Was, wenn dein Leben eine Leinwand wäre? Und die Schichten von Farbe Schmerz und Glück?
Güstrow, Mai 1945: Die 14-jährige Marlen liegt zusammengekauert in der Schublade einer Bauernkommode in einem verlassenen Forsthaus. Als sie sich endlich befreit, entdeckt sie dort eine alte, etwas unscheinbare Leinwand. Wilma, die Marlen geholfen hat sich rechtzeitig vor den russischen Soldaten zu verstecken, nimmt die junge Waise bei sich auf. Denn Wilma hat ein Geheimnis, das sie zu zerstören droht.
Auf zwei Zeitebenen wird die bewegende Geschichte zweier Frauen erzählt, deren Leben durch eine unscheinbar wirkende Leinwand für immer verbunden ist.
Berlin, 2023: Hannah Borowski ist 34 Jahre alt und alles wäre gut, wenn nicht ihre beste Freundin Rubi plötzlich ausziehen würde. Und wenn nicht plötzlich Hannahs Vater wieder aufgetaucht wäre. Und was wurde aus der wertvollen Leinwand, die einst Hannahs Großmutter gehörte und die sich wie ein roter Faden durch ihr bisheriges Leben zieht?
Emotional, warmherzig, tiefgrü Alena Schröder spürt in ihrem Roman der Frage nach, was wir unseren Eltern schulden und welches Erbe sie uns mitgeben.
»Es hat mich mit Macht hineingezogen in eine Mutter-Tochter-Frauen-und-Familien-Geschichte, aus der man nach 318 Seiten mit dem verträumten Gefühl wieder zu sich kommt, man habe eine Zeitreise gemacht.« Christine Westermann, Der Stern (über Alena Schröders SPIEGEL-Bestseller ›Bei euch ist es immer so unheimlich still‹)
Von Alena Schröder sind außerdem erschienen ›Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid‹ ›Bei euch ist es immer so unheimlich still‹
„Wunschfamilie“ ❤️🧑🧒👴🏻🖼️🎨👩🏼🎨🍆🥔🌽🍼 Zu aller erst ein Riesen Dankeschön an @dtvverlag für das kostenlose Exemplar!🫶🏼 Und bei keinem anderem Buch hätte ich im Vorfeld gewusst, dass es sich zu 100% lohnen wird. Alena hat einfach etwas an sich, was mich direkt überzeugt, dranbleiben lässt, aufs Neue fasziniert und in einem Rutsch weglesen lässt. Es ist aufs Neue eine runde Sache und hat so unendlich viel Spaß gemacht zu lesen. Die Sprünge zwischen den unterschiedlichen Zeiten, die langsam aufeinander zu laufen und am Ende ein großes Ganzes entsteht. Hannah ist eine starke weibliche Protagonistin, wo es Spaß macht als Leserin dranzubleiben und mitzufiebern. Am Anfang war ich verwirrt über Wilma und Marlen als Rückblende — was genau an deren Leben passt zur allgemeinen Geschichte? Aber spätestens das Ende (was den Kreis selbstverständlich schließt 😂) kreiert den Aha Effekt und schafft einen wunderschönen Abschluss. Also, ich glaube ich wäre mehr als zufrieden, einfach jedes weitere Buch von Alena zu lesen, weil es kann mich nicht enttäuschen!😁
Je länger ich die Lektüre dieses dritten Bandes resümiere, desto weniger kann mich dieser Roman überzeugen.....obwohl ich mir wirklich Mühe gegeben habe, das Buch hervorragend zu finden...😟😉...!
Die Geschichte ist an sich tief angelegt und die Charaktere wie bei Autorin Schröder üblich durchaus vielfältig.....
Trotzdem konnte mich vor allem der stereotype, beliebige Schreibstil und das flache und viel zu schnell abgehandelte Ende so garnicht abholen....
Wirklich schade!
Für mich ein klarer Fall von: kann man lesen....muss man aber nicht...!
Wenn es nach mir gehen würde, könnte Alena Schröder noch 100 Bücher über Hannahs Familiengeschichte schreiben und ich würde jedes verschlingen.
Alena Schröder schreibt diese verwobene, vielschichtige Familiengeschichte so gefühlvoll und gleichzeitig ganz ruhig und schnörkellos wie es niemand anders könnte. Alle Charaktere wissen um ihre Stärken und ermächtigen sich ihrer Schwächen - ihnen dabei zusehen, macht den Charme ihrer Geschichten für mich wirklich aus. Ich fühle mich beim Lesen von Alena Schröders Texten stets wie eingemummelt in eine warme Decke, weil sie es ganz simpel und leicht schafft, diese Atmosphäre entstehen zu lassen. Nicht, dass die Hintergründe dieser Jahrhundertstory seicht wären, das sind sie keinesfalls, aber der Schreibstil bleibt in seiner Struktur leicht und bodenständig, gleichzeitig werden Gefühle so klar und pointiert dargestellt, es ist einfach eine ganz besondere Kunst!
Ich muss nur ehrlich sagen, dass es mich regelrecht aggressiv gemacht hat, zu lesen, was mit dem Ausgangsbild passiert ist. Also, ich verstehe, was für einen Zweck es für Marlen erfüllt, aber ich fühl diese Auflösung gar nicht 😄
ich kann gar nicht sagen wie sehr ich Alena Schröders Bücher liebe! Ich bin jedes mal so drin in der Geschichte und könnte die Leben der Protagonist:innen noch jahrelang verfolgen.
Das Buch lässt sich wirklich gut weglesen, aber viel hängen bleiben wird davon nicht. Die beiden Zeitebenen, in denen der Roman spielt, haben quasi nichts miteinander zu tun. Der vermeintliche Zusammenhang, der am Ende aufgelöst wird, wirkt konstruiert und ist nicht der Rede wert. Genauso wie viele Charaktere in der Gegenwartsgeschichte, die teilweise vor Klischees strotzen und nur sehr oberflächlich gezeichnet werden. Auch der Plot wirkte auf mich unausgegoren, beliebig. Der Autorin ist es auch nicht gelungen, dass ich mit den beiden Hauptcharakteren Hannah und Marlen so richtig warm wurde und mitfühlen konnte. Es bleibt so vieles an der Oberfläche, wird zu schnell abgehandelt, wirkt einfach so runter erzählt. Auch sprachlich keine Wow-Passagen. Schade, weil ich die beiden Vorgänger Bücher wirklich gerne gelesen habe.
Ich mochte die Vorgängerbände "Junge Frau, am Fenster stehen, Abendlicht, blaues Kleid", in dem die Geschichte von Evelyn Borowski erzählt wird, und den Nachfolger "Bei euch ist es immer so unheimlich still", in der wir Evelyns Tochter Silvia näher kennenlernen, sehr gerne.
Nun also Hannah, Evelyns Enkeltochter, die schon in den Vorgängerbänden erwähnt wurde.
Hannah ist 34 Jahre alt, allein auf der Welt, denn Mutter und Großmutter sind bereits verstorben. Nun zieht auch noch ihre Freundin Rubi aus der WG aus, die die beiden in Berlin in der ererbten Wohnung führten, stattdessen belegt der Neffe einer Kollegin von Hannah nicht nur Rubis Zimmer, sondern auch Wohnzimmer, Kühlschrank und Küchentisch. Als dann auch noch Hannahs Vater auftaucht, der sich jahrzehntelang nicht um Hannah gekümmert hat, ist das Gefühlschaos perfekt.
In einer zweiten Zeitebene erfahren wir, was mit dem Bild, dass im ersten Band der Reihe eine große Rolle gespielt hat, passiert ist und wir lernen die vierzehnjährige Marlen kennen. In den letzten Kriegstagen in Güstrow auf der Flucht, nachdem ihre Mutter und ihr Bruder in den Fluß gegangen sind, zeigt sich ihr Überlebenswille. Sie wird von der Malerin Wilma aufgenommen und lebt mit ihr und der Haushälterin Burgel zurückgezogen außerhalb der Stadt.
Mich hat die Geschichte sofort wieder in den Bann gezogen. Ich mag Alena Schröders Schreibstil und ihre Art, Lebensschicksale miteinander zu verweben. Sowohl die Gegenwart, in der Hannah, die eigentlich ganz zufrieden mit ihrem Leben war, nun durch das Auftauchen ihres Vaters und einer neuen Familie durchgerüttelt wird, aber auch die Vergangenheit mit Marlen, die sich von ihrer Retterin Wilma lösen und selbst malen möchte und beinahe sogar in den Westen geflüchtet wäre, konnten mich fesseln.
Umrahmt von Prolog, in dem 1989 Evelyn als Ärztin in dem Durchgangslager Marienfelde arbeitet und Marlen kennenlernt, die den Weg in den Westen gefunden hat und dem Epilog, als Evelyn und Marlen erneut aufeinander treffen, war das für mich wieder ein runder Familienroman, die anschaulich die Lebensgeschichten der Frauen beschrieben werden.
Hannah hat das Gefühl, dass ihr Leben stillsteht, während sich das aller anderen um sie herum weiterbewegt. Ihre beste Freundin Rubi ist schwanger, zieht aus und lässt Hannah zurück. Ihr Zimmer wird vom Neffen einer Kollegin von Hannah bezogen, der zwar die Leere in der Wohnung füllt, sonst Hannah hauptsächlich auf die Nerven geht. Auch im Onlinedating ist sie nicht erfolgreich.
Dann gibt es eine überraschende Wendung: ihr Vater meldet sich nach Jahren der Funkstelle wieder bei ihr und will den Kontakt wieder aufnehmen. Aber Hannah ist misstrauisch, denn ihre Mutter und auch die Großmutter haben immer gesagt, dass er nichts mit seiner Tochter zu tun haben wollte.
In einer früheren Zeitebene wird die Geschichte von Marlen erzählt, die von der Malerin Wilma vor russischen Soldaten in einer Schublade versteckt wurde und dort ein Gemälde gefunden hat, das ihr Leben für immer veränderte. Nach dem Krieg bleibt ihr Leben ähnlich stehen wie das von Hannah: während Wilma als Malerin immer Erfolge feiert, bleibt sie immer nur ihre Assistentin, ohne die Möglichkeit, ihr eigenes Leben zu leben.
Für mich hätte jede der beiden Frauen einen eigenen Roman verdient. Ihre Geschichten laufen parallel und haben nur wenig Berührungspunkte. Gleichzeitig haben sie ähnliche Träume und auch Zweifel, aber auch unterschiedliche Voraussetzungen, um sie zu verwirklichen.
Ich habe die zwei vorangegangenen Bücher nicht gelesen, man kann sicher die Geschichte unabhängig von den beiden anderen Büchern lesen, wenn man sich nicht zu sehr auf die Findung des Gemäldes konzentriert ;-) Aber das ist auch gar nicht so wichtig, finde ich, der Fokus liegt auf den beiden Frauen, Marlen (Güstrow, 1945) und Hannah mit zwei H (Berlin, 2023) die Geschichten haben scheinbar nichts miteinader zu tun und dennoch doch auch irgendwie, das wird natürlch im Laufe des Buches klar. Ich fand beide Geschichten unanbhängig von einander spannend, wann wollte wissen wie es weitergeht. Ich habe das Buch in 2 Tagen, oder eher Nächten verschlungen. Toll fand ich , das beide Charaktere, vor allem Hannah nicht perfekt snd, sehr authentisch, ich erkenn mich wieder mit den Launen, der Unzufriedenheit, mal das ganze Elend der Welt auf einen liegend, dann aber auch glücklich, weil doch nicht allein auf dieser welt und mit den richtigen Menschen umgeben. Sehr spannend und so nachvollziehbar. Interessant auch die Geschichte Marlen, vor allem auch aus geschichtliche Sicht, Aufbau der DDR, Lebenssituation da..das Buch hat zwei Sachen bewirkt oder drei: man will zwingend mal nach Güstrow den Dom und die Stadt besichtigen, man will die beiden anderen Bücher auch noch lesen und man geht doch mit einen guten Gefühl aus dem Buch, kein schleimiges happy-family-ending, sondern ein Ende mit dem man gut Leben kann, weil menschlich nachvollziehbar. Ah und ich liebe den Charakter Justus, schöne WG-Gespräche ;-) und ja, er hätte mich auch in den Wahnsinn getrieben.
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel, ist der dritte Roman, den ich von der Schriftstellerin Alena Schröder gelesen habe. Der Titel bezieht sich wohl auf das verschwundene Bild. Hannah, Silvia und Evelin spielen in allen drei Romanen mit. Die Autorin versteht es gut, die verschiedenen Emotionen und Ansichten der Personen zu schildern. Es gibt zwei Zeitebenen. In diesem Roman kommen neue Personen dazu, mit dene er auch 1945 in Güstrow beginnt. Die vierzehnjährig Marlen muss dich in einer Schublade vor den Russen verstecken. Da findet sie ein Portrait, das sie mitnimmt. Sie hatte in dem Forsthaus Wilma getroffen. Die nimmt sie mit zu sich nach Hause. Wilma ist Malerin und nimmt sich der Waise an. Die Autorin lässt Marlen und die Ärztin Evelin sich 1990 treffen. In der zweiten Ebene geht es 2023 in Berlin mit Hannah weiter. Die beiden Zeiten wechseln öfter. Das ist ganz gut. Der Schreibstil der Autorin ist gut lesbar und ich denke es gibt noch mindestens ein Buch, auf das ich dann warte.
Dies dürfte das Ende der Trilogie sein, und es ist zweifellos das beste Buch, auch wenn die ersten beiden ebenfalls bemerkenswert waren. Alle drei Bände lassen sich zwar auch als Einzelromane lesen, aber ich bin froh, dass ich das nicht getan habe. Drei Generationen von Frauen, verbunden durch ein Gemälde, durchleben die Geschichte mit großem G, und ich werde sie auf ihre eigene Weise und aus unterschiedlichen Gründen nicht vergessen, auch wenn Evelyn meine Favoritin bleibt.
Questa dovrebbe essere la fine della trilogia ed é sicuramente il libro migliore, per quanto anche i primi due erano notevoli. Tutti e tre poi si possono anche leggere come stand alone, ma sono contenta di non averlo fatto. Tre generazioni di donne unite da un dipinto che attraversano la storia con la s maiuscola, e che a modo loro e per motivi diversi non mi dimenticherò, anche se la mia preferita resta Evelyn.
In Alena Schröder‘s Bücher taucht man mit der ersten Seite ein und taucht erst wieder mit der letzten Seite auf.
Es geht um Hannah Borowski, 34 Jahre alt, im Jahr 2003 in Berlin. Eigentlich ist alles gut, bis ihre beste Freundin Rubi aus der gemeinsamen WG auszieht und auf einmal ihr Vater auftaucht, zu dem sie nie Kontakt hatte.
Und es geht um die Geschichte von Marlen Engels, die als Waisenkind, vor der Russen geflüchtet, 1945 von Wilma aufgenommen wird und in Güstrow ihre neue Heimat findet. Wilma ist eine erfolgreiche Malerin, durch die Marlen ihre eigene Liebe zur Malerei entdeckt.
Zwei Erzählstränge, zwei Familien- und zwei Frauengeschichten, verbunden durch die Geschichte von Hannah‘s Großmutter.
Ein ganz toller Roman, der Dritte aus der Reihe und definitiv ein Lese-Highlight in 2026!
Großes Lesevergnügen. Alena Schröder schreibt zuverlässig bestechende Figuren - nicht notwendigerweise sympathisch, aber so, dass man mehr über sie erfahren und sie beim Durchwursteln durchs Leben begleiten will. Die beiden Malerinnen und ihre Kunst sind großartig, aber das im Titel beschriebene Bild dann doch letztlich unverzeihlich.
Ein wenig ist das die alltagstauglichere Version von Erpenbecks Heimsuchung.
(Die Vermarktung als Mutter-Tochter-Geschichten finde ich übrigens blöd.)
Band 3, die anderen habe ich nicht gelesen. Das Buch hat zwei Handlungsstränge, einen in der Gegenwart und einen ab Ende 2. Weltkrieg. Ich mag es gerne, wenn es da Verflechtungen gibt, durch die der Spannungsbogen größer wird. Die beiden Handlungen haben sich jedoch nur im Prolog und im Epilog verbunden, das hat mir so nichts gegeben. Trotzdem schöne leichte Lektüre.
Kongeniale, unterhaltsame und berührende Fortsetzung des Familienromans, der mit "Junge Frau am Fenster stehend..." seinen Anfang nahm, ohne aber die emotionale Wucht und Ernsthaftigkeit des Erstlingswerks zu erreichen. Aber das ist ein Klage auf hohem Niveau.
Mir hat die Geschichte und der Schreibstil gut gefallen. Für 5 Sterne hätte die Verbindung zwischen den beiden Zeitebenen allerdings stabiler sein müssen. Dies war etwas enttäuschend.
etwas enttäuscht, fand die beiden Vorgängertitel wesentlich besser. Die Story hat mich nicht so mitgenommen. Hätte auch ein Solo Buch und nicht das 3. Buch einer Reihe sein können. Trotzdem 3 Sterne da ich Alena so mag.
Das ist er, der Roman auf den ich mich 2026 am meisten gefreut habe! Seit ich “Junge Frau am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid” gelesen habe, bin ich ganz großer Alena Schröder Fan. Denn was Alena Schröder wirklich toll kann, sind Familiengeschichten auf mehreren Zeitebenen, die genau das richtige Level Tiefgang haben. Nicht oberflächlich, aber auch nicht anstrengend, genau so, dass man sie auf dem Sofa oder im Urlaub runter lesen kann und nicht mehr aus der Hand legen mag.
Jetzt also Band 3 der “Mütter-Töchter-Trilogie”, die man allerdings theoretisch auch alle einzeln lesen kann - die große emotionale Wirkung entfacht er aber, glaube ich, wenn man zumindest “Junge Frau…” zuvor gelesen hat.
Und ich glaube fast, das war sogar mein liebster Roman von ihr! Ich habe beide Perspektiven so gern gelesen: Marlen, Güstrow im Jahr 1945, die Malerei lernt und dabei - privat wie politisch - zwischen Pflichterfüllung und Selbstverwirklichung schwankt. Und Hannah, Berlin im Jahr 2023, die wir schon aus “Junge Frau” kennen und die hier nochmal erwachsener (und damit für mich nochmal runder) geworden ist), deren Vater bei ihr die Frage nach Familiengeheimnissen und dem Stellenwert von (Wahl-)Familie auslöst. Die Verbindung zwischen beiden ist relativ schnell klar - aber das tut der Spannung keinen Abbruch, denn ich habe trotzdem mit beiden mitgefiebert.
Darf zum Ende natürlich nichts sagen, um nichts zu spoilern, aber ich hatte beim Ende so einen Gesichtsausdruck: 🥹
Ganz große Empfehlung für alle drei Romane von Alena Schröder! ✨
Je länger ich über „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ nachdenke, desto verhaltener fällt mein Eindruck aus. Das überrascht mich selbst ein wenig, denn der Roman bringt eigentlich vieles mit, was mich anspricht.
Die Idee mit den mehreren Zeitebenen ist grundsätzlich reizvoll. Besonders die Nachkriegsebene um Marlen, ihr Überleben im Jahr 1945 und die Begegnung mit der Malerin Wilma, habe ich als stimmig und atmosphärisch empfunden. Diese Passagen wirken gut durchdacht und lassen erahnen, welches Potenzial in der Geschichte steckt – auch das Motiv der Kunst als Halt und Ausdrucksmittel fand ich gelungen.
Mit dem Gegenwartsstrang hingegen bin ich weniger warm geworden. Die Figur Hannah blieb für mich schwer greifbar, ihre Entwicklung hat mich emotional nicht wirklich erreicht. Ich habe lange darauf gehofft, dass sich Vergangenheit und Gegenwart am Ende enger und überzeugender miteinander verweben. Die Verbindung der beiden Zeitebenen wirkte auf mich jedoch nicht ganz organisch und wurde sehr schnell abgehandelt, wodurch die Auflösung für mich an Wirkung verlor.
Der Schreibstil ist zwar flüssig und gut lesbar, blieb für meinen Geschmack jedoch zu glatt, um den großen Themen des Romans – Erinnerung, Schuld, familiäre Prägung und die Frage danach, was von einem Leben bleibt – wirklich Tiefe zu verleihen. Das Ende ließ mich eher distanziert als berührt zurück.
Insgesamt ist es ein Buch mit interessanten Ansätzen und starken Momenten, das mich emotional jedoch nicht überzeugen konnte.
Ein herzliches Dankeschön an NetGalley und den Verlag für das Rezensionsexemplar.
Worum geht’s? Güstrow 1945: Marlen ist 14 Jahre, als die Russen den kleinen Ort einnehmen. Wilma rettet und adoptiert das Mädchen, das bald mehr als ihre rechte Hand wird. Berlin 2023: Hannahs beste Freundin Rubi zieht aus und hinterlässt eine spürbare Lücke. Und dann steht plötzlich Hannahs Vater vor ihr. Ein Mann, den sie nie kennengelernt hat. Die Frage, die bleibt: Geht es ihm wirklich um sie – oder nur um sich selbst?
Meine Meinung: Mit „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ kehren wir zurück zu dem Bild der Frau im blauen Kleid am Fenster. Auch diesmal nimmt uns Alena Schröder mit auf eine leise, eindringliche Reise durch das Leben von Frauen, Müttern und Töchtern. Die Erzählung springt zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen den Jahren 1945 bis in die 1960er und dem heutigen Berlin. Der vertraute Schreibstil hat mich sofort wieder abgeholt – ruhig, klar, emotional, ohne je laut zu werden.
Besonders nah war mir Hannah, die wir in der Gegenwart begleiten. Sie ist eine Figur, die man sofort versteht. Ihre Unsicherheiten, ihre Wut, ihre Sehnsucht nach Klarheit. Ich hätte ihr problemlos noch viele weitere Seiten gewidmet, auch über das Ende hinaus. In der Vergangenheit begleiten wir Marlen und Wilma, später auch Burgel – eine eigenwillige, etwas seltsame Figur, die mir gerade deshalb im Gedächtnis geblieben ist.
Beide Zeitebenen haben für mich funktioniert. In der Gegenwart überzeugt vor allem die Begegnung mit dem unbekannten Vater. Die Gefühle, die Hannah dabei durchlebt, sind fein beobachtet und absolut glaubwürdig. Man spürt ihr inneres Chaos, ihre Hoffnung und ihr Misstrauen gleichzeitig. In der Vergangenheit hätte ich mir stellenweise noch mehr Tiefe für Marlen gewünscht. Ihr Leben, ihre Entscheidungen und ihre Bindungen – vor allem zu Wilma, Burgel und Theo – tragen viel Stoff in sich, der gerne noch etwas mehr Raum hätte bekommen dürfen.
Besonders stark fand ich die Einblicke ins ostdeutsche Nachkriegsleben. Dieser Blick auf die Jahre nach 1945 ist selten in Romanen und war für mich einer der spannendsten Aspekte des Buches. Etwas irritiert hat mich hingegen, dass sich Vergangenheit und Gegenwart kaum berühren. Abgesehen von der kurzen Begegnung zwischen Evelyn und Marlen bleiben die beiden Ebenen weitgehend nebeneinander stehen. Auch Hannahs Suche nach dem Bild in Güstrow war eher verwirrend, da es m.E. gar keine Verbindung zwischen ihr und dem Bild gibt, obwohl dieses Bild eigentlich die stärkste Brücke zu den vorherigen Bänden der Reihe darstellt.
Und trotzdem: Dieses Buch hat mich wieder vollkommen in seinen Bann gezogen. Die Art, wie Alena Schröder Beziehungen, innere Konflikte und die feinen Verbindungen zwischen Menschen beschreibt, ist schlicht beeindruckend. Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen und hätte mir am Ende nichts sehnlicher gewünscht, als noch ein paar Kapitel mehr – vor allem mit Hannah und Malik. Fazit: „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ von Alena Schröder erzählt erneut eindringlich von Frauen, Müttern und Töchtern und wechselt zwischen der ostdeutschen Nachkriegszeit und der Gegenwart. Besonders die Gegenwartsebene mit Hannah hat mich überzeugt – ihre Gefühle rund um den plötzlich auftauchenden Vater sind authentisch und nachvollziehbar beschrieben. Auch die Vergangenheit mit Marlen, Wilma und Burgel ist atmosphärisch und spannend, hätte stellenweise aber noch mehr Tiefe vertragen dürfen. Die Verbindung zwischen den Zeitebenen bleibt eher lose, dennoch fesselt der Roman durch seine Figuren und den ruhigen, einnehmenden Schreibstil bis zur letzten Seite.
Es scheint offenbar im Trend zu liegen, eine gut erzählte Geschichte aus allen möglichen Perspektiven zu ergänzen. Und ich merke nach diesem Buch, dass ich kein Fan davon werde. Hannah Borowski kennt man als Leser schon aus Schröders Buch "Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid". Jetzt meldet sich überraschend Hannahs Vaters Martin bei ihr. Dieser war all die Jahre abwesend in ihrem Leben. Verständlicherweise ist Hannah skeptisch gegenüber dieser Kontaktaufnahme und dem Eingliederungsversuch in Martins Familie. Parallel dazu wird die Geschichte von Marlen erzählt. Diese entkommt als junges Mädchen dem Demminer Massenselbstmord und findet im Haus von Wilma Engels eine neue Familie. Wilma ist Künstlerin, ihr Mann Jon Engels ein bekannter Maler in Güstrow, von dem es nach dem 2. Weltkrieg zunächst keine Information über seinen Verbleibt gibt. Zusammen mit Jons altem Kindermädchen Burgel meistern die drei Frauen nicht nur die Nachkriegsjahre, sondern richten sich in der aufstrebenden DDR ein Leben ein. Doch mit den Jahren wird das von Wilma auferlegte Leben für Marlen zu einengend, sie möchte ein eigenständigeres und selbstbestimmteres Leben führen. Aus Pflichtgefühl stellt sie aber ihre Wünsche und Sehnsüchte hinten an.
Die Geschichte hat den für Alena Schröder typischen, schönen Stil. Sehr klar erzählt, ohne überlangen Sätze, gefühlvoll erzählt. Die Gefühle ihrer Figuren beschreibt sie sehr nachvollziehbar, die positiven wie die negativen. Ich finde den historischen Part gelungener als den Gegenwartspart. Die Handlung dort ist in sich stimmiger, der Bezug zum Titel toll beschrieben. Die Gegenwart bleibt da für mich leider deutlich zurück. Da ist mir die Handlung zu dünn. Wo auch immer die Idee herkam, jetzt auch noch dem bisher anonymen Vater eine Geschichte zu widmen - in dieser Form wäre es aus meiner Sicht nicht notwendig gewesen. Zumal diese "neue" Familie nur so vor Klischees strotzt. Der erfolgreiche Martin mit der absoluten Vorzeigefamilie. Schon bei den ersten Sätzen der Familienbeschreibung musste ich mit den Augen rollen. Auch Hannahs WG-Mitbewohner Justus ist ein wandelndes Berlin Kreuzberg Klischee. Er sollte vermutlich als witziger Gegenpart konstruiert sein, bei mir kam der Humor leider nicht an, obwohl her absichtlich überzogen dargestellt wird. Die Berührungspunkte dieser beiden Handlungsstränge sind leider oblatendünn. An der Stelle war ich wirklich überrascht, denn ich konnte mir bis zum Schluss nicht recht vorstellen, wie beide miteinander zusammenhängen sollen. Die Auflösung bezieht sich dann wieder auf den Titel (den ich im Übrigen unheimlich schön finde!), hat mich aber auch etwas enttäuscht zurückgelassen.
Gelungen finde ich dagegen die Darstellung der recht orientierungslosen Hannah, die gar nicht so richtig weiß, was sie jetzt glauben, denken oder fühlen soll. Die mit der ganzen Situation überfordert ist. Die erst über Umwege zu einer persönlichen Erkenntnis, mit der sie eine für sich finale Entscheidung trifft, findet. Man wünscht ihr automatisch ganz viel inneren Frieden.
Man muss die anderen Bücher nicht gelesen haben, die Geschichte funktioniert grundsätzlich auch alleine. Was aus meiner Sicht auch eine Stärke der Autorin ist. Das Buch lässt sich angenehm lesen. Aber ich wünsche mir von der Autorin so langsam eine ganz neue Geschichte, die nichts mit den Borowskis und ihrer Familiengeschichte zu tun hat. Denn die ist aus meiner Sicht jetzt endgültig auserzählt.
Eine Familiengeschichte authentisch und tiefgründig erzählt
Klappentext: Güstrow, Mai 1945: Die 14-jährige Marlen liegt zusammengekauert in der Schublade einer Bauernkommode in einem verlassenen Forsthaus. Als sie sich endlich befreit, entdeckt sie dort eine alte, etwas unscheinbare Leinwand. Wilma, die Marlen geholfen hat sich rechtzeitig vor den russischen Soldaten zu verstecken, nimmt die junge Waise bei sich auf. Denn Wilma hat ein Geheimnis, das sie zu zerstören droht. Berlin, 2023: Hannah Borowski ist 34 Jahre alt und alles wäre gut, wenn nicht ihre beste Freundin Rubi plötzlich ausziehen würde. Und wenn nicht plötzlich Hannahs Vater wieder aufgetaucht wäre. Und was wurde aus der wertvollen Leinwand, die einst Hannahs Großmutter gehörte und die sich wie ein roter Faden durch ihr bisheriges Leben zieht?
„Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ Alena Schröder, ist der 3. Roman, der sich mehr oder weniger mit der Familie Borowski beschäftigt. Im 1. Band „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ hat man Hannah und ihre Großmutter Evelyn kennengelernt. Hier bekommt Evelyn einen Brief aus Israel, in dem sie als Erbin eines im Krieg geraubten Gemäldes genannt wird. Hannah macht sich daran, Nachforschungen anzustellen. Im 2. Band „Bei euch ist es immer so unheimlich still“ lernt man Silvia, die Tochter von Evelyn kennen, die im 1. Und 3. Band schon verstorben ist. Hier wird das Leben von Dr. Evelyn Borowski erzählt und von Silvia, die sich immer ungeliebt fühlte. Im 3. Band „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ ist nun auch Evelyn verstorben und Hannah bekommt plötzlich Besuch von ihrem Vater, den sie nicht kennt. Des Weiteren geht es zurück in die Vergangenheit und es wird die Geschichte von Marlene erzählt, die als 14-järiges Mädchen von einer Malerin adoptiert wird.
Auch dieses Buch hat wieder einen außergewöhnlichen Titel, ich musste das Buch einfach wieder in die Hand nehmen. Dazu kommt nach, dass mir die beiden anderen Bände von Alena Schröder sehr gut gefallen haben.
Es ist wieder eine Familiengeschichte, eigentlich sind es zwei Familiengeschichten, die in zwei Handlungssträngen erzählt werden. Ich weiß nicht welcher Handlungsstrang mir besser gefallen hat. In der Gegenwart habe ich mich gefreut mehr über Hannah zu erfahren und mitzuerleben, wie sie damit umgeht, plötzlich ihrem Vater gegenüberzustehen. In der Vergangenheit hat mich die Geschichte von Marlen gefesselt. Wie sie auf Wilma trifft die sie adoptiert hat und im Malen ausgebildet hat.
Alena Schröder hat mit dieser Geschichte eine sehr schöne Fortsetzung ihrer Romanreihe veröffentlicht. Eigentlich steht jeder Roman für sich und kann auch unabhängig gelesen werden. Ich habe es aber genossen, die drei Roman nacheinander zu lesen.
Die Protagonisten sind gut in Szene gesetzt, wirkten sehr lebendig und waren mir auch schnell sympathisch. Der Schreibstil von Alena Schröder ist unkompliziert und flüssig. Die Sprache ist vielschichtig, je nach Charakter, Situation und Zeit wandelt sie sich von flippig bis situiert. „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel““ ist wieder ein ganz besonderer Roman von Alena Schröder. Eine Familiengeschichte so authentisch, tiefgründig und unterhaltsam erzählt. On man in einem weiteren Roman noch einmal auf Hannah trifft? Ich lasse mich überraschen.
Eine würdige Fortsetzung, die Lust auf mehr macht.
1945-1961 Güstrow
Wir erleben die Flucht von Marlen, die sich aus einer Familientragödie retten konnte, und anschließend Zuflucht in einem verlassenen Forsthaus findet. Wilma versteckt das 14-jährige Mädchen in der Schublade einer Bauernkommode vor den Russen. Im Anschluss nimmt die hagere Frau Marlen zu sich nach Hause in ihr Waldhaus. Sie adoptiert das Mädchen und weist sie in die Kunst der Malerei ein. Marlen zeigt viel Talent und hat ein Geheimnis. Damals, in der Schublade im Forsthaus, hat sie versehentlich ein kleines Bild beschädigt, das sie wieder reparieren möchte. Eine junge Frau, am Fenster stehend ...
2023 Berlin
In der Gegenwart erlebt Hannah einen großen Abschiedsschmerz, da ihre beste Freundin Rubi aus der gemeinsamen Wohnung in Berlin auszieht. Rubi erwartet von ihrem Freund Max ein Kind.
Zu ihrer größten Verwunderung meldet sich ihr leiblicher Vater, nachdem er jahrelang den Kontakt zu ihr gemieden hatte.
Alena Schröder bringt die Gefühle der Figuren wunderbar zum Ausdruck; ohne große Gefühlsduselei. Der coole Humor täuscht nicht über die innere Zerrissenheit von Hannah hinweg. Sei es die Unsicherheit gegenüber ihrem Vater oder das Verlassenheitsgefühl, nachdem ihre Freundin ausgezogen war.
Besonders Marlen geht einem ziemlich nahe. Sie trifft im Laufe der Geschichte eine Entscheidung, für die ich ihr sehr großen Respekt zolle. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich gehandelt hätte. Das Leben im Waldhaus war nicht immer leicht für Marlen, da sie nie ein selbstbestimmtes Leben führen konnte. Die alte, schrullige Burgel führte den Haushalt, und Marlen erstellte, nach genauen Anweisungen von der erblindenden Wilma, Bilder. Im Großen und Ganzen verlief das Leben der drei Frauen harmonisch. Nachdem Wilmas Mann aus der russischen Kriegsgefangenschaft zurückkehrte, hing der Haussegen schief.
Die Geschichte wirft viele Fragen auf, die nicht so einfach zu beantworten sind. Wie weit man sich der Familie verpflichtet fühlen muss oder ob man ein selbstbestimmtes Leben führen kann, ohne Rücksicht auf die Angehörigen. Selbst dann, wenn es sich um keine Blutsverwandten handelt.
Der Schreibstil enthält unverkennbar Frau Schröders Handschrift und hat mich wieder mal an die Seiten gefesselt. Alle Figuren sind gut gezeichnet und haben Erkennungswert. Hannahs Gedanken kommen sehr humorvoll und menschlich daher. Bei sämtlichen Situationen konnte ich sie sehr gut nachvollziehen und so manche Situationskomik hat mich zum lächeln gebracht.
Ich empfehle Euch das Buch, wenn ihr gerne Familiengeschichten lest, die wie mitten aus dem Leben gegriffen wirken. Nichts wird hier beschönigt – nichts unnötig dramatisiert. Diese Besprechung enthält nur einen kleinen Teil des Buches. Den Rest zu entdecken lohnt sich.
"Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid." "Bei euch ist es immer so unheimlich still." "Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel."
Diese drei Buchtitel klingen wie eine kleine Kurzgeschichte. Eine klare Empfehlung für alle drei Titel.
Ein herzliches Dankeschön geht an Alena Schröder und den Dtv-Verlag. "Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel" war aber noch nicht das Ende, oder? Ich wüsste wirklich sehr gerne, wie es mit Hannah weitergeht.