Sechs Jahre sind vergangen, seit Anka ihrem sadistischen Entführer entkam. Gequält und gefoltert hat die Gefangenschaft Spuren bei ihr hinterlassen. Sie quittierte ihren Dienst als Polizistin, um fortan ein ruhiges Leben zu führen. Doch eine rätselhafte SMS mit GPS-Daten und dem Wort HILFE reißt sie zurück in ihre Albträume. In einer Hütte im Wald entdeckt Anka makabre »Kunstwerke«: menschliche Körperteile, fein säuberlich eingelegt in Formaldehyd, ausgestellt wie in einer Galerie. Die grausame Handschrift ihres Peinigers ist unverkennbar. Anka Der Killer ist zurück – und diesmal will er sein Werk vollenden. Mit ihrem Leben.
Blutwild ist das Debüt von Saskia te Marveld – und was für eines.
Kennst du dieses Gefühl, wenn es dir plötzlich eisig in der Brust wird? Wenn sich beim Atmen ein unangenehmes Kribbeln breitmacht und du nicht sagen kannst, ob die Angst berechtigt ist oder nicht?
Genau dieses Gefühl hatte ich während der gesamten ersten Buchhälfte. Diese unterschwellige Bedrohung, dieses leise Unbehagen, das den Puls hochtreibt, ohne laut zu werden – das hat mich komplett gepackt.
Relativ früh wird klar, wer der Serienmörder ist. Ab da könnte man denken, das Tempo nimmt raus. Tut es nicht.
Im Gegenteil: Ab diesem Punkt bricht die Hölle erst richtig los. Das Buch aus der Hand zu legen wird nahezu unmöglich.
Neben den abartigen körperlichen Qualen und der allgegenwärtigen Angst, die Protagonistin Anka durchleben muss, kommt noch etwas hinzu, das mindestens genauso weh tut: eine ganz persönliche Enttäuschung.