Gabriel Kerguelen has lived in Australia since 2011, in Perthâone of the most isolated major cities in the world. His professional career has taken him across the globe, from Finland to New Zealand, within the aerospace and high-technology industries.
A lifelong science-fiction reader influenced by authors such as Greg Bear, Stephen Baxter, and Robert Silverberg, he blends scientific rigor with strong narrative drive in his novels.
With the Uluru trilogy, he develops a hard science-fiction cycle at the crossroads of biology, consciousness, and space exploration
Joaquim hat eigentlich fĂŒr sein Leben ausgesorgt und ist glĂŒcklich. Seine Ehe zu Jeanette hĂ€lt seit mehr als zwanzig Jahren, gemeinsam hat das Paar zwei Kinder und ein Haus am Stadtrand. Er hat eine sichere Stelle als Direktor eines Genetik-Labors. Ja, eigentlich könnte das Leben nicht besser sein. Bis sein Freund Greg ihn nach Australien einlĂ€dt und Joaquim dort Bekanntschaft macht mit den Blue Bellys, einer seltenen Spinnenart, deren gesponnene Seide und ihr Biss besondere Wirkungen hat.
ZurĂŒck in Frankreich beginnt Joaquim die Seide zu analysieren - und zu benutzen, und plötzlich ist sein so leichtes, bequemes Leben alles andere als gesichert ...
Ich gehöre seit meiner Kindheit zu den wirren, die KlartrÀume haben. Zur ErklÀrung: KlartrÀume sind anders als luzides TrÀumen, man ist sich nicht bewusst, dass man trÀumt, steckt in seinem eigenen Körper, scheinbar, und trÀumt etwas, woran man sich auch nach dem Erwachen klar und deutlich erinnern kann - und manchmal lassen einen diese TrÀume nie wieder los.
Ich muss so Mitte 20 gewesen sein, als ich diesen Traum hatte, denn ich weià noch, dass mein Vater noch lebte. Was ich trÀumte, dass es mich seither nie wieder losgelassen hat? Ich trÀumte, ich sei in einem Space-Shuttle und sÀhe dort aus dem Fenster auf die Erde hinaus. Und dieses Bild von der Erde, wie sie in der Finsternis des Alls schwebt mit ihren eindringlichen Farben, dem azurblau und dem Weià der Wolken, der tiefschwarzen HÀlfte, auf der man aber dennoch LichterbÀnder ausmachen kann, das brannte sich in mein GedÀchtnis und ich erinnere mich bis heute daran, als sei ich tatsÀchlich in einem Space-Shuttle im All geflogen - was ich definitiv nie bin.
Ein solches Bild ist dermaĂen eindringlich, dass es sich geradezu ins Hirn brennt. Diese kleine blaue Murmel mitten im Stockfinsteren, diese eindringlichen Farben. Als ich damals aufwachte, weinte ich, und, ehrlich gesagt, jetzt dies niederzuschreiben, worĂŒber ich noch nie mit irgendjemandem geredet habe, um nicht fĂŒr verrĂŒckt erklĂ€rt zu werden, treibt wieder ein wenig FlĂŒssigkeit in meine Augen.
Die Spinnenseide in Uluru hat zumindest auf einen der Protagonisten den gleichen Effekt, nur ohn Space-Shuttle. Er erlebt Astral-Reisen und begibt sich immer wieder ins All, erforscht die Venus und hilft der ESA/NASA bei einem Problem mit den Solarsegeln der Mars-Expedition. Etwas, wofĂŒr er in ErklĂ€rungsnot kommt und er an einer Stelle sicher bereut.
Aber, wie der Autor schrieb: Was wĂŒrdest du tun fĂŒr das perfekte Schlaf- und Schmerzmittel, die perfekte Heilung und die VerjĂŒngungskur, die einen Menschen 10 Jahre jĂŒnger aussehen lĂ€sst? Vielleicht sogar ein Mittel, das Krebs heilen kann? WĂŒrdest du es schlucken und die Nebenwirkungen, so wie Joaquims Astral-Reisen, in Kauf nehmen? Wenn du durch die Einnahme mehr oder weniger sofort abhĂ€ngig werden wĂŒrdest von diesem Mittel, wĂŒrdest du es nehmen, um dein Leben zu retten?
Diese und mehr Fragen stellte Joaquim sich im Verlauf des Romans, auch wenn er selbst bereits in der AbhĂ€ngigkeit gefangen ist. Mit seiner Kollegin will er das Gen, das die Sucht auslöst, isolieren, doch dadurch verliert die kĂŒnstliche Seide ihre heilende Wirkung. Ăberhaupt scheint die ganze Synthesierung an einer Stelle vom Pech verfolgt.
Und dann sind da noch CIA und HomelandSecurity, die ihm nach dem Geheimnis trachten, wie es ihm gelungen ist, den richtigen Tipp fĂŒr das Solarsegel zu geben. Ein Leck? Steht er in Kontakt mit den Russen oder gar den Chinesen (wir wissen ja, wie gern die PlĂ€ne und Ingenieure der USA fĂŒr ihre Zwecke einsetzen). Und als wĂ€re das noch nicht genug, hĂ€ngt ihm auch noch mit JK ein halbseidener Krimineller ohne Gewissen im Nacken, dem er einen Bericht ĂŒber die Seide versprochen hat, dann aber aus Gewissensbissen kneift.
Der Roman beginnt ein wenig zÀh. Doch durch die ersten Seiten durchgekÀmpft entfaltet sich ein Thriller, wie ich ihn lange nicht mehr gelesen habe. RealitÀt und Fiktion scheinen im Verlauf immer weiter zu verweben, vor allem, wenn es um die Handlung rund um Joaquim geht. Die anderen Protagonisten, Christian, JK, Greg und Jeanette, erleben ihren eigenen Abstieg in den Wahnsinn, die nicht minder eindringlich geschildert werden.
Der Roman hĂ€tte noch einmal Korrektur gelesen werden sollen vor der Veröffentlichung. Zumindest mein eBook enthielt eine Menge Satz-, Druck- und Wortfehler. Man kann die meisten relativ einfach ausblenden, doch einige bringen den Lesefluss deutlich ins Stolpern, was schade ist, denn dieses Buch hat sich bei mir von Null auf Hundert geschossen. Mein neues Jahreshighlight bislang. Man merkt, Kerguelen hat eine Geschichte zu erzĂ€hlen und erzĂ€hlt sie auch knallhart und ohne Kompromisse. Und gerade die letzten 50 Seiten sind einfach nur Action pur und alles scheint sich zu ĂŒberschlagen, doch der Sinn bleibt erhalten. Doch ich möchte warnen, es ist der erste Teil einer Trilogie und endet zwar nicht unbedingt auf einen Cliffhanger, aber doch sehr böse, denn man möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht.
Ein mehr als gelungener Thriller. Dieses Buch ist ein Suchtmittel, so wie die Spinnenseide, ĂŒber die es berichtet. Grandioser Auftakt einer Reihe, die ich sicherlich im Auge behalten werde.
Amazing! The attention to detail throughout the book and the amount of research that must have been done was awesome. Kinda similar idea to Limitless story, the potential to unlock the human mind but with every great thing there is a drawback, is the utter dependency worth it?