extra fest unter ihrem Kinn zusammen, sie faltet die Kanten des Tuchs nach innen und knotet die Enden so fest, dass ihr Gesicht streng eingerahmt ist, der Kopf ein losgelöster Mond, keine Strähne, nicht mal der Haaransatz ist zu sehen, einzig ihre Nase sticht hervor, dabei hat Roya eine kleine Nase. »Was dir bleibt, ist dein Gesicht!«, sagt Roya. »Und was sticht als Erstes heraus?”

“»Komm schon«, sagt Iman, »lass die Seele nicht am Brunnen verdursten.«
Ich bleibe still.
Iman hält die Stille nicht lange aus. »Jedes Mal, wenn wir nicht sagen, was wir sagen wollen, sterben wir«, sagt sie, greift sich ihr Poshti, steht auf und steigt vom Dach.”

“Ich möchte sie von ihrem Plan abbringen, ich möchte ihr sagen, dass es zu gefährlich ist, lebensgefährlich, und gleichzeitig schäme ich mich, dass ich die meiste Zeit verdränge, wie Nikas
Realität aussieht.”

“»Du fühlst dich hilflos, du fühlst dich machtlos, du denkst, wir müssen kämpfen, und gleichzeitig weiß ich, dass du denkst, wir sollten zu Hause bleiben. Stell dir vor, du wärst hier und müsstest dich jeden Tag entscheiden, gehe ich raus, oder bleibe ich feige zu Hause, führe ich mein Leben weiter, oder versuche ich für meine Tochter, für die Tochter meiner Tochter, für alle, die nach mir kommen, ein freies Iran zu er-kämpfen.« Roya schüttelt den Kopf, als wollte sie ihre Verzweiflung abschütteln.”
47 reviews
October 30, 2025
Jina Khayyer schreibt herzerwärmend über die Liebe und Sehnsucht nach einer Heimat, die es so nicht mehr gibt. Sie nimmt uns mit auf eine Reise durch Freiheit, Unterdrückung, Selbstbestimmung und die Kraft des Zusammenhalts. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und bewundere zutiefst den Mut dieser Frauen, die trotz aller Unterdrückung für ihre Rechte und ihre Freiheit kämpfen.

Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und dafür sorgt, dass die (aktuellen) Geschehnisse nicht in Vergessenheit geraten.
Profile Image for Adriana.
28 reviews
December 15, 2025
So ein gutes und wichtiges Buch!

Zan, Zendegi, Āzādi!

Frau, Leben, Freiheit!
Profile Image for Agnieszka Hofmann.
Author 24 books56 followers
September 1, 2025
Mocna rzecz. Napisana z wielkim ogniem, nie na zimno, tu kipi od emocji, które my, Polki, doskonale znamy, kiedy uciśnione przez fanatyczny, religijny patriarchat wyszłyśmy na ulice, by bronić prawa do decydowania o swoim ciele. Tu czytamy o innym rodzaju religijnego fanatyzmu, ale o tym samym patriarchacie. Jina Khayyer ma dar zarażania tymi emocjami, trafia do czytelników i czytelniczek na tym podstawowym poziomie, na którym współ-czuje się razem z bohaterkami. Z jej prozy wyziera też coś niesamowicie sensorycznego i poetyckiego, być może to jest właśnie ta perskość, za którą tęsknią ludzie na emigracji.
Takiej namiętnej, ale nie kiczowatej prozy szukam.
688 reviews10 followers
September 16, 2025
Selten liegen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit so nah beieinander wie in "Im Herzen der Katze" von Jina Khayyer. Ich-Erzählerin Jina - wieviel Autobiografie in dem Roman steckt, bleibt unklar - sitzt vor dem Computer und verfolgt die Nachrichten aus ihrem Geburtsland Iran. Eine junge Kurdin,Jina Amini, ist von den Sicherheitskräften ins Koma geprügelt worden, nachdem sie wegen eines nicht "richtig" gebundenen Kopftuchs verhaftet worden war. Der Fall machte Schlagzeilen - auch weil Angehörige und Krankenhausmitarbeiter*innen den Mut besaßen, Bilder der sterbenden jungen Frau aus dem Iran zu verbreiten. Bilder, die die offizielle Version der Behörden über eine angeblich natürliche Todesursache als Lüge entlarvten.

Was folgte, ist Nachrichten-Geschichte: Unter dem Ruf "Jin, Jihan, Azadi!" (Frau, Leben, Freiheit) gingen tausende junge Menschen im Iran auf die Straße, vor allem Frauen und Mädchen. Sie warfen die verhassten Kopftücher weg, demonstrierten gegen das Mullah-Regime, das zwar seit Jahrzehnten jeden Dissens brutal unterdrückt, aber ganz besonders Frauen und Mädchen in ihren Entfaltungsmöglichkeiten stark einschränkte.

Jina, die Erzählerin, erinnert sich, an eine Reise vor wenigen Jahren, zu den Tanten, vor allem zu ihrer Schwester, die aus Deutschland in den Iran zurückgegangen war, dort verheiratet ist, im privaten Raum das Leben führen kann, dass ihr in der Öffentlichkeit nicht zugestanden wurde. Jinas Nichte im Teenageralter ist das zu wenig. Sie demonstriert auf den Straßen, verabredet sich über soziale Medien mit Gleichgesinnten. Die Gefahren ignoriert sie. Gegen so viele Menschen könnten auch die gefürchteten Sicherheitsdienste nichts ausrichten, sit sie überzeugt. Nach dem Motto, lieber tot als frei.

Aus ihrem eigenen Erleben hat Jina - die lesbisch ist - seinerzeit einen Eindruck bekommen, welche Folgen Unangepasstheit bekommen kann. Der damalige Reiseführer, der mit ihr und ihrer Schwester unterwegs war, entpuppte sich als queere Frau, möglicherweise auch gender-fluid. Jina wollte das Interesse, das sie entwickelte, nicht mehr verbergen, allen Warnungen ihrer Schwester zum Trotz. Die aufkommende Romanze, soviel sei verraten, hatte kein Happy End.

Und im Rückblick auf die Proteste unter dem Ruf "Jin, Jihan, Azadi" ist auch bekannt - sie wurden brutal niedergeschlagen. Verhaftungen, Folter, Hinrichtungen waren die Antwort der Mullahs und ihrer Schergen. Tod oder Freiheit? Die Menschen im Iran, die sich ein anderes Leben wünachen und nicht anpassen wollen, sind bis heute nicht frei.

Die Autorin vermischt das Private mit dem Öffentlichen, die Wärme der Familie und der Menschen, denen Jina begegnet, mit der Härte des Regimes. Das Heimweh mit dem Wunsch, ohne Lügen und Versteckspiel leben zu können. Das Ende bleibt offen - aus Deutschland soll Jina ihrer Nichte und deren Freund*innen helfen, Bilder der Proteste im Westen zu verbreiten. Welche Konsequenzen das für die Jugendlichen hat, wird nicht bekannt. Ein Buch, das beeindruckt und nachhallt.
Profile Image for Seitenmusik.
382 reviews20 followers
August 17, 2025
Jina Khayyer, in Deutschland geboren, mit iranischen Wurzeln, lebt in Paris und der Provence. Sie ist Schriftstellerin, Dichterin, Malerin und Journalistin – und legt mit "Im Herzen der Katze" nun ihr eindringliches Romandebüt vor.

Worum geht’s?
Ausgangspunkt ist der Tod von Jina Mahsa Amini im September 2022. Als die Erzählerin die Nachricht liest, ist es, als würde ihr eigener Name in die Schlagzeilen gerissen. In dieser Erschütterung öffnet sich ein Geflecht aus Erinnerung und Gegenwart: Begegnungen im Iran, Familiengeschichten, politische Proteste, Liebe, Verlust – und das immer wiederkehrende Ringen um Freiheit. Die Erzählerin spannt den Bogen von der Grünen Bewegung 2009 bis zur „Frau, Leben, Freiheit“-Revolution und verwebt intime Erlebnisse mit kollektiver Geschichte.

Meine Meinung
Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an ins Herz getroffen – und am Ende war ich einfach überwältigt. Khayyer schreibt nicht, sie lässt einen fühlen. Fühlen, wie schwer es ist, Nachrichten aus der Heimat zu lesen, die einen selbst betreffen könnten. Fühlen, wie Erinnerungen an Essen, an Sprache, an kleine Gesten ganze Welten lebendig machen. Fühlen, wie mutig Frauen im Iran sind, wenn sie für Freiheit auf die Straße gehen – trotz der Angst, trotz der Gewalt.

Ich musste mehrfach schlucken, manchmal sogar weinen. Besonders die Stellen, in denen Zärtlichkeit und Brutalität so dicht beieinanderliegen: wenn eine Mutter sagt „Mögen deine Hände nicht schmerzen“ – und wenige Seiten später das Schicksal von Frauen geschildert wird, die im Gefängnis gefoltert werden. Dieses Nebeneinander hat mich richtig zerrissen.

Was mich am meisten beeindruckt hat, war, wie Khayyer Sprache nutzt: Redewendungen wie „Vom Fisch bis zum Mond“ oder „Unsere Herzen sind eins“ tragen eine ganze Kultur in sich. Gleichzeitig ist ihre Sprache voller Bilder – Iran als Katze, mit Wüste im Herzen und Flüssen als Lebensadern – eine Metapher, die ich nie wieder vergessen werde.

Natürlich ist Im Herzen der Katze kein Wohlfühlbuch. Es ist schmerzhaft, brutal ehrlich, manchmal schwer zu ertragen. Aber genau deshalb so wichtig. Ich hatte das Gefühl, mit jeder Seite mehr zu verstehen – und gleichzeitig noch deutlicher zu spüren, wie viel wir hier in Europa oft übersehen oder vergessen.

Am Ende blieb in mir ein Gefühl aus Trauer, Bewunderung und Hoffnung. Trauer über die vielen gebrochenen Leben. Bewunderung für die unerschütterliche Kraft der Frauen. Hoffnung, dass diese Stimmen gehört werden – auch durch Bücher wie dieses.

Fazit
"Im Herzen der Katze" ist ein vielschichtiges, schmerzhaft schönes Debüt über Mut, Erinnerung und Solidarität. Ein Roman, der die Geschichten der Frauen im Iran hörbar macht und gleichzeitig universelle Fragen nach Zugehörigkeit, Körper und Freiheit stellt. Für mich ist es kein Buch, das man „einfach liest“ – es ist ein Buch, das einen begleitet, lange nachdem man die letzte Seite geschlossen hat.
102 reviews2 followers
October 30, 2025
Jina, die Ich-Erzählerin von „Im Herzen der Katze“ ist die 1985 in Deutschland geborene Tochter iranischer Eltern. Sie sitzt in Frankreich vor ihrem Laptop, als sie durch die sozialen Medien vom Tod ihrer 23jährigen Namensvetterin Jina Mahsa Amini erfährt. Die junge Frau wurde am 16. September 2022 von der iranischen Sittenpolizei in Teheran wegen eines angeblichen Verstoßes gegen die strengen Kleidervorschriften verhaftet. Schlägen und Misshandlungen ausgesetzt, fiel sie in ein Koma und verstarb wenige Tage später.
Der Tod Aminis löst Proteste und Kundgebungen für Freiheit und Selbstbestimmung im Iran aus. Jina, die Ich-Erzählerin verfolgt die Ereignisse über Instagram, besorgt um ihre Schwester Roya und deren Tochter Nika, die im Iran leben und sich den Protesten angeschlossen haben.
In Rückblenden erfahren die Lesenden/Hörenden von Jinas Reisen in den Iran. 2010 ist sie erstmalig in das Heimatland ihrer Eltern gereist, hat dort ihre Verwandten kennengelernt und eine Reise durch das Land unternommen. Sie erzählt von ihren gebildeten Tanten, die ein modernes, selbstbestimmtes Leben führten, bis das Mullah-Regime die Rechte von Frauen immer mehr einschränkte. Bei ihrer Rundreise durch das Land erfährt sie großzügige Gastfreundschaft und lernt die reiche Kultur des Iran kennen, wird aber auch Zeugin von Repression, Bespitzelungen und Bevormundung.
Jina Khayyer hat es mit ihrem Debütroman verdientermaßen auf die Longlist des Buchpreises 2025 geschafft. „Im Herzen der Katze“ ist nicht nur ein länderübergreifender Familienroman, der das Leben von 3 Generationen iranischer Frauen schildert, der Liebe zu ihrer Heimat, der Zerrissenheit und Entwurzelung der im Ausland Lebenden, der Unterdrückung der im Iran Lebenden und ihren – nicht ungefährlichen – Wegen, sich einen letzten Rest von Freiheit zu bewahren. Das Buch ist gleichzeitig eine Schilderung von Land und Leuten, von beeindruckenden Landschaften und jahrtausendealter Kultur. Neben diesen Eindrücken der Ich-Erzählerin erhalten die Lesenden/Hörenden auch einen Einblick in die politischen und historischen Ereignisse des Iran, über das Schah-Regime, die grüne Revolution bis hin zum menschenverachtenden Mullah-Regime der Gegenwart.
Auch wenn der Erzählstil von Khayyer neutral ist, ist man den Frauen sehr nahe, fühlt und leidet mit, bewundert sie für ihren Mut und ihre Stärke, ihren Kampf für Freiheit und Selbstbestimmung auch unter Lebensgefahr.
Sehr gut gefallen hat mir, dass hin und wieder persische Wendungen (inkl. Übersetzung ins Deutsche) benutzt wurden. Sie machen die Geschichte sehr authentisch und zeigen, was für eine melodiöse, bildreiche und poetische Sprache das Farsi ist. Noch deutlicher wird das in der Hörbuchversion, wunderbar vorgelesen von Pegah Ferydoni.
Insgesamt ist „Im Herzen der Katze“ ein großartiger Roman über Zugehörigkeit, Stärke, Sehnsucht und Freiheit, gleichzeitig poetisch und erschütternd aktuell. Klare Lese-/Hörempfehlung.
Profile Image for Anna.
605 reviews40 followers
October 17, 2025
Longlist Deutscher Buchpreis #7
Mein persönliches Ranking Platz 18 von 20
(English below!)

Dieser Roman hat das Herz am richtige Fleck, was es schwierig macht, seine Schwächen zu diskutieren. Es steht außer Frage, dass er ein wichtiges Thema behandelt, indem er sich auf Frauen im Iran konzentriert und ein breiteres deutsches Publikum einlädt, nicht nur die Schrecken, sondern auch die Hoffnung, die Menschen und die Schönheit dieses Landes zu entdecken, das die Form einer Katze (daher auch: Im Herzen der Katze).

Aber um ehrlich zu sein, war mir nach wenigen Seiten klar, dass es nicht mein Buch sein würde. Wir lernen Jina kennen, eine iranisch-deutsche Frau in den Vierzigern, die in Frankreich sitzt und über soziale Medien verfolgt, wie der Mord an Jina Mahsa Amini Menschen auf die Straße treibt, um für die Rechte und das Leben von Frauen zu protestieren. Es ist das erste Mal, dass sie ihren eigenen Namen, Jina, als Namen einer anderen Person sieht – sie dachte immer, dass ihre Mutter ihn bei ihrer Geburt einfach erfunden hatte. (Das ist für Einwanderereltern in Deutschland nicht ungewöhnlich, wie mein Zweitname belegt.)
Sie spricht mit ihrer Halbschwester, die mit ihrer Familie im Iran lebt, und macht sich Sorgen. Sie erinnert sich daran, wie sie vor zwei Jahrzehnten den Iran besuchte und in eine andere Bewegung hineingezogen wurde. Und wir begleiten sie auf dieser Reise.

Von Anfang an tendiert die Sprache ein bisschen zu dem, was ich "Arabischen Kitsch" nenne, blumige, emotionale Formulierungen aus Tausendundeiner Nacht für ein deutschen Publikum. Merkt man vielleicht nicht, mag ich aber nicht. Dennoch kann die Autorin schreiben. Vor allem die erste Seite hat mich in ihren Bann gezogen. Aber in ihrem Bestreben, starke weibliche Charaktere zu schaffen, präsentiert die Autorin eindimensionale Stereotypen. Das schlimmste Beispiel ist die Erzählerin selbst, die, wenn ich gemein bin, nicht so ist wie andere Mädchen. Schon als Kind ist sie eigensinnig, fordert ihre Lehrerin im Alter von fünf Jahren auf, sie bei ihrem richtigen Namen zu nennen, und kämpft für ihr dichtes Haar. Die Welt grenzt sie aus, aber sie bleibt stark.

Das ist natürlich eine attraktive Figur, und bestimmt gab es diese Situationen auch - aber in diesem Roman sagen sie uns nichts über die spezifischen Erfahrungen der Erzählerin oder das Deutschland, in dem sie lebte. Sie beweisen nur, dass sie schon immer eine feministische Powerfrau war. Das setzt sich auch in anderen Teilen der Geschichte fort: Als sie zum ersten Mal im Iran ist, scheint sie völlig unfähig, die Realitäten des Regimes zu verstehen, und ist immer kurz davor, jemanden anzufahren oder mitzuteilen, wie gemein die Regeln sind. Noch einmal: Ja, als Leser:innen finden wir das alles unmöglich und schrecklich. Aber warum ist sie mit ihren familiären Bindungen und ihrer Geschichte in der Region offenbar so ahnungslos? Da steckt eine interessante Geschichte drin, die aber maximal angedeutet wird: Eine junge Person, die immer im Ausland gelebt hat und zurückkehrt, um sich völlig verloren zu fühlen. In erster Linie ist sie am Ende wütend, weil wir über die Behandlung von Frauen in diesem Regime wütend sein sollen.

Und ich bin ja wütend, und werde es angesichts des Zustands unserer Welt wahrscheinlich auf ewig bleiben. Aber ich möchte, dass meine literarischen Figuren mehr sind als nur Galionsfiguren meiner eigenen Überzeugungen.

Es gibt auch queere Representation, die interessant eingearbeitet wird. Aber zu diesem Zeitpunkt hatte ich den Roman bereits als literarisches Werk abgeschrieben. Es ist alles gut gemeint, aber mir fehlt es an Ambition, eine gute Geschichte über komplexe Charaktere zu erzählen. Es ist natürlich kein schlechtes Buch, und ich kann mir vorstellen, dass viele Menschen es wegen seiner politischen Botschaft und vielleicht sogar wegen seiner blumigen Prosa lieben werden. Aber für mich gehört der Titel nicht auf die Shortlist.

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German Book Prize #7

This novel is all heart, which makes it difficult to discuss its shortcomings. There is no question that it tackles an important issue, focusing on women in Iran and inviting a wider German audience to discover not only the horrors, but also the hope, people and beauty of this country shaped like a cat (hence the novel's intriguing title, In the Heart of the Cat).

However, if I'm honest, it just wasn't my cup of tea. We meet Jina, an Iranian-German woman in her forties, sitting in France and using social media to follow how the murder of Jina Mahsa Amini has sent half the country onto the streets to protest for women's rights and lives. This is the first time she has seen her own name, Jina, as someone else's name — she had assumed her mother had just made it up when she was born. (Not unusual for immigrant parents in Germany.)
She talks to her half-sister, who lives in Iran with her family. She remembers how, two decades ago, she went to visit Iran and got swept up in another movement. And we follow her in this journey.

From the outset, the language veers towards kitsch with flowery, Arabian words aimed at a German audience, which I am not a fan of. Even though, the prose can be very good. Especially the first page drew me in. But in her quest to create strong female characters, the author presents one-dimensional stereotypes. While I think it's great to educate people through literature, in this case we lose any sense of who the real people might be. The worst example is the narrator herself, who describes herself as, well... if I am mean, I might say 'not like the other girls'. Even as a child, she is opinionated, telling her schoolteacher to call her by her real name at the age of five and fighting for her thick hair. The world others her, but she stays strong.

Look, I'm not saying these situations didn't happen, but in this novel, they don't tell us anything about her experience or the Germany she lived in. They only prove that she was always a feminist badass. The first time she is in Iran, she seems completely unable to understand the realities of the regime, repeatedly telling herself not to scream at people. Again: Yes, as readers, we find it all impossible and horrible. But why is she, with her familial ties and history in the region, apparently so clueless? This could have made for an interesting story: A young person who has always lived abroad returning to find themselves completely lost. But that's not what's happening here – she's angry because we're supposed to be angry about the treatment of women in this regime.

Don't get me wrong; I am angry, and with the state of our world, probably perpetually so. But I want my literary characters to be more than just figureheads.

There is also some queer representation, which I didn't dislike. But at this point, I was already giving up on the novel as a literary read. It's all well-meaning, but for me it lacks ambition to be a good story about complex characters. It's not horrible, and I can see that many people will love it for its political message and perhaps even its affirmative prose. I'm just not one of them and I'd be happy not to see it on the shortlist.
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