Wie viel Selbst steckt im Auto, wie viel Wahrheit in der Fiktion? Muss es sich um Geschichten aus dem eigene Leben handeln? Oder reicht schon der persönliche Winkel, aus dem man auf die Welt blickt? Das Altgriechische αὐτός bedeutet "selbst", beziehungsweise "selbst-" als Vorsilbe. Autoerotik, Autonomie, aus dem Selbst fließt einiges. Aus dem Auto-Ich im schlimmsten Fall schwarzes, stinkendes Motoröl. In der fünften Ausgabe lädt Delfi zur literarischen Spritztour ein. Unsere Autor_innen erzählen von gewonnenen und gepfändeten Autos, von liebenden und leidenden Selbst, von dürftiger Nachtsicht und von Abfall im Fahrtwind. Schnallt euch an. Wir cruisen los.
Fatma Bahar Aydemir (* 1986 in Karlsruhe) ist eine deutsche Journalistin und Schriftstellerin. Fatma Aydemir wuchs in einem Vorort von Karlsruhe auf. Ihre Großeltern kamen als kurdisch-türkische Gastarbeiter nach Deutschland, als ihre Eltern Teenager waren. Sie studierte Germanistik und Amerikanistik in Frankfurt am Main. Seit 2012 lebt Aydemir in Berlin und arbeitete bis 2023 als Redakteurin bei der Tageszeitung taz, wo sie sich mit den Themen Popkultur, Literatur und der Türkei beschäftigte. Ihr 2017 erschienener Debütroman Ellbogen, der von einer Gewalteskalation in einer U-Bahn-Station handelt, spaltete die Kritik. Aydemirs 2022 erschienener zweiter Roman Dschinns lobte die Literaturkritikerin Meike Feßmann als „ein Wunderwerk an Präzision und Einfühlung.“ In der ZEIT kritisierte Iris Radisch dagegen, das Buch sei in einem „stereotypen, politaktivistischen Jargon“ geschrieben; „Literatur, auch überzeugende engagierte Literatur, die immer einen Sinn für die Form und die gesellschaftliche Dialektik hat, klingt anders“.
wie immer eine bunte Mischung, die mMn sehr gut ausgewählt worden ist. auch wenn ich nicht jeden Text herausragend fand, hat sich die Ausgabe alleine für die Beiträge von Olga Grjasnowa und Jovana Reisingers gelohnt