Manchmal liegt da so ein Kunstbuch vor einem und man denkt erstmal: Okay, cooles Cover, schicke Optik, wird bestimmt nett. Und dann blättert man rein und merkt ziemlich schnell, dass hier mehr passiert als nur ein bisschen KAWS zum Anschauen.
KAWS aus dem Prestel Verlag ist kein Buch, das einfach nur hübsche Bilder sammelt und sich dann zufrieden ins Regal stellt. Es will zeigen, warum Comics, Popkultur, Street Art und sogenannte große Kunst längst nicht so weit voneinander entfernt sind, wie manche Kunstsnobs gern behaupten. Und genau da wird es spannend.
Besonders stark ist, wie KAWS nicht allein gefeiert wird, sondern in einen größeren Zusammenhang gestellt wird. Basquiat, Lichtenstein, Haring, Comics, Cartoons, Figuren, Gesten, Einsamkeit, Öffentlichkeit. Plötzlich merkt man: Diese X Augen sind nicht nur ein Markenzeichen, sondern fast schon ein Gefühl. Ein kleines inneres Ach Mensch, das zwischen Design, Kunstmarkt und Melancholie herumsteht.
Klar, das Buch ist nicht mal eben leichte Bettlektüre. Es ist eher ein Kaffee, bei dem man sich kurz schick hinsetzt und so tut, als hätte man sein Leben im Griff. Aber genau das passt. Es fordert ein bisschen, sieht dabei verdammt gut aus und macht Lust, KAWS nicht nur als Hype zu sehen, sondern als Teil einer größeren Bildsprache.
Für Kunstfans, Comic Liebhaber und alle, die gern Bücher besitzen, die beim Durchblättern leise sagen: Schau genauer hin.