»Manchmal fühle ich mich wie der einsamste Palästinenser auf der Welt.« Hamza Abu Howidy erzählt uns vom AufwachsenimGaza der 2000er-Jahre, von seiner Familie, besonders seinem Vater, der ihm beim Muschelsammeln die großen Lektionen des Lebens beigebracht hat, aber auch von den blutigen Kämpfen zwischen Fatah und Hamas, direkt vor seiner Haustür,und wie sehr das Leben inGaza von Terror geprägt war. Jahre später protestiert er gegen die Hamas und wird festgenommen, gefoltert undmuss fliehen. Heute zählt er zu den wichtigsten politischen Stimmen aus der palästinensischen Exilgemeinde, dabei lässt er sich weder von pro-israelischer noch pro-palästinensischer Seite vereinnahmen. Ein sehr persönliches Buch, das Hoffnung und Plädoyer zugleich für eine demokratische und friedliche Lösung des Nahostkonflikts ist.
Das Buch hat mich total beeindruckt. Howidy schafft es, anhand vieler alltäglicher Beispiele zu zeigen, wie autoritär und grausam die Hamas in Gaza alle Palästinenser unterdrückt, die nicht auf ihrer Linie sind, und wie korrupt das ganze System Hamas ist, aber gleichzeitig klar und deutlich die rechtsextreme israelische Regierung und deren unverhältnismäßige Angriffe auf die palästinensische Zivilbevölkerung anzuprangern. Das alles ist inhaltlich ziemlich mitreißend und dabei mehr journalistisch als literarisch geschrieben.
Thank you to NetGalley and the publisher for this ALC.
This was a very interesting recounting of the author's life in Gaza, and I hate rating autobiographies like this because like... that's someone's life, you can't really put a star rating on it. But as I must rate, I'll give it 3.5 stars, rounded down, because I didn't find the listening experience very engaging and because I found that this book lacks any critical perspective on Israel until the very end of it. I of course understand that Abu Howidy had more personal negative experiences with Hamas, and in no way aim to relativise these. I am very glad that he shared his story and allowed audiences a first-hand experience of what it is like living under Hamas rule in Gaza. I also do not mean to have any political discussions about the justifiability of armed resistance in case of occupation. Everyone has their own opinion, and everyone has valid reasons for thinking the way they do. However, Abu Howidy completely fails to mention the apartheid system present in Israel for decades. I also cannot recall (though this might be my memory) any critical discussion of how Israel ignored UN resolutions about a very clearly illegal occupation of Palestinian territory. I feel like that's important context to mention here.
Mainly, though, I just didn't find majority of the book very engaging. There were obviously very emotional moments, and they did reach me, but most of the book was just... alright. At times, it felt like the author had a bit of a presumptuous attitude, talking about how he, and no one around him, questioned Islam and Hamas, while simultaneously talking about how he could not speak to anyone about his questioning thoughts. It's either one or the other - you cannot assume no one else questions and at the same time acknowledge that it is not safe to let on that you question.
Definitely my personal impressions though, and I would still recommend this book. It does include very informative, valuable and also emotional aspects, they were just put together in a way that I personally didn't like all that much.
Ich finde mich irgendwie nicht berechtigt das Buch zu beurteilen, denn es sind einfach Erfahrungen, die jemand gemacht hat und es fühlt sich falsch an, diese zu bewerten. Gleichzeitig bin ich dankbar für die Einblicke, die Hamza durch das Herausbringen von diesem Buch ermöglicht hat. Einblicke in eine Welt, die so fern unserer ist und über die wir dennoch so gerne Urteile fällen. Einblicke in seine inneren Konflikte und die Entwicklung von seiner Identität als ein Asylsuchender Palästinenser in Europa. Danke, Hamza!
Hamsa Abu-Howidy, seines Zeichens Palestinenser und geflohen vor den Milizen der Hamas schreibt in „Muscheln am Strand von Gaza“ sehr differenziert über die Hamas, deren Regime in Gaza, die Entwicklung der Beziehung zu Israel und auch die Auswirkungen des Terrorangriffs des 7. Oktober, bei dem die Hamas 100e Menschen getötet haben uns mehr als 200 Geiseln genommen haben.
Er selbst hat früh eine Abkehr vom islamischen Glauben erlebt und sich für eine freie und bessere Gesellschaft - ein besseres Leben ins Gaza - eingesetzt. Weil er deshalb mehrfach mit den Molozen der Hamas in Schwierigkeiten geriet und um sein Leben fürchten musste; ist er schließlich kurz vor dem Angriff des 7. Oktober aus Gaza nach Europa geflohen. Seither setzt er sich, wie er im Buch beschreibt, für eine bessere; offene Beziehung zwischen Israel und Palästina ein. Aber auch für ein neues Verständnis der Palästinenser: nicht jeder Palästinenser befürwortet, was die Hamas machen; und dennoch werden weltweit alle Palästinenser vorverurteilt so seine Sicht. Gut geschrieben und sehr informativ
Ich folge dem Autor seit einiger Zeit auf Social Media. In einer Zeit, in der die deutsche/britische Linke um mich herum einen terroristischen Angriff und den darauffolgenden Krieg zum Anlass nahmen, das Ganze wie ein Fußballspiel zu betrachten und sich ein Team auszusuchen, zu dem man bedingungslos hält und gleichzeitig die andere Seite dehumanisiert und verachtet, waren Stimmen wie seine ein Lichtblick. Auch durch sein Buch konnte ich noch viel Neues lernen und würde jedem empfehlen, es zu lesen. Ich hoffe, dass es auch auf Englisch übersetzt wird und noch mehr hoffe ich, dass Hamza Abu Howidys Wünsche im letzten Kapitel in Erfüllung gehen. Ich wüsste gerne, wie das Eis in Al Rimal schmeckt.