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In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied

Gadi lebt als Dozent für hebräische Sprache in Zürich, als sein Vater in Israel im Sterben liegt. Über dreissig Jahre hatte er keinen Kontakt mehr zu ihm. Wider Willen reist er ans Krankenbett des Vaters, nach seinem Tod bleibt ein unbequemes eine Tasche mit Tagebüchern und Aufzeichnungen sowie der letzte Wunsch, die Hälfte seiner Asche solle in den Tigris gestreut werden.
Als Gadi in einem der Hefte zu lesen beginnt, begegnet ihm nicht nur ein unbekannter Vater, sondern auch ein dunkles Kapitel der irakischen die Vertreibung der dort seit über zweitausend Jahren ansässigen jüdischen Bevölkerung unter tatkräftiger Hilfe der Nationalsozialisten. 1934 in Bagdad geboren, erlebte Gadis Vater die Ausgrenzung bis zu den Pogromen und der Flucht nach Israel. Trotz seiner Widerstände kann sich Gadi nicht mehr von der Geschichte seines Vaters lösen und beschliesst, mit der Urne nach Bagdad zu reisen.
Ein eindrücklicher Roman von grosser Wucht über ein Stück irakischer Geschichte, das untrennbar mit der deutschen und europäischen Vergangenheit verbunden ist.

183 pages, Kindle Edition

Published August 1, 2025

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Usama Al Shahmani

8 books21 followers

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Community Reviews

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Displaying 1 - 7 of 7 reviews
Profile Image for Amin.
75 reviews17 followers
August 27, 2025
Neuheite im EG lese 1/?
En super uftakt ih mini belletristikneuheite-reis!
Das mal schriebt de Al Shahmani vo eme irakische-jud, wo in züri lebt und ah d'beerdigung vo sim vater gaht (sie hend keis guets verhältnis gha). Und er hinterlaht im sini Tagebüecher und en leschte wille, sini äsche in Bagdad (Irak) id Tigris (Fluss) leere. ide knapp 220 siite verzellt er vo der gschiicht, was d'jude im irak gha hend und das (wie immer) mit ere sehr schöne und au chli poetische sprach.
4.5/5 sterndlii
Profile Image for m.
14 reviews
August 14, 2026
Eher 3-4

Eigentlich ein sehr eindrückliches und sehr schön geschriebenes Buch über Familie, die Geschichte jüdischen Lebens und Vertreibung im Irak und die deutsche koloniale Beteiligung daran.

Israels inherente koloniale Geschichte und Gegenwart wird, obwohlsies sehr relevant zur Geschichte wäre, leider quasi nicht behandelt was echt einen komischen Beigeschmack hinterlässt. Es wird davon erzählt wie der Vater als Kind in eines der leerstehenden Häusern in Jaffa zieht, dessen Palästinensischen Bewohner*innen jetzt "auch zu Flüchtlingen geworden" seien, ohne deren Vertreibung als Folge der Nakba zu beleuchten und die beiden Fluchtgeschichten zu verbinden ohne zu sagen das die wahren Besitzer des Hauses nur ihretwegen beziehungsweise vom zionistischen projekt vertrieben wurden, ist mindestens eine verpasste Chance wenn nicht sogar Geschichtsrevisionistisch.
Profile Image for Tim.
274 reviews54 followers
November 16, 2025
Usama Al Shamani kehrt thematisch erneut zurück in den Irak, aus dem er 2022 wegen eines verbotenen Theaterstücks und darauffolgender Verfolgung in die Schweiz geflüchtet ist. In seinem neusten Werk erzählt er von einem Schweizer Juden, der die Asche seines entfremdeten Vaters auf dessen Wunsch im Tigris Bagdads verstreuen soll. Bei der Sichtung der hinterlassenen Dokumente stösst er dabei auf eine nie erzählte Familiengeschichte, die vom einst friedlichen Zusammenleben von Muslimen und Juden im Irak berichtet. In Bagdad begegnen dem Protagonisten die letzten Überbleibsel der lokalen jüdischen Kultur und eines toleranteren Zusammenlebens seiner Vorfahren.

Die Gegenwart fühlt sich intensiver an als sonst. Als habe sie es eilig, einem Moment zu begegnen, der noch in der Zukunft liegt.
Profile Image for Esther Niffenegger.
299 reviews4 followers
January 22, 2026
Ein Lied des Tigris – mehr Geschichte als Familie

Als ich zu diesem Buch griff, hatte ich die Erwartung, einen Roman zu lesen, der die Beziehung zwischen Vater und Sohn in den Mittelpunkt stellt. Stattdessen fand ich mich in einer Erzählung wieder, die stark von der irakischen Geschichte und ihren Verflechtungen mit Europa geprägt ist. Für mich fühlte sich die Lektüre stellenweise wie Geschichtsunterricht an – und das war nicht das, was ich mir für meine Freizeit gewünscht hatte.

Was mich jedoch beeindruckt hat, war die Sprache des Autors. Usama Al Shahmani schreibt poetisch, feinfühlig und mit einer Bildkraft, die lange nachhallt. Seine Worte haben eine besondere Musikalität, die den Text trägt und ihm Tiefe verleiht. Inhaltlich konnte mich die Geschichte jedoch nicht erreichen, weil sie nicht die Themen berührte, die ich mir erhofft hatte. Mir ist bewusst, wie wichtig es ist, die irakische Vergangenheit und ihre Zusammenhänge mit unserer europäischen Geschichte zu kennen – aber ich war nicht in der Stimmung für ein politisch-historisches Werk.

Ein sprachlich starkes Buch, das sich für Leserinnen und Leser eignet, die sich für Exilliteratur, Nahostgeschichte und poetische Erzählungen interessieren. Wer jedoch eine emotionale Familiengeschichte sucht, wird hier weniger fündig.
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