Clara Zetkin (*5. Juli 1857 in Wiederau, †20. Juni 1933 in Berlin) war eine deutsche sozialdemokratische Politikerin. Sie schuf die theoretisch-praktischen Grundlagen für eine marxistische Frauenpolitik. Darüber hinaus war sie zentrale Gegenspielerin von Eduard Bernstein, seinem Reformismus und dem damit verknüpften Militarismus und Kolonialismus.
Ein unfassbar reiches, kämpferisches, unermüdliches Leben für ein Ideal, in aller möglichen strategischen und taktischen Konsequenz verfolgt, scheint aus den Seiten dieser Ideenbiographie. Zu viele von Zetkins Dilemmas - materialistischer oder bürgerlicher Feminismus, Kampf gegen Revisionismus, Militarismus und Imperialismus - durchaus innerhalb der „Sozialdemokratie“ - erinnern schmerzhaft an jenen der Gegenwart. Bestenfalls… Denn das Proletariat scheint massiv unorganisierter als damals und weder Clara noch ihrer furiosen ideologischen Klarheit scheinen mehr unter uns zu sein. Aber dieses Buch lässt etwas von ihrem Geist auferstehen.
Ingar Solty gelingt es die Theorie und Praxis Clara Zetkins zu umreißen. Eingebettet in die Biographie Zetkins lernt man ihre wesentlichen Lebensabschnitte sowie ihr Denken und Handeln kennen. Solty nimmt einen dabei in eine Geschichte voller Hoffnung, Mut und Trauer mit, die die Lesende nicht unbewegt lässt und das Interesse zur tieferen Auseinandersetzung mit ihrer Theorie weckt. Wirklich gelungen!
Well-rounded review as well as helpful introduction into her life, action and thought. Her argument for the development of socialist culture seems to draw conclusions avant le lettre the ones of following a reading of the culture industry.
„…war Zetkin davon überzeugt, dass nicht nur die Arbeiterklasse über sich selbst hinauswachsen könne, sondern auch der einzelne Mensch im Klassenkampf: […] Zugleich verdeutlichte sie, dass es in der revolutionären Bewegung für jeden eine Rolle gebe.“ 🥹