Christian Hubers bewegender Roman über Schuld und Vergebung, über Liebe und Flucht. Und über die Kraft eines einzigen Moments, der so viel erzählen kann wie ein einziges Leben.
Bohm lebt seit fünf Jahren auf der Straße. Wie er mit Mitte dreißig aus seinem früheren Leben gerutscht ist, darüber schweigt er. Mit seinem Hund Fox schlägt er sich gerade so durch.
Alina, eine ehemals aufstrebende Journalistin, scheint in ihrer Laufbahn an einem toten Punkt angekommen zu sein. Ihre letzte Chance auf eine Karriere ist der Auftrag für eine Dokumentation über Obdachlosigkeit, die sie für ihren TV-Sender drehen soll.
Zufällig trifft sie auf Bohm, der sich widerstrebend auf das Projekt einlässt. Zu seinem Entsetzen erkennt er, dass er dabei ist, sich in die zielstrebige Frau zu verlieben. Doch er ist überzeugt, dass diese Liebe niemals eine Chance haben wird. Aber das Leben geht seine eigenen Wege …
»Ein Buch, das so besonders ist … eine leise Melancholie durchzieht diesen Roman.« Christine Westermann über Christian Hubers ersten Roman ›Man vergisst nicht, wie man schwimmt‹
Der Roman „Solange ein Streichholz brennt“ hat mich von der ersten Seite an emotional erreicht. Im Mittelpunkt steht Bohm, der seit Jahren auf der Straße lebt und sich gemeinsam mit seinem Hund Fox durch den Alltag kämpft. Dem gegenüber steht Alina, eine Journalistin, deren Karriere ins Stocken geraten ist und die in einer Reportage über Obdachlosigkeit ihre letzte Chance sieht. Schnell merken sie beide, dass mehr zwischen ihnen ist als eine Zweckbeziehung.
Besonders gelungen finde ich, wie der Roman das Thema Obdachlosigkeit behandelt. Es wird weder beschönigt noch sensationsheischend dargestellt, sondern mit viel Empathie und Feingefühl erzählt. Man bekommt einen Einblick in eine Lebensrealität, die im Alltag oft übersehen wird, obwohl sie in allen Städten ein wachsendes Problem ist. Gerade diese Perspektive macht das Buch so wichtig. Auch die Beziehung zwischen Bohm und Alina wird überzeugend entwickelt. Sie entwickelt sich vorsichtig, ohne kitschig zu werden.
Sprachlich hat mich das Buch ebenfalls überzeugt. Der Stil ist flüssig, zugänglich und gleichzeitig emotional treffend, ohne dabei überladen zu wirken. Man merkt, dass der Autor, wie schon in seinem Debütroman, ein gutes Gespür für Figuren und Stimmungen hat.
Für mich ist „Solange ein Streichholz brennt“ ein berührender und wichtiger Roman, der nicht nur unterhält, sondern auch den Blick für ein oft verdrängtes Thema richtet. Ich hoffe, dass viele Leserinnen und Leser nach dieser Lektüre anders auf obdachlose Menschen schauen.
Wir alle sind nur einen Unfall, einen Schicksalsschlag, eine falsche Entscheidung, oder eine Erkrankung von Armut und Obdachlosigkeit entfernt.
,Solange ein Streichholz brennt‘ erinnert genau daran. Und daran, wie schnell wir das vergessen.
In der Geschichte über die Begegnung zwischen dem Obdachlosen Bohm und der Reporterin Alina greift Christian Huber ein Thema auf, für das ich ihm kaum dankbarer sein könnte. Eines, das uns täglich begegnet, aber allzu gern ignoriert oder stigmatisiert wird. Das Buch führt uns einmal mehr vor Augen, wie Wohnungslose nicht nur übersehen, sondern aktiv entmenschlicht werden und wie leichtfertig wir Menschen als ‚minderwertig’ betrachten, wenn uns oft nur eine tragische Verkettung von Umständen von ihnen trennt. Eine vermeintliche Grenze, die in Wahrheit keine ist.
Dass die Handlung an manchen Stellen konstruiert, klischeehaft und stellenweise vorhersehbar wirkt, verzeihe ich dem Autor in jeder Hinsicht- ich habe die Geschichte schlichtweg verschlungen. Dass meine Heimatstadt dabei als Schauplatz dient, hat sein Übriges getan: Das Buch hat mich eingefangen, durchgekaut und nicht wieder ausgespuckt. Nicht nur, weil es wirklich schön und einfühlsam geschrieben ist und an den richtigen Stellen trifft, sondern einen auch dazu zwingt, die eigenen, oft unbewussten Vorurteile schonungslos zu hinterfragen.
Und von jedem der es liest, wünsche ich mir fortan mehr Empathie, vielleicht mal einen Euro in den Bechern der Stadt mehr, aber vor allem die Anerkennung, dass uns von der Person auf der Straße manchmal nichts weiter als pures Glück trennt.
Ich hatte so hohe Erwartungen an dieses Buch, weil ich die Thematik - das Aufeinandertreffen und die Annäherung zwischen einer jungen Fernsehjournalistin und einem Obdachlosen - so interessant fand. Leider konnte es keine dieser Erwartungen erfüllen, es ist so voller künstlich konstruierter und kaum nachvollziehbarer Momente und Klischees, das ich fast schon froh war, als es vorbei war 🫣🙃
Der Zahl der Menschen, die keinen festen Wohnsitz haben und ohne Obdach sind, ist besonders seit der Pandemie enorm angestiegen. Auch in Köln ist mir aufgefallen, dass so viele - meist Männer-auf der Straße leben. Ich gebe ihnen oft einen Euro oder zwei, schon aus Dankbarkeit, dass mein Leben in anderen Bahnen verläuft. Auch wenn diese Lebensart oft freiwillig gewählt wird, bin ich mir doch bewusst, dass das niemand gerne getan hat. Meistens steht ein Schicksalsschlag dahinter.
Bohm ist so einer. Dem Alkohol verfallen hangelt er sich von Tag zu Tag, muss sich mit Diebstahl und großen Schmerzen herumschlagen. Alina hat es auf die hellere Seite des Lebens geschafft. Sie arbeitet im Medienbereich und soll für eine neue Talkshow eine Reportage darüber drehen, wie tief Menschen fallen können. Die beiden begegnen sich und ein Hund wird zum Bindeglied.
Die Skizzierung des Plots auf dem Klappentext hat mich sofort angesprochen. Dem Autor ist die Figurenkonstruktion richtig gut gelungen. Nichts schreit hier, nichts ist schrill und laut (außer vielleicht der durchgeknallte Moderator). Die Gedanken der Protagonisten kann ich zu jederzeit nachvollziehen. Dass sich Bohm auch in der „Szene“ eher zurücknimmt, macht ihn umso geheimnisvoller. Das hat Huber gut gemacht, denn natürlich möchten wir wissen, wie es soweit kommen konnte. Am Ende wird das Geheimnis gelöst und ist gleichzeitig alltäglich und berührend. Ich glaube, es gibt viele Schicksale, die ähnlich verlaufen. Die Auflösung der Geschichte hat mir richtig gut gefallen. Die ganze Geschichte rund um die Talkshow hat maßvoll dosierten Raum eingenommen und den Rahmen nicht gesprengt. Alinas Reaktion am Ende habe ich sehr gefeiert! Tja, und Bohm? Seine Geschichte bekommt genauso viel Happy End, dass es nicht kitschig ist und mich trotzdem vor Rührung ein paar Tränen vergießen lässt
Die verschiedenen Perspektiven brachten Lebendigkeit und Abwechslung in die Geschichte. Das Buch entwickelt einen Sog, der mich immer wieder zu ihm hin zog. Christian Huber kann schreiben, das steht mal fest und ich bin sehr gespannt, was von ihm noch so alles kommt.
Meine Empfehlung geht an euch alle, die Bücher und gute Geschichten lieben. Das könnte was für jeden sein und da der Plot schon ein bisschen besonders ist, empfehle ich es besonders den Leser*innen, die auf der Suche nach Abwechslung sind und die zum Beispiel „Kein guter Mann“ von @andreasi sehr mochten.
Bohm lebt seit Jahren auf der Straße, Alina ist Journalistin und möchte eine Reportage mit ihm drehen. Die beiden nähern sich an. Diese Geschichte hat irgendwas in mir zum Schwingen gebracht. Es ist ein intensiver Blick auf eine Lebensrealität, bei der man oft wegsieht. Wie kann ein Leben kippen, fragt sich Journalistin Alina. Die Antwort in Bezug auf Bohm ist spannend und berührend, was mir aber noch mehr gefallen hat war, wie Christian Huber kleine und große zwischenmenschliche Momente beschreibt - zart, roh, echt.
Fazit: Eine nachvollziehbare Geschichte über Obdachlosigkeit, die mich überraschend hart ins Herz getroffen hat.
Die junge Fernsehjournalistin Alina hat eine letzte Chance, ihre Karriere so richtig ins Rollen zu bringen: Für eine neue politische Talk Show soll sie eine Reportage zum Thema Obdachlosigkeit produzieren. Ihr Protagonist Bohm fasziniert sie sofort - und durch die Begleitung lernt sie aus nächster Nähe, welchen Umständen obdachlose Menschen ausgesetzt sind, auch zwischenmenschlich. Während sie Bohm und seinen Hund Fox immer mehr ins Herz schließt, wird sie von der Arbeit in einen Zwiespalt gebracht. Und da ist auch immer noch ein Geheimnis, das Bohm nicht preisgeben möchte…
Ach, das habe ich einfach richtig gerne gelesen! Ich muss ehrlich sagen, ich hatte vorher etwas Bammel, dass der Roman dem ernsten Thema nicht gerecht würde und das ganze stereotyp oder zu kitschig darstellen würde. Aber auch wenn die Erzählung an der ein oder anderen Stelle natürlich etwas glatt war, war es für mich als Leserin genau der richtige Mix aus Schmöker und Gesellschaftskritik. Ich hoffe, dass dadurch viele Leute zum Buch greifen und zum Nachdenken angeregt werden.
Lediglich an einer Stelle hatte ich das Gefühl, dass die “böse Person” überzeichnet dargestellt war und ich die Szene so etwas too much fand - hätte der Roman so gar nicht gebraucht, denn sehr stark fand ich zuvor wie durch kleine Handlungen oder teils auch einfach unbedachte Äußerungen Stereotype und Ablehnung gezeigt werden.
Kleiner Kritikpunkt bleibt für mich das Ende, denn irgendwie hat mich Bohms Geheimnis nicht so ganz abgeholt (im Vergleich zum restlichen Roman zumindest). Aber das soll jetzt hier nicht negativer klingen, als es für mich war, denn das sind für mich eher Abzüge in der B-Note gewesen. Allein, dass ich es innerhalb von zwei Tagen weggeschmökert habe, spricht für sich - kann ich also sehr empfehlen und möchte es besonders allen, die ein Buch brauchen, das aus einer Leseflaute zieht oder eine Urlaubslektüre der Kategorie “gut lesbar, aber nicht seicht” suchen, sehr ans Herz legen!
Wow. Ich bin zur Zeit sowieso etwas emotional, aber die Geschichte hat mich wirklich kalt erwischt. Wohnungslosigkeit ist so ein großes Thema in unserer Gesellschaft, auch wenn wir alle oftmals nicht genau genug hinschauen. Zu realisieren dass wir alle näher an einer etwaigen Wohnungslosigkeit dran sind, als an finanziellem Reichtum und das ganze gepaart mit einer vielleicht unlogischen, aber schönen Geschichte, macht das Buch für mich zu einem meiner Favoriten des bisherigen Jahres.
Sehr starkes Ende. Tränen sind immer ein gutes Zeichen. Lange war ich mir nicht ganz sicher, ob ich die Geschichte glaubwürdig finden soll, aber die Charaktere gewinnen zunehmend an Tiefe und machen sich!
Eine sehr süsse Geschichte mit einem rührenden Ende. Allerdings ist das Ende sehr offen, was zwar gut zur Geschichte passt, mich aber etwas unzufrieden zurücklässt, weil ich (und mein Gehirn, das immer alles wissen will) kein Fan von offenen Enden sind.
„Solange ein Streichholz brennt“ von Christian Huber ist ein Buch, das ein gesellschaftlich extrem relevantes Thema in den Mittelpunkt stellt – und allein dafür schon Aufmerksamkeit verdient. Die Auseinandersetzung mit Obdachlosigkeit, sozialer Ungleichheit und Wahrnehmung im Alltag ist eindringlich und regt definitiv zum Nachdenken an.
Im Kern begleitet die Geschichte Bohm, der auf der Straße lebt, und Alina, eine Journalistin, die seine Lebensrealität für ein TV-Format dokumentieren möchte. Besonders zu Beginn entwickelt die Handlung eine gewisse Sogwirkung: Man wird direkt hineingezogen in diese Begegnung zweier völlig unterschiedlicher Lebenswelten und stellt sich unweigerlich die Frage, wie groß die Distanz zwischen ihnen wirklich ist.
Was mir gut gefallen hat, ist der Ansatz, Vorurteile sichtbar zu machen und aufzubrechen. Immer wieder wird deutlich, wie schnell Menschen abgestempelt werden – und wie wenig es manchmal braucht, um selbst in eine ähnliche Situation zu geraten. Diese Botschaft kommt an und bleibt auch hängen.
Allerdings hat die Umsetzung für mich nicht durchgehend funktioniert. Einige Entwicklungen wirkten auf mich konstruiert, insbesondere in Bezug auf Bohms Hintergrundgeschichte, die ich persönlich als wenig überzeugend empfunden habe. Auch die Dynamik zwischen den Figuren – vor allem rund um Alina – blieb für mich stellenweise schwierig. Ihre Perspektive wirkte teils distanziert und wenig reflektiert, was es mir erschwert hat, eine echte emotionale Bindung aufzubauen.
Die eingebaute Liebesgeschichte hat für mich ebenfalls nicht vollständig gegriffen. Sie fühlte sich eher wie ein zusätzliches Element an, das nicht unbedingt nötig gewesen wäre, um die eigentliche Thematik zu tragen. Hier hätte ich mir gewünscht, dass der Fokus konsequenter auf den gesellschaftlichen Aspekten bleibt.
Positiv hervorzuheben ist hingegen das Hörbuch, das durch die wechselnden Perspektiven und die zwei Sprecher*innen eine zusätzliche Ebene gewinnt und die Geschichte lebendiger macht.
Insgesamt ein wichtiges, aber nicht immer stimmig umgesetztes Buch, das zum Nachdenken anregt, emotional jedoch nicht durchgehend erreicht.
Bewertung: ★★★☆☆
Ein herzliches Dankeschön an NetGalley und den Verlag für das Rezensionsexemplar.
Alina ist Journalistin und soll für eine neue TV-Sendung eine Reportage darüber drehen, wie schnell ein Leben aus der Spur gerät. Dafür begleitet sie Bohm, einen Obdachlosen aus Köln. Seine Geschichte soll zeigen, dass es jeden treffen kann und ein Leben manchmal allzu schnell aus der Bahn fliegt. Die Annäherung der beiden wird aus 2 Perspektiven erzählt und Bohms Vergangenheit erst ganz zum Schluss beleuchtet. Man lernt ihn also, ohne von seiner Geschichte zu wissen, gemeinsam mit Alina erst kennen. Ihre Unvoreingenommenheit macht es dem Leser möglich mit Vorurteilen aufzuräumen und dem nachzuspüren, was Bohm als Menschen ausmacht. Ein kleiner Hund, der verletzt wird und Hilfe braucht, fungiert hier als Bindeglied zwischen den beiden - der kleine Fox hat auch mein Herz erobert 🐶 Leider blieben Alina und Bohm mir merkwürdigerweise etwas distanziert, verstehe aber, was sie aneinander festhalten ließ und warum das zarte Band sich entwickelte. Das Ende fand ich stimmig und passenderweise etwas offen gehalten, was Raum zum Weiterdenken gibt.
Eine berührende Geschichte, die nicht immer 100% gut recherchiert schien (was die Hilfsangebote der Bahnhofsmission und Übernachtungsmöglichkeiten anging) Daher nur 3,5 Sterne.
das war leider nix. hatte große erwartungen weil mir “man verlernt nicht wie man schwimmt” so gefallen hat, die kritiken so gut waren und ich christian hubers schreibstil mag. es ist ja kein geheimnis, dass der mann schreiben kann aber hätte ich dieses buch als erstes von ihm gelesen, wäre mir das wohl nicht so eingeleuchtet. die personen waren alle sehr konstruiert, die handlung ziemlich vorhersehbar und insgesamt mit wenig substanz. zu schnell, zu doll, zu gewollt, zu viel auf einmal. so richtig greifbar wurde eigentlich nur die kritik an der medienbranche, die christian huber ja als mitarbeitender auch kennt, schade. das nächste buch wird bestimmt wieder besser, ich freue mich drauf und werde es hoffnungsvoll lesen.
Leider kann ich nur 5 Sterne geben. Eigentlich sind es 7 Ein wunderschönes modernes Märchen zwischen Alltag und Abgrund, Medien Wahnsinn und Traum vom einfachen Glück. Zwei Suchende , Irrende und doch liebenswerte Menschen und die Idee eines guten, besseren Lebens Hubert Worte ziehen uns ab der ersten Seite, der ersten Zeile in den Bann und lassen uns nicht los, bei allen Höhen und Tiefen die das Schicksal für Alina und Bohm bereit hält. Traumhaft schön und ein buch zum wohlfühlen ohne Schmalz nur ein wahnsinnig gutes gefühl
Dieses Buch hat mich sehr berührt. Durch die Figur des Bohm erhält man einen eindrucksvollen Einblick in das Leben eines Menschen, der obdachlos geworden ist, und beginnt zu verstehen, welche Umstände dazu führen können. Beim Lesen habe ich mitgelacht, mitgelitten und mich an einigen Stellen auch geärgert. Die Liebesgeschichte war für mich zunächst etwas ungewöhnlich, entwickelte sich jedoch zu einem spannenden und interessanten Teil der Handlung. Insgesamt ein emotionaler und nachdenklich stimmender Roman, den ich gerne gelesen habe.
Was für ein wunderschönes Buch - ich bin durch sooooo viele Emotionen gegangen. Dieses Buch geht direkt ins Herz ❤️ Bohm lebt mit seinem Hund Fox auf der Straße. Seine Tage sind bestimmt davon, auf der Straße zu überleben. Als er eines Tages die Journalistin Alina kennenlernt die über ihn eine Reportage drehen will, lehnt er dies aus gutem Grund ab. Doch dann zwingt ihn das Schicksal ihr Angebot doch anzunehmen. Von Anfang an ist da etwas, was eigentlich nicht sein kann und doch da ist. Aber Bohm hat eine Geschichte und ein Schicksal. Kann es da echte Freundschaft vielleicht sogar Liebe geben? Danke Pia für diese wunderbare Leihgabe. Mein besonderer Liebling der Story: Fox 🐶❤️
Das Buch hat mich von Anfang an in den Bann gezogen. Ich war vor allem neugierig wie der Hauptcharakter in seine Situation geraten ist. Es gab sehr witzige Stellen und einige Gesellschaftskritische Stellen, vor allem durch den ehrlichen Blick auf Obdachlosigkeit und den Umgang mit den Menschen durch Passanten, Polizisten und die Medien. Vereinzelte Handlungsstränge wirkten vorhersehbar, aber das hat der Spannung nicht geschadet.
"Wie entgleitet ein Leben?" das ist das Hauptthema des Buches. Eine wunderschöne Geschichte über Hoffnung, die Chance auf einen Neuanfang und eine scheinbar unmögliche Liebe. Für mich eines der wichtigsten Bücher des Jahres. Ein Buch, was einem zwingt die Perspektive zu wechseln und mich persönlich sensibilisiert hat. Erzählt wird die Geschichte von Bohm, einem Obdachlosen. Die Geschichte jener Menschen die man nicht sieht, weil man nicht hinschaut. Und genau das schafft der Autor. Man schaut hin.
Es geht auch um Alina, eine junge Reporterin, die im Laufe der Geschichte vieles hinterfragt und am Ende weiß, was wirklich zählt.
Es geht um Menschen, die für Erfolg alles machen würden, so unmoralisch es auch sein mag. Die Geschichte zeigt einem, das Charakter keine Frage des Standes ist. Für mich als Hundebesitzerin gab es ein paar Stellen im Buch die unerträglich waren, regelrecht angeekelt war ich. Umso freudiger war dann doch das Ende der Geschichte. Es ist ein Ende das hoffnungsvoll erscheint. Ein sehr unterhaltsamer, kurzweiliger Roman, der einem dazu anregt sich selbst zu hinterfragen und einem erinnert, dass jeder Mensch ein Schicksal, eine Geschichte hat und man niemals vorschnell urteilen soll.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Christian Hubers Roman „Solange ein Streichholz brennt“ ist ein tief bewegendes Buch, das mit einfachen, aber eindringlichen Worten eine Geschichte erzählt, die uns alle angehen könnte. Im Mittelpunkt stehen zwei Menschen aus völlig unterschiedlichen Welten, deren Leben jedoch gleichermaßen an einem Wendepunkt stehen.
Da ist zum einen Bohm, ein Mann 36 Jahre alt, der seit fünf Jahren auf der Straße lebt. Er ist ein „netter Bohm“, ein eher stiller Charakter, der zusammen mit seinem Hund Fox ( einem kleinen Streuner mit verletzlichem Wesen) versucht, sich in der harten Realität der Obdachlosigkeit durchzuschlagen. Auf der anderen Seite lernen wir Alina kennen, eine einsame Journalistin, deren einst glanzvolle Karriere ins Stocken geraten ist. Ihr letzter Strohhalm ist ein Dokumentarfilm über Obdachlosigkeit, bei dem sie sich der Frage widmet: „Wie entgleitet ein Leben?“.
Das Thema des Buches ist universell und beklemmend zugleich: Wie schnell kann ein Mensch abstürzen? Christian Huber spielt dabei geschickt mit der Empathie der Leser und hält uns einen Spiegel vor, indem er zeigt, mit welchen Vorurteilen wir insbesondere obdachlosen Menschen begegnen. Die Geschichte macht deutlich, dass ein solcher Schicksalsschlag im Grunde jedem von uns passieren kann.
Inmitten dieser harten Realität entwickelt sich zwischen Alina und Bohm eine Verbindung, die eigentlich keine Chance haben dürfte. Man beginnt als Leser sofort, mit den beiden Hauptfiguren mitzufiebern und mitzuleiden, was das Buch zu einem echten Pageturner macht. Man wünscht ihnen so sehr ein Happy End, während sie gemeinsam versuchen, der Frage nachzugehen, ob man vor seinem eigenen Leben davonlaufen kann. Dabei wird klar: Ein Neuanfang ist nur dann möglich, wenn man mit der Vergangenheit abschließt und innerlich aufräumt.
Ein interessanter, wenn auch weniger facettenreich gezeichneter Charakter ist Jakob, ein skrupelloser Journalist im Umfeld von Alina. Er wirkt fast wie ein Klischee des karrierefixierten Medienmenschen. Doch auch bei ihm zeigt sich eine tragische Note: Während er krampfhaft versucht, alles in seinem Leben festzuhalten, scheint ihm genau dieses gerade selbst zu entgleiten.
Nicht unerwähnt bleiben sollte die hochwertige Gestaltung des Buches. Das Hardcover überzeugt durch eine exzellente Qualität und liegt sehr angenehm in der Hand. Auch die Seiten fühlen sich beim Umblättern wertig an, was das Leseerlebnis zusätzlich verschönert.
Insgesamt ist „Solange ein Streichholz brennt“ ein Roman, der lange nachhallt. Er erinnert uns daran, dass das Leben oft seine eigenen, unvorhersehbaren Wege geht und dass hinter jedem Menschen auf der Straße eine Geschichte steckt, die es wert ist, gehört zu werden.
Ein herzen- und augenöffnendes Buch, erzählt aus zwei Perspektiven: Alina, einer Journalistin, und Bohm, der auf der Straße lebt – und dazwischen eine zarte Liebesgeschichte.
Ich bin schnell in den Lesefluss gekommen; der Schreibstil ist angenehm nahbar und leicht zugänglich. Deutsche Bücher zu lesen, ist für mich immer wieder eine kleine Erfrischung – besonders dann, wenn man die beschriebenen Orte wiedererkennt und die Protagonistin ursprünglich aus Paderborn kommt (meinem derzeitigen Studienort🤭). Dadurch habe ich mich der Geschichte gleich ein Stück verbundener gefühlt.
Das Buch greift ein gesellschaftlich relevantes Thema auf, das uns im Alltag ständig begegnet. Ich denke, mich wird dieses Buch langfristig ein wenig zum Umdenken anregen, was meinen Umgang mit obdachlosen Menschen angeht. Oft wird ein Bogen um sie gemacht, ihnen wird mit Misstrauen oder Angst begegnet – dabei steckt hinter jedem von ihnen eine Geschichte, die kaum jemand bereit ist, sich anzuhören. Letztlich sind wir alle nur einen Unfall, einen Schicksalsschlag oder eine falsche Entscheidung von einem solchen Leben entfernt.
Insgesamt „nur“ 4 Sterne, weil die Geschichte auf mich stellenweise etwas klischeehaft und zu gewollt wirkte. Das ist aber okay, denn die Botschaft dahinter wird mehr als deutlich. Genossen habe ich das Buch auf jeden Fall – und das ist am Ende ja das Wichtigste. Ob die Handlung dabei immer realistisch oder logisch ist, rückt für mich eher in den Hintergrund.
Schon beim Lesen des Klappentextes wusste ich, dass mir dieser Roman sehr gefallen würde. Kürzlich steckte ich noch in einer kleinen Leseflaute – und bin dann auf dieses Buch gestoßen. Von Anfang an war ich neugierig auf Bohms Geschichte und habe die Seiten förmlich inhaliert.
Der Schreibstil von Christian Huber macht es leicht, schnell in die Geschichte einzutauchen. Es ist eine zugleich schöne und traurige Erzählung, die einen berührt und nachdenklich zurücklässt. Besonders eindrücklich ist die Erkenntnis, dass das, was Bohm widerfährt, im Grunde jeden treffen kann.
Und jetzt hätte ich auch gerne eine Ein-Million-Dollar-Maus – und einen kleinen Weggefährten wie Fox.
Schnelle, ungefilterte Gedanken nach der Lektüre: Ich tendiere zwischen 2,5 und 3 Sternen. Habe das Buch verschlungen, dennoch haben mich einige Entwicklungen in der Erzählung gestört; teilweise fand ich es auch ein wenig sehr nah dran an einem Klischee. Hätte mir mehr Fokus auf den Abbau von Vorurteilen, mit denen der Roman gekonnt spielt, gewünscht. Mehr Auseinandersetzung mit sozialer Ungleichheit und die Überlastung des Sozialsystems (auch wenn ich nicht sagen kann, wie gut recherchiert wurde für den Roman). Werde mich noch an den anderen Roman von Christian Huber Wagen; mal schauen was der so kann.
4,25/5 ⭐️ Der Roman hat mir bis auf eins, zwei Punkte richtig gut gefallen!! Es war mal was komplett anderes, spielt in Köln und hat sich sehr authentisch angefühlt. Spannend war es dabei auch noch. Ein paar Klischees wurden bedient, aber gut. Nicht soooo gut gefallen hat mir die anbahnende Lovestory zwischen den beiden gefallen, das wirkte etwas konstruiert. Und das Ende war mit zu abrupt, hätte gerne einen richtigen Epilog gehabt, so nach 6 Monaten z.B. Aber alles in einem ein empfehlenswerter Roman!! GaLiGrüü
This entire review has been hidden because of spoilers.
Dieses Buch ist für mich mein absolutes Lesehiglight 2026. Ich glaube kaum, dass dieses Jahr noch etwas Besseres auf mich wartet. Ich bin sprachlos, weil die Geschichte über Bohm und Alina so, so schön war. ❤️