Sind Gefühle für Männer immer noch eine Herausforderung?
Wir kennen sie, die schweigenden Männer. Männer, die nicht über ihre Emotionen sprechen können oder sprechen wollen. Und wenn sie Gefühle zeigen, dann vor allem typisch männliche Emotionen wie Wut oder Stolz, aber nur selten tiefe Trauer, ausgelassene Freude oder verletzliche Liebe.
Auch nach weit über hundert Jahren Feminismus wird die männliche Unfähigkeit, mit Gefühlen umzugehen, von Frauen und queeren Personen beklagt. Denn sie müssen die emotionale Arbeit leisten, die sich Männer untereinander verweigern. Doch auch die Männer zahlen einen hohen Preis für die Verkümmerung ihres Gefü Ihre Einsamkeits- und Suizidraten liegen deutlich über dem Durchschnitt von Frauen.
Als Ursache für die Misere wird »das Patriarchat« ausgemacht, »all men« werden zur Veränderung gerufen, und solche Begriffe aktivieren uns für feministische Kämpfe. Doch eine vorschnelle Verallgemeinerung übersieht die vielschichtigen Verbindungen von Gefühlen und Männlichkeit, die dazu führen, dass wir immer noch nicht emotional auf Augenhöhe sind.
Fundiert und differenziert liefert Ole Liebl eine schonungslose Analyse, die trotzdem an die Gemeinschaft aller Geschlechter appelliert.
Ole Liebl widmet sich mit seinem feministischen Sachbuch "Brutal fragile Typen" einem Thema, das bisher weitgehend von der Literatur missachtet wurde. Und zwar, welche gravierenden Auswirkungen das Patriarchat nicht nur auf Frauen, sondern eben auch auf Männer hat. Denn diese profitieren keineswegs nur davon, sondern werden strukturell geprägt und besonders auf der Gefühlsebene begrenzt.
Das Buch besticht einerseits durch seine Inhalte, die Aussagen und Thesen des Autors. Er führt uns in die sogenannte Manosphere ein, erklärt uns die Strömungen der Maskulinisten, Antifeministen, Red-Pill- und Blue-Pill-Ideologien, Incels, die male loneliness epidemic, die jeweiligen Zusammenhänge und vieles mehr. Es hat mir wirklich neue Denkanstöße gegeben und rüttelt uns auf, gesamtgesellschaftliche Lösungen zu finden. Um nur einen Ansatz zu nennen: Liebl stellt die These der emotionalen Ausbeutung von Frauen durch Männer auf, was in der ursprünglichen Problematik begründet liegt, dass Männer gelernt haben, bestimmte Gefühle zu unterdrücken oder gar nicht erst zu entwickeln.
Andererseits ist es auch extrem gut recherchiert. Liebl zitiert viele andere feministische Autor*innen und belegt seine Aussagen mit Studien. Ja, das Buch dreht sich um Männer, aber stets auch im Kontext der strukturellen Vorherrschaft. Und neben diesen lehrreichen, wissenschaftlichen Passagen gibt es immer mal wieder auch welche, die es auflockern, in denen der Autor etwa aus Pop-Kultur oder eigenen Erfahrungen referiert.
Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, das vom Autor selbst gesprochen wird. Mir persönlich war das Tempo etwas zu schnell, aber dafür, dass es kein professioneller Sprecher war, war es sehr gut gelesen und eben auch sehr authentisch.
Ich kann es wirklich nur jeder Person ans Herz legen, egal, zu welchem Geschlecht man sich zugehörig fühlt. Für eine bessere Zukunft und ein verständnisvolles Miteinander! Der Feminismus ist für alle da!
Wie schon "Freunde lieben" ist "Brutal fragile Typen" ein sehr cooles Buch. Ich hab das Hören sehr genossen, Ole schreibt nicht nur toll, sondern liest auch hervorragend vor :) Auch inhaltlich fand ich es stark. Ole hat ne coole Perspektive, liefert eine präzise Analyse, die die Tiefendimmensionen (um ein Wort aufzugreifen, das ich von Werner Braun gelernt habe) der aktuellen Kriese, in der sich "Männlichkeit" befindet, zu greifen und aufzuschlüsseln vermag und verbildlicht alles sehr schön unter anderem durch die Analyse von Popkultur wie Filmen. Mich hat es natürlich besonders abgeholt, dass Lacan zitiert und für die Analyse herangezogen wird.
Ein Stern abzug, weil es ein bisschen dabei stehen bleibt, dass ich mich einerseits an manchen Punkten überführt fühle, anderen glaube entwachsen zu sein und manches glücklicherweise einfach an mir vorbeigegangen ist. Wie schon bei "Unlearn Patriachy" hat mir auch bei "Brutal Fragile Typen" neben der herausragenden Fehleranalyse und Dekonstruktion die positive Konstruktion gefehlt, die mir hilft einen gesunden, konstruktiven und aktiven Platz in alldem zu finden.
Bei vielen feministischen Sachbüchern hab ich immer das Gefühl, dass sie mehr aus Wut als aus einem Wille zu Verstehen geschrieben sind. Was total fair ist, ich glaube allerdings, dass es uns nicht viel weiter bringt. Ein Buch, das allerdings einfach nur aufzeigt wie unfähig Männer gesellschaftlich in Emotionen sind und an ein mögliches Miteinander denkt, also das Buch hier, ist grossartig.
Brutal fragile Typen ist ein Buch über Männer und Gefühle. Ich hatte erst nicht unbedingt vor, das Buch zu lesen, weil ich befürchtet habe, dass der Inhalt für mich nicht viel Neues bietet. Dann habe ich aber Ole Liebl auf der LitPop der Leipziger Buchmesse erlebt. Die Lesung war witzig und informativ und der Autor einfach irre sympathisch. Ich habe es mir dann also doch geholt und ziemlich schnell weggelesen. Ja, viele Inhalte waren für mich nicht neu: Andrew Tate, Incels, Manosphere und Judith Butler. Wenn man sich bereits mit dem Thema auseinandergesetzt hat (und zusätzlich eine Gesellschaftswissenschaft studiert hat), ist hier viel Wiederholung. Aber das macht nichts, denn das Buch ist trotzdem ausreichend interessant und unterhaltsam geschrieben, dass mich auch die Wiederholung nicht gelangweilt hat. Begeistert hat mich aber vor allem das letzte Drittel, denn eine kognitive Kenntnis der Theorien und Umstände ist noch keine Selbstreflexion. Ich hatte das Gefühl, wir (männliche) Leser können gemeinsam mit Ole Liebl reflektieren. Wo finde ich mich selber im Spektrum der Männlichkeitstypen wieder? Welche Eigenschaften trage ich bewusst oder unbewusst in mir? Dabei ist Brutal fragile Typen keine Anklageschrift, sondern möchte verstehen. Nicht hinter jedem toxischen Verhalten steckt eine böse Absicht. Ole Liebl geht mit den Männern ausreichend sensibel um, sodass ich glaube, dass das Buch durchaus auch bei anderen Männern einen Reflexionsprozess auslösen kann. Dazu müsste es aber gelesen werden. Vielleicht kann ich es ja ein paar mal verschenken.
8/10 Nach fast drei Wochen Leseflaute konnte ich mich endlich überwinden und ein Buch beenden, auch wenn ich mehr als nur lang dafür gebraucht habe. In ‘Brutal fragile Typen’ beleuchtet Liebl Männlichkeit und die Gefühlswelt von männlich gelesen Personen aus einer feministischen Perspektive. Liebl unterteilt dabei dieses Buch in insgesamt 8 Kapitel, plus einen Exkurs, in dem noch einmal explizit auf Gefühle eingegangen wird. Was mir an diesem Sachbuch besonders gut gefallen hat ist, dass es durch die vielen Anwendungsbeispiele aus Filmen oder realen Situationen (teilweise auch konstruiert, aber immer sehr gut relatable und nachvollziehbar) gelungen ist, einen für mich perfekten Bogen zwischen Anwendung und Relatableness (keine Ahnung ob das ein Wort ist lol) und theoretischen Bezügen zu spannen. Das Buch lässt sich dadurch leicht lesen und verstehen, weil einerseits genügend theoretische Grundlagen für Liebls Argumentation bereitgestellt werden, diese Theorie dann aber auch an praktischen Beispielen direkt angewendet und sichtbar gemacht wird. Man merkt wirklich deutlich, dass Ole Liebl sehr belesen ist und eben nicht wie viele andere Autor*innen nur auf altbekannte Texte zurückgreift (auch wenn diese natürlich trotzdem erwähnt werden, aber nicht ganz so oft wie in anderen Werken) oder einseitig argumentiert, was ich bei anderen mehr oder weniger popfeministischen Sachbüchern ja kritisiert habe.
Inhaltlich setzt sich das Buch, wie der Titel schon vermuten lässt, mit Männlichkeit und Gefühlen auseinander. Liebl beleuchtet dabei, wie sich Gefühlsausdrücke von männlich und weiblich gelesenen Personen unterscheiden lassen, belegt wird die unterschiedliche Darstellung von Gefühlen und Gefühlsbeispielen anhand von fiktiven Inszenierungen und popkulturellen Figuren (u.A. Clavicular, Hoss & Hopf etc.); anhand eines selbst erarbeiteten Schemas und vier fiktiven Fallbeispielen werden aber auch neue Kategorien dargestellt.
Viele Dinge haben mir an diesem Buch gut gefallen. Wie gesagt wäre da erstens die sehr gut ausgearbeitete theoretische Grundlage, auf der Liebls Erkenntnisse beruhen, dann die vielen Fallbeispiele, anhand derer das Thema nochmal greifbarer wird und tatsächlich auch die Tatsache, dass sich hier eine männlich gelesene und sozialisierte Person mit Männlichkeit beschäftigt und diese kritisch infrage stellt. Liebl wird ja als männlich gelesene Person immer wieder genau deshalb für die eigene feministische Arbeit kritisiert, bei diesem Thema finde ich es aber wichtig, wenn auch die Perspektive aus “männlicher Sicht” so intersektional und reflektiert beleuchtet wird, wie es in diesem Buch der Fall ist. Ja, es gibt sehr viele männliche Perspektiven in der Literatur. Ja, es braucht nicht noch einen Mann, der einem zu erklären versucht, dass er ganz anders ist. Das sieht Liebl übrigens ähnlich und es wird im Buch auch ausführlich thematisiert. Dennoch muss man ja, gerade wenn man patriarchale Strukturen als solche erkennen und benennen will feststellen (auch Liebl kommt zu dieser Erkenntnis), dass die meisten Männer Frauen gar nicht oder nur dann zuhören, wenn sie einen Nutzen daraus schlagen können. Einem Mann oder einer männlich gelesenen Person hingegen wird da eher Recht gegeben, gerade wenn es dann auch noch um Männlichkeit selbst geht, in die sich eine Person, die männlich sozialisiert wurde ja ohne Frage sowieso durch das eigene Erleben besser hineinversetzen kann als eine weiblich sozialisierte.
Ich gebe dem Buch deshalb vier Sterne, weil die meisten Erkenntnisse für mich nicht unbedingt neu waren, jedoch neu interpretiert/aufgedröselt und durch Liebls Gedanken ergänzt wurden. Auch wenn das Buch gut geeignet ist, um in die Thematik einzusteigen, eben weil so viele Fallbeispiele darin vorkommen, setzt es eine gewisse Vorkenntnis doch voraus (man sollte grob wissen, was mit Manosphere und gewissen feministischen Begriffen gemeint ist).
Ole Liebl hat mit „Brutal fragile Typen“ bei Harper Collins ein Sachbuch vorgelegt, das perfekt in die derzeitige Debatte um all die Probleme mit Männern passt: aber was ist eigentlich das Problem? Warum können Männer auch im Jahre 2026 bei allen Fortschritten der Gleichberechtigung immer noch nur selten Gefühle zeigen oder überhaupt fühlen? Wie erziehen wir unsere Jungen zu Männern, die Zugang zu diesen Gefühlen haben und keine Frauen brauchen, um diese zu analysieren und zu begleiten? Wann wenden sich Männer endlich an andere Männer, um ihr Gefühlsleben zu sortieren, so wie Frauen und Queers das selbstverständlich schon immer machen? All diesen spannenden Fragen geht Ole Liebl nach, denn Männer haben ein ernsthaftes Problem: sie leiden unter sozialer Einsamkeit, oberflächlichen Freundschaften und überdurchschnittlich hohen Suizidraten. Dieses Buch behält sowohl die Probleme der Männer und eventuelle Lösungsansätze im Blick als auch die Probleme, die Frauen und Queers mit Männern leider haben. Dabei versucht Ole Liebl immer wieder, trockene Theorie in lebendige Bilder zu verpacken, indem er zum Beispiel Filmhandlungen analysiert, was ich sehr hilfreich fand. Selbstverständlich entführt uns Ole Liebl auch in die „Manosphere“ und erklärt, was das Erstarken der neuen Rechten mit Frauenhass zu tun hat. Mir hat das Buch sehr geholfen, das Problem „Männer & Gefühle“ zu verstehen: denn natürlich haben Männer alle Gefühle, die Frauen und Queers auch haben - sie beschäftigen sich nur nicht damit oder lagern diese emotionale Arbeit an (meistens) Frauen aus. Ein großartiges Buch, dem ich viele Leser (absichtlich nicht gegendert) wünsche! 🫶🏼
Dieses Buch hat sich wie ein wissenschaftlicher Essay gelesen – in the best way. Was ich an Oles Content auf Social Media schon so toll finde, ist, dass die benutzten Quellen immer ausführlich benannt werden. Eine wissenschaftlich noch fundiertere Auseinandersetzung mit Männlichkeit und Gefühlen findet man in diesem Buch, was, so finde ich, gerade heute unfassbar wichtig ist, wenn nicht einmal die Tagesschau es schafft, sozialwissenschaftliche Studien korrekt zu zitieren. In „Brutal fragile Typen“ wurde höchst differenziert mit der Faktenlage gearbeitet: Studien, die auf den ersten Blick, die eigenen Thesen widerlegen, wurden nicht diskreditiert, sondern in einen größeren Kontext gebracht; Methoden wurden (kritisch) beleuchtet und hinterfragt; die Gedanken anderer zeitgenössischer feministischer Stimmen wurden zitiert und nicht als die eigenen verkauft. Dass ich sowas überhaupt positiv hervorheben muss, ist crazy, aber ehrlich gesagt leider irgendwie eine Besonderheit. Beim Hören musste ich mir halt regelmäßig denken: Whoa, wissenschaftliches Arbeiten! Wie dem auch sei, inhaltlich ist das Buch natürlich auch eine 10/10, was nicht nur daran liegt, dass ich mir gerade unfassbar viel über die Manosphere (v. a. Looksmaxxing) reinziehe und ich sowieso schon daran interessiert bin, sondern auch weil ich bereits ein Buch über Männer und/im Feminismus gelesen habe („Wenn die letzte Frau den Raum verlässt“ von Vincent-Immanuel Herr und Martin Speer), welches auch verschiedene Männertypen aufdröselt, mir persönlich aber nicht immer genug in die Tiefe gegangen ist. Ole hingegen geht einfach komplett rein, liefert zahlreiche Studien, veranschaulicht die Thematik mit Fallbeispielen, Schaubildern und persönlichen Erfahrungen, weswegen ich das Buch auch so unfassbar zugänglich finde für Menschen, die vielleicht noch nicht viel bis keine feministische Sachliteratur gelesen haben, ohne aber zu unpräzise für diejenigen zu sein, die wie ich über ein Dutzend Lektüren auf dem Rücken haben. Also: ein Must Read für alle!
In "Brutal fragile Typen" geht Ole Liebl der Frage nach, was Männlichkeit(en) sind, woher sie kommen und wie sie uns im Alltäglichen begegnen. Alles in allem eine spannende Abhandlung, bei der ich das eine oder andere dazulernen konnte (bspw. den Begriff der "Alexithymie" -Gefühlsblindheit). Außerdem sagt mir der sowohl ernste aber auch humorvolle Ton von Ole sehr zu. Am spannendsten fand ich seine Erlebnisberichte von konservativen Männerpodcastern, wie Hoss und Hopf, zu dessen Live-Veranstaltungen er gegangen ist. Die Schwachpunkte des Buches zeigen sich dann für mich leider in dem, wofür Ole online oft gepriesen wird (meiner Meinung nach auch zurecht, weshalb ich es nur enttäuschender finde, dass es mir im Buch etwas gefehlt hat), nämlich dem quellenorientierten, wissenschaftlichen Arbeiten. Da wäre doch mehr gegangen! Eventuell ein persönlicher bias, aber er hat mir zu oft Sophia Fritz zitiert, deren Buch "Toxische Weiblichkeit" meiner Meinung nach gar nichts mit wissenschaftlich fundierter Arbeit zu tun hat (unabhängig von meiner persönlichen Meinung zu ihrem Buch). Das Fazit bzw. letzte Kapitel hat den Rest des Buches für mich auch nicht wirklich zusammengeführt. Etwas schade, aber dennoch kein Reinfall, einfach irgendwo im Mittelfeld.
Ich weiß nicht wie ich das Buch bewerten soll, weil ich somit ja eigentlich indirekt die Fakten bewerte…er hat sehr gute Punkte und habe viel gelernt. Ein Stern Abzug, weil es etwas lang gezogen ist, beziehungsweise einfach viel auf einmal. Kann es aber trotzdem empfehlen, vor allem an MÄNNER.
Ich finde ich hab frei gesprochen und viele (sprachliche) Bilder benutzt. Nein, im Ernst, für alle, die das lesen, hier kurz ein Hinweis, wie das Buch aufgebaut ist und ob es was für euch ist.
»Brutal Fragile Type« ist grob gesprochen in vier Teile gegliedert.
Im ersten Teil widme ich mich der politischen Brisanz von Männlichkeit. Ich rede über die Manosphere und wie sie über eine emotionale Ansprache (v.a. junge) Männer für antifeministische und rechte Ideologien mobilisiert. Das mache ich am Beispiel von drei bekannten Manfluencern fest: Hoss & Hopf, Andrew Tate und Jordan B. Peterson. [Kapitel 1-2]
Im zweiten Teil geht es darum, wie die Männlichkeitsideologie der Manosphere (die natürlich weit über sie hinaus gepredigt wird) die Beziehungen der Männer zu Frauen und Queers verändert. Ich behandle maßgeblich das Thema der emotionalen Arbeit, die ich eher als emotionale Ausbeutung verstehe. [Kapitel 3]
Im dritten Teil frage ich mich, was »ein Mann« eigentlich ausmacht und wie man zum Mann wird. Neben einer kleinen Theorie des Geschlechts (insgesamt acht verschiedene Dimensionen) folgt ein Kapitel über Männlichkeitsrituale. Ihr werdet einiges über Männerfilme erfahren … und auf welche Weise durch sie Gefühle befördert bzw. unterdrückt werden. [Kapitel 4-5]
Der abschließende vierte Teil geht schließlich noch eine Stufe tiefer: Von der Politik (Teil 1) über Beziehung (Teil 2) und Fragen der Identitätsbildung (Teil 3) sind wir nun beim (un-)emotionalen Mann als »Einzelwesen« angekommen. Warum tun sich Männer diese emotionale Verkümmerung an? Wo schadet es ihnen, wo nützt es ihnen? Was hat es mit toxischen und fragilen Männern auf sich? Und kann es so etwas wie einen feministischen Mann geben? Ich schlage ein neuartiges Schema vor, um vier verschiedene Männlichkeitstypen voneinander zu unterscheiden. [Kapitel 6-7]
Naja und ein Fazit, das wird hier nicht gespoilert. [Kapitel 8]
Männer leiden still. Männer reden nicht über ihre Gefühle, abseits von Hunger, Lust oder Müdigkeit. Gefühle zu zeigen oder gar zu fühlen ist unmännlich und was für Schwule und Frauen. Doch wie wirkt sich diese Gefühlskälte auf die Gesellschaft und den einzelnen Mann aus? Ist es zu einfach zu sagen, dass Männer ebenso unter dem Patriarchat leiden wie Frauen und Queers?
In "Brutal fragile Typen" befasst sich Ole Liebl genau mit diesen Fragen. Das niedliche Cover und der Untertitel "Männer und Gefühle" haben mich neugierig gemacht. Und die Lektüre war lehr- und arbeitsreich. Das ist sowohl ein Vorteil dieses Buches als auch eine Bürde für die wahrscheinliche Zielgruppe von Menschen, die die ersten Schritte in das Verstehen von feministischen Dynamiken machen wollen.
Der Autor klärt kapitelweise über das Selbstverständnis von Männern und Männlichkeit, von männlichen Typen und der inneren Gefühlswelt ebendieser auf. Dabei reichert er seine Ausführungen mit Zitaten, Quellen und anschaulichen Beispielen an. Das ist Fluch wie Segen für mich gewesen.
Segen deshalb, weil ich Grundlagen erklärt und erläutert bekommen habe um überhaupt den Umfang des Themas zu verstehen. Das fand ich großartig. Fluch, weil es sich teilweise wie die Vorbereitung zu einer Hausarbeit im Studium anfühlte. Viele Fachbegriffe, wissenschaftliche Sprache und eine Komplexität, die mich zwang, mit dem Buch zu arbeiten. Darauf muss man Lust haben und darauf muss man sich einlassen können und wollen. Und ich glaube, dass die Gruppe, die sich mit diesen Erkenntnissen beschäftigen sollte, darauf weniger Lust hat. Etwas mehr Einfachheit hätte dem Buch gut getan.
Unabhängig davon ist "Brutal fragile Typen" empfehlenswert, weil es die Grundlagen erläutert, die es braucht, um die Gesellschaft gemeinsam besser und gerechter zu machen.
Wow, was für ein Buch. Titel und Cover haben direkt meine Aufmerksamkeit geweckt und ich habe bisher auch noch nie ein feministisches Buch über Männlichkeit gelesen. Und ich fand das Buch wirklich gut. Es war leicht verständlich erklärt, gut geschrieben und sehr logisch aufgebaut. Darüber hinaus fand ich auch Ole Liebls Gedanken und Analysen sehr interessant und bereichernd. Ein Buch, das mich zum Nachdenken angeregt hat, durch das ich mich stellenweise verstanden gefühlt habe und das wichtige Sichten beleuchtet. Große Empfehlung.
Ganz interessant, ich persönlich habe aber nicht so viel Neues mitgenommen, viel ist mir schon auf Social Media begegnet. Die Ausführungen zu emotionaler Arbeit sind sehr gut und auch die Erklärungen, was Geschlecht und dementsprechend Männlichkeit überhaupt ist, haben mir gefallen. Das ganze Buch über hat schafft es Ole Liebl, einen intersektionalen Blick zu behalten. Mein liebster Internet-Feminist, tbh.
Leider fetter Minuspunkt für das Cover und die ersten Seiten, ich denke die Zeiten, in denen wir Qualzuchten promoten, sind vorbei. Es gibt so viele süße Tiere, es muss echt kein Zwergspitz sein.
Das Buch war interessant und lehrreich. Ich denke, das Männer gut daran tun es zu lesen. Ich kenne viele Konzepte aus dem Buch schon, hab aber trotzdem ein paar gute Denkanstöße bekommen.
Vieles wusste ich schon, aber so gut nochmal zusammengebracht und auf den Punkt gebracht und schon nochmal neue Inputs, bin sehr glücklich, dass es das Buch gibt