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Mein Unglück beginnt damit, dass der Stromkreis als Rechteck abgebildet wird: Eine Ermutigung
Hilft ja nix: Wir müssen den Härten und dem Leid der Menschen etwas entgegensetzen. Krieg, Armut, Faschismus, was alles noch. Jeder kann was tun, jeder. Was geben, wo helfen, so was. Verantwortung übernehmen. Wenn schon alles den Bach runtergeht, dann wenigstens in Würde, verdammte Axt.
Auf Literatur setzt kaum noch jemand ernsthaft und das nicht erst, seit Handys. Trotzdem hast du grad ein Buch in der Hand und überlegst, ob du es kaufen sollst. Es sind Reden drin. Findest du bescheuert, weil Reden hält man und basta.
Versteh ich. Hier trotzdem eine Liste, was du verpassen würdest:
* So circa zwanzig Mal das Wort „unwahrscheinlich“.
* Meinen Großonkel Stevo, der Ende 1990 sechs Richtige im Lotto erriet und direkt ertrank (gemeinsam mit einem Trompeter).
* Einen Stuhl in einem Hinterhof.
* Sprache, Mut, Zauberei.
* Thomas Bernhard (lebend).
* Eine Ringeltaube (tot).
* Den Satz: „Das Gegenteil von Tod ist Tun“.
* Mich, wie ich eine Häkelnadel in eine Steckdose -
Auf Literatur setzt kaum noch jemand ernsthaft und das nicht erst, seit Handys. Trotzdem hast du grad ein Buch in der Hand und überlegst, ob du es kaufen sollst. Es sind Reden drin. Findest du bescheuert, weil Reden hält man und basta.
Versteh ich. Hier trotzdem eine Liste, was du verpassen würdest:
* So circa zwanzig Mal das Wort „unwahrscheinlich“.
* Meinen Großonkel Stevo, der Ende 1990 sechs Richtige im Lotto erriet und direkt ertrank (gemeinsam mit einem Trompeter).
* Einen Stuhl in einem Hinterhof.
* Sprache, Mut, Zauberei.
* Thomas Bernhard (lebend).
* Eine Ringeltaube (tot).
* Den Satz: „Das Gegenteil von Tod ist Tun“.
* Mich, wie ich eine Häkelnadel in eine Steckdose -
160 pages, Hardcover
First published October 29, 2025
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Community Reviews
Displaying 1 - 30 of 66 reviews
November 2, 2025
Ich habe viele Reden gehalten in den letzten 20 Jahren zu verschiedensten Anlässen - Preise, Kongresse, Uwe feiert Hochzeit, SPD will Comeback feiern (die war wohl nicht so gut). Die meisten davon hatten nur das eine Leben, an dem Tag ihres Haltens, dann Game Over, ein paar sind noch mal gedruckt worden in einer Zeitung, aber wer liest schon Zeitung heutzutage, außer dein ehemaliger Deutschlehrer?
Die Idee war: Jene Reden, die eine Strahlkraft haben könnten über den Anlass hinaus, noch für immer mumifizieren hinter 22 EUR und Buchcover, wobei ich für den Preis nichts kann.
Bei der eigentlich einfach anmutenden Arbeit der Übertragung dann aber die Feststellung, dass ich die Reden in der Art und Weise, wie sie für den Anlass geschrieben worden waren, nicht einfach 1:1 bringen kann. Zu viele Insider hier, dann eine Anmerkung über etwas Aktuelles dort, das nicht mehr aktuell ist, dazu nicht wirklich gut gereifte Gedanken, die mir damals gut genug vorkamen, oder schlicht neue Ideen und Erkenntnisse.
Das führte dazu, dass ich die Reden sehr kräftig umrührte, Vieles neu formulierte, einigem widersprach, das mir damals selbstverständlich vorkam. Wieder andere Reden waren von der Wirklichkeit schon derart krass überholt (Ukraine), dass ich sie ganz rausnahm - kein Mensch braucht Texte, in denen einfach steht "I told you so".
Das Ergebnis sind also meine Überlegungen zu mir wichtigen Themen (von Empathie über Herkunft zur Bildungsgerechtigkeit oder auch zur Rolle von Kulturinstitutionen, von Recherche und von Thomas Bernhard), die so formuliert sind, dass man sich damit irgendwo auf eine Bühne hinstellen kann und die Anwesenden von der Wichtigkeit dieser Themen so überezeugen, das sie rausgehen und eine CDU-Zentrale lieb stürmen.
Warum nicht fünf Sterne: Einmal, weil ich rhetorisch viel bessere Texte zu eben diesen Themen kenne und da einfach nicht hinkomme (Jagoda Marinić, Mely Kiyak, Carolin Emcke). Und einmal auch, weil ich dann doch auch hier und dort eitel bin, mir im Spiel mit der Sprache "gut" vorkkomme und daher so Manches, was das Thema gar nicht so sehr berührt, schreibe, nur weil es pointiert formuliert ist. Quasi für die Gallerie.
Als nächstes dann wieder ein Roman!
Die Idee war: Jene Reden, die eine Strahlkraft haben könnten über den Anlass hinaus, noch für immer mumifizieren hinter 22 EUR und Buchcover, wobei ich für den Preis nichts kann.
Bei der eigentlich einfach anmutenden Arbeit der Übertragung dann aber die Feststellung, dass ich die Reden in der Art und Weise, wie sie für den Anlass geschrieben worden waren, nicht einfach 1:1 bringen kann. Zu viele Insider hier, dann eine Anmerkung über etwas Aktuelles dort, das nicht mehr aktuell ist, dazu nicht wirklich gut gereifte Gedanken, die mir damals gut genug vorkamen, oder schlicht neue Ideen und Erkenntnisse.
Das führte dazu, dass ich die Reden sehr kräftig umrührte, Vieles neu formulierte, einigem widersprach, das mir damals selbstverständlich vorkam. Wieder andere Reden waren von der Wirklichkeit schon derart krass überholt (Ukraine), dass ich sie ganz rausnahm - kein Mensch braucht Texte, in denen einfach steht "I told you so".
Das Ergebnis sind also meine Überlegungen zu mir wichtigen Themen (von Empathie über Herkunft zur Bildungsgerechtigkeit oder auch zur Rolle von Kulturinstitutionen, von Recherche und von Thomas Bernhard), die so formuliert sind, dass man sich damit irgendwo auf eine Bühne hinstellen kann und die Anwesenden von der Wichtigkeit dieser Themen so überezeugen, das sie rausgehen und eine CDU-Zentrale lieb stürmen.
Warum nicht fünf Sterne: Einmal, weil ich rhetorisch viel bessere Texte zu eben diesen Themen kenne und da einfach nicht hinkomme (Jagoda Marinić, Mely Kiyak, Carolin Emcke). Und einmal auch, weil ich dann doch auch hier und dort eitel bin, mir im Spiel mit der Sprache "gut" vorkkomme und daher so Manches, was das Thema gar nicht so sehr berührt, schreibe, nur weil es pointiert formuliert ist. Quasi für die Gallerie.
Als nächstes dann wieder ein Roman!
October 30, 2025
Wie toll können eigentlich Reden sein? Schon bei der ersten titelgebenden Rede vor Schüler*innen hatte ich abwechselnd Tränen in den Augen und musste lachen. Und das zieht sich durch viele dieser Texte: Ernsthaftigkeit, Trauer, neben Schalk im Nacken, Empathie, Phantasie. Ich mag sie alle, aber zwei stechen für mich besonders heraus: Die Geschichte einer nie stattgefundenen Rede (die auch mehr ein Bericht ist) mit Thomas Bernhard & Co in Graz (und das gefällt mir nicht nur, weil ich gerade in Graz war und den Schauplatz direkt vor Augen hatte); und zum anderen die Rede, in der ein Erzähler aus Fallensteller die Rede übernimmt, da der Autor gerade in den USA ist.
Fabelhaft! Habe mir direkt ein Ticket für die Lesung gekauft und freue mich darauf, wie Stanišić sie performt – also wie er vormals gehaltene Reden nun verschriftlicht vorliest. Verrückt irgendwie!
Fabelhaft! Habe mir direkt ein Ticket für die Lesung gekauft und freue mich darauf, wie Stanišić sie performt – also wie er vormals gehaltene Reden nun verschriftlicht vorliest. Verrückt irgendwie!
March 25, 2026
Einer der Gründe, warum ich seit letztem Jahr Mitglied der Büchergilde bin, ist, dass sie immer so tolle Saša Stanišić-Ausgaben verlegen. Habe ich mir seine Ausgaben in der Vergangenheit immer müßig selbst zusammengesucht und second hand ersteigert, beschloss ich letztes Jahr, den direkten Weg an die Quelle anzutreten und endlich Gilde-Mitglied zu werden. :>
Umso erfreuter war ich, als ich gesehen habe, dass Stanišićs neuestes Werk, eine Sammlung seiner Reden (gehaltene und ungehaltene), im Frühjahr 2026 ebenfalls von der Büchergilde verlegt wurde. Und mal ehrlich: Wie gut ist dieses Cover schon wieder? (iykyk)
Mein Unglück beginnt damit, dass der Stromkreis als Rechteck abgebildet wird versammelt Reden aus den Jahren 2017 bis 2024: Preisreden, Dankesreden, eine Poetikvorlesung, eine Eröffnungsrede – und eben auch Reden, die Stanišić nie gehalten hat, aber offenbar gerne einmal halten würde. Gemeinsam haben sie, dass sie viel mehr sind als das klassische "Vielen Dank für diesen Preis, ich fühle mich sehr geehrt"-Gedöns. Im Vorwort schreibt Stanišić:
Den Anfang macht "Rede an die Jugend: Mein Strom", die Stanišić anlässlich des Weilheimer Literaturpreises 2020 gehalten hat. Ausgangspunkt ist – wie sollte es anders sein – der Stromkreis aus dem Physikunterricht. Warum zum Henker wird ein Stromkreis als Rechteck dargestellt? Ist ein Kreis nicht ein Kreis? Aus diesem scheinbar vollkommen absurden Ärgernis entwickelt Stanišić Überlegungen über Sprache, Vereinfachung und darüber, wie wir uns die Welt erklären. Wie so oft bei Stanišić führt eine kleine Beobachtung plötzlich irgendwohin, wo man sie nicht erwartet hätte. Aus dem Stromkreis wird ein Nachdenken über Verbindungen, Unterbrechungen, Zufälle und darüber, welche Wege ein Leben nehmen kann.
Überhaupt sind Zufall und Biografie zwei große Konstanten dieses Buches. In seiner Poetikvorlesung "Recherche" erzählt Stanišić etwa von der Entstehung von seinem zweiten Roman:
In "Es gibt kein Wort für alle Wörter", seiner Festrede für MEGAFON, geht es um Sprache, Sprachförderung und die Frage, was passiert, wenn Menschen nicht über die Worte verfügen, die sie brauchen, um ihre Erfahrungen auszudrücken. Stanišić erzählt von seiner eigenen Familiengeschichte und wie seine Mutter ihre erste Zeit in Deutschland nach der Flucht aus Jugoslawien wahrgenommen hat: "Meine Mutter hatte dafür sogar ein eigenes Bild. Die Fucht und die erste Zeit in Deutschland hätten sich für sie so angefühlt, als würde sie auf einer riesigen Brache stehen und rufen, aber nur diejenigen, die ebenfalls auf der Brache herumgeistern, könnten sie hören. Die anderen stünden außerhalb und reagierten nicht: Die Deutschen."
Das ist ein unglaublich starkes Bild für Othering und Sprachlosigkeit – und gleichzeitig eines, das Stanišić nicht in der reinen Schwere stehen lässt. Denn genau da kommt wieder das Erzählen ins Spiel: Sprache kann Brücken bauen. Geschichten können Menschen erreichen, die sonst nicht zuhören würden.
Und dann gibt es die Reden, die sich noch expliziter mit gesellschaftlicher Verantwortung beschäftigen. In "Bedrängnisse Anderer", seiner Rede zur Verleihung des Wilhelm-Raabe-Literaturpreises 2024, geht es um die Frage, wie wir mit dem Leid anderer Menschen umgehen. Und in "Was musiziert ein Literaturhaus?", seiner Rede zur Eröffnung des Literaturhauses Göttingen, wird daraus fast ein literarisches Manifest.
Stanišić fragt, was ein Literaturhaus eigentlich tun kann, wenn die Welt gerade brennt: "Als Erwiderung auf das Grauen kommt oft 'Unfassbar' als Antwort oder 'Mir fehlen die Worte'. Ein Literaturhaus von heute findet Menschen, denen die Worte nicht fehlen, und lädt Erzähler ein, die das Unfassbare fassbar und vorstellbar werden lassen. Noch besser, wenn auch unmittelbar Betroffene zu hören wären. Wenn zusätzlich zur Erkenntnis auch Erlebnis eingeladen würde, um aus Ideen und Geschichten die Leitfrage zu formulieren: Was müssen wir, was können wir tun? Ein Literaturhaus spielt Zukunftsmusik. An uns im Publikum bleibt es, anzupacken. Literatur kann nicht Tempo 100 beschließen oder den Goldregenpfeifer in Deutschland wieder ansiedeln. Wer in einem brennenden Haus steht, braucht kein Gedicht über Flammen, sondern die Feuerwehr."
Mein persönliches Highlight ist und bleibt wohl die letzte Rede, "Sprache, Mut, Zauberei", seine Dankesrede zum Schubart-Preis der Stadt Aalen, den er für Fallensteller 2017 verliehen bekam. Denn hier erzählt Stanišić nicht einfach aus seiner eigenen Perspektive. Stattdessen übernimmt er die Perspektive der Figur Lada – und durchbricht dabei munter die vierte Wand. Es ist absurd, witzig und gleichzeitig ziemlich clever: "Ich hab mich erkundigt: Preisgeld muss man eigentlich versteuern, dann aber auch wieder nicht, wenn der Preis fürs Gesamtwerk verliehen wird. Also hab ich beschlossen, ich schreib nie wieder was." Hilarious.
Und natürlich steckt auch hier wieder dieses Spiel mit Literatur, Autor und Figur dahinter, das Stanišić so gut beherrscht. Überhaupt sind die ungehaltenen Reden für mich fast die spannendsten Texte des Bandes. Da gibt es beispielsweise "Die Weinprobe", eine Rede, die Stanišić irgendwann einmal in Graz halten möchte – "Anlass egal". Und allein diese Idee finde ich schon schreiend komisch. Stanišić, you're the man, man!
Vielleicht ist das mit den Stromkreisen ja tatsächlich ein bisschen wie mit Literatur: Man muss nicht immer genau wissen, warum alles so abgebildet wurde, wie es abgebildet wurde. Hauptsache, irgendwo fließt Strom.
Umso erfreuter war ich, als ich gesehen habe, dass Stanišićs neuestes Werk, eine Sammlung seiner Reden (gehaltene und ungehaltene), im Frühjahr 2026 ebenfalls von der Büchergilde verlegt wurde. Und mal ehrlich: Wie gut ist dieses Cover schon wieder? (iykyk)
Mein Unglück beginnt damit, dass der Stromkreis als Rechteck abgebildet wird versammelt Reden aus den Jahren 2017 bis 2024: Preisreden, Dankesreden, eine Poetikvorlesung, eine Eröffnungsrede – und eben auch Reden, die Stanišić nie gehalten hat, aber offenbar gerne einmal halten würde. Gemeinsam haben sie, dass sie viel mehr sind als das klassische "Vielen Dank für diesen Preis, ich fühle mich sehr geehrt"-Gedöns. Im Vorwort schreibt Stanišić:
Das Ziel einer Rede muss sein, dass das Publikum nicht nur die Häppchen im Foyer, sondern auch die Idee geschluckt hat und ermutigt wurde, sie weiter zu verbreiten, sich gar um ihre Umsetzung zu bemühen.Und genau das versucht Stanišić mit diesem Buch.
Den Anfang macht "Rede an die Jugend: Mein Strom", die Stanišić anlässlich des Weilheimer Literaturpreises 2020 gehalten hat. Ausgangspunkt ist – wie sollte es anders sein – der Stromkreis aus dem Physikunterricht. Warum zum Henker wird ein Stromkreis als Rechteck dargestellt? Ist ein Kreis nicht ein Kreis? Aus diesem scheinbar vollkommen absurden Ärgernis entwickelt Stanišić Überlegungen über Sprache, Vereinfachung und darüber, wie wir uns die Welt erklären. Wie so oft bei Stanišić führt eine kleine Beobachtung plötzlich irgendwohin, wo man sie nicht erwartet hätte. Aus dem Stromkreis wird ein Nachdenken über Verbindungen, Unterbrechungen, Zufälle und darüber, welche Wege ein Leben nehmen kann.
Überhaupt sind Zufall und Biografie zwei große Konstanten dieses Buches. In seiner Poetikvorlesung "Recherche" erzählt Stanišić etwa von der Entstehung von seinem zweiten Roman:
Für Vor dem Fest hielt ich mich immer wieder in einem Dorf in der Uckermark auf. Das Dorf hätte auch woanders sein können; reiner Zufall war es, dass ich nach Fürstenwerder gekommen war, wo ich in der ersten Minute meines Aufenthalts direkt gefragt wurde, ob ich ein Ausländer sei. So wusste ich auch direkt in der ersten Minute: Das ist mein Dorf.Gurl. Das ist einfach Stanišić in seiner Reinform. Und ich liebe ihn für diesen Sarkasmus. It's funny 'cause it's true. Er schafft es mit so wenigen Sätzen, so viel über Deutschland zu erzählen. Ohne dass es belehrend ist. Ohne dass es anstrengend wird. Er legt den Finger in die Wunde und man ist ihm noch dankbar, dass er genau das macht.
Geschichten haben zwar einen Ursprungsort, passieren aber Landesgrenzen einfacher, als das Menschen gelingt. Sie sind selbst ein wenig wie der vom Riesen geschleuderte Felsen – weitgereiste Wanderer, die dort, wo sie landen, auch bleiben, sofern man sie lässt. Sofern man sie erzählt.Und so kommen wir zu einem weiteren zentralen Thema von Stanišićs Reden, ja seinem gesamten Werk: Was kann Sprache?
In "Es gibt kein Wort für alle Wörter", seiner Festrede für MEGAFON, geht es um Sprache, Sprachförderung und die Frage, was passiert, wenn Menschen nicht über die Worte verfügen, die sie brauchen, um ihre Erfahrungen auszudrücken. Stanišić erzählt von seiner eigenen Familiengeschichte und wie seine Mutter ihre erste Zeit in Deutschland nach der Flucht aus Jugoslawien wahrgenommen hat: "Meine Mutter hatte dafür sogar ein eigenes Bild. Die Fucht und die erste Zeit in Deutschland hätten sich für sie so angefühlt, als würde sie auf einer riesigen Brache stehen und rufen, aber nur diejenigen, die ebenfalls auf der Brache herumgeistern, könnten sie hören. Die anderen stünden außerhalb und reagierten nicht: Die Deutschen."
Das ist ein unglaublich starkes Bild für Othering und Sprachlosigkeit – und gleichzeitig eines, das Stanišić nicht in der reinen Schwere stehen lässt. Denn genau da kommt wieder das Erzählen ins Spiel: Sprache kann Brücken bauen. Geschichten können Menschen erreichen, die sonst nicht zuhören würden.
Und dann gibt es die Reden, die sich noch expliziter mit gesellschaftlicher Verantwortung beschäftigen. In "Bedrängnisse Anderer", seiner Rede zur Verleihung des Wilhelm-Raabe-Literaturpreises 2024, geht es um die Frage, wie wir mit dem Leid anderer Menschen umgehen. Und in "Was musiziert ein Literaturhaus?", seiner Rede zur Eröffnung des Literaturhauses Göttingen, wird daraus fast ein literarisches Manifest.
Stanišić fragt, was ein Literaturhaus eigentlich tun kann, wenn die Welt gerade brennt: "Als Erwiderung auf das Grauen kommt oft 'Unfassbar' als Antwort oder 'Mir fehlen die Worte'. Ein Literaturhaus von heute findet Menschen, denen die Worte nicht fehlen, und lädt Erzähler ein, die das Unfassbare fassbar und vorstellbar werden lassen. Noch besser, wenn auch unmittelbar Betroffene zu hören wären. Wenn zusätzlich zur Erkenntnis auch Erlebnis eingeladen würde, um aus Ideen und Geschichten die Leitfrage zu formulieren: Was müssen wir, was können wir tun? Ein Literaturhaus spielt Zukunftsmusik. An uns im Publikum bleibt es, anzupacken. Literatur kann nicht Tempo 100 beschließen oder den Goldregenpfeifer in Deutschland wieder ansiedeln. Wer in einem brennenden Haus steht, braucht kein Gedicht über Flammen, sondern die Feuerwehr."
Mein persönliches Highlight ist und bleibt wohl die letzte Rede, "Sprache, Mut, Zauberei", seine Dankesrede zum Schubart-Preis der Stadt Aalen, den er für Fallensteller 2017 verliehen bekam. Denn hier erzählt Stanišić nicht einfach aus seiner eigenen Perspektive. Stattdessen übernimmt er die Perspektive der Figur Lada – und durchbricht dabei munter die vierte Wand. Es ist absurd, witzig und gleichzeitig ziemlich clever: "Ich hab mich erkundigt: Preisgeld muss man eigentlich versteuern, dann aber auch wieder nicht, wenn der Preis fürs Gesamtwerk verliehen wird. Also hab ich beschlossen, ich schreib nie wieder was." Hilarious.
Und natürlich steckt auch hier wieder dieses Spiel mit Literatur, Autor und Figur dahinter, das Stanišić so gut beherrscht. Überhaupt sind die ungehaltenen Reden für mich fast die spannendsten Texte des Bandes. Da gibt es beispielsweise "Die Weinprobe", eine Rede, die Stanišić irgendwann einmal in Graz halten möchte – "Anlass egal". Und allein diese Idee finde ich schon schreiend komisch. Stanišić, you're the man, man!
Vielleicht ist das mit den Stromkreisen ja tatsächlich ein bisschen wie mit Literatur: Man muss nicht immer genau wissen, warum alles so abgebildet wurde, wie es abgebildet wurde. Hauptsache, irgendwo fließt Strom.
November 11, 2025
Trost, Hoffnung, Witz, und das, ohne die Augen davor zu verschließen, in welch miserablem Zustand unsere Gesellschaft und die ganze Welt sind. Das kann niemand so gut wie Saša Stanišić. Ein Stern Abzug, weil ich mir jetzt endlich einen neuen Roman wünsche!
October 29, 2025
Wie viele Schüler, müsste Ich in der Oberstufe "Herkunft" lesen. Ich hab es nicht gemacht, weil wer will schon das lesen, wozu er gezwungen wird. Ich wollte lieber meine Fantasy Romane lesen. Trotzdem habe ich eine 2 auf die Arbeit bekommen. Jetzt, Jahre später, studiere ich Literaturwissenschaft und lese freiwilig Saša Stanišić, weil ich mich selbst dafür entschieden habe (und eine Freundin seine Werke liebt). Als jemand mit serbischen Wurzeln, hat meine Mutter und meine Großmutter mir nie etwas über die grauenhafte Geschichte erzählt, die meine eigene Herkunft prägt (Deutsch/Serbisch ist historisch eine ganz schlechte Kombi), doch durch Stanišić fühle ich selbst auch eine Verbundenheit zu etwas, was ich nie erlebt habe.
Er schreibt persönlich, er schreibt verletzlich und trotzdem irgendwie witzig. So, als würde dein Onkel von seinem Leben erzählen. Ich werde niemals dazu im Stande sein, nachempfinden was in Jugoslawien passiert ist und das muss ich auch gar nicht. Stanišićs Erzählungen verknüpfen persönliche Erlebnisse mit den großen Fragen des Lebens. Sie machen einen nachdenklich, regen einen dazu an sein Leben vielleicht etwas mehr zu genießen und zu wertschätzen. Ich musste mehrfach in diesem Buch weinen. Unter anderem während ich das Leseexemplar auf der Arbeit gelesen hatte und meine Chefin mich danach in den Arm genommen hat. Alles an Stanišićs Erzählungen ist so real. Und sie geben mir Hoffnung. Hoffnung, dass es einen Lichtblick am Ende jeder Katastrophe gibt.
Lieber Herr Stanišić, bitte hören sie niemals auf zu schreiben, auch wenn es ein paar Jahre dauert bis Schüler ihre Bücher lesen.
Er schreibt persönlich, er schreibt verletzlich und trotzdem irgendwie witzig. So, als würde dein Onkel von seinem Leben erzählen. Ich werde niemals dazu im Stande sein, nachempfinden was in Jugoslawien passiert ist und das muss ich auch gar nicht. Stanišićs Erzählungen verknüpfen persönliche Erlebnisse mit den großen Fragen des Lebens. Sie machen einen nachdenklich, regen einen dazu an sein Leben vielleicht etwas mehr zu genießen und zu wertschätzen. Ich musste mehrfach in diesem Buch weinen. Unter anderem während ich das Leseexemplar auf der Arbeit gelesen hatte und meine Chefin mich danach in den Arm genommen hat. Alles an Stanišićs Erzählungen ist so real. Und sie geben mir Hoffnung. Hoffnung, dass es einen Lichtblick am Ende jeder Katastrophe gibt.
Lieber Herr Stanišić, bitte hören sie niemals auf zu schreiben, auch wenn es ein paar Jahre dauert bis Schüler ihre Bücher lesen.
April 26, 2026
kann man lesen
October 26, 2025
Mein erstes Buch nach Stex-Lernphase! Bald Ärztin, jetzt erstmal Auf-mein-Leben-wieder-klarkommer-in! Hvala Saša für die Ermutigung, die ich brauchte, weil auch mal barmherzige Sozialarbeiter:innen den Stein ins Rollen bringen für Jugo-Literatur-Mäuse wie dich und ich dachte, wird nichts mit Staatsexamen wegen 3. Weltkrieg! Weltkrieg kommt vielleicht trotzdem, aber gerade bin ich auf jeden Fall entspannter!
October 30, 2025
Denke ich an Reden, habe ich eine nahezu körperliche Reaktion der Langeweile. Aber interessant: Mit „Mein Unglück beginnt damit, dass der Stromkreis als Rechteck abgebildet wird“ liefert der Autor den Beweis, dass unsere Gedanken nicht immer die Wirklichkeit abbilden und dass meine Vorstellung von einer Rede nichts mit einer tatsächlichen Rede gemein haben muss. Erst recht nicht, wenn es sich beim Redner um den so wortgewaltigen wie sprachverspielten Saša Stanišić handelt.
„Literatur lebt von der Erwartung, dass aus einer Erfindung eine Empfindung entsteht“, schreibt er auf Seite 134. Und wie schön, dass diese Erfindungen unsere Empfindungen verändern können und ich beim Wort Rede nun nicht mehr an langatmige und langweilige Laudatios alter Herren denke, sondern an die aufmunternden, berührenden, intelligenten, lustigen, Empathie- und Hoffnung erzeugenden Worte Stanišićs.
Man möge ihm noch jede Menge Preise verleihen, damit er viele weitere Reden solcher Art verfasst.
„Literatur lebt von der Erwartung, dass aus einer Erfindung eine Empfindung entsteht“, schreibt er auf Seite 134. Und wie schön, dass diese Erfindungen unsere Empfindungen verändern können und ich beim Wort Rede nun nicht mehr an langatmige und langweilige Laudatios alter Herren denke, sondern an die aufmunternden, berührenden, intelligenten, lustigen, Empathie- und Hoffnung erzeugenden Worte Stanišićs.
Man möge ihm noch jede Menge Preise verleihen, damit er viele weitere Reden solcher Art verfasst.
March 12, 2026
leuchtet einander die wegränder gebührend aus. das war mein lieblingssatz. es sind aber auch sehr viele andere gute sätze drin!
March 21, 2026
Hätte nie gedacht, dass ich mal so eine werde, die Reden liest und dabei sogar freiwillig und das auch noch gut findet und viel dabei nachdenkt. Danke für die Gedankengespräche, Saša
December 10, 2025
Ich fühle mich schon ein bisschen ermutigt, deswegen 5 Sterne. Aber ganz schöner Kliffhanger - was ist denn jetzt mit dem Stuhl?
November 2, 2025
Einfach mein liebster Fabulierer🥹🤩
February 20, 2026
ein saša stanišic buch macht irgendwie immer bissi glücklich.
January 21, 2026
Alle Bücher von Saša sind für mich einfach unbeschreiblich.. Liebe seine Schreibart, seinen Witz und seine Stilmittel. Das Buch war voller Reden und die habe ich auch geliebt 🩷
December 24, 2025
Stanišić kann alles veröffentlichen was er möchte, ich kauf es. Eine Sammlung seiner Reden? Warum nicht, es war einfach nur ein Genuss, sich hier durchzulesen. Sein Schreibstil ist ein Segen, er sagt so viel mit so wenigen Worten, wie z. B. hier:
„Es gibt im Bosnischen das Wort merak. Es beschreibt eine wegen kleinen Dingen sich einstellende Zufriedenheit. Dieses Wort gibt es im Deutschen nicht.“
„Es gibt im Bosnischen das Wort merak. Es beschreibt eine wegen kleinen Dingen sich einstellende Zufriedenheit. Dieses Wort gibt es im Deutschen nicht.“
Read
March 26, 2026Manchmal schön, manchmal traurig, oft lustig, immer bedacht!
Es gibt viele Passagen, die ich erwähnen könnte um zu beschrieben wie lesenswert diese Sammlung ist.
Hier also nur einen meiner Lieblingsstellen:
“Ich bin fest davon überzeugt, dass ein Literaturhaus mehr wollen sollte als Bildungsbürgerbühne sein mit angeschlossenem Weinausschank.”
Wenn man die Arroganz der “gebildeten” erlebt und in deren geschwollenes Ein-Glas-Rotwein-Am-Tag-Gesicht geschaut hat, hallt dieser Satz heftig nach.
Es gibt viele Passagen, die ich erwähnen könnte um zu beschrieben wie lesenswert diese Sammlung ist.
Hier also nur einen meiner Lieblingsstellen:
“Ich bin fest davon überzeugt, dass ein Literaturhaus mehr wollen sollte als Bildungsbürgerbühne sein mit angeschlossenem Weinausschank.”
Wenn man die Arroganz der “gebildeten” erlebt und in deren geschwollenes Ein-Glas-Rotwein-Am-Tag-Gesicht geschaut hat, hallt dieser Satz heftig nach.
December 26, 2025
Ich finds schwierig diesem Buch ein Rating in Sterne zu geben, da es sich um gesammelte Dankesreden bezüglich Buchpreisen o.ä. handelt.
Insgesamt sind es spannende Gedanken und Ideen, die schön formuliert und gut durchdacht sind und definitiv Lust auf mehr und vielleicht etwas andere Literatur des Autors machen - deshalb eine klassische 4/5.
Insgesamt sind es spannende Gedanken und Ideen, die schön formuliert und gut durchdacht sind und definitiv Lust auf mehr und vielleicht etwas andere Literatur des Autors machen - deshalb eine klassische 4/5.
October 29, 2025
4.5 Die letzte Rede war natürlich meine Liebste, weil ich immer gern nach Fürstenfelde zurückkehre.
January 1, 2026
Bisschen übergeschnappt, aber geil. Glück gehabt.
February 27, 2026
Viel Gutes dabei. Manchmal sehr Gutes.
November 10, 2025
witzig, kurzweilig, und doch manchmal ein Hieb in die Magengrube. eigentlich perfekte reiselektüre
September 29, 2026
„Literatur lebt von der Erwartung, dass aus einer Erfindung eine Empfindung entsteht.
Hinter unserem Haus, auf dieser Brache, da ist ein Stuhl. Korbgeflochten, weiß und blau. Es regnet auf den Stuhl und schneit. Einen Weg auf die Brache kenne ich nicht.
Bevor der Stuhl in mein Leben kam, habe ich meinen ersten Espresso im Bett getrunken, mit Susanne und mit apokalyptischen Gedanken. Das war es wohl, habe ich gedacht, es geht mit allem zu Ende. Mit Eisbären geht es zu Ende, mit Inselvölkern, mit Trinkwasser und Mais und Urwäldern, mit Literatur und auch mit Marbach geht es zu Ende, mit dir, mit Susanne, mit mir, mit allen Dingen geht es bald zu Ende.
Seit der Stuhl da ist, denke ich: Der Stuhl wird bleiben.
Literatur lebt von der Erwartung, dass man auch ein bisschen unterhalten wird, bitte.“
Ein Mutmacher.
Hinter unserem Haus, auf dieser Brache, da ist ein Stuhl. Korbgeflochten, weiß und blau. Es regnet auf den Stuhl und schneit. Einen Weg auf die Brache kenne ich nicht.
Bevor der Stuhl in mein Leben kam, habe ich meinen ersten Espresso im Bett getrunken, mit Susanne und mit apokalyptischen Gedanken. Das war es wohl, habe ich gedacht, es geht mit allem zu Ende. Mit Eisbären geht es zu Ende, mit Inselvölkern, mit Trinkwasser und Mais und Urwäldern, mit Literatur und auch mit Marbach geht es zu Ende, mit dir, mit Susanne, mit mir, mit allen Dingen geht es bald zu Ende.
Seit der Stuhl da ist, denke ich: Der Stuhl wird bleiben.
Literatur lebt von der Erwartung, dass man auch ein bisschen unterhalten wird, bitte.“
Ein Mutmacher.
March 3, 2026
„Sprache, Mut, Zauberei“ fasst eigentlich alles zusammen. Saša Stanišić ist ein mutiger Sprachzauberer. Er verpackt Wahrheiten in Geschichten die mich mal amüsiert mal wütend zurück lassen (oft beides), aber immer irgendwie hoffnungsvoll. Hoffnungsvoll scheint es mir auch schon allein, dass jemand überhaupt so schreibt und dafür Preise gewinnt und dann solche Reden hält und die dann in so einem Buch veröffentlicht. Danke.
July 31, 2026
Eine verspätete Review again, upsi.
Ich finde den Ton und die Haltung und den Charme seeehr sympathisch & habe mir manchen Input auch markiert. Ich möchte jetzt mal einen Roman von ihm lesen. Nur von einer Redensammlung kann ich irgendwie nicht so krass intrigued werden, egal wie gut sie sind. Ist also dem Format „geschuldet“.
Ich finde den Ton und die Haltung und den Charme seeehr sympathisch & habe mir manchen Input auch markiert. Ich möchte jetzt mal einen Roman von ihm lesen. Nur von einer Redensammlung kann ich irgendwie nicht so krass intrigued werden, egal wie gut sie sind. Ist also dem Format „geschuldet“.
September 5, 2026
Ich war im August auf einer Lesung von Saša Stanišić zu diesem Buch und kann es wirklich nur jedem empfehlen diesen Mann einmal live zu sehen. Die Reden in Mein Unglück beginnt damit, dass der Stromkreis als Rechteck abgebildet wird sind natürlich auch so lesenswert, aber Teile davon persönlich vorgetragen bekommen zu haben hinterlässt einen ganz anderen, tieferen Eindruck.
Es ist schon eine Kunst diese bewegenden, teilweise wirklich traumatischen Themen mit so viel Witz und Leichtigkeit zu paaren und dabei immer positiv in die Zukunft zu blicken.
Es ist schon eine Kunst diese bewegenden, teilweise wirklich traumatischen Themen mit so viel Witz und Leichtigkeit zu paaren und dabei immer positiv in die Zukunft zu blicken.
March 20, 2026
Ich liebe einfach Saša Stanišić, er ist so eine silly goofy und traurige Maus
February 18, 2026
Ich brauchte mal wieder etwas Nachdenkliches, das trotzdem ermutigend, mitunter tränenlustig ist – ich wurde nicht enttäuscht! Eine Sache muss ich als Mathemat, der auch mal Lehramt studiert hat, aber loswerden. Die Sache mit dem Stromkreis hat doch eine offensichtliche Lösung: "Kreis" ist mehrdeutig zwischen circuit (struktureller Begriff, muss geschlossen sein) und circle (geometrischer Begriff, muss rund sein). Hat Saša Stanišićs Physiklehrer im (Mathe-)Studium nicht aufgepasst? Haben die Lehramtsstudis damals™ doch nicht so viel lernen™ müssen wie die faulen™ Studis von heute™?
January 26, 2026
Reden lesen?
Ja, kann man , wenn sie nicht nur gesprochen werden! Diese machen sogar Spaß und sind emotional berührend und inspirierend!
Ich hätte auch 5 Sterne vergeben können, wenn ich nicht so stur wäre und das Genre nicht „eigentlich“ nicht mag …
Ja, kann man , wenn sie nicht nur gesprochen werden! Diese machen sogar Spaß und sind emotional berührend und inspirierend!
Ich hätte auch 5 Sterne vergeben können, wenn ich nicht so stur wäre und das Genre nicht „eigentlich“ nicht mag …
November 9, 2025
Großartige Reden, die nicht nur unterhaltsam sind, sondern auch bedeutasam!
Besonders zu empfehlen auch das Hörbuch, von Stani selbst gelesen!
Besonders zu empfehlen auch das Hörbuch, von Stani selbst gelesen!
December 28, 2025
Ich muss Herkunft rereaden (und vielleicht Wolf Haas?)
Displaying 1 - 30 of 66 reviews































