Wie wäre es mit einem Besuch in den zehn Königreichen? Es wird zu einem Ball geladen.
Edwin wollte nie die Last eines ganzen Königreiches tragen. Als einfacher Diener genießt er das unscheinbare Leben im Schatten der Palastmauern. Doch beim Zwielichtball trifft der mysteriöse und gutaussehende Chaosprinz Gael eine Entscheidung, die alles verä Er wählt Edwin zu seinem Gemahl. Sich den Gesetzen der zehn Königreiche beugend, reist Edwin zusammen mit Gael in dessen kriegszerrüttete Heimat. Um seine Freiheit zurückzuerlangen, muss Edwin schwören, Gael dabei zu helfen, den umkämpften Thron an sich zu reißen. Und einen Schwur mit dem Chaosprinzen bricht man nicht. Doch in Edwin ruht eine verborgene Macht, die droht, auszubrechen und die zehn Königreiche in ihren Grundfesten zu erschüttern.
Der erste Band einer epischen Romantasy Serie mit düsteren Reichen, uralter Magie und Helden wider Willen.
Meine erste Rezension des Jahres ist „Der Gemahl des Chaosprinzen“, das SP-Debüt von Tina Ariam. Vielen Dank für das Rezi-Exemplar. Bei dem Cover und dem Titel habe ich mir ja eine flauschige, queere, opposites attract Romantasy erwartet, in der der chaotische Prinz und der penible Diener sich ineinander verlieben. Was ich bekommen habe, war wesentlich darker, aber absolut nicht schlecht. Tina Ariam stellt ihrem Buch eine sehr generische Content-Warnung voran und die braucht es auch unbedingt. Denn fast alle Figuren in diesem Buch sind mindestens morally grey oder haben grausame Züge an sich. Sexuelle Belästigung ist ein wichtiger Teil des Plots, ebenso wie eine Schwangerschaft und viele Figuren haben mit toxischen Familiendynamiken zu kämpfen. Einige Figuren sind sogar nur toxisch, es gibt eine Menge Machthierarchien und bis vor einiger Zeit lagen die zehn Königreiche miteinander im Krieg. Aber beginnen wir von vorne. „Der Gemahl des Chaosprinzen“ wird aus der Sicht von Edwin erzählt. Der ist der persönliche Diener, beste Freund und Berater von Blütenprinz Asher. Asher muss an den Zwielichthof reisen, um sich dort gemäß einer alten Zeremonie gemeinsam mit den Thronfolgern und Thronfolgerinnen der anderen Königreiche eine Ehepartnerin oder einen Ehepartner zu suchen. Edwin begleitet Asher, lernt den geheimnisvollen Gael kennen und fühlt sich sofort zu ihm hingezogen. Doch Gael entpuppt sich als der Chaosprinz. Sein Vater hat damals den Krieg ausgelöst, seitdem sind die Chaosgründe tabu und liegen hinter violettem Nebel. Auch Gael muss allerdings heiraten und wählt ausgerechnet Edwin zum Gemahl. Edwin ist natürlich nicht begeistert und muss sich schweren Herzens von Asher verabschieden und mit Gael zu den Chaosgründen reisen, um Gael bei einem Plan zu helfen, der ihre Ehe nichtig machen würde. Auf der Reise kommen natürlich allerhand Geheimnisse ans Licht und Gael und Asher kommen sich näher. Das bietet auch eine Menge Spannung. So viel, dass ich das Buch in weniger als 24 Stunden inhaliert habe. Aber ich habe auch ein fundamentales Problem: Gael. Er ist eine interessante und vielschichtige Figur. Aber er ist auch sehr wechselhaft. In einem Moment ist sehr sanft zu Edwin und wirkt zu ihm hingezogen, im nächsten ist er kalt und abweisend. Außerdem hat er über das ganze Buch hinweg eigentlich schon einen romantischen Partner. Aber sobald Gael und Edwin sich näherkommen, scheint der irgendwie überhaupt keine Rolle mehr zu spielen. Das ist schade und man hätte es auch anders lösen können. Auch deshalb frage ich mich, was Gael und Edwin eigentlich zusammen machen. Denn so ganz habe ich ihnen ihre Anziehung zueinander nicht abgekauft, sie wirkt auf mich ein bisschen übers Knie gebrochen. Ein Highlight des Buches ist für mich hingegen die Beziehung von Edwin und Asher. Edwin vermisst Asher die ganze Zeit über und Rückblicke geben Einblick in ihre Beziehung. Ich kann mir die beiden gut als platonische Lebenspartner vorstellen und sie sind für mich das zentrale Paar des Buches. Ein weiteres Highlight ist die Aufmachung des Buches. Das Cover ist bezaubernd, es gibt Kapitelüberschriften und diese werden von kleinen Zeichnungen begleitet, die handgemacht wirken. Auch der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig, verliert sich aber manchmal in Beschreibungen und Wiederholungen. Außerdem gibt es Nebenfiguren mit Behinderung. Das alles macht mich sehr neugierig auf Band 2. Ich bin sehr gespannt, wie es mit den zehn Königreichen weitergeht. Und mit Edwin und Asher. Und von mir aus auch mit Gael.