Basics: Das Buch EX/EO - Das Kamtschatka-Experiment von Mikael Lundt spielt in einer parallelen Realität unserer Zeit und ist nach meiner Einschätzung ein SciFi-Thriller. Wir begleiten Prof. Markinson als Protagonisten von den USA nach Kamtschatka in ein geheimes, russisches Labor, das an einer neuen, physikalischen Technologie arbeitet, die eine weltzerstörerische Gefahr darstellt. Da das Buch nur etwa 300 Seiten umfasst, ist das Pacing sehr schnell angesetzt. Der Autor fokussiert sich in der Geschichte auf eine düstere Atmosphäre, Spannung und Action und das verständliche Erläutern von physikalischen Prinzipien, die visionär in die Handlung eingebunden werden. Zielgruppe sehe ich als Interessenten an wissenschaftlichen SciFi-Thrillern, Physik-Fans und Action-Liebhabern.
Bewertung: Story - 📘📘📘📘 Der Autor führt uns zielstrebig durch eine eher klassische Hollywood-Story über den Kampf zwischen Gut und Böse. Leider war die Geschichte für mich ein wenig zu Klischeehaft gestaltet. Die “Wendung” am Ende hat mich nicht überrascht, alles war sehr vorhersehbar erzählt. Die Geschichte an sich war solide und bietet einiges an Unterhaltung. Ich wurde zwischendurch an alte 80er-Actionfilme und James Bond erinnert. Charaktere - 🧝♀️🧝♀️🧝♀️ Mit den Charakteren bin ich leider gar nicht warm geworden. Da das Buch sich auf andere Themen fokussiert, bleibt hier kein Platz für ein tieferes Verständnis der Charaktere oder deren Ausarbeitung. Der Cast ist zudem sehr groß, da das Buch an mehreren Schauplätzen spielt. Die Charaktere sind sehr stereotyp aufgebaut und oberflächlich, was natürlich auch mit der Kürze der Geschichte zusammenhängt. Ich hätte mir hier eine bessere Ausgestaltung gewünscht, damit ich mich (v.a. mit dem Hauptcharakter) etwas verbundener fühlen kann. Zudem habe ich oft die Handlungsweisen/Hintergedanken der Personen nicht verstanden und empfand die Dialoge oft als unpassend zu den dargestellten Persönlichkeiten. Worldbuilding - 🌍🌍🌍🌍🌍 Der Autor schafft es, den Leser in eine düstere, dystopische Welt zu entführen. Die Beschreibungen der Umgebung sind sehr bildhaft und malen direkt ein unverkennbares Szenario vor dem inneren Auge. Die Einöde Kamtschatkas und die bedrückende Stimmung der unterirdischen Basis erzeugen sofort die perfekte Atmosphäre für die Geschichte. Lohnenswert zu erwähnen: Der Autor hat sich ausgiebig mit den aktuell bestehenden physikalischen Theorien von Raum/Zeit und Schwarzen Löchern beschäftigt. Diese Prinzipien werden dem Leser anschaulich beschrieben und auch für Nicht-Physiker verständlich dargestellt. Schreibstil - 🎨🎨🎨🎨 Die Beschreibungen der Umgebung und die Handlung ist schön umgesetzt und teilweise sehr malerisch. Die Dialoge haben mich nicht überzeugt, hier sehe ich Verbesserungspotential. Die Actionszenen sind im Gegensatz dazu sehr gut umgesetzt und erzeugen eine hervorragende Spannung. Logik - 💡💡💡 Leider habe ich mich dauernd gefragt, warum die Dinge passieren, wie sie passieren und warum die Charaktere handeln wie sie handeln. Insbesondere das Ende des Buches konnte mich nicht überzeugen. Ich empfand es als sehr unrealistisch. Über Kleinigkeiten sehe ich gerne hinweg, aber die Auflösung der Geschichte war für mich einfach nur unlogisch... Action - 🗡🗡🗡🗡🗡 Schusswechsel, Hubschrauberabstürze, Explosionen. Der Roman bietet einiges an spannend umgesetzten Actionszenen. (Romance - 🩷) (Die Romanze war natürlich nebensächlich und unwichtig in dem Szenario, allerdings wirkte die vorhanden Romanze leider unglaubwürdig. Die hätte man sich sparen können. Die Romanze fließt nicht in die Bewertung mit ein.) Ähnliche Titel - 📚 Der Schwarm - Frank Schätzing, Blackout - Marc Elsberg
Fazit: 3,5/5 Insgesamt muss ich gestehen, dass EX/EO nichts für mich war. Normalerweise lese ich auch gerne mal einen schönen SciFi-Thriller, allerdings habe ich einen anderen geschmacklichen Fokus bei diesen Büchern. Mich persönlich haben die (für mich relevanten) Logikfehler und die oberflächlichen Charaktere extrem gestört. Ich brauche eine Verbindung zum Hauptcharakter und eine gute Ausarbeitung der Dialoge, sonst entsteht für mich ein zu großer Bruch im Lesefluss. Leseempfehlung besteht für die o.g. Zielgruppe, ansonsten würde ich keine allgemeine Leseempfehlung geben.
Der immerwährende Kampf zwischen den Großmächten USA und Russland. Wer kommt schneller mit der Forschung an einer neuartigen Energie voran? Ist der Nutzen wirklich nur für die Menschheit als Energiequelle oder sollen die Ergebnisse in eine Waffe umgewandelt werden.
Forscher wollen Gutes und bei den Regierungsoberhäuptern ist Macht wichtiger, Drohungen und Überheblichkeiten. Mittendrin im Geschehen ist die Entführung einer Forscherin, die Angst vorm Krieg und die zur Rettung der Welt ausgesandte Eliteeinheit.
Das Buch liest sich leicht und flüssig. Die verschiedenen Personen und Ort werden gut beschrieben, man ist mitten im Geschehen. Der Spannungsbogen baut sich kontinuierlich auf, das Ende ist überraschend.
Fazit: Leseempfehlung für alle, welche Politthriller lieben.