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Mutter-Tochter-Geschichten #3

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel (Mutter-Tochter-Geschichten, #3)

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Was, wenn dein Leben eine Leinwand wäre? Und die Schichten von Farbe Schmerz und Glück?

Güstrow, Mai 1945: Die 14-jährige Marlen liegt zusammengekauert in der Schublade einer Bauernkommode in einem verlassenen Forsthaus. Als sie sich endlich befreit, entdeckt sie dort eine alte, etwas unscheinbare Leinwand. Wilma, die Marlen geholfen hat sich rechtzeitig vor den russischen Soldaten zu verstecken, nimmt die junge Waise bei sich auf. Denn Wilma hat ein Geheimnis, das sie zu zerstören droht. 

Auf zwei Zeitebenen wird die bewegende Geschichte zweier Frauen erzählt, deren Leben durch eine unscheinbar wirkende Leinwand für immer verbunden ist. 

Berlin, 2023: Hannah Borowski ist 34 Jahre alt und alles wäre gut, wenn nicht ihre beste Freundin Rubi plötzlich ausziehen würde. Und wenn nicht plötzlich Hannahs Vater wieder aufgetaucht wäre. Und was wurde aus der wertvollen Leinwand, die einst Hannahs Großmutter gehörte und die sich wie ein roter Faden durch ihr bisheriges Leben zieht?

Emotional, warmherzig, tiefgrü Alena Schröder spürt in ihrem Roman der Frage nach, was wir unseren Eltern schulden und welches Erbe sie uns mitgeben.

»Es hat mich mit Macht hineingezogen in eine Mutter-Tochter-Frauen-und-Familien-Geschichte, aus der man nach 318 Seiten mit dem verträumten Gefühl wieder zu sich kommt, man habe eine Zeitreise gemacht.« Christine Westermann, Der Stern (über Alena Schröders SPIEGEL-Bestseller ›Bei euch ist es immer so unheimlich still‹)

Von Alena Schröder sind außerdem erschienen  
›Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid‹
›Bei euch ist es immer so unheimlich still‹

325 pages, Kindle Edition

Published January 19, 2026

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About the author

Alena Schröder

9 books62 followers
also writes under the pen name of Benni-Mama

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Community Reviews

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194 (44%)
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2 stars
10 (2%)
1 star
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Displaying 1 - 30 of 85 reviews
Profile Image for Till Raether.
431 reviews229 followers
October 25, 2025
Der perfekte Abschluss für Alenas Trilogie, mit Belohnungen bis tief in den Epilog.

[Disclaimer: habe die Druckfahnen gelesen weil ich mit der Autorin befreundet bin]
Profile Image for Nadine Schrott.
709 reviews74 followers
March 15, 2026
Je länger ich die Lektüre dieses dritten Bandes resümiere, desto weniger kann mich dieser Roman überzeugen.....obwohl ich mir wirklich Mühe gegeben habe, das Buch hervorragend zu finden...😟😉...!

Die Geschichte ist an sich tief angelegt und die Charaktere wie bei Autorin Schröder üblich durchaus vielfältig.....

Trotzdem konnte mich vor allem der stereotype, beliebige Schreibstil und das flache und viel zu schnell abgehandelte Ende so garnicht abholen....

Wirklich schade!

Für mich ein klarer Fall von: kann man lesen....muss man aber nicht...!

sorry!
Profile Image for Murmi.
23 reviews2 followers
April 17, 2026
ich kann gar nicht sagen wie sehr ich Alena Schröders Bücher liebe! Ich bin jedes mal so drin in der Geschichte und könnte die Leben der Protagonist:innen noch jahrelang verfolgen.
Profile Image for Jenny-007.
72 reviews5 followers
January 25, 2026
Wenn es nach mir gehen würde, könnte Alena Schröder noch 100 Bücher über Hannahs Familiengeschichte schreiben und ich würde jedes verschlingen.

Alena Schröder schreibt diese verwobene, vielschichtige Familiengeschichte so gefühlvoll und gleichzeitig ganz ruhig und schnörkellos wie es niemand anders könnte. Alle Charaktere wissen um ihre Stärken und ermächtigen sich ihrer Schwächen - ihnen dabei zusehen, macht den Charme ihrer Geschichten für mich wirklich aus. Ich fühle mich beim Lesen von Alena Schröders Texten stets wie eingemummelt in eine warme Decke, weil sie es ganz simpel und leicht schafft, diese Atmosphäre entstehen zu lassen. Nicht, dass die Hintergründe dieser Jahrhundertstory seicht wären, das sind sie keinesfalls, aber der Schreibstil bleibt in seiner Struktur leicht und bodenständig, gleichzeitig werden Gefühle so klar und pointiert dargestellt, es ist einfach eine ganz besondere Kunst!

Ich muss nur ehrlich sagen, dass es mich regelrecht aggressiv gemacht hat, zu lesen, was mit dem Ausgangsbild passiert ist. Also, ich verstehe, was für einen Zweck es für Marlen erfüllt, aber ich fühl diese Auflösung gar nicht 😄
Profile Image for Rosa.
692 reviews44 followers
March 27, 2026
Wirklich schönes Buch. War sehr gefesselt und habe mit allen Charakteren mitgefühlt. Das Hörbuch war wirklich toll gelesen.
Profile Image for Geli.
257 reviews12 followers
January 15, 2026
Ich mochte die Vorgängerbände "Junge Frau, am Fenster stehen, Abendlicht, blaues Kleid", in dem die Geschichte von Evelyn Borowski erzählt wird, und den Nachfolger "Bei euch ist es immer so unheimlich still", in der wir Evelyns Tochter Silvia näher kennenlernen, sehr gerne.


Nun also Hannah, Evelyns Enkeltochter, die schon in den Vorgängerbänden erwähnt wurde.


Hannah ist 34 Jahre alt, allein auf der Welt, denn Mutter und Großmutter sind bereits verstorben. Nun zieht auch noch ihre Freundin Rubi aus der WG aus, die die beiden in Berlin in der ererbten Wohnung führten, stattdessen belegt der Neffe einer Kollegin von Hannah nicht nur Rubis Zimmer, sondern auch Wohnzimmer, Kühlschrank und Küchentisch. Als dann auch noch Hannahs Vater auftaucht, der sich jahrzehntelang nicht um Hannah gekümmert hat, ist das Gefühlschaos perfekt.


In einer zweiten Zeitebene erfahren wir, was mit dem Bild, dass im ersten Band der Reihe eine große Rolle gespielt hat, passiert ist und wir lernen die vierzehnjährige Marlen kennen. In den letzten Kriegstagen in Güstrow auf der Flucht, nachdem ihre Mutter und ihr Bruder in den Fluß gegangen sind, zeigt sich ihr Überlebenswille. Sie wird von der Malerin Wilma aufgenommen und lebt mit ihr und der Haushälterin Burgel zurückgezogen außerhalb der Stadt.


Mich hat die Geschichte sofort wieder in den Bann gezogen. Ich mag Alena Schröders Schreibstil und ihre Art, Lebensschicksale miteinander zu verweben. Sowohl die Gegenwart, in der Hannah, die eigentlich ganz zufrieden mit ihrem Leben war, nun durch das Auftauchen ihres Vaters und einer neuen Familie durchgerüttelt wird, aber auch die Vergangenheit mit Marlen, die sich von ihrer Retterin Wilma lösen und selbst malen möchte und beinahe sogar in den Westen geflüchtet wäre, konnten mich fesseln.


Umrahmt von Prolog, in dem 1989 Evelyn als Ärztin in dem Durchgangslager Marienfelde arbeitet und Marlen kennenlernt, die den Weg in den Westen gefunden hat und dem Epilog, als Evelyn und Marlen erneut aufeinander treffen, war das für mich wieder ein runder Familienroman, die anschaulich die Lebensgeschichten der Frauen beschrieben werden.
Profile Image for fyrtorn .
111 reviews1 follower
March 1, 2026
Das Buch lässt sich wirklich gut weglesen, aber viel hängen bleiben wird davon nicht. Die beiden Zeitebenen, in denen der Roman spielt, haben quasi nichts miteinander zu tun. Der vermeintliche Zusammenhang, der am Ende aufgelöst wird, wirkt konstruiert und ist nicht der Rede wert. Genauso wie viele Charaktere in der Gegenwartsgeschichte, die teilweise vor Klischees strotzen und nur sehr oberflächlich gezeichnet werden. Auch der Plot wirkte auf mich unausgegoren, beliebig. Der Autorin ist es auch nicht gelungen, dass ich mit den beiden Hauptcharakteren Hannah und Marlen so richtig warm wurde und mitfühlen konnte. Es bleibt so vieles an der Oberfläche, wird zu schnell abgehandelt, wirkt einfach so runter erzählt. Auch sprachlich keine Wow-Passagen. Schade, weil ich die beiden Vorgänger Bücher wirklich gerne gelesen habe.
Profile Image for Kirsten.
3,372 reviews11 followers
March 17, 2026
Hannah hat das Gefühl, dass ihr Leben stillsteht, während sich das aller anderen um sie herum weiterbewegt. Ihre beste Freundin Rubi ist schwanger, zieht aus und lässt Hannah zurück. Ihr Zimmer wird vom Neffen einer Kollegin von Hannah bezogen, der zwar die Leere in der Wohnung füllt, sonst Hannah hauptsächlich auf die Nerven geht. Auch im Onlinedating ist sie nicht erfolgreich.

Dann gibt es eine überraschende Wendung: ihr Vater meldet sich nach Jahren der Funkstelle wieder bei ihr und will den Kontakt wieder aufnehmen. Aber Hannah ist misstrauisch, denn ihre Mutter und auch die Großmutter haben immer gesagt, dass er nichts mit seiner Tochter zu tun haben wollte.

In einer früheren Zeitebene wird die Geschichte von Marlen erzählt, die von der Malerin Wilma vor russischen Soldaten in einer Schublade versteckt wurde und dort ein Gemälde gefunden hat, das ihr Leben für immer veränderte. Nach dem Krieg bleibt ihr Leben ähnlich stehen wie das von Hannah: während Wilma als Malerin immer Erfolge feiert, bleibt sie immer nur ihre Assistentin, ohne die Möglichkeit, ihr eigenes Leben zu leben.

Für mich hätte jede der beiden Frauen einen eigenen Roman verdient. Ihre Geschichten laufen parallel und haben nur wenig Berührungspunkte. Gleichzeitig haben sie ähnliche Träume und auch Zweifel, aber auch unterschiedliche Voraussetzungen, um sie zu verwirklichen.
Profile Image for Jenny C.
14 reviews
April 12, 2026
Ich habe die zwei vorangegangenen Bücher nicht gelesen, man kann sicher die Geschichte unabhängig von den beiden anderen Büchern lesen, wenn man sich nicht zu sehr auf die Findung des Gemäldes konzentriert ;-) Aber das ist auch gar nicht so wichtig, finde ich, der Fokus liegt auf den beiden Frauen, Marlen (Güstrow, 1945) und Hannah mit zwei H (Berlin, 2023) die Geschichten haben scheinbar nichts miteinader zu tun und dennoch doch auch irgendwie, das wird natürlch im Laufe des Buches klar. Ich fand beide Geschichten unanbhängig von einander spannend, wann wollte wissen wie es weitergeht. Ich habe das Buch in 2 Tagen, oder eher Nächten verschlungen. Toll fand ich , das beide Charaktere, vor allem Hannah nicht perfekt snd, sehr authentisch, ich erkenn mich wieder mit den Launen, der Unzufriedenheit, mal das ganze Elend der Welt auf einen liegend, dann aber auch glücklich, weil doch nicht allein auf dieser welt und mit den richtigen Menschen umgeben. Sehr spannend und so nachvollziehbar. Interessant auch die Geschichte Marlen, vor allem auch aus geschichtliche Sicht, Aufbau der DDR, Lebenssituation da..das Buch hat zwei Sachen bewirkt oder drei: man will zwingend mal nach Güstrow den Dom und die Stadt besichtigen, man will die beiden anderen Bücher auch noch lesen und man geht doch mit einen guten Gefühl aus dem Buch, kein schleimiges happy-family-ending, sondern ein Ende mit dem man gut Leben kann, weil menschlich nachvollziehbar. Ah und ich liebe den Charakter Justus, schöne WG-Gespräche ;-) und ja, er hätte mich auch in den Wahnsinn getrieben.
Profile Image for Inge H..
504 reviews9 followers
January 19, 2026
Es geht weiter

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel, ist der dritte Roman, den ich von der Schriftstellerin Alena Schröder gelesen habe.
Der Titel bezieht sich wohl auf das verschwundene Bild.
Hannah, Silvia und Evelin spielen in allen drei Romanen mit.
Die Autorin versteht es gut, die verschiedenen Emotionen und Ansichten der Personen zu schildern.
Es gibt zwei Zeitebenen.
In diesem Roman kommen neue Personen dazu, mit dene er auch 1945 in Güstrow beginnt.
Die vierzehnjährig Marlen muss dich in einer Schublade vor den Russen verstecken. Da findet sie ein Portrait, das sie mitnimmt.
Sie hatte in dem Forsthaus Wilma getroffen. Die nimmt sie mit zu sich nach Hause. Wilma ist Malerin und nimmt sich der Waise an.
Die Autorin lässt Marlen und die Ärztin Evelin sich 1990 treffen.
In der zweiten Ebene geht es 2023 in Berlin mit Hannah weiter.
Die beiden Zeiten wechseln öfter. Das ist ganz gut.
Der Schreibstil der Autorin ist gut lesbar und ich denke es gibt noch mindestens ein Buch, auf das ich dann warte.


65 reviews
February 7, 2026
In Alena Schröder‘s Bücher taucht man mit der ersten Seite ein und taucht erst wieder mit der letzten Seite auf.

Es geht um Hannah Borowski, 34 Jahre alt, im Jahr 2003 in Berlin. Eigentlich ist alles gut, bis ihre beste Freundin Rubi aus der gemeinsamen WG auszieht und auf einmal ihr Vater auftaucht, zu dem sie nie Kontakt hatte.

Und es geht um die Geschichte von Marlen Engels, die als Waisenkind, vor der Russen geflüchtet, 1945 von Wilma aufgenommen wird und in Güstrow ihre neue Heimat findet. Wilma ist eine erfolgreiche Malerin, durch die Marlen ihre eigene Liebe zur Malerei entdeckt.

Zwei Erzählstränge, zwei Familien- und zwei Frauengeschichten, verbunden durch die Geschichte von Hannah‘s Großmutter.

Ein ganz toller Roman, der Dritte aus der Reihe und definitiv ein Lese-Highlight in 2026!
Profile Image for Sabine H.
122 reviews3 followers
April 18, 2026
Großes Lesevergnügen. Alena Schröder schreibt zuverlässig bestechende Figuren - nicht notwendigerweise sympathisch, aber so, dass man mehr über sie erfahren und sie beim Durchwursteln durchs Leben begleiten will. Die beiden Malerinnen und ihre Kunst sind großartig, aber das im Titel beschriebene Bild dann doch letztlich unverzeihlich.

Ein wenig ist das die alltagstauglichere Version von Erpenbecks Heimsuchung.

(Die Vermarktung als Mutter-Tochter-Geschichten finde ich übrigens blöd.)
11 reviews
April 25, 2026
Band 3, die anderen habe ich nicht gelesen. Das Buch hat zwei Handlungsstränge, einen in der Gegenwart und einen ab Ende 2. Weltkrieg. Ich mag es gerne, wenn es da Verflechtungen gibt, durch die der Spannungsbogen größer wird. Die beiden Handlungen haben sich jedoch nur im Prolog und im Epilog verbunden, das hat mir so nichts gegeben. Trotzdem schöne leichte Lektüre.
Profile Image for Michael Madel.
591 reviews13 followers
February 2, 2026
Kongeniale, unterhaltsame und berührende Fortsetzung des Familienromans, der mit "Junge Frau am Fenster stehend..." seinen Anfang nahm, ohne aber die emotionale Wucht und Ernsthaftigkeit des Erstlingswerks zu erreichen. Aber das ist ein Klage auf hohem Niveau.
Profile Image for Labyrinth.
361 reviews7 followers
April 27, 2026
Mir hat die Geschichte und der Schreibstil gut gefallen. Für 5 Sterne hätte die Verbindung zwischen den beiden Zeitebenen allerdings stabiler sein müssen. Dies war etwas enttäuschend.
Profile Image for Katha Lo.
6 reviews
March 11, 2026
etwas enttäuscht, fand die beiden Vorgängertitel wesentlich besser. Die Story hat mich nicht so mitgenommen. Hätte auch ein Solo Buch und nicht das 3. Buch einer Reihe sein können. Trotzdem 3 Sterne da ich Alena so mag.
Profile Image for Julia (wortknistern).
337 reviews187 followers
March 15, 2026
Das ist er, der Roman auf den ich mich 2026 am meisten gefreut habe! Seit ich “Junge Frau am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid” gelesen habe, bin ich ganz großer Alena Schröder Fan. Denn was Alena Schröder wirklich toll kann, sind Familiengeschichten auf mehreren Zeitebenen, die genau das richtige Level Tiefgang haben. Nicht oberflächlich, aber auch nicht anstrengend, genau so, dass man sie auf dem Sofa oder im Urlaub runter lesen kann und nicht mehr aus der Hand legen mag.

Jetzt also Band 3 der “Mütter-Töchter-Trilogie”, die man allerdings theoretisch auch alle einzeln lesen kann - die große emotionale Wirkung entfacht er aber, glaube ich, wenn man zumindest “Junge Frau…” zuvor gelesen hat.

Und ich glaube fast, das war sogar mein liebster Roman von ihr! Ich habe beide Perspektiven so gern gelesen: Marlen, Güstrow im Jahr 1945, die Malerei lernt und dabei - privat wie politisch - zwischen Pflichterfüllung und Selbstverwirklichung schwankt. Und Hannah, Berlin im Jahr 2023, die wir schon aus “Junge Frau” kennen und die hier nochmal erwachsener (und damit für mich nochmal runder) geworden ist), deren Vater bei ihr die Frage nach Familiengeheimnissen und dem Stellenwert von (Wahl-)Familie auslöst. Die Verbindung zwischen beiden ist relativ schnell klar - aber das tut der Spannung keinen Abbruch, denn ich habe trotzdem mit beiden mitgefiebert.

Darf zum Ende natürlich nichts sagen, um nichts zu spoilern, aber ich hatte beim Ende so einen Gesichtsausdruck: 🥹

Ganz große Empfehlung für alle drei Romane von Alena Schröder! ✨
Profile Image for Azyria Sun.
664 reviews4 followers
January 22, 2026
Ein Bild, viele Leben

Worum geht’s?
Güstrow 1945: Marlen ist 14 Jahre, als die Russen den kleinen Ort einnehmen. Wilma rettet und adoptiert das Mädchen, das bald mehr als ihre rechte Hand wird.
Berlin 2023: Hannahs beste Freundin Rubi zieht aus und hinterlässt eine spürbare Lücke. Und dann steht plötzlich Hannahs Vater vor ihr. Ein Mann, den sie nie kennengelernt hat. Die Frage, die bleibt: Geht es ihm wirklich um sie – oder nur um sich selbst?

Meine Meinung:
Mit „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ kehren wir zurück zu dem Bild der Frau im blauen Kleid am Fenster. Auch diesmal nimmt uns Alena Schröder mit auf eine leise, eindringliche Reise durch das Leben von Frauen, Müttern und Töchtern. Die Erzählung springt zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen den Jahren 1945 bis in die 1960er und dem heutigen Berlin. Der vertraute Schreibstil hat mich sofort wieder abgeholt – ruhig, klar, emotional, ohne je laut zu werden.

Besonders nah war mir Hannah, die wir in der Gegenwart begleiten. Sie ist eine Figur, die man sofort versteht. Ihre Unsicherheiten, ihre Wut, ihre Sehnsucht nach Klarheit. Ich hätte ihr problemlos noch viele weitere Seiten gewidmet, auch über das Ende hinaus. In der Vergangenheit begleiten wir Marlen und Wilma, später auch Burgel – eine eigenwillige, etwas seltsame Figur, die mir gerade deshalb im Gedächtnis geblieben ist.

Beide Zeitebenen haben für mich funktioniert. In der Gegenwart überzeugt vor allem die Begegnung mit dem unbekannten Vater. Die Gefühle, die Hannah dabei durchlebt, sind fein beobachtet und absolut glaubwürdig. Man spürt ihr inneres Chaos, ihre Hoffnung und ihr Misstrauen gleichzeitig. In der Vergangenheit hätte ich mir stellenweise noch mehr Tiefe für Marlen gewünscht. Ihr Leben, ihre Entscheidungen und ihre Bindungen – vor allem zu Wilma, Burgel und Theo – tragen viel Stoff in sich, der gerne noch etwas mehr Raum hätte bekommen dürfen.

Besonders stark fand ich die Einblicke ins ostdeutsche Nachkriegsleben. Dieser Blick auf die Jahre nach 1945 ist selten in Romanen und war für mich einer der spannendsten Aspekte des Buches. Etwas irritiert hat mich hingegen, dass sich Vergangenheit und Gegenwart kaum berühren. Abgesehen von der kurzen Begegnung zwischen Evelyn und Marlen bleiben die beiden Ebenen weitgehend nebeneinander stehen. Auch Hannahs Suche nach dem Bild in Güstrow war eher verwirrend, da es m.E. gar keine Verbindung zwischen ihr und dem Bild gibt, obwohl dieses Bild eigentlich die stärkste Brücke zu den vorherigen Bänden der Reihe darstellt.

Und trotzdem: Dieses Buch hat mich wieder vollkommen in seinen Bann gezogen. Die Art, wie Alena Schröder Beziehungen, innere Konflikte und die feinen Verbindungen zwischen Menschen beschreibt, ist schlicht beeindruckend. Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen und hätte mir am Ende nichts sehnlicher gewünscht, als noch ein paar Kapitel mehr – vor allem mit Hannah und Malik.
Fazit:
„Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ von Alena Schröder erzählt erneut eindringlich von Frauen, Müttern und Töchtern und wechselt zwischen der ostdeutschen Nachkriegszeit und der Gegenwart. Besonders die Gegenwartsebene mit Hannah hat mich überzeugt – ihre Gefühle rund um den plötzlich auftauchenden Vater sind authentisch und nachvollziehbar beschrieben. Auch die Vergangenheit mit Marlen, Wilma und Burgel ist atmosphärisch und spannend, hätte stellenweise aber noch mehr Tiefe vertragen dürfen. Die Verbindung zwischen den Zeitebenen bleibt eher lose, dennoch fesselt der Roman durch seine Figuren und den ruhigen, einnehmenden Schreibstil bis zur letzten Seite.

4 Sterne von mir.
Profile Image for Franzi.
195 reviews1 follower
Review of advance copy
December 31, 2025
Es scheint offenbar im Trend zu liegen, eine gut erzählte Geschichte aus allen möglichen Perspektiven zu ergänzen. Und ich merke nach diesem Buch, dass ich kein Fan davon werde.
Hannah Borowski kennt man als Leser schon aus Schröders Buch "Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid". Jetzt meldet sich überraschend Hannahs Vaters Martin bei ihr. Dieser war all die Jahre abwesend in ihrem Leben. Verständlicherweise ist Hannah skeptisch gegenüber dieser Kontaktaufnahme und dem Eingliederungsversuch in Martins Familie.
Parallel dazu wird die Geschichte von Marlen erzählt. Diese entkommt als junges Mädchen dem Demminer Massenselbstmord und findet im Haus von Wilma Engels eine neue Familie. Wilma ist Künstlerin, ihr Mann Jon Engels ein bekannter Maler in Güstrow, von dem es nach dem 2. Weltkrieg zunächst keine Information über seinen Verbleibt gibt. Zusammen mit Jons altem Kindermädchen Burgel meistern die drei Frauen nicht nur die Nachkriegsjahre, sondern richten sich in der aufstrebenden DDR ein Leben ein. Doch mit den Jahren wird das von Wilma auferlegte Leben für Marlen zu einengend, sie möchte ein eigenständigeres und selbstbestimmteres Leben führen. Aus Pflichtgefühl stellt sie aber ihre Wünsche und Sehnsüchte hinten an.

Die Geschichte hat den für Alena Schröder typischen, schönen Stil. Sehr klar erzählt, ohne überlangen Sätze, gefühlvoll erzählt. Die Gefühle ihrer Figuren beschreibt sie sehr nachvollziehbar, die positiven wie die negativen.
Ich finde den historischen Part gelungener als den Gegenwartspart. Die Handlung dort ist in sich stimmiger, der Bezug zum Titel toll beschrieben.
Die Gegenwart bleibt da für mich leider deutlich zurück. Da ist mir die Handlung zu dünn. Wo auch immer die Idee herkam, jetzt auch noch dem bisher anonymen Vater eine Geschichte zu widmen - in dieser Form wäre es aus meiner Sicht nicht notwendig gewesen. Zumal diese "neue" Familie nur so vor Klischees strotzt. Der erfolgreiche Martin mit der absoluten Vorzeigefamilie. Schon bei den ersten Sätzen der Familienbeschreibung musste ich mit den Augen rollen. Auch Hannahs WG-Mitbewohner Justus ist ein wandelndes Berlin Kreuzberg Klischee. Er sollte vermutlich als witziger Gegenpart konstruiert sein, bei mir kam der Humor leider nicht an, obwohl her absichtlich überzogen dargestellt wird.
Die Berührungspunkte dieser beiden Handlungsstränge sind leider oblatendünn. An der Stelle war ich wirklich überrascht, denn ich konnte mir bis zum Schluss nicht recht vorstellen, wie beide miteinander zusammenhängen sollen. Die Auflösung bezieht sich dann wieder auf den Titel (den ich im Übrigen unheimlich schön finde!), hat mich aber auch etwas enttäuscht zurückgelassen.

Gelungen finde ich dagegen die Darstellung der recht orientierungslosen Hannah, die gar nicht so richtig weiß, was sie jetzt glauben, denken oder fühlen soll. Die mit der ganzen Situation überfordert ist. Die erst über Umwege zu einer persönlichen Erkenntnis, mit der sie eine für sich finale Entscheidung trifft, findet. Man wünscht ihr automatisch ganz viel inneren Frieden.

Man muss die anderen Bücher nicht gelesen haben, die Geschichte funktioniert grundsätzlich auch alleine. Was aus meiner Sicht auch eine Stärke der Autorin ist. Das Buch lässt sich angenehm lesen. Aber ich wünsche mir von der Autorin so langsam eine ganz neue Geschichte, die nichts mit den Borowskis und ihrer Familiengeschichte zu tun hat. Denn die ist aus meiner Sicht jetzt endgültig auserzählt.
1,514 reviews8 followers
January 19, 2026
Eine Familiengeschichte authentisch und tiefgründig erzählt

Klappentext:
Güstrow, Mai 1945: Die 14-jährige Marlen liegt zusammengekauert in der Schublade einer Bauernkommode in einem verlassenen Forsthaus. Als sie sich endlich befreit, entdeckt sie dort eine alte, etwas unscheinbare Leinwand. Wilma, die Marlen geholfen hat sich rechtzeitig vor den russischen Soldaten zu verstecken, nimmt die junge Waise bei sich auf. Denn Wilma hat ein Geheimnis, das sie zu zerstören droht.
Berlin, 2023: Hannah Borowski ist 34 Jahre alt und alles wäre gut, wenn nicht ihre beste Freundin Rubi plötzlich ausziehen würde. Und wenn nicht plötzlich Hannahs Vater wieder aufgetaucht wäre. Und was wurde aus der wertvollen Leinwand, die einst Hannahs Großmutter gehörte und die sich wie ein roter Faden durch ihr bisheriges Leben zieht?

„Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ Alena Schröder, ist der 3. Roman, der sich mehr oder weniger mit der Familie Borowski beschäftigt.
Im 1. Band „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ hat man Hannah und ihre Großmutter Evelyn kennengelernt. Hier bekommt Evelyn einen Brief aus Israel, in dem sie als Erbin eines im Krieg geraubten Gemäldes genannt wird. Hannah macht sich daran, Nachforschungen anzustellen.
Im 2. Band „Bei euch ist es immer so unheimlich still“ lernt man Silvia, die Tochter von Evelyn kennen, die im 1. Und 3. Band schon verstorben ist. Hier wird das Leben von Dr. Evelyn Borowski erzählt und von Silvia, die sich immer ungeliebt fühlte.
Im 3. Band „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ ist nun auch Evelyn verstorben und Hannah bekommt plötzlich Besuch von ihrem Vater, den sie nicht kennt. Des Weiteren geht es zurück in die Vergangenheit und es wird die Geschichte von Marlene erzählt, die als 14-järiges Mädchen von einer Malerin adoptiert wird.

Auch dieses Buch hat wieder einen außergewöhnlichen Titel, ich musste das Buch einfach wieder in die Hand nehmen. Dazu kommt nach, dass mir die beiden anderen Bände von Alena Schröder sehr gut gefallen haben.

Es ist wieder eine Familiengeschichte, eigentlich sind es zwei Familiengeschichten, die in zwei Handlungssträngen erzählt werden. Ich weiß nicht welcher Handlungsstrang mir besser gefallen hat. In der Gegenwart habe ich mich gefreut mehr über Hannah zu erfahren und mitzuerleben, wie sie damit umgeht, plötzlich ihrem Vater gegenüberzustehen.
In der Vergangenheit hat mich die Geschichte von Marlen gefesselt. Wie sie auf Wilma trifft die sie adoptiert hat und im Malen ausgebildet hat.

Alena Schröder hat mit dieser Geschichte eine sehr schöne Fortsetzung ihrer Romanreihe veröffentlicht. Eigentlich steht jeder Roman für sich und kann auch unabhängig gelesen werden. Ich habe es aber genossen, die drei Roman nacheinander zu lesen.

Die Protagonisten sind gut in Szene gesetzt, wirkten sehr lebendig und waren mir auch schnell sympathisch.
Der Schreibstil von Alena Schröder ist unkompliziert und flüssig.
Die Sprache ist vielschichtig, je nach Charakter, Situation und Zeit wandelt sie sich von flippig bis situiert.
„Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel““ ist wieder ein ganz besonderer Roman von Alena Schröder. Eine Familiengeschichte so authentisch, tiefgründig und unterhaltsam erzählt.
On man in einem weiteren Roman noch einmal auf Hannah trifft? Ich lasse mich überraschen.
Profile Image for Gisela.
367 reviews15 followers
January 30, 2026
Eine würdige Fortsetzung, die Lust auf mehr macht. 


1945-1961 Güstrow

Wir erleben die Flucht von Marlen, die sich aus einer Familientragödie retten konnte, und anschließend Zuflucht in einem verlassenen Forsthaus findet. Wilma versteckt das 14-jährige Mädchen in der Schublade einer Bauernkommode vor den Russen. Im Anschluss nimmt die hagere Frau Marlen zu sich nach Hause in ihr Waldhaus. Sie adoptiert das Mädchen und weist sie in die Kunst der Malerei ein. Marlen zeigt viel Talent und hat ein Geheimnis. Damals, in der Schublade im Forsthaus, hat sie versehentlich ein kleines Bild beschädigt, das sie wieder reparieren möchte. Eine junge Frau, am Fenster stehend ...

2023 Berlin

In der Gegenwart erlebt Hannah einen großen Abschiedsschmerz, da ihre beste Freundin Rubi aus der gemeinsamen Wohnung in Berlin auszieht. Rubi erwartet von ihrem Freund Max ein Kind.

Zu ihrer größten Verwunderung meldet sich ihr leiblicher Vater, nachdem er jahrelang den Kontakt zu ihr gemieden hatte.

Alena Schröder bringt die Gefühle der Figuren wunderbar zum Ausdruck; ohne große Gefühlsduselei. Der coole Humor täuscht nicht über die innere Zerrissenheit von Hannah hinweg. Sei es die Unsicherheit gegenüber ihrem Vater oder das Verlassenheitsgefühl, nachdem ihre Freundin ausgezogen war.

Besonders Marlen geht einem ziemlich nahe. Sie trifft im Laufe der Geschichte eine Entscheidung, für die ich ihr sehr großen Respekt zolle. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich gehandelt hätte. Das Leben im Waldhaus war nicht immer leicht für Marlen, da sie nie ein selbstbestimmtes Leben führen konnte. Die alte, schrullige Burgel führte den Haushalt, und Marlen erstellte, nach genauen Anweisungen von der erblindenden Wilma, Bilder. Im Großen und Ganzen verlief das Leben der drei Frauen harmonisch. Nachdem Wilmas Mann aus der russischen Kriegsgefangenschaft zurückkehrte, hing der Haussegen schief.

Die Geschichte wirft viele Fragen auf, die nicht so einfach zu beantworten sind. Wie weit man sich der Familie verpflichtet fühlen muss oder ob man ein selbstbestimmtes Leben führen kann, ohne Rücksicht auf die Angehörigen. Selbst dann, wenn es sich um keine Blutsverwandten handelt.

Der Schreibstil enthält unverkennbar Frau Schröders Handschrift und hat mich wieder mal an die Seiten gefesselt. Alle Figuren sind gut gezeichnet und haben Erkennungswert. Hannahs Gedanken kommen sehr humorvoll und menschlich daher. Bei sämtlichen Situationen konnte ich sie sehr gut nachvollziehen und so manche Situationskomik hat mich zum lächeln gebracht.

Ich empfehle Euch das Buch, wenn ihr gerne Familiengeschichten lest, die wie mitten aus dem Leben gegriffen wirken. Nichts wird hier beschönigt – nichts unnötig dramatisiert. Diese Besprechung enthält nur einen kleinen Teil des Buches. Den Rest zu entdecken lohnt sich.

"Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid." "Bei euch ist es immer so unheimlich still." "Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel."

Diese drei Buchtitel klingen wie eine kleine Kurzgeschichte. Eine klare Empfehlung für alle drei Titel.

Ein herzliches Dankeschön geht an Alena Schröder und den Dtv-Verlag. "Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel" war aber noch nicht das Ende, oder? Ich wüsste wirklich sehr gerne, wie es mit Hannah weitergeht.
Profile Image for Kerstin Cornils.
547 reviews1 follower
March 6, 2026
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel von Alena Schröder erschien bei dtv. Das Hörbuch wurde von Julia Nachtmann für Hörbuch Hamburg eingelesen. Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen. Zum einen im Mai 1945 in Güstrow und zum anderen 2023 in Berlin. Während wir Marlen in Güstrow begleiten dürfen, lernen wir Hannah in der Gegenwart kennen.

Für mich ist es das zweite Buch von Alena Schröder, das ich einfach nur verschlungen habe. Daher kann ich dir auch „Bei euch ist es so unendlich still“ sehr ans Herz legen. „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht blaues Kleid“ liegt noch ungelesen auf meinem Nachttisch und wird vermutlich ebenfalls bald gelesen. Alle drei Bücher sind eigenständig und nicht wirklich als Reihe deklariert. Dennoch gibt es Verbindungen über die handelnden Personen. Im Prinzip geht es in jedem Buch auf die eine oder andere Weise um Hannah, ihre Mutter Silvia und deren Mutter Evelyn.

Im vorliegenden Band ist Hannah Borowski 34 Jahre alt. Ihre Familie hat sie inzwischen zu Grabe getragen. Nur ihr Erzeuger wandelt noch unter den Lebenden, zu dem sie bisher keinerlei Kontakt pflegte. Ob sie jetzt noch eine Beziehung zu ihm aufbauen kann ist fraglich.

Die Geschichte springt immer wieder zwischen Marlen und Hannah hin und her. Während ich bei Marlen die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs sprachlos verfolgen muss, darf ich bei Hannah die ganz alltäglichen Probleme erleben. Diese wirken im Vergleich zu Marlens Erfahrungen fast leicht.

Ich muss gestehen, dass ich mich besonders in Marlens und Wilmas Erzählungen verloren habe. Letztere ist quasi die Ziehmutter von Marlen. Hier darf ich einen Blick in Wilmas Atelier werfen und bekomme eine Idee davon, wie es zum Titel des ersten Buches von Alena Schröder kam. Solche Zusammenhänge mag ich total.

Gespannt habe ich verfolgt, wie Marlen sich weiterentwickelt und immer stärker wird. Die beiden Erzählstränge laufen dabei langsam aufeinander zu. Mit Hannah reise ich zwar nicht direkt in die Vergangenheit, komme Marlen aber dennoch immer näher. Was genau die beiden Frauen miteinander verbindet, verrate ich dir nicht. Ich möchte dir schließlich nicht zu viel vorwegnehmen. Wenn du jedoch die ersten beiden Bücher gelesen hast, wirst du vielleicht eine Idee entwickeln.

Magst du Geschichten, die in mehreren Zeitebenen spielen? Tauchst du gerne in Geschichten mit starken Frauen ein? Dann bist du hier genau richtig. „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ von Alena Schröder entführt dich in eine bewegende Geschichte. Freue dich auf Hannah und ihren Einsatz für die Menschenrechte. Sie ist von ihrer Arbeit vollkommen überzeugt. Im Gegensatz dazu erfährst du bei Marlen, wie ihr das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben fast genommen wurde. Begleite sie durch die letzten Tage des Krieges und erlebe mit, wie sie ihr Leben in der DDR gestaltet. Und schaue dabei ganz genau auf die Leinwand, um das Bild zu erkennen, an dem sie jahrelang arbeitet. Für mich war es eine Geschichte voller Höhen und Tiefen mit zwei starken Frauen, die auf ihre ganz eigene Art mit beiden Füßen im Leben stehen. Ich habe die Geschichte einfach nur verschlungen und empfehle sie sehr gerne weiter.
490 reviews
April 9, 2026
Mindestens zwei ganze Leben, im Familienroman, mit viel Substanz und brillantem Titel

1945 versteckt sich die vierzehnjährige Waise Marlen mit Hilfe der Malerin Wilma in einem Forsthaus in Güstrow vor russischen Soldaten. Aus dem Haus nimmt sie ein unscheinbares Bild mit, das sie dort gefunden hat. Wilma bietet Marlen an, bei ihr zu bleiben. Sie sorgt gemeinsam mit ihrer Haushälterin für das Mädchen, adoptiert es schließlich und vermittelt ihm die Grundlagen des Malens. Doch ganz glücklich ist Marlen nicht.
2023 steckt Hannah in einer Krise, ihre beste Freundin und Mitbewohnerin Rubi ist schwanger und möchte von nun an auf dem Land wohnen. Sie lässt Hannah einsam in ihrer Berliner Wohnung zurück. Plötzlich sucht Hannahs leiblicher Vater den Kontakt zu Hannah. Hannah ist überfordert. Warum meldet sich ihr Vater ausgerechnet jetzt? Zudem fragt sich Hanna immer noch, was aus dem Erbe ihrer Großmutter, einer wertvollen, seit Jahren vermissten Leinwand, geworden ist.


Die Geschichte wird auf zwei Ebenen erzählt, die scheinbar unabhängig voneinander sind. Es wird geschildert, wie Hannah sich nach dem Auszug ihrer Freundin und den Kontaktversuchen ihres Vaters neu orientieren muss. Außerdem wird Marlens und Wilmas Geschichte von 1945 an erzählt. Alena Schröder schreibt leicht, lebendig und anschaulich. Ihr Roman liest sich flüssig und ohne Anstrengung.


Sowohl Marlen als auch Hannah kommen anfangs unnahbar und steif herüber. Sie haben Probleme, sich in ihrer aktuellen Lage zurecht zu finden, wirken unzugänglich. So fühlt sich Hannah plötzlich „wie liegen gelassen“. „Als wäre sie eine Figur in einem Videospiel, in dem alle längst das nächste Level erreicht hatten, nur sie scheiterte immer und immer wieder an derselben Stelle.“ Im Verlauf lernt man Marlen und Hannah beiden besser kennen, erfährt, was sie empfinden, wünschen, träumen und was sie umtreibt. So kamen mir beide Figuren bis zum Ende des Romans immer näher. Am Ende interessierten mich beide Charaktere, ich mochte sie. Auch Hannahs Vater Martin und seine Frau Lulu werden erst zum Schluss hin wirklich durchschaubar. Spannend, dass sich die Figuren im Roman entwickeln und an Substanz und Tiefe gewinnen.


Der Titel „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ ist ungewöhnlich, er bezieht sich auf den Inhalt, weckt sofort die Neugier. Für mich ein absolut gelungener Titel. Und das Buch hält, was der wunderbare Titel verspricht. Ein sehr lesenswerter Roman über zwei junge Frauen vor wichtigen Veränderungen und Entscheidungen. Es geht dabei auch um Familie, die nicht immer blutsverwandt sein muss, denn sie ist „am Ende doch auch nur ein Zufall der Natur“- und deren Nachlass. Eine spannende Zeitreise vom Heute in die Nachkriegszeit, mit einem roten Faden als „Reiseführer“. Wie beide Handlungsebenen letztlich miteinander verwoben und zusammengeführt werden, hat mir sehr gut gefallen und zeigt einmal mehr, dass wir nicht unabhängig voneinander leben, sondern dass das Erbe unserer Vorfahren uns immer noch auf unterschiedliche Art beeinflusst. Auch wenn man die beiden Vorgänger nicht kennt, ein sehr unterhaltsames, tolles Leseerlebnis.
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January 19, 2026
Familie und mehr...

Zwei Frauen, zwei Zeitebenen und die Frage, ob wir unseren Eltern etwas schulden und wenn ja, wie wir uns daraus befreien können. Alina Schröder erzählt davon.

Von Marlen, die als 14jährige in einer Schublade kauert, die ihr als Versteck vor den Russen dient. Als sie endlich herauskriechen kann, bemerkt sie unter einer Lage alter Zeitungen ein kleines Bild, an dem sie in ihrem finsteren Unterschlupf mit einem Fingernagel die Farbschicht zerkratzt hatte. Von da an hütet sie dieses Porträt einer jungen Frau wie ihren Schatz.

Der 34jährigen Hannah begegnen wir 2023 in Berlin. Sie weiß von einem verschollenen Bild, das einst ihrer Großmutter Evelyn gehört hat. Die Spur führt nach Güstrow zu einem Haus, das es nicht mehr gibt. Momentan jedoch hat Hannah andere Sorgen. Ihr Vater, den sie nicht kennt, hat sich gemeldet. Warum so plötzlich? Nachdem ihre Mutter und auch ihre Großmutter tot sind?

Von 1945 bis 2023 spinnt Alena Schröder den Faden, der Prolog führt ins Jahr 1989 in das Notaufnahmelager Marienfelde in Westberlin. Davor (ab 1945) sind wir mit Marlen in Güstrow und danach, im Jahre 2023, mit Hannah in Berlin.

Beide Zeitebenen berichten von Verlust, vom Suchen nach der eigenen Identität, vom Abschied nehmen und von Neuem, das man nicht immer zulassen kann. Von Freundschaft und Zusammenhalt lese ich und auch von dem Gefühl, den anderen ohne Worte zu verstehen. Entscheidungen, die nicht nur das eigene Leben betreffen, hinterlassen oftmals ein schales Gefühl. Ein Gefühl, dem man sich nicht entziehen kann, auch wenn der Weg, für den man sich entscheidet, viel Schmerz beinhaltet.

Beide Erzählstränge sind sehr intensiv. Bei Marlen ist es Wilma, die ihr einst als 14jährige ein Zuhause gegeben hat. Sie leben im Osten, Güstrow liegt in der ehemaligen DDR. Marlen wollte Kunst studieren – warum es nicht dazu gekommen ist, wird erst spät sichtbar. Die alte Burgel lebt schon immer hier, sie hat Jon großgezogen, der im Krieg als verschollen gilt. Die drei Frauen müssen miteinander klarkommen, was nicht immer einfach ist und doch ist es die beste aller Möglichkeiten. Und Hannahs Sorgen haben viel mit „Martin Klammer auf Papa Klammer zu“ zu tun und einer Lüge, die sie irgendwann durchschaut.

Dieses Buch ist das dritte einer Reihe, die beiden Vorgängerbücher habe ich jedoch nicht gelesen, habe aber nicht das Gefühl, dass mir Relevantes fehlt. In beide Erzählebenen bin ich gut gestartet, sowohl die Hauptakteure als auch die Nebenfiguren sind gut skizziert, ich hatte für jeden einzelnen ein Bild vor Augen. Der heimliche Star, das kleine Bild in Öl gemalt, ist aber eher bei Marlen verortet, denn bei Hannah ist es die Geschichte um ihren seit jeher abwesenden Vater, der sich urplötzlich in ihr Leben drängt. Überhaupt haben beide Geschichten nur marginal miteinander zu tun und doch finde ich sie beide stimmig, was auch dem einnehmenden Erzählstil geschuldet ist.
226 reviews
January 30, 2026
ein toller Abschluss dieser Reihe


„Mein ganzes Leben,Öl auf Leinwand ohne Titel“ ist der dritte Band einer Familiengeschichte, die Alena Schröder mit diesem Buch zum Abschluss bringt.
Wie auch in den Vorgängerbänden schreibt die Autorin auf zwei Zeitsträngen, in der Vergangenheit und in der Gegenwart.

Kurz nach dem Krieg entkommt die 15 jährigeMarlen dem Todesstrudel von Demmin. In einem alten Forsthaus bei Güstrow lernt sie Wilma kennen, die sie rettet und unter ihre Fittiche nimmt, denn Marlen’s Mutter hat sich aus Angst vor den Russen das Leben genommen und ihren Bruder und auch Marlen mit in den Tod reißen wollen, Marlen konnte sich retten, ihr Bruder starb.
Zusammen mit der Haushälterin Bergel leben die drei abgeschieden in einem Haus bei Güstrow. Wilmas Mann, ein bekannter Maler, ist verschollen, Wilma glaubt ihn tot, worüber sie nicht traurig ist, denn die Ehe war von Gewalt und Unterdrückung geprägt. Wilma ist selbst Malerin, hatte neben ihrem Mann nie eine Chance. Nun steigt sie zur bekannten Malerin des sozialistischen Realismus auf und Marlen wird ihre Assistentin, auf die sie im Laufe der Zeit immer mehr angewiesen ist, da sie nach und nach ihr Augenlicht verliert. Marlen malt die Bilder nach Wilmas Anleitung, doch auch Marlen ist künstlerisch ambitioniert, was sie aber verschweigt und im Geheimen auslebt an einem Gemälde, dass sie bei ihrer Flucht gefunden hat und auf das sie Schicht für Schicht ihr Leben und ihre Fantasie überträgt.

In der Gegenwart lernen wir Hanna kennen, die wir schon aus dem ersten Buch der Autorin kennen.
Nach Jahrzehnten der Abwesenheit meldet sich Hannahs Vater bei ihr und Hannah fragt sich, was er von ihr will und warum er sich die ganze Zeit nicht um sie gekümmert hat.

Beide Geschichten habe ich gerne gelesen. Hannah, in der Gegenwart war mir sehr sympathisch und ich konnte ihre Gedanken, ihre Gefühle und ihr Handeln sehr gut nachvollziehen.

Sehr berührt hat mich aber auch die Vergangenheitsgeschichte, in der Marlens Leben beschrieben wird, was mich sehr angerührt hat. Ich konnte beide Frauen irgendwie verstehen, fand das Verhalten von Wilma aber schon übergriffig und grenzwertig, da sie das Leben von Marlen nachhaltig beeinflusst hat.

Die Autorin versteht es sehr gut ihre Figuren so zu gestalten, dass man als Leser einen emotionalen Bezug zu ihnen bekommt, was das Lesen für den Leser sehr intensiv und nachhaltig macht. Ihr Schreibstil ist eingängig, ruhig und doch sehr einprägsam.

Wie die einzelnen Geschichten der Bücher der Autorin, die man aber alle unabhängig voneinander lesen kann, zusammenhängen, erfährt man im Epilog dieses Buches. Ich fand es gekonnt.

Ein sehr empfehlenswertes Buch!
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Review of advance copy received from Netgalley
January 14, 2026
MEIN GANZES LEBEN, ÖL AUF LEINWAND, OHNE TITEL
Alena Schröder
ET: 19.01.2026

Das neueste Buch von Alena Schröder spielt – wie gewohnt – auf zwei Zeitebenen.
Im Mittelpunkt des Romans stehen zwei Frauen.

Güstrow, 1945:
Die 14-jährige Marlen versteckt sich vor den russischen Soldaten, die auf dem Vormarsch Richtung Deutschland sind und Zerstörung und Gewalt hinterlassen. Zuflucht findet sie in einem alten, verlassenen Forsthaus. Ihre Mutter und ihr jüngerer Bruder haben sich im Fluss bei Demmin ertränkt – nur Marlen konnte sich in letzter Sekunde aus dem festen Griff ihrer Mutter befreien.

In ihrem Versteck entdeckt sie nicht nur ein kleines, auf Leinwand gemaltes Bild, sondern begegnet auch Wilma, die Marlen mitnimmt und ihr zunächst für ein paar Tage Unterschlupf bietet. Doch aus Tagen werden Jahre. Wilma ist mit dem Maler Jon verheiratet, der nach dem Ende des Krieges nicht von der Ostfront zurückkehrt. Sie beginnt, seine Leinwände zu übernehmen und zu übermalen. Endlich kann sie ihre eigene Kunst ausleben, die ihr in der Ehe mit ihrem Mann verwehrt blieb. Wilma brennt für den Sozialismus und malt heroische Bilder. Auch Marlen lernt ihre Techniken, entwickelt jedoch bald eigene Vorstellungen, die nicht zu Wilmas Idealen passen.

Berlin, 2023:
Die 34-jährige Hannah lebt allein in ihrer Wohnung in Berlin, als plötzlich ihr Vater auftaucht – ein Mann, den sie nie kennengelernt hat. Angeblich wollten ihre verstorbene Mutter und Großmutter nie, dass er Kontakt zu ihr aufnimmt. Doch Hannah will diese Erklärung nicht glauben. Sie ahnt, dass ihr Vater andere Gründe hat, sich ausgerechnet jetzt bei ihr zu melden.

Welches Geheimnis dahintersteckt und was all das mit der kleinen Leinwand zu tun hat, die einst Marlen fand, müsst ihr selbst herausfinden.

Der Schreibstil von Alena Schröder ist wie gewohnt leicht und von der ersten Seite an wunderbar zu lesen. Federleicht verwebt sie die Frauen in ihren jeweiligen Lebenszeiten und schafft damit ein bildliches, vielschichtiges Porträt. Die Seiten flogen nur so dahin, und ich fühlte mich den Protagonistinnen schnell verbunden.

Allerdings fehlte mir die Verbindung zwischen den beiden Frauen. Außerdem wird an einer Stelle erwähnt, dass Marlen schwanger ist, dieser Handlungsfaden wird jedoch nicht weitergeführt. Trotz dieser kleinen Kritikpunkte war das Buch für mich ein echter Lesegenuss, weshalb ich es euch insgesamt uneingeschränkt empfehlen kann.
4/5
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