‚Werecat Café’ von Lea Melcher war für mich wie ein warmes Wiedersehen mit alten Freunden, das Gefühl, nach Snickerford zurückzukehren, war einfach nur wunderbar. Schon nach wenigen Seiten hatte ich das vertraute, magische Kribbeln wieder, das mich schon bei ‚Buttercream Witch‘ so begeistert hat.
Dorothy, die jüngste der Murphy-Drillinge, ist eine unglaublich herzliche junge Frau, die versucht, ihren ganz eigenen Weg zu finden. Sie will nicht länger nur „eine der Drillinge“ sein, sondern herausfinden, wer sie wirklich ist.
Elliott hingegen steht völlig überraschend mit einem Katzencafé da und als wäre das nicht chaotisch genug, wird er auch noch von einer Katze gebissen und verwandelt sich in eine Werkatze. Plötzlich ist nichts mehr, wie es war. Diese absurde, aber charmante Ausgangssituation sorgt für viele humorvolle und verrückte Momente, die Lea mit viel Herz erzählt.
Besonders die Chemie zwischen Dorothy und Elliott entwickelt sich ganz natürlich von einer vorsichtigen Annäherung hin zu einer tiefen Verbundenheit, die weit über das Magische hinausgeht.
Die Autorin schafft es, Snickerford und das Katzencafé mit so viel Wärme, Magie und Liebe zum Detail zum Leben zu erwecken, dass man sich sofort zuhause fühlt. Ich liebe diese besondere Mischung aus Witz, Charme und diesem leichten Hauch von Zauber, der alles umhüllt. Dadurch, dass bekannte Gesichter wieder auftauchen war es, als würde man durch vertraute Straßen schlendern und alten Freunden begegnen.
Der Kampf gegen den Fluch, der Elliott in eine Werkatze verwandelt, bringt nicht nur eine leichte Spannung in die Geschichte, sondern auch Tiefe. Dorothy und Elliott müssen lernen, sich selbst zu vertrauen, über sich hinauszuwachsen und herauszufinden, was sie wirklich vom Leben wollen. Hinter all der Magie und Romantik steckt eine wunderschöne Botschaft über Selbstfindung, Eigenständigkeit und das Loslassen alter Rollen. Das Buch ist eine verhexte Romance, die Herz, Humor und Magie perfekt verbindet. Eine Geschichte über Chaos, Veränderung und die Suche nach sich selbst.
Ohne zu viel zu verraten, hatte ich mit dem Ende allerdings ein kleines Problem. Die Auflösung wirkte für mich etwas zu plötzlich und wenig nachvollziehbar. Eine Figur übernimmt dabei unerwartet die Rolle der Retterin in der Not. Doch ihre Beweggründe bleiben unklar. Warum sie so gehandelt hat, was sie angetrieben hat und weshalb ihr alle so schnell verzeihen, obwohl sie im Grunde die Ursache des Ganzen war, hat sich mir nicht erschlossen. Diese fehlende Logik hat dem ansonsten stimmigen und gefühlvollen Abschluss leider ein wenig die Kraft genommen.