In seinem satirischen Sachbuch-Debüt »Alpha-Boys« geht Comedian Aurel Mertz dorthin, wo wenig geweint und noch weniger gelacht zu den Brutstätten der neuen Männlichkeit.
Theoretisch dürfen Männer sich die Fingernägel lackieren und müssen Konflikte nicht mit den Fäusten regeln. Doch so ganz scheint es dem Y-Chromosom nicht zu behagen, weshalb der Trend für junge Männer heute wieder zum traditionellen Rollenbild geht.
Aurel Mertz, selbst Mann, ist davon komplett Warum nach Muskeln und Krypto-Geld streben, statt die Freiheiten einfach anzunehmen? Was hat uns so verletzt, dass wir Einsamkeit und emotionale Verrohung suchen? Worin unterscheiden sich Alphas eigentlich von Betas und Sigmas? Und was haben Trump, Putin und sogar Friedrich Merz damit zu tun?
Allein unter Männern – ein Horrortrip durchs Patriarchat im Endstadium
In »Alpha-Boys« begibt sich Aurel Mertz auf eine Reise durch die Manosphere und sucht all jene Orte auf, an denen die Männerseele leidet, aber auch Leid und Misogynie verbreitet. Mit seinem unverwechselbaren Humor findet er Antworten in Verletzlichkeit, im Kapitalismus und sogar im indonesischen Dschungel.
Aurel Mertz umreizt viele Themen in diesem Buch, sei es die Red Pill Kultur, seine Anfangszeit in der Öffentlichkeit oder auch das Bro Camp auf Bali - welches er besucht und dementsprechend gegen Ende viel drüber spricht. Einige seiner Ansätze fand ich als Frau lustig und gut, andere Äußerungen sind mir etwas aufgestoßen. Aber vielleicht ist auch genau das sein Ziel gewesen, ungemütlich zu sein und Grenzen zu testen. Wenn ja, ist es ihm gelungen. Ich bin mir nach vollendung des Hörbuches noch immer nicht ganz sicher, ob ich Teil der angedachten Zielgruppe bin oder nicht. Aber auf jeden Fall ein Buch was sich mit Männlichkeit und dem Patriarchart aus einer Perspektive beschäftigt, die mir neu ist und meinen Horizont erweitert hat.
Danke an Netgalley, den Verlag und den Autor für das Rezensionsexemplar des Hörbuchs!
Mit Humor und Scharfsinn seziert Aurel Mertz die vergangenen und aktuelle Entwicklungen des Patriarchts, die Menosphere, das Bro-Tum, den Stoizismus, die Tech-Bros, Incells und co. Er nimmt dabei die Pseudomännlichkeit und die Angst davor als Schwul wahrgenommen zu werden (no-homo) genau so auf die Schippe, wie die die Fixierung auf Bodycoint, Körperkult, Pseudo-Männlichkeit und die Ursprünge der Misogynie. Erstaunlich detailliert und erfrischend humoristisch hbd direkt seziert er die Entwicklungen. Definitiv ein Must-Read für alle, insbesondere für jene Subjekte die dem Männlichkeitswahn verfallen sind.
Sehr kurzweilig und unterhaltsam, regt aber natürlich gleichzeitig auch zum Denken an. Nichts war für mich neu, dass es von einem (jungen) Mann kommt ist aber super wichtig und ich hoffe, dass es die richtigen Leute erreicht. Würde fast gerne noch einen halben Stern mehr geben für die süße Katzengeschichte hinter dem Cover.
Ich gehöre nicht zur Zielgruppe, daher konnte mich das Buch und der satirische Schreibstil nicht abholen. Sein Potenzial liegt jedoch klar darin, relevante Themen auf eine Weise zu vermitteln, die neue Menschen erreicht.
Mindset, Moneten, Muskeln: Maskulinität ist wieder in. Aurel Mertz schreibt über die neue Generation an jungen Männern. Analytisch und mit bitterbösen Zunge erkundet er die Zonen der sogenannten Alphas. Hat mir sehr gut gefallen!