Sieben Siegel, die das Ende der Menschheit einläuten …
Mari lebt mit ihren exzentrischen Müttern ein ruhiges Leben in der heiligen Domstadt - bis das erste Siegel bricht und das Jüngste Gericht über die Welt hereinzubrechen droht.
Zur selben Zeit kracht dem reisenden Vigilanten Elias ein Todfeind in Engelsgestalt buchstäblich auf die Motorhaube. Das arrogante Wesen behauptet, zu wissen, wie die Apokalypse aufzuhalten wäre – wenn Elias ihm vertraut.
Plötzlich jagen Seelensammler, Höllenhunde und Warlocks den beiden dicht auf den Fersen. Und all das ist nur der Auftakt zu einem gottlosen Chaos, das unaufhaltsam die Erde verschluckt.
Ein dystopischer Urban-Fantasy-Roman mit schrägen Charakteren und unverhoffter Liebe auf einem Roadtrip durch die Apokalypse.
Das Buch ist eine Dystopie mit starkem postapokalyptischem Einschlag.
Besonders spannend fand ich den Umgang mit Mythologie. Statt z.B. der oft in Fantasy thematisierten griechischen oder römischen Götter geht es hier viel um christliche bzw. abrahamitische Motive, was man in Fantasy eher selten liest. Das hat mich ehrlich zum Nachdenken gebracht: Warum ist ein „sexy“ Hades irgendwie akzeptiert, während sexy Engel eher selten ist? Liegt es daran, dass sich diese Religionen für viele „zu nah“ anfühlen, weil man damit aufgewachsen ist? Als Atheistin kann ich das nur begrenzt beurteilen, aber ich fand es genau deswegen besonders spannend. Falls ihr religiös seid: fühlt sich das für euch seltsam an, solche Themen in einer Fantasy-Geschichte zu lesen?
Thematisch dreht sich vieles um freien Willen sowie um Gut und Böse. Dazu kommen überraschend viele Zitate von Satre und Machiavelli — so viele habe ich gefühlt seit der Schulzeit nicht mehr gelesen.
Auch die Found-Family-Dynamik hat mir gefallen. Mit der Gruppe musste ich erst warm werden, aber inzwischen habe ich sie wirklich ins Herz geschlossen.
Es ist trotz der Thematik sehr kurzweilig. Quasi eine Mischung aus düsteren, philosophischen Themen und einem aberwitzigen Roadtrip.
Und erst ganz am Ende ist mir wieder eingefallen, dass das hier „nur“ Band eins einer Dilogie ist 🙈 Der zweite Teil wird auf jeden Fall gelesen.
Es ist nicht das erste Buch der Autorin und bestimmt nicht das letzte, das ich lesen werde. Dieses Mal hatte ich nicht keine genaue Vorstellung, was mich erwartet, war aber am Ende wieder sehr begeistert von der Idee, dem Setting und den Charakteren. Mary hat hier wieder super Recherche betrieben und sich gut mit den biblischen Hintergründen auseinandergesetzt. Die werden auch anschaulich dargestellt. Das Brechen der sieben Siegel ist nicht unbedingt etwas Neues, aber die Story dahinter, die facettenreichen Protagonisten und humorvolle Dialoge machen diese düstere Apokalypse-Geschichte zu einem ganz besonderen Roadtrip. Manchmal waren es mir etwas zu viele Erklärungen und auch dauerte es Anfang ein bisschen, bis ich so richtig drin war, aber dann folgte ein spannender und mystischer Plott dem nächsten, angereichert mit familiären Bindungen und einem Hauch Liebe, was das Ganze sehr gut abrundete. Und nach dem Ende will man unbedingt wissen, wie es in Band 2 weitergeht. Wieder ein besonderes Erlebnis.
Fazit: Dystopischer Urban-Fantasy-Roadtrip durch die Apokalypse mit interessanten Charakteren, biblischen Einblicken und einem Hauch strahlender Liebe in düsteren Zeiten.
Heavens Lie ist, auch wenn es thematisch an sich zutrifft, keine typische Engels- oder Weltuntergangs- Geschichte. Vielmehr ist das Buch ein bisschen abgedreht, abwechslungsreich, humorvoll und modern, ohne dabei Fantasy-Elemente oder eine interessante Hintergrundstory missen zu lassen. Die Handlungsverläufe gehen dabei allerdings schnell ineinander über und es tauchen viele Informationen und Wendungen in kürzerer Zeit auf. Das ist nicht unbedingt negativ! Mir persönlich haben dadurch aber an manchen Stellen etwas detailreichere Beschreibungen oder Informatinen gefehlt, um vollkommen in die Story abtauchen zu können, sondern ich hatte eher das Gefühl an der Oberfläche von einer Geschichte mit viel Potential zu kratzen. Aber das ist (denke ich) stark vom Geschmack abhängig und kann für andere gerade richtig sein!