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Annäherung: Notizen aus 14 Ländern

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«Wunderland – das war China für mich, als mein Vater 1960 von dort zurückkam und seine farbigen Dias zeigte: vergoldete Drachen. Fahrradarmeen. Menschen, die in drei Minuten irrwitzige Scherenschnitte herstellen oder aus einem Stück Seife und nur mit Hilfe eines Kamms ein wunderbares, feingliedriges Püppchen. Dass China nicht mehr dasselbe ist, das mein Vater vor einem halben Jahrhundert bereiste, ist mir bewusst. dennoch erwarte ich so etwas wie einen Kulturschock, der dann auch eintritt, allerdings umgekehrt. Das Schockierende an Schanghai ist, wie wenig sich China hier vom Westen, genauer: von Amerika unterscheidet.» Ob im Baltikum, auf Kuba, in Griechenland, Ungarn oder - ein halbes Jahrhundert nach dem eigenen Vater - auf dem Weg von Nanking nach Schanghai: Eugen Ruge ist um kein klares Wort verlegen, aber immer bereit, Erwartungen mit Erfahrungen zu vertauschen. Er bereist Russland, die USA, Mexiko zunächst auf den Spuren der eigenen Familiengeschichte, im Rahmen seiner Recherchen für den noch im Entstehen begriffenen ersten Roman. Mit dem literarischen Durchbruch und dem internationalen Interesse beginnt ein neues Kapitel. Und doch bleibt der Reisende sich treu, betrachtet Menschen, Sitten, Landschaften mit unabhängiger Anteilnahme und kritischem Humor. Seine Reisen sind, was sie waren: Annäherungen. Erkundungen.

192 pages, Hardcover

First published May 30, 2015

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Eugen Ruge

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Profile Image for Jaljes.
114 reviews7 followers
August 1, 2019
Ich bin zu diesem Buch gekommen, weil ich den Roman "In Zeiten des abnehmenden Lichts" gelesen und einen Artikel darüber geschrieben habe. Dieses Buch sammelt Berichten aus verschiedenen Reisen, die der Autor nach Russland und Mexico für die Recherche seines Romans unternommen hat, und dann andere Reisen als ausgezeichneter Autor für Lesungen in Goethe-Instituts und deutsche Institutionen um die Welt.
Manchmal sind die Bemerkungen des Autors interessant, vor allem im Bezug auf die politische Lage dieser Länder, wie z.B. Griechenland, Ungarn oder China, aber manchmal sind die Berichte von Stereotypen geprägt, wie die Behauptung: "[...] schwer erträglich ist jedoch das Bedürfnis offenbar alle südlichen Völker, immerzu Lärm um sich zu haben". Im Hinsicht auf Amerika ist er überrascht, dass von Minneapolis nach Mexiko, und auch in Kuba, die Toiletten nur "mit ungeheurem Wasserverbrauch" funktionieren.
Man spürt auch die Intention, die Welt als !eine kapitalistisch uniformierte Welt" darzustellen (wie eine Rezenssion richtig erwähnt: https://literaturkritik.de/id/21111). Aber sogar wenn man merkt, er hat ab und zu versucht ironisch zu wirken, manchmal sind die Verallgemeinerungen unerträglich. Besonders wenn der Charakter einer Nation anhand von willkürlichen Beobachtungen erklärt wird.
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