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Auf der Sandbank der Zeit: Der Historiker als Chronist der Gegenwart

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Vom Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2025: Ein leidenschaftliches Plädoyer für eine freie, demokratische Welt

Karl Schlögel hat in seinen Büchern einem großen Publikum die Geschichte Osteuropas vermittelt. Doch das war ihm nie genug. Als Zeitgenosse beobachtet er mit dem Blick des Historikers die Umbrüche seit 1989 und notiert mit seismografischem Gespür die Verschiebungen gesellschaftlicher und politischer Kräfteverhältnisse. Noch im unscheinbarsten Detail des Alltags erkennt er Zeichen des Wandels. Stilistisch brillant berichtete er aus den Zentren und Provinzen Osteuropas, ein engagierter Kämpfer für eine liberale und demokratische Welt, erst recht nach der russischen Annexion der Krim 2014. Dieser Band versammelt Texte aus den letzten Jahren, die unentbehrlich sind zum Verständnis der Gegenwart.

177 pages, Kindle Edition

Published October 14, 2025

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About the author

Karl Schlögel

47 books66 followers
Karl Schlögel (born 7 March 1948 in Hawangen, Bavaria, Germany) is a noted German historian of Eastern Europe who specialises in modern Russia, the history of Stalinism, the Russian diaspora and dissident movements, Eastern European cultural history and theoretical problems of historical narration.

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Profile Image for Kai Gründler.
39 reviews
March 28, 2026
In diesem Sachbuch sind 12 Texte (Essays, Analysen & Reden) von Karl Schlögel gesammelt und lose thematisch geordnet.

Einige sind außerordentlich interessant und wertvoll! Man versteht nach der Lektüre viele wichtige Zusammenhänge deutlich besser: die Rolle der Ukraine in Europa, den Führungsstil Putins und das politische System Russlands seit den 1990er-Jahren. Einige Textteile könnte man durchaus im Unterricht mit Jugendlichen behandeln, so klar und relevant sind sie (z. B. wenn es um den sog. Trumpismus geht, wenn die Ukraine in vielen Augen nur als Flyover State wahrgenommen wird oder wenn Charkiw als kosmopolitische Stadt dargestellt wird).

Auch besonders bereichernd und für mich neu waren die Kapitel, die nicht direkt mit Russland zu tun haben, sondern sich mit „Städte lesen“ und „Melancholie und Geschichtsschreibung“ beschäftigen – Texte, die einen die Welt möglicherweise neu sehen lassen. In letzterem argumentiert Schlögel überzeugend für den erkenntnisfördernden Nutzen von Melancholie beim Blick auf Geschichte.

Was mir nicht gefiel: die nicht näher erläuterte und daher nur bedingt nachvollziehbare Anordnung der Kapitel sowie, dass die Entstehungskontexte der Texte (z. B. ursprüngliche Publikationsorte) nicht genannt werden und die Datierungen jeweils erst am Ende stehen (obwohl es einen erheblichen Unterschied macht, ob man einen Text von 2002, 2022 oder 2025 liest).
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