Libussa, die jüngste der drei Töchter des Königs Krokus, ist auf der Suche nach heilenden Kräutern für ihren todkranken Vater in ein schweres Unwetter geraten und wird von Primislaus, dem Pflüger, gerade noch aus einem reißenden Sturzbach gerettet und geleitet sie auf seinem weißen Pferd, dass er ihr überlässt, zurück nach Budesch. Bezaubert von ihrem ganzen Wesen behält er ohne Libussas Wissen das Mittelkleinod ihres Gürtels als Angedenken.
Franz Seraphicus Grillparzer was an Austrian writer who emerged primarily as a playwright. Because of the identity-creating use of his works, especially after 1945, he is also referred to as the Austrian national poet.
Die Legende von der Gründung der Stadt Prag und die Libussa-Saga werden in Grillparzers Trauerspiel miteinander verbunden. Wie dabei der Übergang von einem mystisch-matriarchalischen zu einem geschichtlich-patriarchalischen Zeitalter die Liebesbeziehung ins Ungleichgewicht führt, ist Teil der finalen Tragödie. Grillparzer stellt Libussas kommunistische Utopie und Primislaus' kapitalistisches Weltbild kontrastiv in Szene und zeigt anhand der Stadtgründung Prags, inwieweit das patriarchale Säkulum der staatlichen Ordnung ein neues Zeitalter der Technik und Wirtschaft einleitet. Libussa und ihre Schwestern werden darin allerdings keinen Platz finden und verschwinden von der Szene. Das Magische und Idyllische finden keinen Platz in dieser Leistungsgesellschaft mehr.