Ada, Toni, Betti, Tricy – Innsbruck, Bozen, Ala, Ein gesamtes Jahrhundert und seine Verwerfungen spiegeln sich in den Erzählungen von Frauen, deren Leben von den Entscheidungen Anderer geprägt wurden. Weggehen, weggegeben werden, nie richtig dazugehören; so unterschiedlich die Schicksale und die Welten sind, in denen sie leben, verbindet sie doch das das Fremd-Sein und die durchaus zwiespältige Sehnsucht nach Rückkehr und Zugehörigkeit. Auch die Geschichte von Louise Straus-Ernst, der ersten Frau des surrealistischen Malers Max Ernst, die dieser in Tarrenz verließ, und von Maja, ihrer Bediensteten und Vertrauten, wird erzählt, dabei fügen sich Imagination, Fakten und Fiktion wie von Geisterhand ineinander. In den 1980er Jahren setzt sich die Geschichte mit Bettis Tochter Tricy Kann es ihr gelingen, die Fremdheit als Erbe der mitunter gespenstisch widerhallenden Stimmen ihrer Mutterbande anzuerkennen und sie gleichzeitig hinter sich zu lassen? Anna Rottensteiner gibt in ihrem dritten Roman jenen eine Stimme, die weder hier noch dort dazugehör(t)en, auf der Suche nach einer Sprache, die das Dazwischen-Sein als Utopie zu skizzieren vermag.