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Was darf Israel?: ein Streit

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Ein harter Austausch zu Nahost

Der Anschlag vom 7. Oktober und der Gazakrieg haben die Lage im Nahen Osten dramatisch verändert. Aber auch in Plötzlich werden Dinge ausgesprochen, die lange ein Tabu waren, plötzlich radikalisieren sich auch hier die Haltungen. Selbst unter Hamed Abdel Samad und Philipp Peyman Engel schreiben sich Briefe zur Lage im Nahen Osten und tauschen sich direkt und kontrovers zur Lage im Nahen Betreibt Israel in Gaza einen Genozid? Unterstützen die Palästinenser den Terror? Auf welcher Seite steht Deutschland? Wie kann die Zukunft der Region aussehen? 

138 pages, Kindle Edition

Published September 11, 2025

38 people want to read

About the author

Hamed Abdel-Samad

24 books329 followers
Germany based Egyptian political scientist, historian and author.

Abdel-Samad became known to the German public through his book Mein Abschied vom Himmel and for the tv-series he is in with jewish journalist Henryk Broder.

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Displaying 1 - 7 of 7 reviews
Profile Image for Wandaviolett.
474 reviews67 followers
October 2, 2025
Was ist verhältnismäßig? Kann es Frieden in Nahost geben?
Kurzmeinung: Brandaktueller intellektueller Schlagabtausch, hochinformativ, leidenschaftlich, dennoch leicht zu lesen.
Die beiden Autoren streiten über den Weg, den Israel im Gazakrieg geht. Sie streiten erbittert in der Sache, aber nicht hasserfüllt gegeneinander, obwohl der eine Jude und der andere Araber ist. Hamed Abdel-Samed, aus Ägypten stammend, hat sich einen Namen gemacht mit islamkritischer Literatur. Phillip Peyman Engel, Jude mit iranischen Wurzeln, ist seit 2023 Chefredakteur der Wochenzeitung „Jüdische Allgemeine“ in Berlin.

In ihrem überaus spannenden Briefwechsel können sie ihre Herkunft nicht verleugnen, so sehr sie sich um Objektivität bemühen. Aber sie loten aus und suchen einen Weg zur Verständigung. Beide sind sich einig darüber, dass dieser Krieg eine Folge des brutalen Anschlags der Hamas vom 7. Oktober 2023 auf israelische Bürger ist. Uneinig sind sie sich über die Verhältnismäßigkeit von Israels Gegenschlag. Der unbefangene Leser wird beide Positionen verstehen können und sich dann ein eigenes Bild machen.

Der Kommentar und das Leseerlebnis:
Dieser Briefwechsel ist spannend, ein beispielhafter oder auch leider bisher beispielloser Beitrag zur Völkerverständigung und bringt jede Position auf den Tisch. Nach der Lektüre, weiß ich erst einmal nicht, wo ich selber stehe, Hamed Abdel-Samad argumentiert meines Erachtens eine Spur besser. Es kann aber keine Sieger in einer solchen Diskussion geben. Bei der Beurteilung der Frage, wer Aggressor und wer Defendant ist, bin ich jedoch eindeutig Pro Israel. Aber wie gesagt, auch Abdel-Samad hat gute Argumente. Interessanterweise beende ich die Lektüre des Briefwechsels der beiden Kontrahenten genau an dem Tag, als Donald Trump seinen „Gazafriedensplan“ vorlegt, also am 30.9.2025.
Drei Tage später sieht es so aus, als ob die Terrororganisation Hamas nicht auf den Vorschlag eingehen wird. Eine Terrororganisation ist nie zum Einlenken bereit! Oder?

Fazit: Notwendig wie nie ist es, miteinander zu sprechen. Aber früher oder später muss man Position beziehen. Am besten, indem man sich vorher die Argumente des anderen angehört und sich damit beschäftigt hat. Unschuldig in diesem Konflikt ist niemand von den Kriegsparteien.

Kategorie: Sachbuch. Politik
Verlag Dtv, 2025
Profile Image for Doris.
39 reviews
January 7, 2026
Spannendes, hochinformatives und aktuelles Streitgespräch!
Profile Image for monsieur_steini .
237 reviews6 followers
January 4, 2026
Nach dem Anschlag der Hamas auf ein Festival nahe der Grenze zu Gaza am 7. Oktober 2023 postet der ägyptisch-deutsche Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad auf X einen Beitrag, in dem er Israel im Kontext der Gegenangriffe auf Gaza nach diesem Terroranschlag Genozid vorwirft. Auf diesen Post hin reagiert Philipp Peyman Engel, Journalist und Chefredakteur der Jüdischen Allgemeinen Zeitung. Es entspinnt sich zwischen den beiden ein dialogischer und sehr hart geführter Streit, der aber größtenteils auf Augenhöhe bleibt und mit viel Fachexpertise und zum Teil biografischen Bezügen angereichert ist, und sich um die Frage des Selbstverteidigungsrechts Israels dreht und die damit verbundenen moralischen Grenzen, die Verantwortung der Staatenwelt, darunter auch Deutschland und die historisch jahrtausendealte Debatte um den Besitzanspruch Palästinas sowie das Existenzrecht Israels seit 1948.

Es ist beachtlich, wie professionell dieser Schlagabtausch geschieht, der bisweilen entsprechendes Vorwissen zum Nahost-Konflikt voraussetzt. Ich habe viel dazu gelernt und davon profitiert, auch einen Einblick in die arabisch-palästinensische Perspektive zu erhalten, die Abdel-Samad nachvollziehbar und am eigenen biografischen Beispiel darlegt. Gleichzeitig hat mich dieses kleine Buch noch sehr lange beschäftigt. Ich hatte mir Antworten auf eigene Fragen erhofft, die ich auch bekommen habe, aber gleichzeitig sind bei mir neue Fragen aufgetaucht, die mich stark zweifeln haben lassen, ob dieser Konflikt überhaupt in irgendeiner Weise lösbar ist. Darin besteht die Ambivalenz von "Was darf Israel?" - die beiden machen einerseits nämlich einen entscheidenden Schritt aufeinander zu, indem sie sich austauschen, miteinander in den Dialog treten und Mut haben, ihre Standpunkte zu veräußern und zu verteidigen. Gleichzeitig wird klar, dass so ungemein viele Ebenen und Dimensionen betroffen sind und berücksichtigt werden müssen, dass es schwierig bleibt, den Überblick zu behalten - nicht zuletzt weil ich als westeuropäischer, deutscher Leser zwar einerseits um die historische Verantwortung Deutschlands weiß, aber andererseits immer wieder merke, dass ich stellenweise nicht mitreden kann und dann zweifle, inwiefern ich mir dann ein Urteil erlauben darf, wenn es um jüdische oder arabische Diaspora, Staatsansprüche und religiöse Fragen geht.

Eine außergewöhnliche Idee, die lange nachwirkt und, vielleicht auch im Sinne der beiden Autoren, das Bedürfnis weckt, mit anderen über dieses Buch in den Dialog zu gehen.
17 reviews
January 5, 2026
Das Buch ist ein Briefwechsel der beiden Autoren zum Thema Israel, Gaza, der Region Naher Osten sowie zum Leben von Juden und Muslimen in Deutschland. Beide debattieren vor allem, inwiefern das israelische militärischen Handeln in Gaza gerechtfertigt ist.
Wer die Debatte in den letzten Jahren verfolgt hat, wird eventuell bei manchen Argumenten ins Grübeln kommen. Im Wesentlichen sind die Punkte jedoch bekannt und weder neu noch neuartig aufbereitet. Zudem gibt es sehr viele Passagen, die aufmerksame Beobachter in der Debatte schon sehr sehr oft gehört haben. Wer einen Überblick haben will, kann es lesen, da es gut geschrieben und schnell zu lesen ist. Es handelt sich jedoch um Briefe, somit sind Quellen- und Literaturangaben, weiterführende Literatur und derlei mehr nicht angegeben.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Dr..
44 reviews
October 22, 2025
"Wir lassen einander stehen, auch im Streit. Unser Dialog beweist, dass man tief uneins sein kann - über Glauben, Geschichte und Politik - und dennoch in der gemeinsamen Suche nach Frieden und Gerechtigkeit verbunden ist."
Profile Image for Jella.
25 reviews1 follower
October 29, 2025
Eine absolute Empfehlung! Eine wirklich unglaublich spannende Diskussion zu einem der wichtigsten Themen unserer Zeit.
Profile Image for Daniel.
201 reviews151 followers
December 20, 2025
"Ich habe in meinen Briefen versucht, dich zu einem Perspektivwechsel zu bewegen. Doch du verbarrikadierst dich hinter israelischen Nationalmythen, die selbst von vielen israelischen Historikern und Intellektuellen längst als gefährlich angesehen werden. Und doch: Auch du hast mich zum Umdenken gebracht. Besonders die Geschichte deiner Mutter und ihrer Flucht aus Teheran hat mich tief berührt. Ich glaube, ich kann sie besser verstehen als dich."

Die zitierte Passage steht exemplarisch für den Briefwechsel: ein weitgehend unversöhnlicher Dialog, teilweise geprägt von Strohmännern und gegenseitigen Missverständnissen. Aber, wie am Ende erwähnt wird, ist ein solch harter Schlagabtausch in Briefform immer noch besser als das übliche Abgleiten in wütende Social-Media-Posts.

Besonders aufschlussreich ist die Diskussion um den Genozid-Begriff am Anfang: auf der einen Seite seine historische und emotionale Sensibilität aus jüdischer Perspektive, auf der anderen der Hinweis darauf, dass Genozid mit Sprache beginnt - mit Entmenschlichung, wie sie von einigen israelischen Politikern betrieben wird. Danach entfernen sich die Autoren leider zunehmend voneinander, als sich die Debatte auf den historischen Hintergrund des Konflikts und den israelischen Angriff auf den Iran ausweitet.
Displaying 1 - 7 of 7 reviews

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