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Klassengesellschaft akut: Warum Lohnarbeit spaltet - und wie es anders gehen kann

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Die da oben, wir hier unten – in dieser griffigen Formel kommt das Grundgefühl einer neuen Klassengesellschaft zum Ausdruck, in der Solidarität ein Fremdwort zu sein scheint. Die Soziologin Nicole Mayer-Ahuja zeigt, wie sich Arbeit im Kapitalismus der Gegenwart verändert, wie Spaltungslinien zwischen Lohnabhängigen vertieft werden – und wo Potentiale liegen, um Unterschiedlichkeit und Konkurrenz zu überwinden und für gemeinsame Interessen einzutreten.

Mayer-Ahuja beschreibt die sich vertiefende Kluft zwischen Arbeit und Kapital, aber auch zwischen verschiedenen Beschäftigtengruppen. Deren Arbeits- und Lebensbedingungen haben sich so polarisiert, dass manche Lohnabhängige auf Kosten anderer abgesichert Stammbelegschaften grenzen sich in Unternehmen von Randbelegschaften ab, prekäre Hausangestellte kompensieren die flexiblen Arbeitszeiten von «Hochqualifizierten», Frauen und migrantische Beschäftigte arbeiten überproportional im Niedriglohnsektor etc. Mit Blick auf prekäre Jobs und qualifizierte Festanstellungen fragt das Buch, welche Erfahrungen verschiedene Gruppen von Arbeitenden verbinden. Die Angst vor Arbeitsplatzverlust, steigender Leistungsdruck, Fremdbestimmung und mangelnder Einfluss auf die eigene Arbeitssituation, aber auch die Konfrontation selbst Festangestellter mit der prekären Lage ihrer Kinder oder Partnerin können Ohnmacht schüren. Oder als Ansatzpunkte für Solidarisierung dienen. Ein Buch, das zum Aufbruch in eine gerechtere Gesellschaft anregt.

348 pages, Kindle Edition

Published September 18, 2025

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Nicole Mayer-Ahuja

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Profile Image for Anna.
18 reviews
February 18, 2026
Die Wahrnehmung unserer Gesellschaft als Klassengesellschaft ist aktueller denn je. Die Vorstellung einer „nivellierten Mittelstandsgesellschaft“, in der Klassengegensätze keine Rolle mehr spielten, erscheint angesichts wachsender sozialer Ungleichheit überholt. Ebenso fragwürdig ist der Glaube an einen allgemeinen „Fahrstuhleffekt“, der suggeriert, dass steigender Wohlstand allen gleichermaßen zugutekommt.
Nicole Mayer-Ahuja untersucht in ihrem Buch, was „Klasse“ unter gegenwärtigen Bedingungen bedeutet. Im Zentrum steht die Frage, was jene verbindet, die lohnabhängig sind und ihre Arbeitskraft verkaufen müssen. Dabei richtet sie den Blick insbesondere auf mögliche Solidarisierungspotenziale: Unter welchen Bedingungen nehmen sich Lohnabhängige als soziale Gruppe mit gemeinsamen Interessen wahr; Interessen, die denjenigen von Unternehmen und Management strukturell entgegengesetzt sind?

Zugleich analysiert sie bestehende Bruchlinien innerhalb der lohnabhängigen Klasse (Geschlecht, Migration, prekäre Beschäftigung)und fragt, wie diese gezielt genutzt werden, um Solidarität zu unterminieren sowie Konkurrenz und Spaltung zu fördern. Mayer-Ahuja legt damit eine scharfsinnige Analyse jener politischen und betrieblichen Strategien vor, die Solidarisierungspotenziale schwächen und infolgedessen die kollektive Verhandlungsmacht von Lohnabhängigen untergraben.
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