Der deutsche Sommer: Als 2006 plötzlich die Leichtigkeit einzog | Das neue Fußballbuch von Bestsellerautor Ronald Reng über das Sommermärchen und die neue deutsche Leichtigkeit
Die Fußball-WM fand in Deutschland statt, Millionen Menschen aus der ganzen Welt waren zu Gast, und eine Leichtigkeit, wie sie nur ein Sommer hervorbringen kann, erfasste das Land. Die Deutschen, die zuvor Hemmungen im Umgang mit Nationalsymbolen gezeigt hatten, malten sich die Nationalfarben auf die Wangen, Immigranten schwenkten zum ersten Mal im Leben die deutsche Fahne, und internationale Umfragen erklärten Deutschland zum coolsten Land der Welt. 2025 leben wir in einem anderen Land. Ronald Reng schildert die Zeit der Leichtigkeit und fragt, ob so ein Hochgefühl heute noch möglich ist.
Ronald Reng is a German sports journalist and author. Of his books, two have been translated to English and both of them have been honored with book awards in the UK.
The Keeper of Dreams, the story of the German non-league goalkeeper Lars Leese who ended up playing for Barnsley Football Club in the Premier League, won the Sports Book of the Year Award in 2004. It was the first foreign book to achieve such praise. Reng's biography of the late German national goalkeeper Robert Enke, A Life too Short: The Tragedy of Robert Enke was voted William Hill Sports Book of the Year in 2011. Reng was the first non-English speaking author in 23 years to win the award.
In Germany, Reng was distinguished seven times in nine years, between 2001 and 2010, with the award for the best sports story of the year by the Association of German Sports Writers. In 2010 he was awarded the Dietrich Oppenberg Media Award "for outstanding journalistic contributions to promote the culture of reading."
Zeitreise ins Jahr 2006, die wesentlich mehr bietet als nur Fussball in schwarz, rot, gold. Politik, Gesellschaft, Zeitgeist. Eine vielfältig und spannende zusammengestellte Erzählung.
WM 2006, Eröffnungsspiel: Der nicht als Torjäger verdächtige Philipp Lahm erzielt den ersten Treffer des Turnieres. Am Ende gewinnt Deutschland 4:2. Euphorie entfacht im Land. Und ein kleiner Junge im Norden der Republik wird zum Fußball-Fan.
Am Ende soll es aus deutscher Sicht nicht zum ganz großen Wurf reichen. Hinsichtlich des Titels. Die Erwartungen, die vom Turnier denkbar klein waren? Getoppt.
Darüber schreibt Ronald Reng in seiner Rückschau aufs "Sommermärchen", das 20 Jahre zurückliegt und in dieser Form wohl kaum mehr reproduzierbar ist (sorry, 2024).
Wie kam es eigentlich zum Public Viewing? Welche Welle der Begeisterung sollte das Turnier im eigenen Land in den verschiedensten Bevölkerungsgruppen auslösen? Hat DER WM-Song die Sportis eigentlich mehr belastet als bundesweit bekannt gemacht? Und wie war das damals nochmal mit "Problembär" Bruno?
Fragen über Fragen, die Reng in gewohnter Manier mustergültig zu beantworten weiß. Danke für diese literarische Zeitreise, als die "Welt zu Gast bei Freunden" war und die Erkenntnis in hiesigen Gefilden wuchs: Man muss nicht immer gewinnen, um der Sieger zu sein. (als Braunschweig-Fan kommt einem diese Erkenntnis eh schnell)