»Seit ich denken kann, war ich davon überzeugt, ohne Penis kein Mann sein zu können.«
Evan ist Mitte dreißig, als er mit seiner Transition beginnt. Im Chaos seiner neuen Männlichkeit sucht er nach Antworten darauf, was Penisse für ihn bedeuten, für seinen Körper, sein Selbstbild. Dafür, wer er war, wer er ist und sein kann. In der Gesellschaft und im Bett. Um das herauszufinden, spricht er mit Menschen – mit und ohne Penis – über Ängste und Macht, über Kulturgeschichte und deren Bedeutung, über Sexualität, Größe und Fantasien. Und schreibt entwaffnend ungeniert über einen Körperteil, der viel mehr ist als das.
In »Sind Penisse real?« trifft sexuelles Begehren auf die Enge geltender Normen, Literatur und Theorie auf Glauben, fühlendes Subjekt aufs Patriarchat, jahrhundertealte Geschlechterkonzepte auf radikale Offenheit. Ein augenöffnender Essay, so aufregend klug, persönlich und politisch.
Evan Hugo Tepest lebt als Autor in Berlin. Im August 2025 erscheint sein Essay Sind Penisse real? im Piper Verlag. 2024 erschien sein erster Roman Schreib den Namen deiner Mutter und 2023 sein Essayband Power Bottom. Seine Texte sind außerdem in Anthologien und Zeitschriften erschienen, zuletzt in ER: Erotic Review (London) und DANKE - Das Fan-Fiction-Magazin (Basel/Berlin).
Yes, the title of this text by trans author Evan Tepest translates to "Are Penises Real?" (great title, of course)! The meandering essay combines memoir, sample interviews, and societal ponderings with a short cultural history of the penis - and while the biological organ is of course real, many ideas connected to it (and thus masculinity) are mere constructs. This is nothing new though, at least if you follow the discourse, so let's look at the individual components of this textual mosaic to find the specific angles presented here:
In the memoir part, Tepest tells his story from a woman who sleeps with heterosexual cis man, to celibacy, to lesbian sex, to his transition, to his thoughts regarding whether to get bottom surgery. In the interviews, we hear men talking about their genitalia (big penis, crooked penis, erectile dysfunction, gay man with a relaxed attitude towards his penis). We listen to the author pondering his desires involving male domination and penetration (see: Power Bottom) as opposed to the men he speaks to who want to escape the prison of desire ascribed to them and their penises.
Unfortunately, the whole thing doesn't quite come together. Much like in the case of Power Bottom, the premise is under cooked: Are we really entertaining the discussion of attitudes like "white, straight, cis men are bad"? I vote no, because it's just too stupid and thus boring. Also, the conclusion that we need more empathy is... you know: Obvious. I'd also maintain that in a world in which Theweleit's classic study about toxic dicks, Männerphantasien, has been publicly available for almost 50 years (read it!!!), a discussion about penis-related toxic masculinity needs to be more nuanced and complex.
This is an entertaining, frequently interesting read, but could have been so much more.
Ich gebe es offen zu, das war primär eine Titelentscheidung ;) Zum Thema Penis bietet dieser Essay interessante und vielschichtige historische, medizinische und gesellschaftliche Fakten, auch über das Thema FTM Transition und allem, was damit zusammenhängt (z.B. T-Dicks, Phalloplastik). Dazu gibt gut gewählte und kuratierte Gespräche mit Menschen mit Penis. Allerdings fehlt mir die Originalität in Bezug auf das große Thema (toxische) Männlichkeit. Die persönlichen Gedanken des Autors dazu waren allein schon aufgrund seiner sehr besonderen Geschichte gut, haben das Thema aber nicht weit genug getragen. Dafür haben die knapp 130 Seiten nicht ausgereicht.
am faszinierenden ist für mich immer noch (wie schon in powerbottom), wie hugo tepest über begehren und identität schreibt. fand den essay leider aber erstaunlich nichtssagend in bezug auf penisse, da war einfach nicht viel neues an wissen oder gedanken dabei.
Paar interessante Gedankengänge zur Schaustellung von Maskulinität aber zu oberflächlich an den Falschen Stellen. Möchtegern-radikale Ansichten des Autors lassen es ein wenig wie eine Farce scheinen um idealistische Ansichten zu verstecken.
„wir mögen uns genug, wie wir sind, um uns grundlegend zu verändern“
Evan schreibt in diesem Buch nicht nur über penise, real oder nicht; sondern er schreibt auch über selbstakzeptanz und mut zur Veränderung.
Der Penis symbolisiert bei Evan Männlichkeit und lässt sich nicht ganz vom Mann trennen - und der Mann (Evan) auch nicht vom ihm. Das Buch zeigt wundervoll wie eng Sexualität und Geschlecht miteinander verwoben sind und lässt ein stirnrunzelnd über die vielen Versuche zurück, das Bedürfnis einen Penis zu haben davon zu trennen für was man diesen benutzen möchte.
Für ein Gespräch über den Penis als Penis hätte ich mir mehr Perspektiven von trans Frauen und Femmes gewünscht… und darüber hinaus auch Perspektiven von Männern außerhalb der Berliner sexpositiven Szene.
Klar dieses Buch ist keine revolutionäre theoretisch dichte Analyse weder von Penisen noch von Männlichkeit, trotzdem wie immer ein lieber, gut zu lesender, einfühlsamer und an vielen Stellen schmerzhaft nachvollziehbarer Gedankenschwall von Tepest mit einem außerdem richtig tollen Cover.
Hab es gern und schnell gelesen. Vor allem da stark, wo es autobiographisch und konkret wird (Trans-Perspektive, Transition, Phalloplastik, etc.) und Begehren/Körperbild sehr intim reflektiert werden. Locker verwoben mit Interviews und kurzen Ausflügen in die Medizin-/ Kulturgeschichte. Gelungener Essay!
Der catchy Titel wie auch das Layout haben mich überzeugt, nochmals einen Essay- Band von Evan Tepest zu lesen, nachdem ich von "power buttom" eher wenig überzeugt war. Die Diskussion und Gespräche hier sind diverser, breiter gefächert und die Kombi von Theorie/ Life- insights/ Gesprächen ist ausgewogen& smooth in den Übergängen, alles flechtet sich zu einem schnell lesbaren Text zusammen. Dass ein Buch rund um Penisse von Freud mitgeprägt ist, war zu erwarten. Hier hätte ich mir eine kritischere Betrachtung freud'scher Denkweise gewünscht. All in all bietet das Buch wenig neues wenn Mensch sich mit Transition schon einmal auseinandergesetzt hat und Evans Haltung ist bei weitem nicht die spannendste im Buch.
super intim ohne unangenehm zu sein dabei. hier wurde mit herz seele niedergeschrieben und es steckt so viel food for thought auf den seiten - danke für diesen tollen und mutigen read und diese ehrliche momentaufnahme!
"Ich musste einsehen, dass das 'aggressive Ökosystem' mein Verhältnis zum Penis und zur Männlichkeit mehr als alles andere bestimmte."
"'Ich habe lange überprüft, was die OP-Entscheidung mit Scham oder Selbstekel zu tun hat - ob ich diesen Körper loswerden will. Aber sie bedeutet, dass ich so sehr mag, wie ich jetzt bin, dass ich eine andere werden will. Und das klingt unlogisch, aber die meisten trans Menschen verstehen es.'"
"Ich habe immer noch keine Antworten, keinen Job und keine Beziehung. Keinen Hund, keinen Spazierweg am Wasser. Ich weiß nicht, wie ich in einem Jahr aussehen, wie ich in zwei Jahren Sex haben, ob ich je einen anderen Mann, ob ich mich selbst je lieben werde."
halber Stern Abzug, weil stellenweise bisschen religiös
Was für ein interessanter Essay, erst war ich ein bisschen skeptisch bezüglich des Themas, als ich mich aber mit dem Klappentext und der Leseprobe beschäftigt habe, war ich ganz interessiert. Und ich wurde nicht enttäuscht, denn Evan Hugo Tepest betrachtet das Thema auf eine sehr interessante, facettenreiche und gleichzeitig auch extrem persönliche Weise, die ich extrem angenehm und faszinierend zu lesen fand.
Ein gutes Buch für alle Menschen nicht nur für queere. Ich konnte mich in einigen Dingen wiederfinden. Auch wenn ich noch nie so oft das Wort Penis zuvor gelesen habe.😅