Tuani kennt alle Winde, auf denen die Adler über ihrer Insel kreisen. Der eine bringt Regen, der andere Sonne, und wieder ein anderer die Menschen, die auf Suche nach Weissagungen zum Orakel der Federn und ihrem Ziehvater Girasár kommen.
Doch als eines Tages eine Forscherin mit ihrem Gehilfen auf die Insel der Adler gelangt, ist es der Wind der Veränderung, der sie heranweht. Mit ihrem unbändigen Hunger nach Wissen sprengt sie die Fesseln von Tuanis eintönigem Leben und lockt das Mädchen fort von allem, was es gekannt und geliebt hat. Doch wo etwas Neues beginnt, muss etwas Altes enden – und nicht jeder ist bereit, das zu akzeptieren.
Eine Geschichte über Veränderungen, Einsamkeit und Vertrauen, für Fans von Susanna Clarkes „Piranesi“, Peter S. Beagles „Das letzte Einhorn“ und den Filmen von Studio Ghibli.
Die abgelegene Insel, auf der Tuani, Girasar und einige Dorfbewohner leben, hat wieder diese ruhige Anziehungskraft auf mich ausgeübt, die ich schon in „Meister Koruvils Magische Menagerie“ gespürt habe. Selbst meine Garmin Watch zeigte mir während des Lesens immer deutlich niedrigere Stresswerte an. 😁 Tatsächlich könnte für mich der Adlerturm gefühlt im selben Universum stattfinden, weshalb ich schnell in die Geschichte hineingefunden habe. Mit wenigen Pinselstrichen und ohne zähe Info-Dumps ist vor meinem Auge eine ganze eigene Welt entstanden, in der die Kräfte von Veränderung und Stillstand miteinander ringen. Das Orakel, die riesigen Adler und die verschiedenen Winde mit ihren klangvollen Namen trugen zu einer besonderen Atmosphäre bei. Lange Zeit war ich mir nicht sicher, wohin die Geschichte führen würde, und das Ende hat mich noch mal richtig überrascht, weil ich nicht damit gerechnet hatte, es sich aber folgerichtig und emotional befriedigend anfühlte.
Eine Empfehlung für alle, die gerne auf den kleinen Pfaden abseits wandern und lesen und offen sind für all die außergewöhnlichen Dinge, die sich dort finden.
Ich hatte das große Glück dieses wunderbare Buch bereits vorm Erscheinen lesen zu dürfen! Ebenso wie das erste Buch von HR ist auch dieses ein Buch, dass im Genre High Fantasy angesiedelt ist und ohne große epische Schlachten auskommt (eben eine peacefull fantasy ;) ). Es ist dadurch jedoch keineswegs langwierig, sondern lebt durch seine Geheimnisse und zwischenmenschlichen Beziehungen, die mit einen unglaublich poetischen Schreibstil erzählt werden. Es ist ein Schreibstil den man in nur wenigen Büchern findet und der mich besonders verzaubert hat. Mit vier POV's begleiten wir die vier Hauptpersonen durch das Buch und jede Person brachte ihre ganz eigene Sicht auf die Story mit sich. Ich hab es sehr gemocht ihren Werdegang zu verfolgen, ihre Geheimnisse für mich zu ergründen und ihre Motivation, sowie den Forscherdrang (die Tagebuchseiten von Junoon - Chefs kiss!) und (mitunter) auch ihre Weiterentwicklung. Doch auch die Selbstfindung und das Finden der eigenen Bestimmung sind zentrale Motive und das waren dann auch Themen die mich besonders emotional mitgenommen haben. Durch die Kombination all dieser Dinge habe ich das Buch für mich zwischen den Werken von Cornelia Funke und Tolkien eingeordnet und kann es daher auch allen Fans dieser Autoren nur wärmstens ans Herz legen. Auch möchte ich für alle noch erwähnen, dass die Story komplett ohne Romance auskommt.
empfehlen, wenn man auf der Suche nach einer Fantasy-Geschichte ist, bei der eher die Charaktere als hochtrabende Action im Mittelpunkt steht. Die Charaktere, ihre Motive und die Konflikte, die aus unterschiedlichen Ansichten, Meinungen und Zielen entstehen sind toll herausgearbeitet und konnten mich von Anfang bis Ende sehr in ihren Bann ziehen!
"Der Adlerturm" ist Hendriks zweites Buch und komischerweise habe ich es vor seinem ersten gelesen. Und dennoch musste es seit Release im September auf mich warten. Aber es war genau richtig so.
Man braucht für dieses Buch Ruhe (zum nachdenken) und man braucht Geduld (mit sich selbst und den Charakteren). Am Anfang dachte ich: oh hm ob das meins wird, aber spätestens ab S. 100 wurde es einfach nur noch besser und besser. Ich konnte mich immer mehr in die Charaktere fallen lassen, die realistische, frustrierende, aber sehr gute Entwicklungen durchmachen, und in die Welt der windumtosten Insel der Adler. Die Tiefe, die Hendrik auf so wenigen Seiten erschaffen hat ist bewundernswert: Die inneren Konflikte der Menschen, ihre Motivationen ... all das hat mich richtig ergriffen.
Mein persönliches Highlight: Die ganze hidden history über die Festung, die wir gemeinsam mit der Forscherin Juloon entdecken! Bei Schriftzeichen an den Wänden und verborgenen Räumen, uralten Ritualen hat man mich einfach sofort in der Tasche. I am a simple woman like that. Was aber wohl am längsten mit mir verbleiben wird sind die Emotionen. Die melancholische Stimmung, die Hendrik so meisterhaft beschworen hat, genauso wie das Gefühl der Einsamkeit aber auch der Wärme beim Lesen.
Was ihr bekommt auf den knapp ~360 Seiten: Charaktere voller Ecken und Kanten, die Euch nerven und dann zum weinen bringen werden - Ganz viel Tiefe. In jedem Moment. Beziehungen, Worldbuilding, Geschichte. - jede Menge philosophische Gedankenanstöße - ein dramatisches und dennoch perfektes Ende - hidden history, alte Ruinen und die Frage wie weit man bereit ist zu gehen für Neues - ein wirklich SEHR gut durchdachtes Worldbuilding aber OHNE die Geschichte zu überladen (die vielen verschiedenen Winde sind nur einer der genialen Aspekte)
Es ist eine Geschichte über Mut, Pflicht und über das Hinauswachsen aus sich selbst. Ich kann es wirklich nur wärmstens empfehlen!
Eine besondere Geschichte über Selbstfindung, Einsamkeit und den Mut, Veränderung mit offenen Flügeln zu empfangen!
🪶Der Adlerturm hat mich auf eine besondere Art und Weise berührt, wie es bisher selten ein Buch geschafft hat. Hendriks Schreibstil ist poetisch, sanft und doch eindringlich. Er schafft es auf subtile Art und Weise die Stimmung zu lenken und berührt einen mit seinen Worten auf einer tiefen emotionalen Ebene. Man durchlebt die Geschichte nicht nur als Zuschauer:in, sondern fühlt sich eher selbst als Teil davon.
🪶Die Geschichte besticht vor allem durch ihre vielschichtigen Charaktere, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Dank der vier verschiedenen Erzählperspektiven lernen wir jede dieser Figuren intensiv kennen – ihre Hoffnungen, Träume, inneren Konflikte und nach und nach auch die Geheimnisse, die sie mit sich tragen. Als Leser:in lebt man jeden Moment mit und wird Teil der Entwicklung, die alle vier im Laufe der Handlung durchlaufen.
🪶Hendrik hat viele originelle Ideen in die Erzählung eingewoben, doch am schönsten fand ich das Konzept der verschiedenen Winde: Von Hava Anak, dem Wind des Frühlings, Hava Arol, Wind der Adler, bis hin zu Hava Ingane, dem Wind der Veränderung – Jeder dieser Winde trägt ein eigenes Gefühl, eine tiefere Bedeutung in sich, welche man manchmal erst vollständig begreift, wenn er längst wieder verweht ist. Auch die Vorstellung, dass die Adler die Seelen der Verstorbenen in sich tragen und mit ihnen hoch in den Himmel steigen, finde ich wundervoll.
🪶 Was mir gefallen hat Die mystische Atmosphäre hat mich sofort gepackt: Eine abgelegene Insel, der geheimnisvolle Adlerturm – ruhig, aber voller Magie und Fragen, die sich wie ein feiner Nebel durch die Geschichte ziehen.
Besonders stark fand ich die vier Perspektiven. Jede Figur ist auf ihre Art fehlerhaft, menschlich und greifbar.
Ich liebe es zudem, wenn Wissenschaft auf unterschwellige Magie trifft. Dieses Zusammenspiel aus Logik und Glauben, Rationalität und Intuition, fand ich unglaublich spannend. Es sorgt für Konflikte, aber auch für schöne, unerwartete Momente der Verbindung.
Und dann die Themen: Einsamkeit, Selbstfindung, Neugier, Freiheit. Tiefgründig, leise, aber eindringlich – sie hallen nach, vor allem durch die Figuren.
🪶 Was mir weniger gefallen hat Ich merke, dass ruhige Geschichten einfach nicht ganz mein Genre sind – auch wenn ich mich immer wieder darin versuche. Ich liebe Spannung, Wendungen und das Gefühl, dass viel auf dem Spiel steht. Aber Hendrik hat das hier so feinfühlig umgesetzt, dass es für mich trotzdem eine sehr schöne, entschleunigende Leseerfahrung war.
🪶 Fazit Ein stilles, poetisches Stück Fantasy, das weniger mit lauten Momenten als mit Atmosphäre, Tiefe und starken Figuren überzeugt.
Ein wirklich wunderschönes Buch. Mir sind die Figuren sehr ans Herz gewachsen und ich habe viel mit ihnen mitgefühlt (und mitgelitten :( ). Obwohl es ja Peaceful Fantasy war und auf der Handlungsebene gar nicht sooo viel passiert, war mir nie langweilig. Ich wollte eigentlich die ganze Zeit weiterlesen. Das Ende wird mir wahrscheinlich noch lange im Gedächtnis bleiben.
Außerdem ist das Buch auch total schön illustriert. Ich liebe die Kapitelzierden (vor allem auch die am Ende) und Junoons Tagebucheinträge waren auch optisch echt toll. Holt euch das Buch unbedingt als Print, wenn ihr könnt!
Zwischendurch grausam, aber so ein schönes Ende Insbesondere im letzten Drittel musste ich das Buch immer wieder aus der Hand legen… Ich konnte nicht weiter lesen, da zu viel (schlimmes? Bzw zu viel Veränderung) auf einmal passierte.
Aber das Ende! Selten so was herzerwärmendes und insbesondere rundes und ausführliches Ende ohne offene Handlungsstränge gelesen 🫶🏻