Följ med till Berlin anno 1947: Det har gått två år sedan Tyskland besegrades i andra världskriget där det begåtts ofattbara brott och återuppbyggnad pågår nu i det uppdelade landet.
I denna tid lever Helene som skriver de tretton breven till sin judiske ungdomsvän Hans i Paris, dit han flydde nazisterna redan före kriget. Vad han svarar kan vi bara ana eftersom vi enbart tar del av Helenes brev. Hon beskriver sina intryck och tankar i Berlins ruiner. I centrum står dock inte svälten och eländet, utan följderna av en moralisk härdsmälta som kort efter kriget fortfarande genomsyrar hela samhället.
En storslagen men bortglömd brevroman som utkom redan 1948. Susanne Kerckhoff (1918–1950) växte upp i ett liberalt medelklasshem i västra Berlin. Efter freden 1945 gjorde hon en kometartad karriär som journalist och författare och blev något av en kulturcelebritet i Östberlin. Hon var bland annat kulturchef på Berliner Zeitung. Hennes liv och författargärning blev dock kort, endast 32 år gammal tog hon sitt liv efter en vårdnadstvist och politiska meningsskiljaktigheter med DDR:s partiledning.
Es handelt sich um eine Neuentdeckung, denn dieser Briefroman wurde bereits 1948 veröffentlicht. Dabei würde ich selbst das Werk kaum als Briefroman bezeichnen, eher als Selbstgespräch, gerade auch weil die Briefe der Gegenseite nicht enthalten sind. Und es gibt auch keine Handlung, sondern es handelt sich um eine Selbstbefragung, ein Hadern mit Vergangenheit und vor allem Gegenwart, mit der Gesellschaft, in der die Erzählerin lebt.
Die Briefeschreiberin Helene wendet sich an ihren Freund Hans, der als Jude nach Paris emigriert war. Sie lebt, nachdem sie zu Kriegsende in Westdeutschland lebte, wieder in Berlin, der Stadt der gemeinsamen Jugend.
Nicht nur sind diese Briefe sehr gut geschrieben, auch der Inhalt ist bewegend. Sie hat sich immer als auf der richtigen Seite empfunden, hat ihrem jüdischen Freund die Treue gehalten, hat sich, als überzeugte Sozialistin und Sozialdemokratin, nie mit den Nazis gemein gemacht. Doch jetzt, 1947, attestiert Helene sich, dass das nicht genug war. Dass es für sie vielleicht auch leichter war als für andere. Sie schreibt:
Ich tastete mein charakterliches Rückgrat schonungslos ab und fand es durchaus nicht so köstlich steif, wie ich es mir eingebildet hatte.
Was für ein Satz!
Sie versucht Hans zu erklären, wie die gesellschaftliche Situation in Deutschland inzwischen aussieht. Das Verhältnis auch der Deutschen, die mit den Nazis nichts gemein hatten, zu den Alliierten ist schwierig und von Misstrauen bestimmt. Helene hadert mit sich, genauso wie mit der Gesellschaft, in der sie lebt. Sie zweifelt zuweilen daran, dass der Weg der Umerziehung so funktionieren kann und spricht von einer „Diktatur der Demokratie“. Sie schreibt, im Jahr 1947:
Die große Masse der Deutschen , die alten und neuen Profaschisten, die politisch Uninteressierten, sie hören uns noch immer nicht an. Aber wir herrschen in Rundfunk und Presse. Unsere Meinung wird ihnen oktroyiert – deswegen ärgern sie sich und fühlen sich unfrei. Das ist es, was ich Diktatur der Demokratie nenne – und ich denke, mit einigem Recht.
Doch handelt es sich hier nicht nur um die Beschreibung einer gesellschaftlichen Situation und einer politischen Haltung, sondern mich überrascht auch immer wieder die Sprache, sie spricht von „Schaukelpferddeutschen“ und:
Ein sonderbarer Gleichmut lag wie frisch gefallener Opportunistenschnee auf den Seelen der lieblichen Gefährtinnen…
“Richtig liegen?“ Dieser moralische Unterweltsbegriff ist eines der Gräber der Demokratie. In Deutschland legt man sich also erst einmal hin. Und liegt man „richtig“, dann wird man arrogant und bedient sich skrupellos aller Praktiken, die das unzüchtige Bett der Gesinnungslumperei zuläßt.
Es hat überhaupt kein Mensch das Recht, in die Charakterkarten anderer Leute den Kohlenbart des Schwarzen Peter zu schmieren, handele es sich um Pieck oder um Külz, um coeur oder um Haß!
Nicht genug danken kann man dem Verlag das kulturelle Gedächtnis http://daskulturellegedaechtnis.de/. Schön, dass er zu den Gewinnern des aktuellen Verlagspreises gehört. Nicht nur macht das auf dieser Website einsehbare Programm Lust auf mehr, auch die Gestaltung des Buches bereitet Lesefreude.
Dass Susanne Kerckhoff dermaßen in Vergessenheit geraten ist (sie beging 1950 Selbstmord, mehr zur Bio hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Susanne...), wundert einen nach der Lektüre.
Wie fühlt man sich in einer ausgebombten Stadt, als Verlierer eines Krieges, als Wissende von unaussprechlichem Leid, dass im Namen des eigenen Volkes zugefügt wurde? Wie gehen Menschen mit dem Geschehenen um und welche politische Entwicklung wird dieses Land jetzt gehen? 1946/47 waren viele dieser Fragen virulent. Susanne Kerckhoff bearbeitet sie in diesem Briefroman, der heute noch immer Denkanstöße gibt.
Intrigerende en indringende briefroman (semi non-fictie) over het leven in Duitsland kort na de oorlog. Een Duitse vrouw in Berlijn schrijft 13 brieven aan een jeugdvriend, een Joodse Duitse vluchteling in Parijs. Zijn antwoorden ontbreken. Dat dit boek in 1948 ook verscheen, maakt dit boek uniek. Enig minpunt voor lezers buiten Duitsland is dat er ook veel over politieke partijen en -standpunten geschreven is, zaken die voor lezers buiten Duitsland minder bekend zijn en dus moeilijker zijn om te volgen.
Susanne Kerckhoff schrieb zwei Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges als "Helene" 13 Briefe an einen befreundeten "Hans", der vor dem Krieg nach Frankreich geflüchtet war. Hans antwortet auch auf die Briefe. Sie werden in Helenes Antworten erwähnt aber der Leser sieht diese Briefe nicht.
Helene schildert die politische Situation in Deutschland und denkt daran in eine Partei einzutreten.
Die Autorin war erst 30 Jahre alt als sie dies schrieb. Mich begeisterte die geistige Reife und die Ansichten von Susanne Kerckhoff. Aber oft ist auch eine Resignation zu spüren. Sie glaubt nicht so recht an eine Besserung und äussert ihre Angst vor dem nächsten Krieg...
Bei meinem Nachschlagen in Wikipedia musste ich leider erfahren, dass sie sich zwei Jahre später das Leben nahm.