Auf Geschichten, die Fantasy, Liebe und Mythen und Sagen beinhalten, bin ich immer sehr gespannt, weil mich solche Geschichten immer wieder begeistern können. Deshalb habe ich mich auch sehr gefreut, dieses Buch lesen zu dürfen.
Dass Alice aufwacht und einfach eine andere Sprache spricht, finde ich eine richtig klasse Idee. Somit fing das Buch gleich spannnd an, da man genauso wenig wusste, was passiert ist, wie die Protagonistin selbst. Alice ist eine wirklich sympathische Protagonistin. Bei ihr glaubt man, dass sie 18 Jahre alt ist, sie ist nicht zu kindlich und nicht zu erwachsen. Sie hat zwar auch diese "weibliche Protagonistin erfährt vom männlichen Protagonisten, was los ist"-Ausraster, aber ganz ehrlich: das war schon berechtigt.
Dass das Buch zum größten Teil in Irland spielt, fand ich auch sehr spannend, da ich noch nie etwas über Irland gelesen habe und immer gespannt auf neue Orte bin - auch in Büchern. Die Autorin hat hier viel Liebe in die Beschreibung gesteckt, man konnte jeden Ort quasi vor sich sehen. Auch die Mythen und Sagen, die mit Irland einhergehen kamen nicht zu kurz. Und das auf eine Art, die nicht wirkte wie Geschichtsunterricht, sondern echt interessant. Fantasy kam in diesem Buch noch nicht viel vor, allerdings ist es ja auch der Auftakt zu einer Trilogie und da kann der Einstieg meinetwegen auch ein bisschen länger sein. Dafür stimmte alles andere. Ich mochte die Protagonisten, die Orte, die Idee hinter der Geschichte und das ganze Drumherum. Die Liebesgeschichte war auch glaubhaft und so schön es dann auch war, wurde hier nicht die Problematik der Geschichte vergessen, denn Alice muss sich immer wieder fragen, wessen Gedanken sie denn nun in ihrem Kopf hat. Da stellt sich die Liebesgeschichte berechtigterweise als kompliziert heraus. Fantasy kommt ja selten ohne irgendwelche Wesen aus. Ich sage jetzt nicht, um welche es sich gehandelt hat, aber ich habe mich einfach so gefreut. Ich mag diese Wesen und bin gespannt, wie die Geschichte damit weitergeht. Denn man stelle sich vor, man wacht auf und spricht plötzlich eine neue Sprache und kann sich an Dinge erinnern, an die man sich eigentlich gar nicht erinnern kann und sollte. Immer wieder kamen zwischendurch kurze Flashbacks, die zeigten, woran sich Alice plötzlich erinnern kann. Und nach und nach setzte sich so die Geschichte zusammen, sodass man diese Aha-Momente hatte. Und dieses Ende! Wer einen richtig fiesen Cliffhanger sucht, ist hier genau richtig.
Da es sich bei diesem Buch um einen Indie-Roman handelt, muss auch gesagt werden, dass es sich sehr gut lesen lässt. Man merkt, dass die Autorin sich Gedanken gemacht hat was sie schreibt und wie sie es schreibt. Für Fantasy/Mystery/Jugendbuch-Fans ist dieses Buch also wirklich eine Empfehlung. Ich habe mich gut aufgehoben gefühlt beim Lesen und habe Alice gerne begleitet und bin sehr gespannt, was sie noch erleben wird. Denn diese Geschichte ist alles andere als vorhersehbar. Also merkt euch dieses Buch und die Autorin: Felicity Green kann meiner Meinung nach sehr gut mit den bekannten Jugend-/Fantasyautoren mithalten.
Ich gebe dem Buch 4,5 von 5 Sternen. Der Funke zu 5 Sternen ist noch nicht ganz übergesprungen und so bleibt auch gleichzeitig noch Luft nach oben (auch wenn es nicht viel ist) für Band 2.